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Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

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  1. Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: sjon 01.09.18 - 16:27

    Wer sich mal näher das Schulsystem in China anschaut erkennt schnell, woran die verbreitete Kurzsichtigkeit tatsächlich herrühren könnte. Das brutale Lern- und Prüfungssystem zwingt Kinder zu jahrelangem Büffeln. D.h. meist Auswendiglernen riesiger Stoffmengen, Hausaufgaben und Nachhilfe bis in den späten Abend. Dazu kommen wochenlange Prüfungsvorbereitungen in denen nicht selten täglich (d.h. ohne Ausnahme auch am Wochenende) bis in die Nacht gelernt wird.
    Die Kinder und Jugendlichen hängen also den Großteil ihrer Zeit über Büchern, Heften und Displays. Da wundert es wenig, dass das schon früh entsprechende folgen nach sich zieht.

    Ist auch bekannt, dass in China viel versucht wird um den Kids auch noch die kleinste mentale Fluchtmöglichkeit wegzunehmen, damit jede Minute effektiv zum Lernen verwendet wird. Spiele auf Handys sind bspw. so eine schwer zu kontrollierende Fluchtmöglichkeit. Da erscheint es mir nur naheliegend, dass das "Übel" an der Wurzel ausgerissen werden soll.

  2. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: as112 01.09.18 - 18:30

    Ich glaube du verwechselst hier China mit Japan. In China gibt es meines Wissens jede Menge ungelernte Arbeiter und insbesondere auf dem Lande nimmt man es mit der Bildung nicht so genau, weil wozu braucht man die zum Kartoffeln ernten? Mag sein, dass bei der neuen Mittelschicht die Dinge anders sind, aber dass in China generell der gleiche Drill herrscht wie in Japan, das wäre mir neu.
    China ist grob noch ein kommunistisch organisiertes Einparteien-Land und in denen war der Abschluss nie wirklich wichtig (es sei denn du wolltest in die Wissenschaft). Beziehungen um so mehr.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 01.09.18 18:33 durch as112.

  3. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: mess-with-the-best 01.09.18 - 21:29

    In China wird viel auswendig gelernt und nicht auf Verständnis. Ich würde mich hüten das selbe von Japan zu behaupten.
    Beiden wird aber viel zu viel Last auferlegt. Und was Japaner, Koreaner und jetzt auch Amerikaner und teil der Chinesen gemeinsam haben, ist eine Kultur des "im Haus bleibens". Sei es aus Angst (Amerikaner) oder wegen Videospiele und/oder Lernens.
    Unter Wissenschaftlern wird auch die Möglichkeit diskutiert, dass Naharbeit und Licht von Bildschirmen eigentlich ziemlich egal sein dürfte, jedoch die Abwesenheit von Sonnenlicht sehr problematisch sein könnte. (Das war aber, weil es problematisch ist einer Gruppe (tausenden) von Kindern den Ausgang in die Sonne zu verbieten, eine Korrelationsstudie und gefundene Resultate/Korrelationen können auch andere, nicht beachtete, Ursachen haben.)

  4. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: ferdav 01.09.18 - 22:00

    Ihr beiden habt ja scheinbar eine ungemeine Ahnung, wie das Bildungssystem in China aussieht. Der Gaokao gilt als eine der schwersten Prüfungen zum Erreichen der Hochschulreife. Da geht es nicht nur ums Pauken, sondern auch um Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten. Es ist nahezu unmöglich, den vollen Score zu bekommen, weil viele Aufgaben, vor allem im Fach Chinesisch, sehr frei formuliert sind. Wie das in Mathematik aussieht, könnt ihr euch ja selbst anschauen. Gibt vereinzelt Aufgaben, die übersetzt wurden. Viel Vergnügen beim Lösen. Das Abitur kann da beim besten Willen nicht mithalten.

    Wenn hier lapidar von Mittelstand gesprochen wird, vergisst man vielleicht, dass es sich um das bevölkerungsreichste Land der Erde handelt und der Mittelstand enorm schnell wächst. Das heißt, es gibt eine Menge Konkurrenz um die wenigen Tier1-Universitäten. Und vor allem das ist der Krux. Die Auswahl der Universität spielt eine essentielle Rolle bzgl. Ansehen und späteren Job-Aussichten. Es kommt nicht selten vor, dass die Elten ihre Wohnungen verkaufen, um mit dem Kind in eine spezielle Unterbringung zu ziehen, damit sich das Kind 24/7 aufs Lernen konzentieren kann. Bei den Dorfbewohnern, die nicht zur Mittelschicht gehören, sieht das noch extremer aus. Da legt dann das ganze Dorf zusammen, um eine Familie zu unterstützen, damit das Kind eine gute Ausbildung bekommt und den Fortbestand des Dorfes sichert.

    Es gibt genug Dokumentationen bzgl. Gaokao. Es ist nicht selten der Fall, dass das Kind lieber nach Amerika geschickt wird, weil dort das Bildungssystem nicht so rigoros ist. Von wegen nur auswendig lernen. Ich kann nur jedem raten, den ignoranten Blick auf China etwas zu schärfen, sonst wird die Verwunderung groß sein in ein paar Jährchen.

    Und zum "China ist noch kommunistisch, da ist Wissenschaft und Bildung ja eh nicht wichtig". Die CCP besteht nahezu ausschließlich aus Technokraten. Man kann ja gerne nachschauen, welche Bildungsabschlüsse die Vorsitzenden so inne haben. Im Leben der meisten Chinesen spielt Bildung (des Kindes) und der Erwerb eines Hauses für den Hukou die größte Rolle. Man könnte also kaum ferner von den Realitäten argumentieren. Die kulturelle Revolution ist schon seit ein paar Jährchen Geschichte. Ich sehe mich selten genötigt, im Forum einen Beitrag zu verfassen, aber wenn ich so etwas lese...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.09.18 22:03 durch ferdav.

  5. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: bstea 01.09.18 - 22:40

    Ich glaube du verwechselt Wissen mit geistigen Dünnschiss .
    Es gibt sehr wohl einen Zusammenhang zwischen schlechten Augen und dem Lernstress in der Schule. Siehe Link:
    https://www.ardmediathek.de/tv/Weltspiegel/Taiwan-Lernen-bis-die-Augen-streiken/Das-Erste/Video?bcastId=329478&documentId=54840168

    --
    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

  6. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: ferdav 01.09.18 - 23:11

    bstea schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube du verwechselt Wissen mit geistigen Dünnschiss .

    In dem Bereich kennen Sie sich wohl blendend aus.

    Dass das exzessive Lernen Einfluss auf die Sehfähigkeit haben kann, habe ich nie in Abrede gestellt. Dass dafür aber die chinesischen Schriftzeichen, die seit Jahrtausenden bestehen, Schuld dafür sind, weil sie für ein westliches Fernseh-Team zu komplex sind, wage ich einmal anzuzweifeln...

  7. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: Umaru 01.09.18 - 23:18

    Wenn ich mir unsere Schüler so ansehe ... ein bisschen mehr Disziplin könnte nicht schaden. Ich wette, in China hat noch niemand darüber diskutiert, ob Ke vin Xiao nach seinem Tobsuchtanfall endlich vor die Tür geht oder nicht ... ich war auch nicht besser, ich habe mir oft einen Spaß daraus gemacht, Lehrer zur Weißglut zu bringen. Wobei "blöde Fotze" habe ich die noch nicht genannt. Wohlgemerkt, das sind Erlebnisse aus der Fachoberschule. Da waren manche schon volljährig (und konnten kaum lesen - wie das funktioniert, ist mir ein Rätsel). Wenn wir wenigstens Schuluniformen hätten. Wobei, dann hätte ich nur die Mädchen angeglotzt. Ob es mittlerweile gendergerechte lange Hosen in Japan gibt?

    Ah, nette Anekdote: Als meine Mutter mal in die Schule zitiert wurde wegen meines Verhaltens, lachte sie noch stundenlang darüber, dass man auf ihren Vorschlag, mich einfach in der Ecke stehen zu lassen wie zu ihrer Schulzeit, erwiderte, dass man dann Ärger mit der Leitung bekomme.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 01.09.18 23:21 durch Umaru.

  8. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: gutenmorgen123 01.09.18 - 23:39

    ferdav schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ihr beiden habt ja scheinbar eine ungemeine Ahnung, wie das Bildungssystem
    > in China aussieht. Der Gaokao gilt als eine der schwersten Prüfungen zum
    > Erreichen der Hochschulreife. Da geht es nicht nur ums Pauken, sondern auch
    > um Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten. Es ist nahezu unmöglich, den
    > vollen Score zu bekommen, weil viele Aufgaben, vor allem im Fach
    > Chinesisch, sehr frei formuliert sind. Wie das in Mathematik aussieht,
    > könnt ihr euch ja selbst anschauen. Gibt vereinzelt Aufgaben, die übersetzt
    > wurden. Viel Vergnügen beim Lösen. Das Abitur kann da beim besten Willen
    > nicht mithalten.

    Und trotz dieser angeblichen Überlegenheit sind die Chinesischen Schulabgänger keinen Teufel wert und das Know-how muss weiterhin teuer importiert werden. Und das Beste - wenn es eingekauft wurde, sind sie nicht im Stande, dieses Wissen zu nutzen. Dazu muss man dann wiederum ausländische Vorarbeiter und Qualitätsmanager ins Land holen.

    Egal was in Chinas Schulen auch abgeht, irgend etwas läuft gewaltig schief.

  9. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: Umaru 01.09.18 - 23:52

    gutenmorgen123 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und trotz dieser angeblichen Überlegenheit sind die Chinesischen
    > Schulabgänger keinen Teufel wert und das Know-how muss weiterhin teuer
    > importiert werden.

    Ich schreibe diese Zeilen auf mindestens 50 % China aus einem Zimmer mit mindestens 70 % China. Ich denke, diese Überheblichkeit ist nicht mehr angebracht. So hat Japan doch auch angefangen: Billige Kopien, bis sie uns völlig überlegen waren. Ich sage nur Canon, made in Japan steht drauf, und das Ding ist mir 2 Meter runtergefallen und funktioniert noch!

  10. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: ferdav 02.09.18 - 11:00

    gutenmorgen123 schrieb:
    > Und trotz dieser angeblichen Überlegenheit sind die Chinesischen
    > Schulabgänger keinen Teufel wert und das Know-how muss weiterhin teuer
    > importiert werden. Und das Beste - wenn es eingekauft wurde, sind sie nicht
    > im Stande, dieses Wissen zu nutzen. Dazu muss man dann wiederum
    > ausländische Vorarbeiter und Qualitätsmanager ins Land holen.
    >
    > Egal was in Chinas Schulen auch abgeht, irgend etwas läuft gewaltig schief.

    Sie stehen aber auf einem hohen Ross. Schauen Sie doch mal bei Gelegenheit nach, welche Bedeutung "Made in Germany" initial hatte. China hat sich seit der Öffnung enorm gemausert. Wo würden Sie denn als Universitätsabgänger anfangen, wenn Ihre Aufgabe wäre, ein konkurrenzfähiges Auto aus dem Nichts zu Stampfen. Natürlich braucht man dafür Know How, wenn andere (westliche) Unternehmen einen Technologievorsprung von einigen Jahrzehnten haben. Das heißt aber nicht, dass das ewig so weitergehen wird. Das war bei Deutschland nicht der Fall, bei Japan nicht und das ist bei China auch jetzt im Umschwung. Man musste einfach irgendwie gleichziehen, und jetzt sind westliche Unternehmen schon schwer imstande mit der Konkurrenz zu überleben, sei es Solarbranche oder was auch immer. Die Autos dort werden auch immer besser, auch wenn da der Abstand zu hier etablierten Wagen etwas größer ist, als in anderen Feldern.

  11. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: conker 02.09.18 - 11:11

    ferdav schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ihr beiden habt ja scheinbar eine ungemeine Ahnung, wie das Bildungssystem
    > in China aussieht.

    .... Ich sehe mich selten genötigt, im
    > Forum einen Beitrag zu verfassen, aber wenn ich so etwas lese...

    Hey, super Beitrag. Danke, dass du mal einige Fakten auf den Tisch legst.
    Ich bin auch der Meinung, dass wir die Chinesen absolut unterschätzen.
    Bei uns im Großkonzern war mal der Chef von Asia-Pacific zu Besuch und hat mal von den Aktivitäten vor Ort berichtet.
    Das ist nicht die 9 to 5 Welt wie wir sie hier haben.

    Apropos kommunistisches System: Den Punkt mit den Technokraten kann ich bestätigen. Die 5-Jahres-Pläne der Regierung sind mit den top Hochschulen zusammen ausgearbeitet und haben "Hand und Fuß".
    Während bei uns der Juncker umhertorckelt und man immer noch nicht weiß, ob es nun krankheits- oder alkoholbedingt ist (SCNR :P)
    Klar, China ist noch deutlich autoritäter und die Menschen haben viel weniger Freiheiten im Vergleich zu uns. Aber wir machen auch gefühlt alles, um unsere Freiheiten loszuwerden ...
    Ich sage nicht, dass da alles rosig ist bei denen, es gibt auch nette YT channels, die vor Ort einfach mal erzählen (z.b. serpentza).

    Und ob deren Schulsystem wirklich das beste aktuell ist, kann man auch bezweifeln. Ich sehe es absolut kritisch, wenn Kinder zum sturen Auswendiglernen genötigt werden. Das bringt ABSOLUT NICHTS. (Unser System hat diese Elemente aber auch).
    Bei uns geht es gleichzeitig auch den Berg ab, definitiv. Habe erst letztens - Unser Schulsystem ist Mist! | Harald Lesch - geschaut. TOP Video und die Kritik ist absolut angebracht ! ( https://www.youtube.com/watch?v=-q0Sm8Kldn0 )

    Amerika hat Dland leider bei der IT abgehängt.
    Jetzt wo der Verbrennungsmotor in absehbarer Zeit zurückgehen wird, werden wir wahrscheinlich auch bei der Elektromobilität, Solar & Akkutechnik von den Chinesen abgehängt.
    Die überspringen nämlich den Verbrenner einfach, und investieren massiv in die neuen Bereiche.

    Und dann ist halt die Frage, mit was setzen wir uns dann noch ab, sowohl in Dland als auch - größer gedacht - in Europa ? (Ich will uns nicht schlecht reden, aber kritisch hinterfragen sollten wir uns schon.)

  12. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: gutenmorgen123 02.09.18 - 13:43

    ferdav schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sie stehen aber auf einem hohen Ross.
    Ich glaube kaum

    > Schauen Sie doch mal bei Gelegenheit
    > nach, welche Bedeutung "Made in Germany" initial hatte. China hat sich seit
    > der Öffnung enorm gemausert.
    Welche Bedeutung hat denn „Made in China“ sofern die Produkte nicht strengstens von Ausländischen Firmen Geplant und die Produktion überwacht wurde?
    Die selbe wie sie immer hatte, was gleichbedeutend mit „nicht zu gebrauchen“ ist.

    Und das wird sich WEGEN des Schul- und Erziehungssystems in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Die Leute werden auf auswändig lernen und Gehorsamkeit getrimmt und sollen möglichst keine Eigenständige Gedanken entwickeln. Und deswegen wird kopiert.

    > und das ist bei China auch jetzt im Umschwung.
    China ist seit 30 Jahren im Umschwung... Seit 30 Jahren wird gejammert, dass uns China überholt... aber die Leute wollen nicht sehen, dass trotz der 24/7/365-Mentalität das Autoritäre System und die Erziehung der Bürger für eben dieses das Überholen verhindert.

    > Man musste einfach irgendwie gleichziehen, und jetzt
    > sind westliche Unternehmen schon schwer imstande mit der Konkurrenz zu
    > überleben, sei es Solarbranche oder was auch immer.
    Gerade die Solarbranche ist ein wunderbares Gegenbeispiel. Das Know-how kommt zu 100% aus dem Ausland und die Produktion muss staatlich enorm subventioniert werden um der Konkurrenz überlegen zu sein.

    > Die Autos dort werden
    > auch immer besser, auch wenn da der Abstand zu hier etablierten Wagen etwas
    > größer ist, als in anderen Feldern.
    Und noch ein wunderbares Beispiel. Wärend Japan längst mit deutschen Autobauern gleichgezogen ist, bzw. diese teils überholt hat, ist China trotz der Wirtschaftskraft, trotz der Subventionen, trotz dem Jahrzehntelangen ausländischen Know-how und vor allem trotz dem Protektionismus qualitativ auch nur annähernd an einen Dacia ranzukommen.

    „China wird uns noch überholen“
    Davor komnte man vor 20 Jahren Angst haben, aber sie haben es bis heute nicht geschafft.
    Und jetzt versuchen sie ihre Probleme mit Einkaufstouren im Ausland zu lösen...

  13. Re: Schulsystem wohl der weit bedeutenderer Faktor

    Autor: ferdav 02.09.18 - 17:47

    gutenmorgen123 schrieb:

    > Siehe oben

    Das wird dann jetzt mein letzter Post, ist ja OT und die Meinungen sind ja ohnehin gespalten.

    Es ist eben nicht jeder Bereich, indem man westliche Koorporationen benötigt. Hauptsächlich Bereiche des Maschinenbaus. Die Internetunternehmen von Jack Ma (Alibaba, Taobao), Huawei, Xiaomi, Tencent behaupten sich auch so ganz ordentlich und das nicht nur im eigenen Markt.

    Innovation stand bis vor kurzem einfach auch nicht auf der Agenda, das hat erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.

    Dass man dort nur strikt kopiert, weil man nur auf Gehorsam getrimmt wird und nur auswendig lernt, dürfen sich alle ostasiatischen Länder anhören. Das hat man auch über Südkorea und Japan gesagt. Ich möchte mal gerne wissen, inwieweit das hiesige Bildungssystem besser ist und mehr auf Verständnis setzt. Im Matheabitur kann man schön Formeln auswendig lernen und mit einem begrenzten Verständnis eine gute Note einfahren. Das würde ich von dem Mathe-"Abitur" in China nicht behaupten. Und da habe ich mir einige Prüfungen zu angesehen. Dort geht es viel öfter um Beweisführung, wie ich sie eher aus der Mathematik an der Universität kenne.

    Staatliche Subventionierung kennt nicht nur China, sondern ist auch sehr beliebt in der EU. Der chinesischen Regierung einen Strick daraus zu drehen, dass man in Zukunftstechnologien investiert... Aber gut, dass der Staat mal Geld in die Hand nimmt, ist man in der Tat selten gewohnt in Deutschland, wenn es um technischen Fortschritt geht.

    Japan hat seine Industrialisierung auch etwas früher nach dem 2. Weltkrieg hochgefahren, als China. Da liegen fast 25 Jahre dazwischen.

    Zur Autobranche. Der chin. Automarkt ist auch eben ein anderer, als hier. Der Mittelstand wächst zwar, das heißt aber nicht, dass Mittelstand China = Mittelstand Deutschland in Bezug auf Kaufkraft. Da müssen die Fahrzeuge eben um einige Größenordnungen günstiger sein. Und einen Mercedes SUV für 10.000 Euro gibt es hier auch nicht zu kaufen. Man muss da einfach Abstriche in Kauf nehmen.

    Die Chinesen können das mit dem Automobil einfach abwarten, bis der Verbrenner stirbt bzw. verboten wird. BYD ist bereits der führende Hersteller von Elektrischen Antrieben. (Busse, Autos,...) Gerade was Elektronik angeht können wenige mit den Unternehmen in Shenzhen mithalten.

    Nicht alles, was glänzt ist Gold. China hat seine massiven Probleme, die sehe ich auch. Aus meiner Sicht wird aber mit zu großen Vereinfachungen das Potential Chinas kleingeredet. Das schadet im Endeffekt weniger China, als den Leuten, die von den neuen Realitäten überrannt werden. In der Tat war es auch lange genug Usus der chin. Regierung selbst sich kleinzuhalten, um ungestört Wachsen zu können.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.09.18 17:47 durch ferdav.

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