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Fehlende Weitsicht
Autor: Hotohori 11.03.24 - 22:52
Eigentlich ist die Gamesbranche schlicht auch ein sehr gutes Beispiel für fehlende Weitsicht.
Man reitet immer den aktuellen Hype und denkt erst gar nicht an Morgen, wenn der Hype vorüber sein könnte. Es wird viel zu wenig wirklich für die Zukunft geplant, meist weil das mit mehr Risiko assoziiert wird, weil je weiter man in die Zukunft blickt desto ungewisser wird sie, desto mehr muss man raten. Warum man dann aber denkt Wachstum würde immer so weiter gehen ist mir ein Rätsel.
Ich glaube langsam Manager werden dahingehend trainiert an diesen Blödsinn zu glauben, anders kann ich mir das nicht mehr erklären wieso unser Wirtschaftssystem, das auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist dank Investoren und damit auf unendlichen Wachstum, noch immer so existiert.
Im Grunde steuert jedes Unternehmen, das derart auf Investoren und Gewinnmaximierung setzt immer auf einen Eisberg zu, den es auch gekonnt irgendwann trifft. Wenn das dann eine ganze Branche schafft, ist das oft einen Mega Facepalm wert. Was die Gamebranche da hingelegt hat, erinnert mich schon stark an die NFT Blase. Genau auf den Eisberg zugesteuert, aber hinterher wollte es Niemand kommen sehen.
Was die Sache mit dem Spiele Entwickler aufkaufen angeht. In wie vielen Fällen hat das denn bisher zu besseren Spielen geführt? Ernst gemeinte Frage, weil ich dabei immer zu sehr an EA denken muss, welche das schlechteste Beispiel dafür darstellen. Irgendwie will mir da kein guter Entwickler einfallen, der es hinterher nicht bereut hat. -
Re: Fehlende Weitsicht
Autor: Dada21 12.03.24 - 09:41
Was würdest du als Boss eines kleinen Independent Game-Studios machen in folgender Situation:
1. Investoren von allen Seiten wollen dir Geld geben (Geld ist gerade im Überfluss vorhanden)
2. Alle deine Peers verkaufen gerade Ihre Studios zu unverschämten Preisen
Da kommt Gier und FOMO zusammen und ich weis nicht wie ich reagieren würde. Natürlich sieht man das Risiko in der Zukunft, aber hey, das eigene Überleben ist damit mehr als gesichert. Also was willst du? Jetzt einen Haufen Kohle in deine Tasche und das Risiko, dass deine Firma in 2-3 Jahren arg zusammengestrichen/verkauft/geschlossen/jemandem einverleibt wird, oder weiter den kleinen 10-20 Mann Betrieb nahe am Existenzminimum Weiterbetreiben mit der Hoffnung auf den „big-break“?



