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Doppelte Fehlkonzeption

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  1. Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: Mingfu 27.02.13 - 08:30

    Die Hälfte der Unfälle ist vom Radfahrer selbst verschuldet. Man führt hier also theoretisch ein Beweismittel mit, welches letztlich gegen einen selbst verwendet werden kann. Das will wohlüberlegt sein, insbesondere in Fällen, in denen man selbst nicht mehr in der Lage ist die entsprechenden Aufzeichnungen schnell genug zu löschen. Wobei dann auch die Tatsache der Löschung selbst vor Gericht keinesfalls günstig aussieht...

    Hinzu kommt, dass die Aufzeichnung erst einsetzt, wenn es zu spät ist. Vielleicht mag es in Einzelfällen zur Ermittlung bei Fahrerflucht taugen (wobei man auch da Glück haben muss, dass eine Kamera trotz eines Sturzes passende Bilder aufzeichnet, die auch nicht zu sehr verwackelt sind), in vielen anderen Fällen, wäre aber interessanter, wie das Geschehen vor dem Unfall war und nicht, wie der Unfall selbst aussieht. Letzteres lässt sich üblicherweise auch aus den vorhandenen Aufprallspuren einigermaßen rekonstruieren. Eine permanente Aufzeichnung, die die bestehenden Daten regelmäßig überschreibt und nur bei einem Unfall die Daten dauerhaft belässt, wäre deutlich brauchbarer. Allerdings wird dort dann der Stromverbrauch zu hoch sein, so dass man ständig nachladen müsste...



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 27.02.13 08:33 durch Mingfu.

  2. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: Casandro 27.02.13 - 08:36

    Könnte schlimmer sein, das Teil könnte die Bilder noch ständig in die Cloud streamen. :)

  3. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: Nasenbaer 27.02.13 - 08:52

    @Mingfu

    Dem kann ich nur zustimmen. So könnte man nie rausbekommen, ob man bspw. als Fahrradfahrer über ne rote Ampel fuhr oder ob der Autofahrer keinen Schulterblick gemacht hatte.
    Ich wohne direkt an einer vielbefahreren Kreuzung und wenn ich sehe wieviele Radfahrer so ungeheuer rücksichtslos und wenig vorausschauend fahren, dann wundere ich mich warum hier eigentlich nicht wöchentlich mindestens ein Radfahrer von der Fahrbahn gekratzt wird.
    Da gibt es Radfaherer die mit 30 oder mehr auf die Kreuzung zuballern, obwohl die Rechtsabbieger ihre Spur kreuzen und man sicher nicht davon ausgehen kann, dass jeder Autoahrer den Schulterblick macht. Natürlich hat dann der Autofahrer schuld aber einem Radfahrer, erst Recht den Schlauköpfen ohne Helm, wird das nichts nützen. ;)

    @Topic
    Aber man könnte es ja auch so machen wie die meisten Überwachungskameras funktionieren: mit einer sehr geringen Bildrate, also 1-3 Bilder pro Sekunde sollten auch im Straßenverkehr reichen. Bei maximal 30 km/h sind das 2,7 m bis 8.3 m zurückgelegte Strecke zwischen den Aufnahmen. Das sollte in den meisten Fällen wohl reichen, zumal man üblicherweise höchstens 20km/h drauf hat - insbesondere im Stadtverkehr.

  4. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: M.P. 27.02.13 - 08:57

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Hälfte der Unfälle ist vom Radfahrer selbst verschuldet.

    Quelle?


    > Hinzu kommt, dass die Aufzeichnung erst einsetzt, wenn es zu spät ist.

    Das mag prinzipbedingt sein: Einen Ringpuffer, der immer die letzten Minuten vorhält, ist aufgrund des Energiebedarfs von 7 kontinuierlich laufenden Kameras schwer zu realisieren, ohne daß der Fahrradfahrer schwere Akkus mitschleppt, die dazu noch nach fast jeder Fahrt geladen werden müssen.


    Ich würde mir so etwas trotzdem nicht kaufen: Ich zweifele, daß das ohne Abstriche beim sowieso schon schwierig zu belegenden Sicherheitsgewinn eines Fahradhelmes abgeht. Eine per klick-Verschluss (wie die Tachos) am Fahrrad befestigbare Mini-Kamera, die durch den Nabendynamo gespeist kontinuierliche Aufnahmen erlaubt, könnte ich mir eher vorstellen.

  5. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: Geistesgegenwart 27.02.13 - 09:16

    Nasenbaer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich wohne direkt an einer vielbefahreren Kreuzung und wenn ich sehe
    > wieviele Radfahrer so ungeheuer rücksichtslos und wenig vorausschauend
    > fahren, dann wundere ich mich warum hier eigentlich nicht wöchentlich
    > mindestens ein Radfahrer von der Fahrbahn gekratzt wird.
    > Da gibt es Radfaherer die mit 30 oder mehr auf die Kreuzung zuballern,
    > obwohl die Rechtsabbieger ihre Spur kreuzen und man sicher nicht davon
    > ausgehen kann, dass jeder Autoahrer den Schulterblick macht.

    Oh nein, wie Rücksichtslos. Da fährt der Radfahrer also vollkommen korrekt gemäß StVO, aber weil er keine Rücksicht auf die Autos nimmt (als die viel schwächeren Verkehrsteilnehmer) hat er es ja nicht anders verdient.

    Meine Erfahrung als Radfahrer ist, dass fast immer die Autofahrer fahrlässig unterwegs sind. Da wird bei einer Straßenmündung erst mal ohne zu schauen direkt bis über den rot-markierten Radweg gebrettert, der Radfahrer kann ja - trotz Vorfahrt - bremsen. Beim Fahren aus Hinterhöfen und Parkplätzen wird auch generell erstmal bis zum Radweg gefahren und DANN erst gewartet bis der Verkehr frei. Ankommende Radfahrer haben dann zu warten, schließlich wartet man selbst auch.
    Und der fehlende Schulterblick beim Autofahrer ist sowieso Tagesordnung.

    Und dann gibts da noch die spezielle Sorte "Stressfahrer" im Feierabendverkehr die erst hupend und dann mit heulendem Motor, unter deutlicher Missachtung des seitlichen Sicherheitsabstand, an mir vorbeiziehen, weil Sie es so eilig haben und offenkundig dem Radfahrer das Recht absprechen die Straße zu benutzen (obwohl kein gekennzeichneter Radweg vorhanden).

    Ich muss als Radfahrer leider auf so deppen permanent acht geben um mich selbst zu schützen, weswegen man im Verkehr langsamer vorankommt. Natürlich gibt es auch die "Deppenradfahrer", meiner Meinung nach sind das aber Kinder- und Jugendliche, und nicht diejenigen die das Rad als Hauptfortbewegungsmittel auserkoren haben.

  6. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: Epaminaidos 27.02.13 - 09:30

    Nasenbaer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da gibt es Radfaherer die mit 30 oder mehr auf die Kreuzung zuballern,
    > obwohl die Rechtsabbieger ihre Spur kreuzen und man sicher nicht davon
    > ausgehen kann, dass jeder Autoahrer den Schulterblick macht.

    Als Angehöriger dieser Spezies muss ich ja quasi antworten :-)
    Man sieht als Radfahrer sehr gut, ob ein Autofahrer anhält oder nicht. Ungefähr einmal die Woche werde ich von einem Rechtsabbieger übersehen - und jedesmal merke ich es schon einige Sekunden vorher. Klappt jetzt seit vielen Jahren eigentlich sehr gut. Missverständnisse sind äußerst selten und normalerweise fährt man in einer missverständlichen Situation dann sowieso schon langsamer.

    Ich kenne beide Perspektiven und muss sagen, dass die Autofahrer insgesamt wesentlich weniger Rücksicht auf Fahrräder nehmen als umgekehrt.
    Mit dem Rad muss ich fast auf jeder Strecke irgeneinem Auto ausweichen, dessen Fahrer einen Fehler gemacht hat. Mit dem Auto ist mir praktisch nie ein Radfahrer im Weg, der gerade gegen die StVO verstößt.
    Ich möchte gar nichts bestreiten, dass viele Radfahrer die Verkehrsregeln doch mehr als Richtlinien betrachten. Der wesentliche Punkt ist, dass die meisten das nur tun, wenn es gerade niemanden stört - außer jemanden, der am Fenster steht und die Regeln "aus Prinzip" überwacht. Es sind nur ganz wenige Radler, die sich so daneben benehmen, dass sie andere tatsächlich behindern oder gefährden.

  7. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: Nasenbaer 27.02.13 - 09:50

    @ Geistesgegenwart
    @ Epaminaidos

    Das musste ja kommen ... Also ich bin auch Radfahrer, nutze es als primäres Fortbewegungsmittel, und habe kein Auto (aber nen Führerschein aber fahre nur gelegentlich). Mir geht es nicht darum, dass die Autofahrer nicht absolut rücksichtslos wären - sie sehen die Radfahrer scheinbar oft als wilderndes Tier, dass gejagt gehört. Aber zum Eigenen Schutz, und der sollte einem am Herzen liegen, sollte man umsichtig (nicht trantütig) fahren und mit den zahlreichen Fehlern der Autofahrer rechnen.
    Das wollte ich eigentlich damit sagen.
    Viele fahren aber sowas von entspannt, dass sie an Kreuzungen nicht gucken ob der Abbieger sie durchlassen wird und fahren gerne auch freihändig und mit Kopfhörern und machmal sogar noch mit Handy in der Hand. Die letzten 3 Exemplare haben den Unfall echt nicht anders verdient.

    Dennoch gibt es auch genügend Radfahrer, die die StVo für eine "Auto-Only-Verordnung" halten. Schätzungweise 3 von 10 Radfahrern fahren hier in die falsche Richtung. Das ist bei Autos gefährlich und andere Radfahrer wie mich zwingt man so auch zu enormer Vorsicht und bringt einen auf engen Radwegen auch in Gefahr.

  8. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: 0xDEADC0DE 27.02.13 - 09:53

    Geistesgegenwart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oh nein, wie Rücksichtslos. Da fährt der Radfahrer also vollkommen korrekt
    > gemäß StVO, aber weil er keine Rücksicht auf die Autos nimmt (als die viel
    > schwächeren Verkehrsteilnehmer) hat er es ja nicht anders verdient.

    Kennst du die Schilder "Sicher ist man nur dahinter"? Wer im Straßenverkehr nicht mitdenkt, wird halt aussortiert... ist mir selbst schon passiert.

    > Meine Erfahrung als Radfahrer ist, dass fast immer die Autofahrer
    > fahrlässig unterwegs sind. Da wird bei einer Straßenmündung erst mal ohne
    > zu schauen direkt bis über den rot-markierten Radweg gebrettert, der
    > Radfahrer kann ja - trotz Vorfahrt - bremsen. Beim Fahren aus Hinterhöfen
    > und Parkplätzen wird auch generell erstmal bis zum Radweg gefahren und DANN
    > erst gewartet bis der Verkehr frei. Ankommende Radfahrer haben dann zu
    > warten, schließlich wartet man selbst auch.

    Das ist in vielen Fällen gar nicht wahr. Baulich ist es oft so, dass man als Kraftfahrer gar nichts sehen kann, wenn man dahinter anhält. Daher muss man sich erst langsam dort hin tasten und kann dann sehen, ob überhaupt was frei ist. Und wenn du als Radfahrer damit ein Problem hast, bist du selbst deutlich zu schnell auf dem Radweg unterwegs!

    > Und der fehlende Schulterblick beim Autofahrer ist sowieso Tagesordnung.

    Stimmt leider.

    > Ich muss als Radfahrer leider auf so deppen permanent acht geben um mich
    > selbst zu schützen, weswegen man im Verkehr langsamer vorankommt. Natürlich
    > gibt es auch die "Deppenradfahrer", meiner Meinung nach sind das aber
    > Kinder- und Jugendliche, und nicht diejenigen die das Rad als
    > Hauptfortbewegungsmittel auserkoren haben.

    Da hab ich andere Erfahrungen gemacht, in Erlangen hat mir vor einer Stunde erst ein Radfaher in einer 20er Zone die Vorfahrt genommen. Er hat nicht mal Anzeichen gemacht überhaupt zu bremsen, er kann froh sein, dass ich deutlich langsamer unterwegs war, da ich mich dort gar nicht auskenne und erst selbst schaun muss, wer hier Vorfahrt hat. Und das ist in Erlangen Alltag, nicht die Ausnahme. Vom Kind bis zum Senioren sind dort Radfahrer unterwegs und permanent wird gegen die Verkehrsregeln verstoßen.

    "Deppen" sind überallunterwegs und sie bewegen sich mit allem möglichen fort. ;)

  9. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: Paritz 27.02.13 - 10:06

    > > Da gibt es Radfaherer die mit 30 oder mehr auf die Kreuzung zuballern,
    > > obwohl die Rechtsabbieger ihre Spur kreuzen und man sicher nicht davon
    > > ausgehen kann, dass jeder Autoahrer den Schulterblick macht.
    >
    > Oh nein, wie Rücksichtslos. Da fährt der Radfahrer also vollkommen korrekt
    > gemäß StVO, aber weil er keine Rücksicht auf die Autos nimmt (als die viel
    > schwächeren Verkehrsteilnehmer) hat er es ja nicht anders verdient.
    >
    > Meine Erfahrung als Radfahrer ist, dass fast immer die Autofahrer
    > fahrlässig unterwegs sind.

    usw., usw.

    Stimmt ja alles, nur kommen wir mit Auge um Auge nicht weiter. Diese Mentalität schleicht sich leicht ein.
    Ein wenig mehr Gelassenheit tut uns allen gut, egal auf wieviel Rädern oder auch ganz ohne Räder wir uns bewegen. Wenn potentiell drohende Kameras, ob nun im Helm oder auf dem Armaturenbrett dazu beitragen, wäre mir das gerade recht.

  10. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: M.P. 27.02.13 - 10:07

    0xDEADC0DE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Geistesgegenwart schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > Wer im Straßenverkehr nicht mitdenkt, wird halt aussortiert... ist mir selbst schon
    > passiert.

    Naja, wenn man sich als Autofahrer auf sein Denkvermögens nicht verlassen kann, schützt einen noch die Technik (Knautschzone, Airbag, Gurt...)

  11. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: Paritz 27.02.13 - 10:13

    > Naja, wenn man sich als Autofahrer auf sein Denkvermögens nicht verlassen
    > kann, schützt einen noch die Technik (Knautschzone, Airbag, Gurt...)

    Deswegen gibts ja auf der rechtlichen Seite die Gefährdungshaftung. Hat sich im Großen und Ganzen bewährt.

  12. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: M.P. 27.02.13 - 10:16

    Zahlt die Haftpflicht bis auf gröbste Fahrlässigkeit.
    Und macht den Radfahrer im Zweifelsfall nicht wieder lebendig...

  13. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: Epaminaidos 27.02.13 - 10:22

    Nasenbaer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > @ Geistesgegenwart
    > @ Epaminaidos
    >
    > Aber zum Eigenen Schutz, und der
    > sollte einem am Herzen liegen, sollte man umsichtig (nicht trantütig)
    > fahren und mit den zahlreichen Fehlern der Autofahrer rechnen.

    Das stimmt natürlich vollkommen und sollte von allen beachtet werden.
    Auf meinem Grabstein soll nicht stehen "Aber ich hatte Vorfahrt!".

    Deshalb immer nach außen offensiv, nach innen defensiv:
    Innerlich immer bremsbereit sein, mit den Fehlern der anderen rechnen und im Zweifel zurück stecken. Aber nach außen lasse ich mir das nicht anmerken, sonst würde ich andere Verkehrsteilnehmer geradezu dazu einladen, mir vor's Rad zu laufen.

  14. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: helgebruhn 27.02.13 - 10:39

    Geistesgegenwart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nasenbaer schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > Meine Erfahrung als Radfahrer ist, dass fast immer die Autofahrer
    > fahrlässig unterwegs sind. Da wird bei einer Straßenmündung erst mal ohne
    > zu schauen direkt bis über den rot-markierten Radweg gebrettert, der
    > Radfahrer kann ja - trotz Vorfahrt - bremsen. Beim Fahren aus Hinterhöfen
    > und Parkplätzen wird auch generell erstmal bis zum Radweg gefahren und DANN
    > erst gewartet bis der Verkehr frei. Ankommende Radfahrer haben dann zu
    > warten, schließlich wartet man selbst auch.
    > Und der fehlende Schulterblick beim Autofahrer ist sowieso Tagesordnung.

    Tut mir leid, aber das halte ich für ausgemachten Blödsinn ;-) Ich bin seit nun schon 15 Jahren glücklicher autoloser Radfahrer, fahre also ausschließlich mit dem Rad (falls ich nicht wetterbedingt auf Busse ausweiche) und habe daher schon einige Erfahrungen sammeln können, zumindest in Köln und nun seit einigen Monaten auch in Berlin.

    Und dabei kann ich behaupten, daß sich viele Radfahrer im Straßenverkehr bewegen, als haben sie ihre eigene StVO gepachtet. Die Zahl der Radfahrer, die bei roten Ampeln auch halten geht gegen Null, wenn ich da stehe sehe ich IMMER diverse Radfahrer einfach weiterfahren, vor allem wenn sie rechts abbiegen und von vorne kein Auto links rein will. Ich komme mir selbst schon öfter dumm vor, weil ich oft der einzige Radfahrer bin, der rote Ampeln zu beachten scheint.

    Und Radfahrer, die nicht auf der Straße drüberbrettern, wechseln dann zumindest rechts auf den Radweg und fahren weiter, nach dem Motto, die rote Ampel gilt ja nur für die Straße und nicht den daneben liegenden Radweg.

    Wenn ich dann mal einem besonders rücksichtslosem Vertreter hinterherschreie, schütteln die meistens verständnislos den Kopf. Fußgänger scheinen zum Teil auch Freiwild zu sein, mich wundert es überhaupt nicht, daß Radfahrer in der Öffentlichkeit so schlecht wegkommen.

    Natürlich erlebe ich auch rücksichtslose oder gedankenlose Autofahrer, vor allem früh Morgens, die noch im Halbschlaf stumpf rechts abbiegen, wenn sie grün haben auf der Abbiegespur, und dann ignorieren, daß Radfahrer und Fußgänger ja auch grün haben auf der Abbiegestraße. Aber wer als Radfahrer auf sein Recht pocht, ohne sich
    vorher zu versichern, der hat mitunter schlechte Karten.

    Und Möchtegern-Armstrongs, die trotz gut ausgebautem Radweg auf der Straße rumbrettern im T-Online-Trikot, dürfen sich auch nicht wundern, wenns mal knapp wird auf der dichtbefahrenen Straße. Soweit ich weiß ist es immer noch PFLICHT, den Radweg zu benutzen, wenn einer vorhanden ist. Ich würde das schon aus Sicherheitsgründen tun, weil ein übersehener Stein oder etwas verlorenes Getreide in der nächsten Kurve, und der "Rennfahrer" liegt auf der Straße, da bringt dann ein Helm auch wenig, wenn das Auto dahinter drüberfährt.

    > Ich muss als Radfahrer leider auf so deppen permanent acht geben um mich
    > selbst zu schützen, weswegen man im Verkehr langsamer vorankommt. Natürlich
    > gibt es auch die "Deppenradfahrer", meiner Meinung nach sind das aber
    > Kinder- und Jugendliche, und nicht diejenigen die das Rad als
    > Hauptfortbewegungsmittel auserkoren haben.

    Total verkehrt, das Gegenteil stimmt nach meiner langjährigen Erfahrung. Im Raum Köln und Berlin kann ich, ohne Witz, die Tage an einer Hand abzählen, an denen andere Radfahrer nicht einfach bei rot weiterfahren. Das geht quer durch alle Gruppen, von der Hausfrau mit gefülltem Korb am Lenker bis zum Fahrradkurier. Kinder und Jugendliche verhalten sich da erstaunlicherweise anders, wobei ich nur selten Jugendliche aufm Rad sehe, dir brettern lieber auf Mofas rum bzw. Skateboards.

  15. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: holminger 27.02.13 - 10:44

    Geistesgegenwart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nasenbaer schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > Oh nein, wie Rücksichtslos. Da fährt der Radfahrer also vollkommen korrekt
    > gemäß StVO, aber weil er keine Rücksicht auf die Autos nimmt (als die viel
    > schwächeren Verkehrsteilnehmer) hat er es ja nicht anders verdient.
    Dann lies mal bitte §1 der StvO.

    > Meine Erfahrung als Radfahrer ist, dass fast immer die Autofahrer
    > fahrlässig unterwegs sind. Da wird bei einer Straßenmündung erst mal ohne
    > zu schauen direkt bis über den rot-markierten Radweg gebrettert, der
    > Radfahrer kann ja - trotz Vorfahrt - bremsen. Beim Fahren aus Hinterhöfen
    > und Parkplätzen wird auch generell erstmal bis zum Radweg gefahren und DANN
    > erst gewartet bis der Verkehr frei. Ankommende Radfahrer haben dann zu
    > warten, schließlich wartet man selbst auch.
    > Und der fehlende Schulterblick beim Autofahrer ist sowieso Tagesordnung.
    >
    Ich bin Radfahrer und Fußgänger. Du hast auch Recht mit Deinen Schilderungen und mich nervt es als Radfahrer auch. Aber was mich als Fußgänger auch tierisch nervt, sind Radfahrer, die sich nicht anders benehmen. Gerade neulich musste ich mich auf dem Fußweg(!) von einer Radfahrerin, die auch noch in der verkehrten Richtung fuhr, als dämlicher W.chser beschimpfen lassen, weil ich die Frechheit besessen habe, mitten auf dem Fußweg zugehen.
    Da habe ich für eine Sekunde meine gute Erziehung vergessen und mit einem unflätigen Begriff geantwortet.

    Also manche Radfahrer sind auch nicht besser und die Aggressivität wird immer schlimmer.

  16. Bemerkenswert, oder?

    Autor: FaLLoC 27.02.13 - 10:46

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Hälfte der Unfälle ist vom Radfahrer selbst verschuldet.

    Genauer:
    an ca 42% der Unfälle mit Fahradbeteiligung haben Fahrradfahrer die Alleinschuld oder eine Teilschuld.
    An 58% hatte der oder die anderen Verkehrsteilnehmer die Alleinschuld. Die Fälle, wo der Gegner eine Allein- oder Teilschuld hatte, liegt entsprechend höher und dürfte so bei 70-80% liegen; da habe ich aber keine Zahlen.

    Das ist bemerkenswert wenig für den Radfahrer.

    > http://www.ace-online.de/fileadmin/user_uploads/Der_Club/Dokumente/ACE_Aktionen/2011_Bike_heroes/Fahrrad_Unfaelle_Studie.pdf

    > Man führt hier also theoretisch ein Beweismittel mit, welches
    > letztlich gegen einen selbst verwendet werden kann.

    Aber in 75% der Fälle eine Gegnerschuld nachweisen könnte.

    > ...Wobei dann auch die Tatsache der
    > Löschung selbst vor Gericht keinesfalls günstig aussieht...

    Das spielt kaum eine Rolle. Wenn der Gegner Geld will, muss er den Grund dafür nachweisen. Dabei musst Du ihm nicht helfen. Wenn Deine Aufzeichnung der einzige Beweis für Deine Schuld sind und Du sie löscht, schaut der Gegner in die Röhre.

    > Hinzu kommt, dass die Aufzeichnung erst einsetzt, wenn es zu spät ist.

    Ich vermute mal, dass die Kameras die ganze Zeit filmen, aber erst bei einem Unfall der Puffer für die letzten 10 Sekunden oder so dauerhaft gespeichert bzw. "aufgezeichnet" wird. Alles andere währe tatsächlich reichlich sinnbefreit.

    --
    FaLLoC

  17. Re: Bemerkenswert, oder?

    Autor: Sir Dragon 27.02.13 - 11:10

    FaLLoC schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich vermute mal, dass die Kameras die ganze Zeit filmen, aber erst bei
    > einem Unfall der Puffer für die letzten 10 Sekunden oder so dauerhaft
    > gespeichert bzw. "aufgezeichnet" wird. Alles andere währe tatsächlich
    > reichlich sinnbefreit.

    Das steht aber so nicht im Artikel und kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, weil der Betrieb der Kameras und das halten der Daten im Pufferspeicher ein Großteil des Stromverbrauchs darstellen würde.

    Das simple vom Puffer auf die Platte schreiben verbraucht da ja vernachlässigbar wenig strom ;)

  18. Re: Doppelte Fehlkonzeption

    Autor: Nasenbaer 27.02.13 - 11:25

    Genauso mache ich es auch. Wenn ich schon in Schrittgeschwindigkeit an die Kreuzung ranrollen würde, dann würde mich niemand durchlassen.
    Quasi genauso wie beim Fußgängerüberweg: Erst wenn man als Fußgänger den ersten Fuß drauf hat kann man heutzutage erst erwarten, dass sich jemand gemüßigt sieht anzuhalten. Hin und wieder weichen dann aber manche einfach auf die Gegenfahrbahn aus.

  19. Re: Bemerkenswert, oder?

    Autor: Mingfu 27.02.13 - 11:37

    FaLLoC schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Genauer:
    > an ca 42% der Unfälle mit Fahradbeteiligung haben Fahrradfahrer die
    > Alleinschuld oder eine Teilschuld.
    > An 58% hatte der oder die anderen Verkehrsteilnehmer die Alleinschuld. Die
    > Fälle, wo der Gegner eine Allein- oder Teilschuld hatte, liegt entsprechend
    > höher und dürfte so bei 70-80% liegen; da habe ich aber keine Zahlen.
    >
    > Das ist bemerkenswert wenig für den Radfahrer.

    Das ist falsch. Du hast leider die Studie nicht richtig gelesen. Die Studie behandelt ausschließlich schwere Radunfälle, eine Ableitung auf die Gesamtanzahl der Unfälle kannst du daraus nicht ziehen. Zweitens macht die Studie genau keine Aussagen zur Teilschuld, die du aber hineininterpretierst.

    Es gibt verschiedenste Zahlen im Netz. Im Schnitt dürfte die Schätzung von 50 % zu Lasten der Radfahrer durchaus realistisch sein.

    > Aber in 75% der Fälle eine Gegnerschuld nachweisen könnte.

    Falsch, siehe oben.

    > Das spielt kaum eine Rolle. Wenn der Gegner Geld will, muss er den Grund
    > dafür nachweisen. Dabei musst Du ihm nicht helfen. Wenn Deine Aufzeichnung
    > der einzige Beweis für Deine Schuld sind und Du sie löscht, schaut der
    > Gegner in die Röhre.

    Bei derartigen Unfällen ist das Zivilrecht erstmal nachrangig. Zunächst geht es erstmal um die strafrechtliche Beurteilung. Damit ist der Staat dein Gegner. Auch wenn du dich nicht selbst belasten musst, so kann die Vernichtung von Beweismitteln aber sehr wohl zu deinen Ungunsten ausgelegt werden. Ganz nebenbei kann man mit derartigen Aktionen sogar in Untersuchungshaft genommen werden - es bestehen dann durch die Vernichtung konkrete Anhaltspunkte für Verdunklungsgefahr. Das sollte man sich überlegen.

    Zweitens kannst du im Zivilrecht viel leichter gezwungen werden, Beweise, in deren Besitz du bist, bzw. in deren Besitz du sein müsstest, vorzulegen. Im Zivilrecht gilt - im Gegensatz zum Strafrecht - nämlicht nicht, bzw. weit eingeschränkter, dass sich niemand selbst belasten muss. Wenn der Gegner glaubhaft machen kann, dass du entsprechende Aufzeichnungen hast und das Gericht deshalb die Vorlage anordnet, dann wird die Nichtvorlage stets zu deinen Ungunsten gewertet und die Darstellung des Gegners durch das Gericht übernommen.

    > Ich vermute mal, dass die Kameras die ganze Zeit filmen, aber erst bei
    > einem Unfall der Puffer für die letzten 10 Sekunden oder so dauerhaft
    > gespeichert bzw. "aufgezeichnet" wird. Alles andere währe tatsächlich
    > reichlich sinnbefreit.

    Auch hier hast du nicht gelesen! Die Aufzeichnung setzt erst mit dem Unfallereignis (große Beschleunigungswerte) ein. Das Problem ist nämlich, dass eine ständige Aufzeichnung einen zu hohen Energiebedarf hat - hier müsste man ständig Akkus nachladen.

  20. Re: Bemerkenswert, oder?

    Autor: Anonymer Nutzer 27.02.13 - 11:40

    FaLLoC schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > > Die Hälfte der Unfälle ist vom Radfahrer selbst verschuldet.
    >
    > Genauer:
    > an ca 42% der Unfälle mit Fahradbeteiligung haben Fahrradfahrer die
    > Alleinschuld oder eine Teilschuld.
    > An 58% hatte der oder die anderen Verkehrsteilnehmer die Alleinschuld. Die
    > Fälle, wo der Gegner eine Allein- oder Teilschuld hatte, liegt entsprechend
    > höher und dürfte so bei 70-80% liegen; da habe ich aber keine Zahlen.
    >
    > Das ist bemerkenswert wenig für den Radfahrer.
    >
    > > www.ace-online.de

    Achja, Statistiken. Dass Unfälle. an denen ein Radfahrer Schuld ist seltener gemeldet werden kommt dir vielleicht nicht in den Sinn?

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    In einem neuen Update wird Microsoft das Feature Tamper Protection in Windows 10 integrieren. Dieses sperrt die Sicherheitssoftware Windows Defender vor äußeren Zugriffen durch Malware. Die Funktion kann in den Systemeinstellungen aktiviert und deaktiviert werden.

  3. Cyberangriffe: Attribution ist wie ein Indizienprozess
    Cyberangriffe
    Attribution ist wie ein Indizienprozess

    Russland hat den Bundestag gehackt! China wollte die Bayer AG ausspionieren! Bei großen Hackerangriffen ist oft der Fingerzeig auf den mutmaßlichen Täter nicht weit. Knallharte Beweise dafür gibt es selten, Hinweise sind aber kaum zu vermeiden.


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