1. Foren
  2. Kommentare
  3. Automobil-Forum
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Verkehrswende: Stadtwerke…

Kurzfristige Insel- und Bastellösung?

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Kurzfristige Insel- und Bastellösung?

    Autor: Lehmmanbnhb 14.10.21 - 18:51

    Mir sieht das sehr nach einer kurzfristigen Insel- und Bastellösung aus.

    Wenn man in den mittlerweile ca. 185 Jahren (?) Bahnbetrieb in Deutschland irgend etwas gelernt haben sollte, dann doch dieses:
    Es ist ökonomisch enorm vorteilhaft, wenn alle Züge auf Schienen gleicher Spurbreite fahren und die gleichen Oberleitungssysteme nutzen können!

    Warum stattet man die Batteriezüge nicht mit Standard-Stromabnehmern aus, sodaß sie auf elektrifizierten Teilstrecken direkt mit Fahrstrom fahren können, ohne daß dafür 5..10% Verluste an den Innenwiderständen der Batterie auftreten und die teure Batterie der Zyklenalterung unterworfen wird?

    Der dafür zusätzlich nötige Umrichter könnte bei Stillstand der Züge (auf Bahnhöfen), oder während unterwegs nicht die volle Beschleunigungsleistung benötigt wird, die Batterie laden.

    Ein "Ladepunkt" für nicht elektrifizierte Stecken wären dann einfach ein paar Meter Oberleitung auf einem Abstellgleis.

    Bei entsprechender Auslegung des Umrichters wäre er sowohl mit 16Hz Bahnstrom wie auch mit 50Hz einphasigem Wechselstrom nutzbar, was die Kosten für eine Lademöglichkeit z.B. im Betriebshof reduziert.

    Letztendlich wird es wohl auf so ein System herauslaufen, und solche Kompromißlösungen wie im Artikel beschrieben werden nach ein paar Jahren umgerüstet.

    Für einen Nahverkehrszug würde es wohl ausreichen, nur ca. 10..20% der Gleistrecken auf und um Bahnhöfe herum mit Oberleitungen auszustatten, damit über den Tag ein Betrieb ohne zusätzliche Ladepausen möglich wird.

  2. Re: Kurzfristige Insel- und Bastellösung?

    Autor: Weitsicht0711 14.10.21 - 19:13

    Lehmmanbnhb schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Es ist ökonomisch enorm vorteilhaft, wenn alle Züge auf Schienen gleicher
    > Spurbreite fahren und die gleichen Oberleitungssysteme nutzen können!

    Wo ist der ökonomische Gewinn wenn z.B. die Berliner S-, U-Bahnen und Tram auf Normalspur und Oberleitung wechselt?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.10.21 19:31 durch Weitsicht0711.

  3. Re: Kurzfristige Insel- und Bastellösung?

    Autor: Weitsicht0711 14.10.21 - 19:47

    Lehmmanbnhb schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mir sieht das sehr nach einer kurzfristigen Insel- und Bastellösung aus.
    >
    > Warum stattet man die Batteriezüge nicht mit Standard-Stromabnehmern aus,
    > sodaß sie auf elektrifizierten Teilstrecken direkt mit Fahrstrom fahren
    > können, ohne daß dafür 5..10% Verluste an den Innenwiderständen der
    > Batterie auftreten und die teure Batterie der Zyklenalterung unterworfen
    > wird?

    Bild angeschaut? Sieht nach einem Standard-Stromabnehmer aus.
    Und wenn man man sich den Zug genauer anschaut dann kann er über Oberleitung betrieben werden.

    > Der dafür zusätzlich nötige Umrichter könnte bei Stillstand der Züge (auf
    > Bahnhöfen), oder während unterwegs nicht die volle Beschleunigungsleistung
    > benötigt wird, die Batterie laden.

    Der Umrichter ist somit ja eingebaut.

    > Ein "Ladepunkt" für nicht elektrifizierte Stecken wären dann einfach ein
    > paar Meter Oberleitung auf einem Abstellgleis.

    So vorgesehen für das Fahrzeug.

    > Bei entsprechender Auslegung des Umrichters wäre er sowohl mit 16Hz
    > Bahnstrom wie auch mit 50Hz einphasigem Wechselstrom nutzbar, was die
    > Kosten für eine Lademöglichkeit z.B. im Betriebshof reduziert.

    Tut er doch.

    > Letztendlich wird es wohl auf so ein System herauslaufen, und solche
    > Kompromißlösungen wie im Artikel beschrieben werden nach ein paar Jahren
    > umgerüstet.

    Was wird nun anders beschrieben als du da legst?

    > Für einen Nahverkehrszug würde es wohl ausreichen, nur ca. 10..20% der
    > Gleistrecken auf und um Bahnhöfe herum mit Oberleitungen auszustatten,
    > damit über den Tag ein Betrieb ohne zusätzliche Ladepausen möglich wird.

    Und wo ist jetzt der Gewinn? Zur vorgestellten Lösung?

  4. Re: Kurzfristige Insel- und Bastellösung?

    Autor: Lehmmanbnhb 14.10.21 - 22:12

    Weitsicht0711 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lehmmanbnhb schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Mir sieht das sehr nach einer kurzfristigen Insel- und Bastellösung aus.
    > >
    > >
    > > Warum stattet man die Batteriezüge nicht mit Standard-Stromabnehmern
    > aus,
    > > sodaß sie auf elektrifizierten Teilstrecken direkt mit Fahrstrom fahren
    > > können, ohne daß dafür 5..10% Verluste an den Innenwiderständen der
    > > Batterie auftreten und die teure Batterie der Zyklenalterung unterworfen
    > > wird?
    >
    > Bild angeschaut? Sieht nach einem Standard-Stromabnehmer aus.
    > Und wenn man man sich den Zug genauer anschaut dann kann er über
    > Oberleitung betrieben werden.
    >
    > > Der dafür zusätzlich nötige Umrichter könnte bei Stillstand der Züge
    > (auf
    > > Bahnhöfen), oder während unterwegs nicht die volle
    > Beschleunigungsleistung
    > > benötigt wird, die Batterie laden.
    >
    > Der Umrichter ist somit ja eingebaut.

    Du hast recht!

    Ich hatte das verlinkte Material nicht angesehen und war nach Lesen des Artikels fälschlicherweise davon ausgegangen, daß es sich um eine DC-Ladestation handelt, bei der der Umrichter in der Station sitzt.

    Tatsächlich kann der Zug sowohl von 16Hz Bahnstrom wie von 50Hz einphasigem Wechselstrom geladen werden.

    Die technischen Daten laut Anbieter:

    Mittelspannungsnetz: 10 kV oder 20 kV
    Ladespannung: 15 kV oder 25 kV (50 Hz)
    Ladeleistung auf Zugseite: 1x oder 2x 1,2 MVA (entspricht 80 A am Pantographen)
    Leistungselektronik in der Ladestation: nicht erforderlich

    Es handelt sich bei der Ladestation also wirklich um einen reinen Trafo, evtl mit ein paar Schützen zur Zusammenschaltung von Wicklungen für 15kV oder 25kV.
    >
    > > Ein "Ladepunkt" für nicht elektrifizierte Stecken wären dann einfach ein
    > > paar Meter Oberleitung auf einem Abstellgleis.
    >
    > So vorgesehen für das Fahrzeug.
    >
    > > Bei entsprechender Auslegung des Umrichters wäre er sowohl mit 16Hz
    > > Bahnstrom wie auch mit 50Hz einphasigem Wechselstrom nutzbar, was die
    > > Kosten für eine Lademöglichkeit z.B. im Betriebshof reduziert.
    >
    > Tut er doch.
    >
    > > Letztendlich wird es wohl auf so ein System herauslaufen, und solche
    > > Kompromißlösungen wie im Artikel beschrieben werden nach ein paar Jahren
    > > umgerüstet.
    >
    > Was wird nun anders beschrieben als du da legst?
    >
    > > Für einen Nahverkehrszug würde es wohl ausreichen, nur ca. 10..20% der
    > > Gleistrecken auf und um Bahnhöfe herum mit Oberleitungen auszustatten,
    > > damit über den Tag ein Betrieb ohne zusätzliche Ladepausen möglich wird.
    >
    > Und wo ist jetzt der Gewinn? Zur vorgestellten Lösung?

    Tut mir leid, daß ich das missverstanden hatte, das funktioniert tatsächlich schon genau so, wie von mir angedacht.

    Für Wasserstoff dürfte der Zug damit aus allerdings aus Kostenüberlegungen abgefahren sein ;-)

    80A ist noch kein nennenswerter Strom, bei dem man das gezeigte kurze Oberleitungstück wegen Induktivität und Abfall nicht auch bei 50Hz einen km vor und hinter dem Bahnhof verlängern könnte. Wenn die Beschleunigungs- und evtl. teilweise auch Bremsphase mit Rekuperation unter der Oberleitung erfolgt, können wesentlich kleinere Batterien zum Einsatz kommen, und würden weniger durch hohe Ströme beansprucht.

  5. Re: Kurzfristige Insel- und Bastellösung?

    Autor: pete.kl 15.10.21 - 04:48

    Auch wenn die Situation schon geklärt wurde, hier noch Hinweis: Stadler Rail sind keine Idioten. Die bauen seit Jahren Lang- und Kurzstreckenzüge. Deren züge sind dafür bekannt sehr zuverlässig zu sein. Deshalb verkaufen die mittlerweile in ganz Europa ihre Züge. Das ganze is ne wahnsinnige Erfolgsgeschichte.

    Insofern traue ich den Entwicklern zu, dass sie ne Lösung mit Hand und Fuss entwickelt haben.

  6. Re: Kurzfristige Insel- und Bastellösung?

    Autor: Weitsicht0711 15.10.21 - 10:08

    Auf jeden Fall merkt man dass dort gutes Konzept besteht um die Dieselloks abzulösen und den ländlichen Bahnverkehr auch wieder mehr nach vorne zu bringen.

  7. Re: Kurzfristige Insel- und Bastellösung?

    Autor: Quantium40 18.10.21 - 13:37

    Lehmmanbnhb schrieb:
    > Warum stattet man die Batteriezüge nicht mit Standard-Stromabnehmern aus,
    > sodaß sie auf elektrifizierten Teilstrecken direkt mit Fahrstrom fahren
    > können [...]?

    > Ein "Ladepunkt" für nicht elektrifizierte Stecken wären dann einfach ein
    > paar Meter Oberleitung auf einem Abstellgleis.

    Der verlinkten Website zu VOLTAP nach haben die genau so etwas getan.
    Die Batterie-Züge fahren bei vorhandener Oberleitung mit Versorgung über diese.
    Auf nicht-elektrifizierten Strecken fahren sie auf Batterie.
    Und die Schnellladestation für diese Züge nutzt die eh vorhandenen Stromabnehmer, um darüber mit bis zu 2x 1,2MVA bzw. 2 x1,2 MW die Batterien aufzuladen.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler C# .NET (m/w/d)
    Dentsply Sirona, The Dental Solutions Company(TM), Bensheim bei Darmstadt
  2. Field Support Engineer L3 (m/w/d)
    NTT Germany AG & Co. KG, München, Teltow
  3. Systemingenieur (m/w/d) Elektrotechnik / Nachrichtentechnik
    Amprion GmbH, Pulheim
  4. Customer Support Representative* Deutsch
    Gameforge AG, Karlsruhe

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Tom Clancy's Rainbow Six Siege - Deluxe Edition für 9,50€, Tom Clancy's Rainbow Six...
  2. 29,99€
  3. 12,49€
  4. 4,89€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Merck: Von der Apotheke zum zweitbesten IT-Arbeitgeber
Merck
Von der Apotheke zum zweitbesten IT-Arbeitgeber

Das Pharmaunternehmen Merck ist auf Platz 2 der Top-IT-Arbeitgeber Deutschlands gelandet - wir wollten von den Mitarbeitern wissen, wieso.
Von Tobias Költzsch


    Koalitionsvertrag: Was bedeuten die Ampel-Pläne für die Elektromobilität?
    Koalitionsvertrag
    Was bedeuten die Ampel-Pläne für die Elektromobilität?

    Nach dem Willen der Ampelkoalition sollen 15 Millionen Elektroautos bis 2030 auf deutschen Straßen unterwegs sein. Wir haben uns angeschaut, wie das genau umgesetzt werden soll.
    Eine Analyse von Friedhelm Greis

    1. Ranger XP Kinetic Polaris bringt Elektro-Buggy mit 82 kW
    2. Elektroauto Mercedes EQS 350 als Basisversion mit 90-kWh-Akku bestellbar
    3. Elektro-Kombi Mercedes-Benz startet Verkauf von Siebensitzer EQB

    Apples M1 Max im Test: Schlicht eine ganz irdische Glanzleistung
    Apples M1 Max im Test
    Schlicht eine ganz irdische Glanzleistung

    Apple sagt zum M1 Max: "Amazing! Incredible! Phenomenal!" Golem sagt: Effizienz und Performance sind top, aber nicht überraschend.
    Ein Test von Marc Sauter

    1. Apple Silicon M1-Macbooks haben offenbar vermehrt Speicherlecks
    2. Apple Silicon Künftige Mac-Chips sollen Intels locker überholen
    3. Macbook Pro Mobile-Entwicklung profitiert von Apples M1