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Brutal schlechtes Management

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  1. Brutal schlechtes Management

    Autor: freebyte 25.01.19 - 22:21

    Meine Firma war mal paar Jahre Zulieferer bei Spielentwicklern (DE, EU, CA) - ein echtes Jammertal.

    Wirklich exzellente Leute, aber auch viele Exzentriker, Hasenfüße und Imperten dabei die bei einer AAA Produktion eigentlich nichts zu suchen haben und oft aus Dankbarkeit "Never change a winning team" mitgeschleppt werden.

    Eine der krassesten Fälle war eine Produktion, wo die Betas nach 3, teilweise aber auch erst nach 5 Tagen bei den Testern waren. Grund dafür war ein hirnrissiger "mein Förmchen" Krieg zwischen zwei völlig inkompetenten Admins und dem lustigen Versuch, im Jahre 2008 ca. 4GB Update über eine DSL Leitung an +50 Leute zu verteilen.

    Oder der Fall, dass 4 Wochen vor Release auffällt, dass 90% der Spielwelt fehlen. Oder die Unterschrift eines "ich bin wichtig" Imperten fehlt und daher die Rendervideos für die Story nicht in Auftrag gegeben wurden. Den Testern fällt auf, dass die Storyquest schon seit Monaten nicht weiterkommt - 4 Scripter sitzen einträchtig im Karreé und jeder denkt "irgendeiner machts schon", dabei liegt die Story von $WERBETRÄCHTIGERAUTOR seit Monaten zur Abnahme bei der GL.

    Ein "Admin" der unter Tränen gesteht, dass er keine Ahnung vom Buildserver hat und das alles sein Kumpel macht den er nachts in die Firma lässt der nun endlich mal Kohle und Widmung im Abspann möchte und es nun drangegeben hat weil er bei einem anderen Spieleentwickler erstmal 24/7 hinter seinem Vorgänger aufräumen muss.

    Das Marketing verlangt fürs Promo-Video eine ganz spezielle View welche die Engine nicht kann? Muss der zuständige Entwickler halt programmieren und dann stellt man fest, dass man nochmal paar der externen Modeller für Ergänzungen beauftragen muss. Wenn dann noch ein Bedenkenträger äussert, dass die Externen ja nun das fast fertige Spiel sehen und das eigentlich nicht dürfen sind - schuppdiwupp - 3 Wochen weg - tempus fugit :-)

    Bei den Handwerkern (habe es zuerst bei den Maurern gehört) gibt es einen Begriff für Leute, die ständig von der Härte des Lebens schwadronieren und wie sehr sie sich in ihrer Arbeit eingeengt fühlen und dass sie hier auf dem falschen Platz sind und gar nicht verstehen, dass man sie ständig anscheisst weil sie ihre Arbeit nicht machen - man nennt sie dort "Künstler".

    "Künstler" ab einem gewissen Anteil oder Macht in einem Projekt ist tödlich - siehe Chris Roberts.

    fb

  2. Re: Brutal schlechtes Management

    Autor: Codemonkey 25.01.19 - 23:01

    Lol, klingt episch. Allerdings wird die Erwähnung von Chris Roberts im negativen Zusammenhang gleich zu Ausschreitungen im Forum führen.

    Aber ja, Gründe für Überstunden sind meiner Erfahrung nach entweder

    1. Unerfahrenheit / Schlechte Planung (so ging es mir am Anfang auch)

    oder

    2. Gier. Wenn man ein Projekt annimmt das eigentlich im normalen Zeitplan bereits hoffnungslos ist, aber fürstlich bezahlt wird. Oder ein weiteres Projekt neben dem das einen schon auslastet. Oder und das ist am besten: ein weiteres Projekt mit hoffnungslosem Zeitplan annehmen.

  3. Re: Brutal schlechtes Management

    Autor: freebyte 25.01.19 - 23:41

    Codemonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lol, klingt episch. Allerdings wird die Erwähnung von Chris Roberts im
    > negativen Zusammenhang gleich zu Ausschreitungen im Forum führen.

    Ach, das ist genauso wie bei Elon Musk oder früher Steve Jobs - im Gegensatz zum Heise-Forum ist das Golem Killfile weitaus aufnahmefähiger und wenn man konsequent die Fanboys reinwirft sind auch hier solche eher komplexen Themen plötzlich äusserst Sachlich diskutierbar.

    > Aber ja, Gründe für Überstunden sind meiner Erfahrung nach entweder
    >
    > 1. Unerfahrenheit / Schlechte Planung (so ging es mir am Anfang auch)

    Letztendlich birgt jedes neue Projekt eine neue Erfahrung "hätte ich das vorher gewusst, hätte ich das anders gemacht".

    Gute Projektleiter können im Vorstellungsgespräch unter zukünftigen Kollegen einen ganzen Nachmittag mit Anekdoten füllen warum und wie sie ein bestimmtes Projekt warum (fast) gegen die Wand gefahren haben, wie sie die Kurve bekommen haben und was sie daraus gelernt haben.

    Und gute Unternehmen stellen die dann auch ein.

    > 2. Gier.

    Also wenn man die von Dir genannten Kriterien erfüllt, dann ist das nicht "Gier" sondern "ständiges Agieren am Abgrund".

    Wenn die Firmenkriegskasse gut gefüllt ist, dann kann man dem Gegenüber kommunizieren dass der Job zwar willkommen ist und man ihn auch kompetent Ausführen wird - aber leider nicht jetzt sondern später.

    Was man also als "Gier" so von aussen sieht ist oftmals nur Strampeln, um sich Überwasser zu halten. Oder auch gerne falsch verstandene Überlegenheit.

    fb

  4. Re: Brutal schlechtes Management

    Autor: Anonymer Nutzer 26.01.19 - 09:06

    Lol‘ :D
    Aber solche Experten gibts überall. Traurig aber wahr.

  5. Re: Brutal schlechtes Management

    Autor: MrAnderson 26.01.19 - 10:06

    Danke für deinen Post ... LOL ... der ganz normale Kreativ-Wahnsinn halt.

    > "Künstler" ab einem gewissen Anteil oder Macht in einem Projekt ist tödlich - [...]
    Definitv: JA
    Drei Monate Arbeit (heißer Sommer, 22.00-03:00h), zig Briefings, Präsentationen, kurz vor Produktionsstart meint Herr §WichtigerRegiesseur: Gefällt nicht, zurück auf Start. .... Da ein Nein durchzusetzen erfordert tatsächlich besondere Mittel.

  6. Re: Brutal schlechtes Management

    Autor: Codemonkey 26.01.19 - 13:01

    Oh ich kenne genug Selbstständige und Unternehmer die alles mitnehmen wollen. Wenn es keine Geschäftsführende Gesellschafter sind mag das ja anders sein, aber für viele andere gilt: Alles was sich lohnt mitnehmen und wenn wir es im schlimmsten Fall nur komplett weitergeben und 25% Provision verdienen.
    Es geht dann auch nicht um die egal wie volle Firmenkasse, sondern um das eigene Konto und auf dem kann nie genug sein.

    Werbeagenturen sind Experten darin, ich hatte mal ein Projekt, deutscher Autohersteller mit 3 Agenturen dazwischen, die verbrennen einfach massiv Zeit und Geld. Schade für den Kunden was er für sein Geld wirklich alles hätte bekommen können.

  7. Re: Brutal schlechtes Management

    Autor: freebyte 26.01.19 - 20:50

    Codemonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es geht dann auch nicht um die egal wie volle Firmenkasse, sondern um das
    > eigene Konto und auf dem kann nie genug sein.

    Du hast natürlich völlig recht, solche "Verheizer" verdränge ich gerne.

    > Schade für den Kunden was er für sein Geld wirklich alles hätte bekommen können.

    Damit ruinierst Du nur den Markt. Stell Dir vor was passieren würde wenn der Endkunde herausbekommt dass seine Riesenkampagne real für 500 EUR bei einem routinierten Gebrauchswerber eingekauft wurde :-)

    fb

  8. Re: Brutal schlechtes Management

    Autor: plutoniumsulfat 26.01.19 - 22:56

    Endlich kein Schmarotzerpack mehr dazwischen, die es sich nur gemütlich machen, in dem sie die Logos auf den Briefköpfen austauschen ;)

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