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2.200EUR für eine Kamera mit CMOS-Sensor???

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  1. 2.200EUR für eine Kamera mit CMOS-Sensor???

    Autor: NeverDefeated 03.07.12 - 18:57

    Soo gut kann die Bildqualität ja nicht sein, wenn die Kamera einen CMOS-Sensor verwendet. Heutige CMOS-Sensoren haben den sogenannten "Rolling-Shutter-Effect", den Leute die schon länger Fotografieren sicher von ihrer analog SLR mit Schlitzverschuss kennen werden.

    Mit sowas hat man trotz kurzer Verschlusszeit selbst mit den besten Objektiven absurde Verzerrungen im Bild, wenn sich ein Motiv mal etwas schneller bewegt. Sowas ist nur etwas für Leute, die Stillleben fotografieren wollen und Filmen kann man damit erst recht vergessen. Ich habe schon Filme von CMOS-Kameras gesehen, die auf einem Stativ im Wind nur ein wenig vibrierten und dadurch ein derart in sich wabbelndes Bild erzeugten, dass das vermutlich nur jemand auf LSD so in der Wirklichkeit sehen würde. Bei Kameraschwenks "verneigen" sich bei dieser Sensorart ganze Häuserzeilen.

    Wer filmt schon nur bei Windstille mit einer auf einem Stativ still stehenden Kamera unbewegte Objekte? Schon erstaunlich, was man Leuten heutzutage für einen Mist verkaufen kann.

  2. Re: 2.200EUR für eine Kamera mit CMOS-Sensor???

    Autor: m9898 03.07.12 - 21:34

    Dafür hast du bei CCD-Sensoren relativ rucklige Aufnahmen.
    Jeder Sensortyp hat eben seine Vor und Nachteile, wobei diese bei besseren Kameras eigentlich nie wirklich spürbar werden, da der Bildprozessor betreffende Effekte fast komplett rausrechnet.

  3. Re: 2.200EUR für eine Kamera mit CMOS-Sensor???

    Autor: Der Spatz 04.07.12 - 09:44

    Ist doch Preisgünstig, so eine Canon 5DMKIII kostet nochmal 1000Euro mehr, die Canon 1er waren/sind noch teurer und wie man an den ganzen weißen Objektiven bei Sportveranstaltungen sehen kann scheinen die Fotografen komplette Idioten zu sein (Knipsen bei der Bundesliga mit CMOS - Canon hat ja bei den DSLRs nichts anderes mehr - wo wir doch wissen das CMOS nur für Architektur geeignet ist und Sport so überhaupt nicht geht).

  4. Re: 2.200EUR für eine Kamera mit CMOS-Sensor???

    Autor: NeverDefeated 05.07.12 - 14:14

    m9898 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dafür hast du bei CCD-Sensoren relativ rucklige Aufnahmen.
    > Jeder Sensortyp hat eben seine Vor und Nachteile, wobei diese bei besseren
    > Kameras eigentlich nie wirklich spürbar werden, da der Bildprozessor
    > betreffende Effekte fast komplett rausrechnet.

    Ruckelige Aufnahmen mit einer Technik, die seit Anbeginn des Videokamera-Zeitalters und u.a. auch zu Broadcast-Zwecken verwendet wurde? Wohl eher nicht.

    Ich hatte mir eine schon relativ professionelle FullHD-3CMOS-VideoCam für um die 5000EUR gekauft, weil ich als aktiver "Fun- bzw. Extremsportler" aufzeichnen wollte, was ich und meine Freunde so treiben. Die Kamera habe ich nach einem Wochenende beim windsurfen direkt wieder eingepackt und zurückgeschickt und war heilfroh, dass ich meine alte, billige CCD-Kompaktknipse mit 12x Zoom dabei hatte, die zumindest in 720p aufnehmen kann. Sonst hätte ich von dem Wochenende hauptsächlich Aufnahmen von verbogenen Windsurf-Masten bei Vorbeifahrt an auf dem Stativ befindlicher Kamera und verbogene Rotorblätter von dem Windkraftwerk auf dem Deich als Hintergrund. Das sah aus, wie ich mir die Sicht unter LSD-Einfluss vorstelle.

    Und was heisst ruckelige Aufnahmen? Wenn eine Windböe die Kamera auf dem Stativ auch nur leicht in Schwingungen versetzte (Schwingungen die meine poplige 200EUR Kompaktknipse mit ihrem optischen Bildstabilisator zu 99% nicht im Video verewigte.) hatte ich kein Zittern im Bild sondern das ganze Bild wabbelte. Zittern kann man nachträglich stabilisieren, gegen Rolling-Shutter-Wabbeln ist man komplett machtlos.

    Sie Dir mal dieses Video um die 3 Minuten Grenze herum an.

    http://vimeo.com/746718?pg=embed&sec=746718

    Das ist Rolling-Shutter-Wabbeln. Und der Typ der das aufgezeichnet hat benutzt auch keine Billigkamera und verwendete bei den Aufnahmen ein Stativ. CCDs mögen ja auch störende Effekte produzieren, wie z.B. den Smear-Effekt, der bei hellen Lichtquellen vor dunklem Hintergrund weisse senkrechte Streifen erzeugt (die sich allerdings in der Nachbearbeitung für gewöhnlich maskieren lassen), aber diese Effekte treten vielleicht bei 5% der Aufnahmen überhaupt in Erscheinung (Es sei denn man filmt nur Nachts, was ja aus mir unerklärlichen Gründen heutzutage offenbar viele tun, da sonst Funktionen wie Sonys "Nightshot" kein Kaufargument wären.). Der Rolling Shutter Effekt ist hingegen immer da, wenn sich etwas im Bild bewegt oder die Kamera bewegt wird. Selbst wenn er oft nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.

    Sieh Dir in dem Video z.B. das im Wind wiegende Gras oder das Wasser in den nicht so offensichtlich vom Rolling-Shutter-Effekt betroffenen Szenen an. Sehen diese Bewegung so in echt aus? Das ist ein Fjord und das Wasser sieht aus als wäre es ein Fluss. Ich habe tausende Stunden bei allen erdenklichen Windstärken am Wasser verbracht, aber eine Wellenbewegung wie die in dem Video auf einem Fjord oder Binnensee habe ich nie gesehen. Das sieht aus wie eine Strömung und nicht wie Windwellen.

    @Spatz
    Solange Du mit einer Canon 5DMKirgendwas nur Fotos machst, hast Du keinen Rolling-Shutter-Effekt (oder evtl. nur bei Verschlusszeiten kürzer als 1/500s), da diese Kamera meines Wissens im Fotomodus einen mechanischen Verschluss nutzt, der bei "langen" Verschlusszeiten komplett öffnet und erst bei kürzeren Verschlusszeiten als Schlitzverschluss (=Rolling-Shutter) arbeitet. Der Sensor wird im Fotomodus mit "langer" Verschlusszeit also komplett belichtet und erst nachdem der mechanische Verschluss kein Licht mehr auf den Sensor fallen lässt (und sich das Bild somit nicht mehr verändern kann) wird dieser zeilenweise ausgelesen. Da sich dadurch der Bildinhalt in der Zeit die es dauert die Zeilen auszulesen nicht mehr ändern kann, treten keine Torsionen im Bild auf.
    Wenn Dich das Klicken des Verschlusses nicht stört und Du auf die Videofunktion keinen Wert legst, dann kannst Du für "lange" Verschlusszeiten also das Geld für eine Canon 5D Mk3 ausgeben.

    Es ist heute in weiten Bereichen egal, wie teuer eine Kamera ist: Alle heutigen CMOS-Kameras im Consumer- und Prosumer-Segment haben beim Videodreh diesen Rolling-Shutter-Effekt, der auf das zeilenweise Auslesen der CMOS-Sensoren zurückzuführen ist (Ein schnell bewegtes Objekt bewegt sich in der Zeit welche die Elektronik braucht um alle Zeilen nacheinander auszulesen signifikant weiter und die letzen Zeilen zeigen das Objekt dann eben an völlig anderer Position als die ersten. Alle Zeilen zusammen werden dann als ein Bild abgespeichert. Da sind solche Darstellungsfehler unvermeidbar.).

    Es gibt inzwischen "Global-Shutter-CMOS-Bildwandler", aber die gibt es in Consumer-Kameras eben noch nicht zu kaufen, weil sie teurer in der Herstellung sind und die meisten Leute so dumm sind auch für Kameras mit dem Rolling-Shutter-CMOS tausende von Euro auszugeben.

    Wer heute richtig Geld für eine Rolling-Shutter-CMOS-Kamera hinblättert, wird in dem Moment, wo die Global-Shutter-Chips in den Consumer-Markt kommen diese Kamera nur noch für einen Spottpreis wiederverkaufen können. Also Vorsicht beim Kamerakauf. Speziell in höheren Preisregionen.

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