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Bei diesen Preisen
Autor: digitalnative 15.02.23 - 09:20
keine echte Alternative. China-Zeugs war so beliebt, weil je nach Produkt ein gutes P/L Verhältnis hatte.
Jetzt ist das China-Zeugs gleich teuer, wie alles andere. Warum soll ich mir eine Karre kaufen, die nicht mal eine Werkstatt in Europa bzw. in meiner Nähe hat.
Tesla war auch lange vorne und jetzt nicht mehr. Die Konkurrenz hat aufgeholt.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.02.23 09:24 durch digitalnative. -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: nightmar17 15.02.23 - 09:28
Wahrscheinlich sehen die bei sich auf dem Markt, was VW für einen ID3 verlangt und wollen das auch.
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Re: Bei diesen Preisen
Autor: obermeier 15.02.23 - 09:42
Ich vermute eher, dass die Margen auf Fahrzeuge nicht so hoch sind, wie viele vermuten.
Die Kosten für Fertigung, Logistik Entwicklung und Material sind wahrscheinlich einfach sehr hoch.
Auf die Schnelle gefunden:
Mercedes verkauft seine Fahrzeuge im Schnitt für 38.458 Euro, davon bleiben im Schnitt 3.343 Euro Gewinn.
Bei Jaguar kostet ein Fahrzeug im Schnitt 45.652 Euro, davon bleiben 779 Euro übrig.
Da bleibt nicht viel Platz, um etwas günstiger zu machen, außer auf Features/Sicherheit/Langlebigkeit zu verzichten.
Die Quelle ist von 2018...
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/gewinn-ranking-porsche-ferrari-bmw-so-viel-verdienen-die-premiumhersteller-mit-jedem-auto/22883840.html -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: Spahnharren 15.02.23 - 10:33
obermeier schrieb:
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> Auf die Schnelle gefunden:
> Mercedes verkauft seine Fahrzeuge im Schnitt für 38.458 Euro, davon bleiben
> im Schnitt 3.343 Euro Gewinn.
> Bei Jaguar kostet ein Fahrzeug im Schnitt 45.652 Euro, davon bleiben 779
> Euro übrig.
>
> Da bleibt nicht viel Platz, um etwas günstiger zu machen, außer auf
> Features/Sicherheit/Langlebigkeit zu verzichten.
naja, die Händler nehmen dann ja nochmals 16-18% Gewinn mit pro Neuwagen, was schon eine enorme Zahl ist. Laut Gehaltschecks in sozialen Medien sind die Automobilverkäufer mit teilweise 6000-8000¤/Monat daran auch ganz gut beteiligt.
Winterkorn hatte zudem einmal erwähnt:
"Die Materialkosten betragen etwa 70 Prozent der Gesamtproduktkosten. Bezogen auf den Preis, den der Kunde zahlt, sind es 50 Prozent."
Zudem:
"Die zweite Hälfte des Autopreises setzt sich zusammen aus Produktions-, Entwicklungs- und Gemeinkosten inklusive Löhne, die mit 25 bis 30 Prozent in die Rechnung eingehen, und allem, was man als Vertriebskosten bezeichnen kann: Marketing, Werbung, Händlermarge. Irgendwo in diesen 20 bis 25 Prozent liegt auch der Gewinn des Herstellers, allerdings nicht versteckt. Die meisten Autohersteller sind börsennotierte Aktiengesellschaften und müssen ihre Zahlen vierteljährlich veröffentlichen."
"Für unseren durchschnittlichen Netto-Volkswagen mit seinen 17.317 Euro zahlen wir laut Stefan Bratzel also 8658,50 Euro fürs Material, 4329,25 Euro für Löhne und Gehälter sowie noch einmal so viel für die Vertriebskosten. Die Händlermarge liegt bei rund 15 Prozent, der Händler erhielte also allein 2258 Euro. Von diesem Geld muss er allerdings seine Rabatte finanzieren."
2 mal bearbeitet, zuletzt am 15.02.23 10:42 durch Spahnharren. -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: senf.dazu 15.02.23 - 10:41
Spahnharren schrieb:
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> obermeier schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Auf die Schnelle gefunden:
> > Mercedes verkauft seine Fahrzeuge im Schnitt für 38.458 Euro, davon
> bleiben
> > im Schnitt 3.343 Euro Gewinn.
> > Bei Jaguar kostet ein Fahrzeug im Schnitt 45.652 Euro, davon bleiben 779
> > Euro übrig.
> >
> > Da bleibt nicht viel Platz, um etwas günstiger zu machen, außer auf
> > Features/Sicherheit/Langlebigkeit zu verzichten.
>
> naja, die Händler nehmen dann ja nochmals 16-18% Gewinn mit pro Neuwagen,
> was schon eine enorme Zahl ist. Laut Gehaltschecks in sozialen Medien sind
> die Automobilverkäufer mit teilweise 6000-8000¤/Monat daran auch ganz gut
> beteiligt.
Und auf die Händlermarge kommt dann natürlich auch noch der BEV Zuschlag und die Steuer drauf .. und dann liegen wir eben wieder bei den üblichen Endkundenpreisen von 45000..55000 für die Einsteiger Benziner Mittelklasse Listenpreisen für die Endkunden .. von Audi, BMW, Daimler .. bzw. ab 60000 für die BEVs. Zuzüglich Überführung, Landesanpassung, Volltanken, Staubwischen und warmen Worten natürlich.
Aber hab gerade im TV gehört das unsere Premiumhersteller ernsthaft drüber nachdenken bei den E-Autos nur noch die oberen Chargen zu bedienen und die Billigautos wegzulassen ..
Also in Zukunft wohl nur noch ab 100k bei Daimler und BMW ..
6 mal bearbeitet, zuletzt am 15.02.23 10:45 durch senf.dazu. -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: Kleba 15.02.23 - 10:54
senf.dazu schrieb:
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> Aber hab gerade im TV gehört das unsere Premiumhersteller ernsthaft drüber
> nachdenken bei den E-Autos nur noch die oberen Chargen zu bedienen und die
> Billigautos wegzulassen ..
>
> Also in Zukunft wohl nur noch ab 100k bei Daimler und BMW ..
Also bei Mercedes auf jeden Fall. Die haben ja schon vor Monaten angekündigt, sich nur noch auf das Premium-Segment zu konzentrieren und alles unterhalb von E-Klasse (iirc) mittlefristig einzustampfen. -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: Spahnharren 15.02.23 - 11:03
Premium war Mercedes ja schon immer irgendwie und selbst gut verdienende Leute holen sich dann lieber den gebrauchten Diesel-Kombi für 35.000¤, als die Neuwagenversion. Das 700.000¤ Haus muss ja schließlich auch noch abbezahlt werden und die drei Kinder kosten dazu noch ein wenig und auf den Skiurlaub möchte man auch nicht verzichten.
Ob das jetzt klappt, durch höhere Margen den Einbruch in den Gesamtverkaufszahlen zu kompensieren weiß ich auch nicht. Laut ersten Quartalsberichten scheint das aber zu funktionieren. Die Lücke werden nun eben die Asiaten schließen. Da diese aber momentan noch keine Fabriken in Europa stehen haben, sind sie wegen der Transportkosten und Importzölle nicht bedeutend günstiger. Wenn die Europäer dann aber insgesamt keine Kleinwagen mehr bauen, sieht das natürlich dann anders aus. Dann könnte man quasi ein Markt-Monopol aufbauen. -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: demon driver 15.02.23 - 11:14
digitalnative schrieb:
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> keine echte Alternative. China-Zeugs war so beliebt, weil je nach Produkt
> ein gutes P/L Verhältnis hatte.
> Jetzt ist das China-Zeugs gleich teuer, wie alles andere. Warum soll ich
> mir eine Karre kaufen, die nicht mal eine Werkstatt in Europa bzw. in
> meiner Nähe hat.
> Tesla war auch lange vorne und jetzt nicht mehr. Die Konkurrenz hat
> aufgeholt.
Yep, das ist der Haken.
Mal schauen, ob sich das so einpendelt oder ob einer wie Xiaomi, die ja doch im Elektronik- und Haushaltsgerätebereich viele gute Sachen zu vernünftigen Preisen haben, es nicht schaffen könnte, auch vernünftig bepreiste Autos anzubieten...
Immerhin ist das Auto deutlich weniger hässlich als die überwiegende Mehrheit aktueller PKWs. -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: Hallonator 15.02.23 - 11:23
digitalnative schrieb:
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> Jetzt ist das China-Zeugs gleich teuer, wie alles andere.
Die haben einen Kostenvorteil von 10.000¤
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/china-soll-bei-elektroautos-gut-10-000-euro-kostenvorteil-haben-a-67cae449-b9ad-4df2-a4c8-8eea7494a373 -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: demon driver 15.02.23 - 11:34
Kleba schrieb:
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> senf.dazu schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Aber hab gerade im TV gehört das unsere Premiumhersteller ernsthaft drüber
> > nachdenken bei den E-Autos nur noch die oberen Chargen zu bedienen und die
> > Billigautos wegzulassen ..
> >
> > Also in Zukunft wohl nur noch ab 100k bei Daimler und BMW ..
>
> Also bei Mercedes auf jeden Fall. Die haben ja schon vor Monaten
> angekündigt, sich nur noch auf das Premium-Segment zu konzentrieren und
> alles unterhalb von E-Klasse (iirc) mittlefristig einzustampfen.
Dasselbe bei Audi; die haben aus demselben Grund Q2 und A1 abgekündigt. Schon bei Verbrennern, da sind wir noch gar nicht beim Thema BEV.
Die Automobilindustrie entwickelt sich immer mehr zur reinen Luxusindustrie. Selbst ein Golf ist, als Neuwagen, heute etwas von Charakter und Zielgruppe her völlig anderes als bei seiner Einführung 1973... -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: bplhkp 15.02.23 - 12:45
Spahnharren schrieb:
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> Die Lücke werden nun
> eben die Asiaten schließen.
In dem Thread ging es ursprünglich ums Gegenteil: um die absurd hohen Preise der Chinakarren. -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: bplhkp 15.02.23 - 13:10
Kleba schrieb:
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> Also bei Mercedes auf jeden Fall. Die haben ja schon vor Monaten
> angekündigt, sich nur noch auf das Premium-Segment zu konzentrieren und
> alles unterhalb von E-Klasse (iirc) mittlefristig einzustampfen.
Mercedes sülzt was von Luxus: Entry Luxury, Core Luxury und Top End Luxury. Luxus hat man hier mal als „best noise and comfort in the industry“ definiert. Für 2024 sind die ersten Modelle auf der neuen MMA-Plattform in der Kompaktklasse angekündigt, die aber höher positioniert werden sollen. Spannend wird wieviel man bei den Privatkunden höher positioniert oder Mercedes primär die Autos nicht mehr an Flottenkunden verramschen will (hier in der Nähe ist ein Sicherheitsdienst der A-Klasse fährt).
https://jesmb.de/10485/
https://group-media.mercedes-benz.com/marsMediaSite/de/instance/ko/Mercedes-Benz-praesentiert-Langfrist-Ziele-als-wertvollste-Luxus-Automobilmarke-der-Welt.xhtml?oid=53307300 -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: Spahnharren 15.02.23 - 13:46
bplhkp schrieb:
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> In dem Thread ging es ursprünglich ums Gegenteil: um die absurd hohen
> Preise der Chinakarren.
Wirkliche China-Kleinwagen haben wir ja noch nicht wirklich . NIO und co. kommen derzeit eher mit dem Premium-Segment und Luxus SUVs. Vermutlich geht es erstmal darum, mit den teureren Wagen eine gewisse Reputation oder ein Branding zu schaffen, da die meisten Europäer noch nie etwas von den meisten Chinaherstellern gehört haben.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.02.23 13:59 durch Spahnharren. -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: Spahnharren 15.02.23 - 14:08
PS: Ein möglicher Eintritt der Chinesen in den Volumenmarkt (Aiways, Great Wall motors und Ora) wird für 2025 oder 2027 vorhergesagt. Also einmal 2025, sobald die CO2-Flottengrenzwerte eingeführt werden (-15%) und dann nochmals 2027 mit der Euro-7 Norm.
Hier wird dann spekuliert, dass die Preise für Verbrenner entsprechend einen Preissprung nach oben machen werden (insbesondere mit EURO7) , im Gegenzug aber zu wenig Rohstoffe für die Produktion von ausreichend BEVs da sein werden, um den Übergang zur Umstellung der Massenproduktion zu Stromern zu finanzieren.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.02.23 14:16 durch Spahnharren. -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: dobeldo 15.02.23 - 14:11
Spahnharren schrieb:
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> "Für unseren durchschnittlichen Netto-Volkswagen mit seinen 17.317 Euro
> zahlen wir laut Stefan Bratzel also 8658,50 Euro fürs Material, 4329,25
> Euro für Löhne und Gehälter sowie noch einmal so viel für die
> Vertriebskosten. Die Händlermarge liegt bei rund 15 Prozent, der Händler
> erhielte also allein 2258 Euro. Von diesem Geld muss er allerdings seine
> Rabatte finanzieren."
8658,50 + 4329,25 + 4329,25 = 17317
Fehlt da der Gewinn von VW oder ist das Sozialismus? -
Re: Bei diesen Preisen
Autor: Spahnharren 15.02.23 - 14:24
dobeldo schrieb:
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> 8658,50 + 4329,25 + 4329,25 = 17317
> Fehlt da der Gewinn von VW oder ist das Sozialismus?
Das Zitat ist aus 2013, also schon ein wenig veraltete Zahlen. Damals machte VW durchschnittlich 709¤ Gewinn (BMW 2774¤ und Porsche auch mal bis zu 17.000¤).
1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.02.23 14:24 durch Spahnharren.



