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Außerhalb Chinas zweckentfremdet und kaum sinnvoll benutzbar

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  1. Außerhalb Chinas zweckentfremdet und kaum sinnvoll benutzbar

    Autor: abufrejoval 11.12.19 - 16:51

    tl;dr Für den RoboMaster Wettbewerb in China entwickelt und als Spielzeug zweckentfremdet: Den Kauf sollte man sich genau überlegen!

    Ich habe monatelang auf das Gerät gewartet und dann sofort zugeschlagen, um es quasi als mit Pyhton programmierbare Bodendrone zu verwenden.

    Man kann aber auf die Videodaten (noch Audio) programmatisch überhaupt nicht zugreifen: Sie werden zwar an die App oder den PC-Client mit 1280x720 (schlechte Qualität) übertragen, aber man kommt über Python nicht dran. Genauso wenig kann man den eingebauten Lautsprecher für die Audioausgabe benutzen, der kann nur ein paar feste Geräusche produzieren.

    Bei den Infrarotsensoren handelt es sich übrigens nicht um (time-of-flight) Tiefen- oder Entfernungssensoren: Die dienen lediglich dazu, Treffer durch den Gegner zu registrieren.

    Für erste Erfahrungen mit Machine Learning oder AI bräuchte man Zugriff auf den integrierten Intel Movidius Chip oder eben die Rohdaten für Inference auf dem Edge-Controller: Wird alles nicht geliefert.

    Die volle Auflösung der Kamera wird nur bei Aufzeichnugen auf der SD-Karte benutzt, dabei ist die Qualität aber praktisch ebenso schlecht wie in der App. Man muß die SD-Karte dann am PC auslesen... Gedacht ist das wohl vor allem für den "Videobeweis" beim RoboMaster Wettbewerg in China, für den dieses Gerät konstruiert wurde.

    Es ist einfach nicht das versprochene Lernspielzeug: Irgendein übermotivierter Manager hat aber wohl beschlossen, daß man es als solches verkaufen könnte und DJI damit einen bösen Fettnapf eingehandelt.

    Der Movidius-Chip übernimmt die Gimbal-Steuerung der Kanone/Kamera auf zwei Achsen und deren Qualität ist so gut wie man es von den Flugdronen kennt (dort freilig mit 3 Achsen). Außerdem übernimmt er die Symbolerkennung (feste Kennungen) und einen Verfolgermodus. Aber das war's dann auch schon, eigene auf dem PC mit dem Intel Toolkit erstellte NN-Modelle kann man nicht an den Roboter übertragen oder ähnliches.

    Die mechanischen Qualitäten sind beeindruckend, die Konstruktion ist für den Schlagabtausch ausgelegt und wirkt sehr langlebig. Die Mecanum Räder sind genial, sie sorgten für guten Vortrieb in Wohnung und Büro, taugen aber prinizipbedingt nicht für staubige oder gar sandige Untergründe: Wenn ein Rad den Griff verliert, ist das Gerät nur noch bedingt fortbewegungsfähig.

    Ein signifikanter Teil der beschriebenen Probleme ließen sich mit einem Firmwareupdate und der Veröffentlichung der App-2-Robmaster API beheben, die Wahrscheinlichkeit dafür schätze ich aber als gering ein, weil damit dem Mißbrauch in den Robomaster Wettbewerben die Tür geöffnet werden könnte.

    DJI könnte mit dem Baukasten den sie zur Verfügung haben, den mobilen "Über-Alexa-Lautsprecher" produzieren, den ich erwartet hatte: Das hier ist aber ein funktional total eingeschränktes Wettbewerbsgerät, von dessem Kauf ich drigend abrate.

    Ich habe mein Gerät an DJI zurückgeschickt und der Support hat mir die Rückzahlung versprochen, wenn das Gerät wieder ordentlich auseinandergenommen dort ankommt.

    Weil ich keine Aussparung in der Verpackung für den Akku gefunden habe (im Handbuch stand auch nichts: Tatsächlich wird er einfach eingebaut versandt...), habe ich ihn irgendwo in den Eingeweiden des Chassis eingewickelt ...wo ihn DJI dann nicht gefunden hat und ihn von mir nachforderte. Außerdem stimmte die Seriennummer nicht, aber in der Packung lag auch ein völlig falscher Lieferschein: Da ist wohl beim Versand was schief gegangen.

    Da ich gleichzeitig bei PayPal die Rückzahlung wegen "Falscher Produktbeschreibung" angefordert hatte, bekam ich da schneller mein Geld zurück, als vom DJI-Support.

    Mißgeschick oder Absicht? Noch hat DJI mein Wohlwollen, denn meine anderen Produkte von DJI sind klasse und der Support schien grundsätzlich willig, wenngleich der Akku IMHO sich einfach hätte finden lassen...

  2. Re: Außerhalb Chinas zweckentfremdet und kaum sinnvoll benutzbar

    Autor: DaSaGo 12.12.19 - 08:44

    Vielen Dank für dein ausführliches Fazit.
    War nicht weit davon entfernt mir selbst ein nettes Weihnachtsgeschenk zu machen.
    Mit diesen ganzen Einschränkungen aber definitiv nicht )-:

  3. Re: Außerhalb Chinas zweckentfremdet und kaum sinnvoll benutzbar

    Autor: cyberdynesystems 12.12.19 - 11:27

    So liest sich das Ganze als würde DJI "nur" ein futuristisches ferngesteuertes Auto als Bausatz anbieten!?

    Autonomes Laden würd' mir für den Einsatz als "Drohne" im Haus fehlen. Wenn man ihn vom Stecker abziehen muss um ihn dann nutzen zu können ist das ein bisschen blöd.

    Besser wäre eine Ladestation die er auch selbst findet und nutzen kann und dann auf Kommando seinen Rundgang machen lassen. Nebenbei im Kinderzimmer "AUFRÄUMEN!" rufen lassen etc. :-)

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