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Perfektionierung

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  1. Perfektionierung

    Autor: AllDayPiano 19.03.19 - 08:28

    Es geht um maximalen Ertrag. Schön zu wissen, dass die Unterhaltungsindustrie mittlerweile genauso denkt, wie die Deutsche Bank beim Verkauf fauler Kreditanleihen.

    Die folge ist aber, dass zunehmend nur absolute Erfolgsbringer entwickelt werden, und man kaum noch mut hat, neue Wege zu gehen.

    Irgendwie erinnert mich das ziemlich an die aktuellen Kinodepression. Keiner traut sich mehr etwas, jeder Film ist gleich dem anderen. Hauptsache Comicverfilmung. Mutige Filme finden sich in den Mainstream Kinos nicht mehr. Oder dem Radio. Dort das gleiche in grün.

    Will man da wirklich hin?

  2. Re: Perfektionierung

    Autor: TrollNo1 19.03.19 - 08:45

    Will man das wirklich? -> Solange die Leute die Spiele kaufen und ingame noch Geld reinbuttern, wollen sie es.

    Wird sich erst ändern, wenn mit diesen Spielen kein Geld mehr gemacht wird.

    Menschen, die mich im Internet siezen, sind mir suspekt.

  3. Re: Perfektionierung

    Autor: Dwalinn 19.03.19 - 09:34

    Die Leute geben Geld aus weil sie etwas dafür bekommen wollen. Gewinnmaximierung bedeutet also das interessanteste game zu haben. Ja ich spiele auch gerne Indie Games aber damit ist man nunmal in der Minderheit

  4. Re: Perfektionierung

    Autor: Apfelbaum 19.03.19 - 10:23

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es geht um maximalen Ertrag. Schön zu wissen, dass die
    > Unterhaltungsindustrie mittlerweile genauso denkt, wie die Deutsche Bank
    > beim Verkauf fauler Kreditanleihen.

    So hat Walt Disney auch schon gedacht.
    Selbstverständlich ist Unterhaltung in erster Linie (berechtigerweise) = Kohle und nicht der romantische Wunsch des Erschaffers, möglichst viele Kinderherzen glücklich zu machen. Ausnahmen bestätigen die Regel^^.

  5. Re: Perfektionierung

    Autor: Oktavian 19.03.19 - 11:14

    > Es geht um maximalen Ertrag. Schön zu wissen, dass die
    > Unterhaltungsindustrie mittlerweile genauso denkt, wie die Deutsche Bank
    > beim Verkauf fauler Kreditanleihen.

    So hat die Unterhaltungsindustrie schon immer gedacht, das ist nun wirklich nicht neu. Da werden schon seit Ewigkeiten halbgare Spiele verkauft, die dann in den nächsten Monaten zuende gepatcht werden. Oder das Zuendepatchen lässt man sich als DLC noch einmal bezahlen.

    Schon in der Filmindustrie zerfiel die Produktion in zwei Lager. Das eine bedient mit aufwendigen Produktionen den Massengeschmack und läuft in den großen Kinos. Dabei kommt dann Rambo 4, Rocky 23, Star Wars 7 oder Star Trek 11 raus (plus Spin Offs, Reboots, etc.). Das andere sind kleine, künstlerische Produktionen, die in Art House Kinos laufen und nie ein nennenswertes Publikum finden. Meist ist die Produktionsfirma nach dem ersten Film pleite.

    > Die folge ist aber, dass zunehmend nur absolute Erfolgsbringer entwickelt
    > werden, und man kaum noch mut hat, neue Wege zu gehen.

    Ganz normal in der Unterhaltungsindustrie schon schon seit Anbeginn des Kinos so. Nein, eigentlich schon das Varieté hat auf die immer gleichen Erfolgsrezepte gesetzt.

    In Kinos gibt es Ewig-Serien, und auch die Themen wiederholen sich ständig. Ende der 1990er kam eine Romanik-Komödie nach der anderen ins Kino. Gestartet ist das mit Pretty Woman und Dirty Dancing. Dann gab es die Serie der Katastrophen-Filme. Zur Zeit sind es Comic-Verfilmungen, vorzugsweise Superhelden. Das ganze im Wesentlichen immer mit den gleichen Schauspielern in den gleichen Rollen.

    > Irgendwie erinnert mich das ziemlich an die aktuellen Kinodepression.
    > Keiner traut sich mehr etwas, jeder Film ist gleich dem anderen. Hauptsache
    > Comicverfilmung. Mutige Filme finden sich in den Mainstream Kinos nicht
    > mehr.

    Richtig, solange, bis es wieder einen neuen Trend gibt, einen Überraschungserfolg. Mit dem Erfolg von Star Wars (4) hat nicht einmal George Lukas wirklich gerechnet. Auch die erste Romanik-Komödie war eine überraschung wie auch die erste Comic-Verfilmung. Es gab immer wieder den ersten, der einen neuen Trend setzt.

    Das Kino leidet vor allem daran, dass man heute Filme in sehr guter Qualität ziemlich zeitnah nach dem Kino-Start auch zuhause sehen kann für überschaubar viel Geld. Kostet mich ein Kino-Besuch gern 40 EUR (Karten, was zu trinken und zu essen, Parkplatz, Anreise, etc.) komm ich zuhause beim Streamer meines geringsten Misstrauens für unter 10 EUR weg. Einziger Preis dafür, ich muss halt 2 Monate warten. Kann ich verschmerzen.

    Meine Tochter ist glühender Harry-Potter Fan. Natürlich musste sie die neuen Spin Offs sehen. Aber auf die Idee, ins Kino zu gehen, kommt sie nicht. Es ist völlig klar, noch ein oder zwei Monate zu warten, dann kann sie den Film besser zuhause sehen. Und bald dann auch sooft sie möchte, wenn die BluRay etwas günstiger ist.

    Filmfans gucken Filme inzwischen zuhause. Ins Kino gehen nur noch Kino-Fans.

  6. Re: Perfektionierung

    Autor: AllDayPiano 19.03.19 - 11:38

    Wäre doch aber schön, wenn's so wäre. Dass dabei auch Geld rumkommen muss ist klar. Aber Maximalgewinn um jeden Preis?!

  7. Re: Perfektionierung

    Autor: Oktavian 19.03.19 - 11:56

    > Wäre doch aber schön, wenn's so wäre. Dass dabei auch Geld rumkommen muss
    > ist klar. Aber Maximalgewinn um jeden Preis?!

    Warum so negativ? Je genauer ein Produkt die Bedürfnisse des Kunden trifft, desto mehr ist er bereit, dafür zu zahlen. Das muss nicht für jeden individuellen Kunden gelten, aber im Durchschnitt passt die Regel gut. Wenn also ein Produkte höhere Preise verlangt und auch erzielt, dann deshalb, weil es genau das Produkt ist, was der Kunde zu diesem Preis will.

    Und wenn so ein Produkt nicht genau meine Bedürfnisse trifft, kauf ich es halt nicht, zumindest nicht zu dem Preis.

    Der Markt ist groß, riesig geradezu. Da ist für jeden was dabei. Es gibt Casual Spiele für ein paar EUR. Es gibt große Online-Spiele wie hier eben FortNite, beides nicht so mein Ding. Aber mich stören sie ja auch nicht, denn der Markt ist groß, die Anbieter vielfältig.

    Ich spiele gerne große, grafisch aufwendige Single-Player-Spiele, und sei es nun Far Cry, Assassins Creed oder Doom, ich hab noch immer was gefunden zu mir genehmen Preisen.

    Ich rege mich doch auch nicht auf über die absurden Preise eines Bugatti oder MacLaren, wenn ich weder Zielgruppe bin noch mich diese Autos sonderlich interessieren. Es gibt Massen an guten Autos, die ich viel interessanter finde.

  8. Perfektionierung ist gut

    Autor: Bouncy 19.03.19 - 15:26

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es geht um maximalen Ertrag. Schön zu wissen, dass die
    > Unterhaltungsindustrie mittlerweile genauso denkt,
    Du hast die Fettschreibung falsch gesetzt, sonst wäre es dir womöglich selbst in den Sinn gekommen: Unterhaltungsindustrie. Das ist eine industrielle Produktion von immateriellen Gütern, die sich in Nichts von der Produktion der üblichen Ware unterscheidet.
    Aber wie andere hier schon anmerkten: warum ist das schlecht? Ich will ja Industrieware, die ist grundsätzlich besser als handgemachte Ware, so drastisch das auch klingt gilt es für alles von Pullis über Pissoirs bis PCs - eine Maschine kann immer besser arbeiten als Kinderhände (wenn der Preis stimmt).
    Und das gilt auch für die Unterhaltung, wo Profit gemacht wird sind Experten am Werk die mir genau das geben können, was ich sehen\hören\besitzen\spielen will. Spielen hat nunmal keinen "echten" Sinn, so erschütternd diese Einsicht auch sein mag, man rettet nie wirklich die Welt - aber es können Leute studieren wie sie mir an den fünf Stunden in der Woche, in der ich den Controller in die Hand nehme, maximalen Spaß bereiten können. Das ist genau, was ich will...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.03.19 15:27 durch Bouncy.

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