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  5. › CD Projekt Red: So spielt sich Cyberpunk…

William Gibson

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  1. William Gibson

    Autor: KlOis 13.06.18 - 09:14

    Na einwas haben die Neuromancer Triologie und Cyperpunk jetzt schon gemeinsam:
    beide sind sehr deteilreich beschrieben bzw. animiert. Implantate spielen ja auch in beiden eine große Rolle. Case war im Buch ja auch eine art Söldner. William Gibson bezog sich ja exklusiv nur auf den Trailer. Ich als Fan von Gibson hoffe und glaube an CD Projekt und hoffe das auch ein Gibson am Ende begeistert ist.

  2. Re: William Gibson

    Autor: gadthrawn 13.06.18 - 09:55

    KlOis schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Na einwas haben die Neuromancer Triologie und Cyperpunk jetzt schon
    > gemeinsam:
    > beide sind sehr deteilreich beschrieben bzw. animiert. Implantate spielen
    > ja auch in beiden eine große Rolle. Case war im Buch ja auch eine art
    > Söldner. William Gibson bezog sich ja exklusiv nur auf den Trailer. Ich als
    > Fan von Gibson hoffe und glaube an CD Projekt und hoffe das auch ein Gibson
    > am Ende begeistert ist.

    Ich bin bei Aussagen von Autoren sehr skeptisch. Andrzej Sapkowski mag ja die Witcher-Spiele auch nicht.
    Wenn Autoren in die Entwicklung beratend eingebunden werden, scheint es Ihnen besser zu gefallen, siehe Terry Pratchett.
    Aber wenn es nur auf einer Idee oder Figur von ihnen basiert, dann schienen sie sehr kritisch zu werden...

  3. Re: William Gibson

    Autor: KlOis 13.06.18 - 09:59

    ja das ist gut Möglich, dass es eher der Ärger ist, nicht am Projekt beteiligt gewesen zu sein.

  4. Re: William Gibson

    Autor: emuuu 13.06.18 - 10:00

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > KlOis schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Na einwas haben die Neuromancer Triologie und Cyperpunk jetzt schon
    > > gemeinsam:
    > > beide sind sehr deteilreich beschrieben bzw. animiert. Implantate
    > spielen
    > > ja auch in beiden eine große Rolle. Case war im Buch ja auch eine art
    > > Söldner. William Gibson bezog sich ja exklusiv nur auf den Trailer. Ich
    > als
    > > Fan von Gibson hoffe und glaube an CD Projekt und hoffe das auch ein
    > Gibson
    > > am Ende begeistert ist.
    >
    > Ich bin bei Aussagen von Autoren sehr skeptisch. Andrzej Sapkowski mag ja
    > die Witcher-Spiele auch nicht.
    > Wenn Autoren in die Entwicklung beratend eingebunden werden, scheint es
    > Ihnen besser zu gefallen, siehe Terry Pratchett.
    > Aber wenn es nur auf einer Idee oder Figur von ihnen basiert, dann schienen
    > sie sehr kritisch zu werden...

    Ist bei Sapkowski aber ein Sonderfall, da er nach eigener Aussage noch nie ein Computerspiel gespielt hat. Insofern findet er das Medium an sich blöd und nicht so sehr die Witcherspiele selbst (das Lizenzgeld nimmt er wohl trotzdem gerne lulz).

  5. Re: William Gibson

    Autor: theFiend 13.06.18 - 10:16

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wenn Autoren in die Entwicklung beratend eingebunden werden, scheint es
    > Ihnen besser zu gefallen, siehe Terry Pratchett.
    > Aber wenn es nur auf einer Idee oder Figur von ihnen basiert, dann schienen
    > sie sehr kritisch zu werden...

    Wobei man halt schlicht sagen muss, das Gibson weder "Erfinder" des Cyberpunk ist, wie gerne behauptet wird, noch direkt Autor von Cyberpunk 2022 ist.

    Seine Kritik auf den Trailer hin kann ich zwar durchaus nachvollziehen, denn auch für mich wirkt die dort gezeigte Welt etwas zu "freundlich" und "aufgeräumt", aber der Trailer gibt halt auch nur einen sehr kurzen Einblick in das Ganze.

  6. Re: William Gibson

    Autor: Muhaha 13.06.18 - 10:23

    KlOis schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ja das ist gut Möglich, dass es eher der Ärger ist, nicht am Projekt
    > beteiligt gewesen zu sein.

    Wieso sollte Gibson denken an dem Projekt beteiligt zu werden?

    Sein Tweet klingt auch nicht verärgert, sonder eher etwas skeptisch bezogen auf den Trailer. Weiß also nicht, warum man deswegen ein Faß aufmachen muss.

  7. Re: William Gibson

    Autor: KlOis 13.06.18 - 10:38

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > KlOis schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > ja das ist gut Möglich, dass es eher der Ärger ist, nicht am Projekt
    > > beteiligt gewesen zu sein.
    >
    > Wieso sollte Gibson denken an dem Projekt beteiligt zu werden?
    >
    Vielleicht weil er sich als Erfinder sieht.

    > Sein Tweet klingt auch nicht verärgert, sonder eher etwas skeptisch bezogen
    > auf den Trailer. Weiß also nicht, warum man deswegen ein Faß aufmachen
    > muss.
    kein Faß, aber man kann ja drüber reden. Recht hast du, skeptisch ist das passende Wort

  8. Re: William Gibson

    Autor: III 13.06.18 - 10:45

    emuuu schrieb:

    > Ist bei Sapkowski aber ein Sonderfall, da er nach eigener Aussage noch nie
    > ein Computerspiel gespielt hat. Insofern findet er das Medium an sich blöd
    > und nicht so sehr die Witcherspiele selbst (das Lizenzgeld nimmt er wohl
    > trotzdem gerne lulz).

    Hab irgendwo mal gelesen, dass er die Lizenzen viel zu günstig abgegeben hat. Er hofft jetzt wohl eher auf die Serie....

  9. Re: William Gibson

    Autor: theFiend 13.06.18 - 10:48

    KlOis schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > > Wieso sollte Gibson denken an dem Projekt beteiligt zu werden?
    > >
    > Vielleicht weil er sich als Erfinder sieht.

    Für so vermessen würde ich Gibson kaum halten. Man kann ihn aber zu einem derjenigen zählen die die Vorstellung von Cyberpunk geprägt haben, und insofern steht es ihm halt auch schlicht mal zu in einem Tweet zu sagen, das er da eine "andere" Vorstellung hat.
    Sollte man aber halt schlicht auch nicht überbewerten.

    Der Trailer ist halt weniger "düster" als Cyberpunk in vielen Köpfen ist. Die Stadt wirkt nicht unbedingt wie ein "Moloch", sondern im ersten Moment wie "sunny california 2077"...

  10. Re: William Gibson

    Autor: Muhaha 13.06.18 - 10:58

    theFiend schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Der Trailer ist halt weniger "düster" als Cyberpunk in vielen Köpfen ist.
    > Die Stadt wirkt nicht unbedingt wie ein "Moloch", sondern im ersten Moment
    > wie "sunny california 2077"...

    Wobei die Vorstellung, dass eine Cyberpunk-Stadt immer nur als "Moloch" zu visualisieren sei, erst in den letzten Jahren entstanden ist. Vor allem Blade Runner, der ja selbst mit Cyberpunk nichts zu tun hat, wurde hier als optische Anregung verwendet. Schaut man sich Ghost in the Shell oder Johnny Mnemonic an, so gibt es auch hier keine düsteren "Moloche". Diese Gleichsetzung erfolgte erst sehr viel später, weil man Cyberpunk vielfach als Synonym für technische Apokalypse und Gesellschaften kurz vor dem Exitus jeglicher Zivilisation mißverstanden wurde.

  11. Re: William Gibson

    Autor: Muhaha 13.06.18 - 11:04

    III schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Hab irgendwo mal gelesen, dass er die Lizenzen viel zu günstig abgegeben
    > hat.

    Japp. Das hat ihn verständlicherweise geärgert. Und zwar hat er sich über SICH geärgert, weil er die Sache damals falsch eingeschätzt hatte. Er hat niemals Unmut über die Spiele selbst geäussert, die haben ihn einfach nicht interessiert.

    Aber die vielen Fans der Videospiele, die ihn mit Fragen zur Handlung der Videospiele bombardiert haben, die keine seiner Hexer-Bücher gelesen hatten, die sind ihm wohl auf den Sack gegangen. Würde mir als Autor ebenso auf den Sack gehen :)

  12. Re: William Gibson

    Autor: ghj 13.06.18 - 11:04

    Wirkt nicht wie 2077 also 60 Jahre in der Zukunft sondern vielleicht 10-20 Jahre in der Zukunft dazu das Sunnshine California Feeling der GTA Serie... mal schauen aber soweit gebe ich Gibson recht.

    Die Serie Altered Carbon hat fuer mich die richtige Stimmung, Grundsetting fuer solch ein Cyberpunkspiel



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 13.06.18 11:07 durch ghj.

  13. Re: William Gibson

    Autor: KlOis 13.06.18 - 11:17

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > theFiend schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Der Trailer ist halt weniger "düster" als Cyberpunk in vielen Köpfen
    > ist.
    > > Die Stadt wirkt nicht unbedingt wie ein "Moloch", sondern im ersten
    > Moment
    > > wie "sunny california 2077"...
    >
    > Wobei die Vorstellung, dass eine Cyberpunk-Stadt immer nur als "Moloch" zu
    > visualisieren sei, erst in den letzten Jahren entstanden ist. Vor allem
    > Blade Runner, der ja selbst mit Cyberpunk nichts zu tun hat, wurde hier als
    > optische Anregung verwendet. Schaut man sich Ghost in the Shell oder Johnny
    > Mnemonic an, so gibt es auch hier keine düsteren "Moloche". Diese
    > Gleichsetzung erfolgte erst sehr viel später, weil man Cyberpunk vielfach
    > als Synonym für technische Apokalypse und Gesellschaften kurz vor dem
    > Exitus jeglicher Zivilisation mißverstanden wurde.

    also Blade Runner ist ja auch aus den 80igern, nur mal so, nicht erst aus den letzten Jahren.
    Das Cyberpunk dystobischer SiFi darstellt war schon immer so. Ist quasi seine Definition. Was aber aber einen Platz/Zeit zu einem unbeliebten Gebiet macht ist natürlich interpretierbar. Kann quasi der Ort, die Lebensumstände und die Bewohner ausmachen. Ghost in the Shell ist sicher nicht ansatzweise so düster gezeichnet wie manch andere Genre Vertreter, aber dennoch zeigt es eine eher düstere Zukunft. Setzt sich mit den Fragen der Menschlichkeit auseinander.
    Eine Dystopie kann Night City bei gezeigtem Trailer ja noch immer werden.

  14. Re: William Gibson

    Autor: theFiend 13.06.18 - 11:32

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wobei die Vorstellung, dass eine Cyberpunk-Stadt immer nur als "Moloch" zu
    > visualisieren sei, erst in den letzten Jahren entstanden ist. Vor allem
    > Blade Runner, der ja selbst mit Cyberpunk nichts zu tun hat, wurde hier als
    > optische Anregung verwendet. Schaut man sich Ghost in the Shell oder Johnny
    > Mnemonic an, so gibt es auch hier keine düsteren "Moloche". Diese
    > Gleichsetzung erfolgte erst sehr viel später, weil man Cyberpunk vielfach
    > als Synonym für technische Apokalypse und Gesellschaften kurz vor dem
    > Exitus jeglicher Zivilisation mißverstanden wurde.

    Naja, BladeRunner ist 2 Jahre vor Neuromancer erschienen, und hat im Bezug auf das dahinter stehende Originalwerk durchaus viel Cyberpunkt Setting Bezüge. Und sowohl Ghost in the Shell als auch Johnny Mnemonic sind durchaus SEHR düster in ihrer Umsetzung. Bei Ghost in the Shell wirkt die Stadt immer riesig, mit gigantischen Hochhäusern und eher dunklen slumartigen Lebenswelten für die "normalbewohner".
    Bei Johnny Mnemonic geht es sogar noch dreckiger zu, wobei hier halt viel auch der eh... "billigen" filmischen Umsetzung geschuldet ist.

    Ich bin da jetzt auch nicht auf ein durchgehendes "night" Setting fixiert, aber Cyberpunk ist halt per definition eine Dystopie. Das kann im eigentlichen Spiel dann schon so rüberkommen, im Trailer aber irgendwie überhaupt nicht. Die ganze Stimmung da ist eher locker und von diesem Kalifornia Lifestyle geprägt, und das irritiert halt ein bisschen, weil man (ich) klar eine andere Erwartungshaltung hat, insbesondere im Hinblick auf den allerersten teaser-trailer von vor 3 ? Jahren...

  15. Re: William Gibson

    Autor: Muhaha 13.06.18 - 11:39

    KlOis schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > also Blade Runner ist ja auch aus den 80igern, nur mal so, nicht erst aus
    > den letzten Jahren.

    Ich weiß. Deswegen schrieb ich ja auch, dass man das Art Design von Blade Runner, obwohl der Film mit Cyberpunk nix am Hut hat, eines Tages als Synonym für Cyberpunk verstanden hatte. Selbst das Shadowrun-P&P, welches in den 90ern entstand, kannte nicht nur düstere, verfallene Gassen, sondern auch da wurden, trotz des großen Chaos durch das Erwachen der Magie, immer wieder ganz normale, fast schon friedliche Szenarien in Städten und der freien Natur gezeigt.

    > Das Cyberpunk dystobischer SiFi darstellt war schon immer so.

    Nein. DAS ist nämlich das große Mißverständnis. Lies mal die Cyberpunk-Klassiker von Mitte der 80er bis Ende der 90er. Da kann (!) Dystopie ein mögliches Setting sein, aber weder Neuromancer, noch Snow Crash, die beiden wichtigsten Romane aus diesem Genre, sind dystopisch. Sie schildern einfach nur eine Welt, in der bestimmte technische Entwicklungen zu bestimmten gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen geführt haben.

    Sicher, man kann den in diesen Romanen oft geschilderten Niedergang der einstigen (heute aktuellen) Führungsmächte als Dystopie bezeichnen, aber die Bewohner der Boomregionen in diesen Romanen sehen ihre Welt ganz anders :)

    > Ist quasi seine Definition.

    Nö. Ganz und gar nicht. Das hat sich erst später heimlich eingeschlichen und nun denkt jeder, der von Cyberpunk keine Ahnung hat, dass Cyperpunk dystopisch sei, weil aktuelle Filmemacher und Autoren Cyberpunk nur noch in einem dystopischen Setting verwenden.

    > Was aber aber einen Platz/Zeit zu einem unbeliebten
    > Gebiet macht ist natürlich interpretierbar. Kann quasi der Ort, die
    > Lebensumstände und die Bewohner ausmachen. Ghost in the Shell ist sicher
    > nicht ansatzweise so düster gezeichnet wie manch andere Genre Vertreter,
    > aber dennoch zeigt es eine eher düstere Zukunft.

    Nein. Ein weiteres Mißverständnis. Ghost in the Shell ist nicht düster. Es gibt eine funktionierende Gesellschaft mit vielen, vielen Menschen, die einfach nur friedlich ihrem Tagwerk nachgehen. Es gibt funktionierende gesellschaftliche und staatliche Institutionen. Es gibt Normalität und Abgründe, so wie heute auch. Bezogen auf die Technik zeichnet sich GitS durch den typisch japanischen Pragmatismus aus. Ja, man kann die neue Technik mißbrauchen (Konzerne & Puppet Master), man kann sie aber auch positiv einsetzen, sie ist nützlich (der Major, Batou).

    > Setzt sich mit den Fragen
    > der Menschlichkeit auseinander.

    Japp. Aber das macht den Film nicht zu einer Dystopie :)

  16. Re: William Gibson

    Autor: Muhaha 13.06.18 - 11:48

    theFiend schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich bin da jetzt auch nicht auf ein durchgehendes "night" Setting fixiert,
    > aber Cyberpunk ist halt per definition eine Dystopie.

    Dazu habe ich im anderen Beitrag schon viel geschrieben: Nein, ganz und gar nicht. Neuromancer ist keine Dystopie, Snow Crash ist keine Dystopie. GitH, Mnemonic sind keine Dystopien. Nur weil man nicht immer nur die schöne Fassade zeigt, sondern auch die schmutzigen Hinterhöfe, macht das aus einer Geschichte noch lange keine Dystopie. Gerade Neal Stephenson beschreibt gerne Gesellschaften, die auf uns nur deswegen "dystopisch" wirken, weil er sie auf der Basis neuer Technologien konsequent zu Ende denkt und sie deswegen sehr, sehr fremdartig auf uns wirken, die Personen in den Romanen das aber als ganz normalen Alltag wahrnehmen.

    Sogar Altered Carbon ist keine Dystopie, sondern zeigt einfach nur eine für uns recht fremdartige Welt, in der es aber genug Menschen gibt, die hier ganz friedlich ihr Leben leben.

    Dass der jetzige Trailer sich atmosphärisch vom damaligen Teaser unterscheidet ... gar keine Frage, da hast Du recht. Ich denke, dass dieser Stimmungswechsel so manchen verwirrt. Mit "Cyberpunk hat düster zu sein" hat das aber nix zu tun, weil Cyberpunk eben NICHT per se düster ist.

  17. Re: William Gibson

    Autor: theFiend 13.06.18 - 11:48

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > > Ist quasi seine Definition.
    >
    > Nö. Ganz und gar nicht. Das hat sich erst später heimlich eingeschlichen
    > und nun denkt jeder, der von Cyberpunk keine Ahnung hat, dass Cyperpunk
    > dystopisch sei, weil aktuelle Filmemacher und Autoren Cyberpunk nur noch in
    > einem dystopischen Setting verwenden.

    Ich glaub im Gegenzug das du "dystopie" zu eingeengt siehst. Klar ist Cyberpunk fast immer eine Dystopie, denn eine der ganz wesentlichen Elemente ist die Tatsache das die Herrschafts- und Führungssysteme komplett im Kapitalismus aufgegangen sind, und ein Großteil der Menschen in extremen Abhängigkeitsverhältnissen zu ihren Arbeitgebern leben, oder eben wie die Ratten leben, so sie keine Arbeit haben.
    Das ist übrigens schon eingangs von Neuromancer ein Kernelement aus dem sich die Story entwickelt.

    Für viele fällt eben das unter Dystopie... ;)
    Cyberpunk ist als solches eben nicht nur der technische Fortschritt in einer relativ nahen Zukunft, sonst wäre ja alles was das Thema behandelt Cyberpunk...

  18. Re: William Gibson

    Autor: theFiend 13.06.18 - 11:58

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Sogar Altered Carbon ist keine Dystopie, sondern zeigt einfach nur eine für
    > uns recht fremdartige Welt, in der es aber genug Menschen gibt, die hier
    > ganz friedlich ihr Leben leben.

    Das es "friedliche" Menschen gibt, sagt über die Dystopie nichts aus. Im wesentlichen beischreibt eine Dystopie ja nur einen Zustand der Menschheit, der offensichtlich auf ein negatives Ende dieser zuläuft. Und das ist in so gut wie ALLEN Büchern zum Thema ein wesentliches Element.
    Ein wesentliches Kernthema ist dabei immer wieder, das der "einfache" Mensch häufig nicht mehr Herr seiner eigenen Entscheidungen ist, in Ghost in the Shell teilweise nichtmal mehr seines eigenen Gehirns, in Settings wie Neuromancer oder Snowcrash durch kapitalistische Zwänge usw.

    Gleichzeitig hast du natürlich auch recht, Cyberpunk bedeutet auch, das man die heute absehbaren oder möglichen technischen Fortschritte dabei enorm mit einbezieht. Letztlich ist die Frage ob es eine Dystopie ist, auch eine Frage des Standpunktes. In den 80ern hat man über die kapitalistische Entrechtung von Menschen sicher noch anders gedacht als es heute der Fall ist.

    Aber wenn Du dir die besagten Bücher/Filme nochmal zu gemüte führst, und dir die Gesellschaftlichen und weniger die technischen Aspekte ansiehst, kann man die Cyberpunk Welt durchaus mit fug und recht als dystopisch bezeichnen ;)

  19. Re: William Gibson

    Autor: Muhaha 13.06.18 - 12:00

    theFiend schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich glaub im Gegenzug das du "dystopie" zu eingeengt siehst.

    Von Deiner Perspektive sieht das so aus, richtig.

    Ich hingegen finde es zum Kotzen, dass Cyberpunk nur noch in dieser engen Sparte "Dystopie" wahrgenommen wird, obwohl Cyberpunk gerade zu Beginn nicht ausschliesslich dystopisch war.

    Zumindest habe ich die dort geschilderten Entwicklungen nicht als "dystopisch" gewertet, sondern als faszinierenden Blick in mögliche Zukünfte wahrgenommen, die für uns so bizarr und fremdartig wirken, wie einem einfache Bauer aus dem 18. Jahrhundert unsere heutige Welt vorkommen müsste. Ich meine, es reicht oft schon 70 Jahre alt zu werden und die Welt dann nicht mehr zu verstehen :)

  20. Re: William Gibson

    Autor: KlOis 13.06.18 - 12:02

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > KlOis schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > also Blade Runner ist ja auch aus den 80igern, nur mal so, nicht erst
    > aus
    > > den letzten Jahren.
    >
    > Ich weiß. Deswegen schrieb ich ja auch, dass man das Art Design von Blade
    > Runner, obwohl der Film mit Cyberpunk nix am Hut hat, eines Tages als
    > Synonym für Cyberpunk verstanden hatte. Selbst das Shadowrun-P&P, welches
    > in den 90ern entstand, kannte nicht nur düstere, verfallene Gassen, sondern
    > auch da wurden, trotz des großen Chaos durch das Erwachen der Magie, immer
    > wieder ganz normale, fast schon friedliche Szenarien in Städten und der
    > freien Natur gezeigt.
    >
    Blade Runner würde ich dennoch als Cyberpunk sehen.
    > > Das Cyberpunk dystobischer SiFi darstellt war schon immer so.
    >
    > Nein. DAS ist nämlich das große Mißverständnis. Lies mal die
    > Cyberpunk-Klassiker von Mitte der 80er bis Ende der 90er. Da kann (!)
    > Dystopie ein mögliches Setting sein, aber weder Neuromancer, noch Snow
    > Crash, die beiden wichtigsten Romane aus diesem Genre, sind dystopisch. Sie
    > schildern einfach nur eine Welt, in der bestimmte technische Entwicklungen
    > zu bestimmten gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen
    > Veränderungen geführt haben.

    gerade Neuromcer in seiner detailreichen Beschreibungen zeichnet doch eine düstere Welt, wenig Tageslicht, dreckig und eine überbevölkerte Metropole.
    > Sicher, man kann den in diesen Romanen oft geschilderten Niedergang der
    > einstigen (heute aktuellen) Führungsmächte als Dystopie bezeichnen, aber
    > die Bewohner der Boomregionen in diesen Romanen sehen ihre Welt ganz anders
    > :)
    >
    > > Ist quasi seine Definition.
    >
    > Nö. Ganz und gar nicht. Das hat sich erst später heimlich eingeschlichen
    > und nun denkt jeder, der von Cyberpunk keine Ahnung hat, dass Cyperpunk
    > dystopisch sei, weil aktuelle Filmemacher und Autoren Cyberpunk nur noch in
    > einem dystopischen Setting verwenden.

    wie gesagt auch in den Romanen.

    > > Was aber aber einen Platz/Zeit zu einem unbeliebten
    > > Gebiet macht ist natürlich interpretierbar. Kann quasi der Ort, die
    > > Lebensumstände und die Bewohner ausmachen. Ghost in the Shell ist sicher
    > > nicht ansatzweise so düster gezeichnet wie manch andere Genre Vertreter,
    > > aber dennoch zeigt es eine eher düstere Zukunft.
    >
    > Nein. Ein weiteres Mißverständnis. Ghost in the Shell ist nicht düster. Es
    > gibt eine funktionierende Gesellschaft mit vielen, vielen Menschen, die
    > einfach nur friedlich ihrem Tagwerk nachgehen. Es gibt funktionierende
    > gesellschaftliche und staatliche Institutionen. Es gibt Normalität und
    > Abgründe, so wie heute auch. Bezogen auf die Technik zeichnet sich GitS
    > durch den typisch japanischen Pragmatismus aus. Ja, man kann die neue
    > Technik mißbrauchen (Konzerne & Puppet Master), man kann sie aber auch
    > positiv einsetzen, sie ist nützlich (der Major, Batou).
    Allein die impressive Bootsfahrt in Ghost in the Shell zeigt doch sehr wohl die düstere Stadt

    > > Setzt sich mit den Fragen
    > > der Menschlichkeit auseinander.
    >
    > Japp. Aber das macht den Film nicht zu einer Dystopie :)


    Im Gegensatz zu frühen SiFi Werken in den oft eine Utopie gezeichnet wird, zeigt der Cyberpunk den Nachteil des Fortschritts und Technologisierung der Gesellschaft. Zeigt was mit "einfachen" Menschen passiert, während die Oberschicht weiter voranschreitet.

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