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Ethikfrage

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  1. Ethikfrage

    Autor: Cyborgthefirst 27.09.15 - 01:17

    Das ist doch im Prinzip die gleiche Diskussion die an anderer Stelle, nämlich im Bereich der Wertschöpfung aus Nutzer Daten und wie weit gehe ich da, schon lange geführt wird. Die Frage: Inwiefern setze ich mich als Entwickler mit den ethischen Gesichtspunkten meiner Arbeit auseinander? Anscheinend ist das noch in keiner Branche wirklich geklärt. Ich persönlich studiere im Moment Medieninformatik in Berlin und im Bereich der Datenbankprogrammierung wurde uns dazu ein Denkanstoß gegeben. Kann ich meine Arbeit mit meinen ethischen Grundsätzen vereinbaren und wenn nicht, wie reagiere ich? Ich glaube, es fehlt häufig an Mut gegen derartige Entwicklungen aufzustehen.

    Imho

  2. Re: Ethikfrage

    Autor: cpt.dirk 28.09.15 - 01:45

    Das würde ich so auch unterschreiben. Bereits im Vorfeld kann man da Grundsatzentscheidungen treffen. Niemand ist beispielsweise gezwungen - zumal im IT-Bereich - in der Rüstungsindustrie, bei einer Großbank oder für ein Data-Mining Unternehmen tätig zu werden, wenn er das aus ethischer Sicht nicht befürworten kann.

  3. Re: Ethikfrage

    Autor: eineFrau 30.09.15 - 11:16

    cpt.dirk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Rüstungsindustrie, Großbank, Data-Mining Unternehmen

    Aber hier geht's gerade um einen Autohersteller. Den kann man wohl kaum mit den genannten Branchen gleichsetzen.

  4. Re: Ethikfrage

    Autor: cpt.dirk 01.10.15 - 01:15

    Wenn nun besagter Autohersteller sich der arglistigen Täuschung von hundertausenden Kunden sowie der vorsätzlichen und gesetzeswidrigen Umweltverschmutzung im großen Stil - und dadurch möglicherweise tausender Krebsfälle - schuldig macht, ist das ja nur eine Seite der Medallie.

    Andere Industrien oder "Branchen" wirken mehr auf anderen Gebieten, der gesellschaftliche Impact kann nichtsdestoweniger mindestens genauso enorm sein, siehe:

    - die durch die Finanzindustrie induzierte Krise 2008
    - das weltumspannende Spitzelsystem aus einem Geflecht nationaler Geheimdienste
    - staatliche Souveränität und Menschenrechte unterwandernde Freihandelsabkommen
    - Auswirkungen auf Genpools und Gesundheit im Allgemeinen durch die Agroindustrie
    - Vordringen von Werbeindustrie und staatl. Institutionen in sämtliche Lebensbereiche
    - illegale medizinische Tests in Entwicklungsländern und fragwürdige Genexperimente
    - soziale Ausbeutung durch Billiglohn-Branchen ganz allgemein, usw.

    Es ging doch um die Frage, inwieweit man als Individuum eine Verantwortung dafür übernimmt, welche gesellschaftlichen Entwicklungen man direkt und indirekt unterstützt, indem man seine Arbeitskraft, Zeit und Energie darin investiert.

    Natürlich lässt sich das auch auf andere Lebensbereiche, wie z.B. das persönliche Konsumverhalten ausdehnen: kann ich mir die 10¤ Mehrausgaben im Monat für Fairtrade-Lebensmittel tatsächlich nicht leisten? Sind die 5¤ im Monat mehr für einen 100% atom- und kohlefreien Stromanbieter wirklich nicht drin? Inwieweit wirkt sich mein aktives oder passives Verhalten auf meine und die Zukunft meiner Kinder aus?

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