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Grundsätzliches, strukturelles Problem der Spieleindustrie

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  1. Grundsätzliches, strukturelles Problem der Spieleindustrie

    Autor: Muhaha 12.06.18 - 11:14

    Zu attraktiv für junge Berufsanfänger, die sich von "Ich mache Videospiele!!!!" und hipper Arbeitsumgebung blenden lassen. Nach 3-4 Jahren wacht man endlich auf, merkt, dass man für verdammt wenig Geld verdammt viel Arbeit geleistet hat und versucht den Absprung in "zivilere" IT-Jobs mit anständiger Bezahlung und geregeltem Feierabend. Schliesslich wird man älter, die Frau will Kinder, man selber auch und die Arbeit beim hippen Videospielstudio hat ihren Glanz verloren, Arbeit ist nicht mehr alles.

    Das stört die Studio-Geschäftsführung aber nicht, weil vor der Tür bereits die nächsten zwanzig Jungspunde warten, die ums Verrecken Videospiele machen wollen. Man lässt die ausgebrannten Mitarbeiter gerne ziehen (oder schmeisst sie raus, wenn sie zu kaputt sind, um noch die geforderte Leistung bringen zu können).

    Betriebsräte oder andere Formen gewerkschaftlicher Organisation haben in dieser Umgebung nur dann eine Chance, wenn genug Mitarbeitern der Absprung NICHT gelingt und sie ihre Arbeitsverhältnisse ändern müssen, wenn sie nicht mehr als auszubeutende Code-Affen dienen wollen. Besteht die Firma aber zu großen Teilen aus Jungspunden, die hier ihre ersten beruflichen Erfahrungen sammeln, kannste das knicken. Da wird man nur mit großen, verständnislos blickenden Augen angeschaut, wenn das Gespräch auf solche Themen kommt.

    Mitarbeiter müssen selber erkennen, dass sie sich organisieren müssen. Zwangsbeglückung funktioniert nicht :)

  2. Re: Grundsätzliches, strukturelles Problem der Spieleindustrie

    Autor: Micha12345 12.06.18 - 11:36

    Muhaha schrieb:
    > Das stört die Studio-Geschäftsführung aber nicht, weil vor der Tür bereits
    > die nächsten zwanzig Jungspunde warten, die ums Verrecken Videospiele
    > machen wollen. Man lässt die ausgebrannten Mitarbeiter gerne ziehen (oder
    > schmeisst sie raus, wenn sie zu kaputt sind, um noch die geforderte
    > Leistung bringen zu können).

    Da frage ich mich, welche Erfahrungen du persönlich gesammelt hast, damit du zu so einer Aussage kommst.

    Aus meiner Erfahrung kannst du mit den "Jungen" erheblich weniger anfangen, da die sich selbst und ihre Leistung noch nicht einschätzen können und ihre HardSkills noch gar nicht weit genug entwickeln konnten.

    Wenn du nicht gerade eine Aufgabe mit dem Anspruch des "Malen nach Zahlen" hast, kannst du Mitarbeiter im Umfeld der Software-Entwicklung generell nicht einfach durch Jüngere ersetzten, wenn du erfolgreich sein (oder einfach nur im Plan bleiben) willst.

    Ich stimme aber der Aussage zu, dass sich Mitarbeiter selbst um sich kümmern müssen. Das betrifft sowohl die eigene Arbeitsbelastung als auch die die eigene Weiterentwicklung. Das muss man aber gerade den Jungen beibringen.

  3. Re: Grundsätzliches, strukturelles Problem der Spieleindustrie

    Autor: Muhaha 12.06.18 - 11:50

    Micha12345 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Da frage ich mich, welche Erfahrungen du persönlich gesammelt hast, damit
    > du zu so einer Aussage kommst.

    Keine guten :) Und ich bin leider nicht der einzige, dem es so ergangen ist.

    > Aus meiner Erfahrung kannst du mit den "Jungen" erheblich weniger anfangen,
    > da die sich selbst und ihre Leistung noch nicht einschätzen können und ihre
    > HardSkills noch gar nicht weit genug entwickeln konnten.

    Gar keine Frage. Stimme Dir vollständig zu.

    Aber es gibt genug Geschäftsführungen, denen billige, leicht lenkbare Mitarbeiter wichtiger sind als qualitativ hochwertige Arbeitsergebnisse, weil deren Geschäftsmodell auch mit der Abgabe weniger guter Ergebnisse hinreichend genug funktioniert, damit sie persönlich ein gutes Auskommen haben. Dass die Firma natürlich weit unter ihrem Potential operiert und man durch mehr Professionalität auch um Größenordnungen mehr Geld verdienen könnte, spielt keine Rolle. Diesen GF genügt es, durch den Tag zu dilletieren und mit Minderleistung ein schönes Leben führen zu können. Deren Arbeit wird dann durch teuer bezahlte Consultants erledigt, deren Arbeit man dann als die eigene ausgibt.

    Auch dadurch ist kein Geld da, um anständige Löhne zahlen zu können :)

    Nein, nachhaltig ist das nicht und deswegen halten sich solche Firmen auch nicht lange. Das sind aber Überlegungen, die in den Köpfen der Geschäftsführung NICHT stattfinden, weil diese für die Position, die sie bekleiden, einfach nicht kompetent genug sind.

    > Ich stimme aber der Aussage zu, dass sich Mitarbeiter selbst um sich
    > kümmern müssen. Das betrifft sowohl die eigene Arbeitsbelastung als auch
    > die die eigene Weiterentwicklung. Das muss man aber gerade den Jungen
    > beibringen.

    Und genau das ist sehr mühsam, wenn die GF durch Blitzblendvorgaukel und einen neuen Kickertisch bei den jungen Mitarbeitern teilweise sehr starke emotionale Bindungen und somit ein schlechtes Gewissen erzeugt, wenn man mal NICHT 10-12h täglich arbeitet.

  4. Re: Grundsätzliches, strukturelles Problem der Spieleindustrie

    Autor: Micha12345 12.06.18 - 12:01

    Muhaha schrieb:

    > Nein, nachhaltig ist das nicht und deswegen halten sich solche Firmen auch
    > nicht lange. Das sind aber Überlegungen, die in den Köpfen der
    > Geschäftsführung NICHT stattfinden, weil diese für die Position, die sie
    > bekleiden, einfach nicht kompetent genug sind.

    Eigentlich kann man dann froh sein, dass der Markt solche Unternehmen 'bereinigt'. Ich verstehe aber deinen Punkt, dass es für die Betroffenen dann schon spät ist. Leider lassen sich solche Unternehmen von außen auch nicht von den Besseren unterscheiden.

    Dieses strukturelle Problem existiert aber bei allen Bereichen der Software-Entwicklung. In anderen Bereichen hat man u.U. nur das Glück, dass diese schon länger existieren und dort der Prozess des Ausmerzens von ungeeigneten Unternehmen schon etablierter ist.
    Leider hat aber auch dies seine Schattenseiten (z.B. die Entstehung von unglaublich dummer Bürokratie)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.06.18 12:12 durch Micha12345.

  5. Re: Grundsätzliches, strukturelles Problem der Spieleindustrie

    Autor: Muhaha 12.06.18 - 12:57

    Micha12345 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > In anderen Bereichen hat man u.U. nur das Glück, dass
    > diese schon länger existieren und dort der Prozess des Ausmerzens von
    > ungeeigneten Unternehmen schon etablierter ist.
    > Leider hat aber auch dies seine Schattenseiten (z.B. die Entstehung von
    > unglaublich dummer Bürokratie)

    Jopp. Habe nämlich auch ehem. Kollegen, die nach einem Jahr in einem Konzern fast schon schreiend davongelaufen sind und nun bei einem Mittelständler glücklich wurden. Der Vorteil beim Konzern ist aber, dass er sich wunderbar als Karrieresprungbrett eignet. Da runzelt niemand die Stirn, weil man nach einem Jahr schon wieder gegangen ist, aber im CV steht halt SAP :)

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