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Divinity wirklich noch Indy?

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  1. Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: Bautz 12.10.17 - 11:59

    Sehe ich eigentlich anders. Vielleicht kein AAA-Titel, aber AA doch mindestens.
    (und hervorragend ist es natürlich trotzdem)

  2. Re: Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: korona 12.10.17 - 12:30

    Hat mich sich gewundert. Aber wie genau ist auch die Definition von Indi?
    Der Umfang und preis sind definitiv nicht das was man von indi erwartet. Für noch ist es auf jeden Fall das bisher beste Spiel des Jahres

  3. Re: Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: BananenGurgler 12.10.17 - 12:43

    korona schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hat mich sich gewundert. Aber wie genau ist auch die Definition von Indi?

    Ich definiere es ganz pragmatisch so: Ein Entwickler(studio) vertreibt/verlegt das Produkt selbst, ist also unabhängig von externen Dienstleister bzw. Auftraggeber.

  4. Re: Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: Baptist 12.10.17 - 13:42

    korona schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber wie genau ist auch die Definition von Indi?

    Grundsätzlich gibt es keine allgemein gültige Definition von Indie Games. Dennoch gibt es bestimmte Merkmale, die man grundsätzlich einem solchen Spiel und deren Entwicklern zuspricht. Die meisten Entwickler aus diesem Bereich teilen diese Merkmale.

    Zum einen ist da natürlich die Selbstständigkeit. In den meisten Fällen haben Indie-Entwickler keinen Publisher oder externen Geldgeber, von dem sie abhängig wären. Allerdings gibt es auch hier ausnahmen.

    Als Indie gilt ein Entwickler zudem, wenn es sich um Einzelpersonen und/ oder kleinere Studios handelt. Zudem werden Indie-Spiele dieser Merkmale nach nicht gezielt für den Massenmarkt, wie auch immer man den wieder definieren will, entwickelt.

    Gerade die letzteren Punkte sprechen eigentlich gegen Divinity als Indie-Spiel. Larian Studios hat mittlerweile 130 Mitarbeiter. Das haben selbst AAA-Studios nicht immer. Außerdem kann man durchaus sagen, dass Divinity, zumindest bedingt durch den Erfolg des ersten Teils, doch so etwas wie den Massenmarkt als Ziel hat.

    Ein weiteres Merkmal ist, dass Indie-Spiele, zumindest jene der "Neuzeit", Online-Plattformen als Vertriebswege nutzen, während es eigentlich keinerlei physische Kopien im Laden zu kaufen gibt. Auch das trifft indes nicht mehr auf Divinity zu.

    So oder so verschwimmen da einfach die Grenzen. Manch einer würde sagen, dass es schon allein dadurch Indie ist, weil es crowd-finanziert wurde und das Studio so keine Limitationen von dritter Seite bei der Umsetzung des Spiels und der eigenen Kreativität hatte.

    Schwer da insgesamt eine Grenze zu ziehen...

  5. Re: Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: Sammie 12.10.17 - 15:11

    Bautz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sehe ich eigentlich anders. Vielleicht kein AAA-Titel, aber AA doch
    > mindestens.
    > (und hervorragend ist es natürlich trotzdem)

    Budgetmäßig ist Divinity definitiv kein AAA-Titel, da sie "nur" 2 Mio über Kickstarter eingetrieben haben. Damit ist es eben ein Mid-Budget-Game ohne nennenswertes Eigenkapitalrisiko. AAA bezeichnete man laut Wikipedia heutzutage Games mit einem hohen Millionenbudget.. wie GTA V (265 Mio), Witcher 3 (81 Mio), Crysis 3 (68 Mio) usw...

    Auch wenn 2 Mio über Kickstarter viel klingt - in einer Computerspiel-Entwicklung die knapp 2 Jahre andauert und inzwischen 130 Mitarbeiter zählt, sind das Peanuts und die Entwicklungskosten damit wirklich äußerst hart kalkuliert, im Vergleich zu anderen Games am Markt, die locker das 30-50fache an Budget verpulvern.

    Worüber man sich streiten kann, ist die Mitarbeiterzahl von Larian Studios - denn die wird laut Wikipedia mit 130 angegeben. Das ist dann halt schon klar kommerziell ausgerichtet. "Indie" (Abkürzung für Independent) sind sie durch die Unabhängigkeit zu einem Publisher und der primären Kickstarter-Finanzierung aber trotzdem, da sie sich nichts vorschreiben lassen müssen und kaum Eigenkapitalrisiko aufweisen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.10.17 15:12 durch Sammie.

  6. Re: Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: korona 12.10.17 - 15:40

    Sind dann CDProjekt Red und Blizzard auch Indie?

  7. Re: Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: Baladur 12.10.17 - 15:55

    Sammie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Auch wenn 2 Mio über Kickstarter viel klingt - in einer
    > Computerspiel-Entwicklung die knapp 2 Jahre andauert und inzwischen 130
    > Mitarbeiter zählt, sind das Peanuts und die Entwicklungskosten damit
    > wirklich äußerst hart kalkuliert, im Vergleich zu anderen Games am Markt,
    > die locker das 30-50fache an Budget verpulvern.

    Ich glaub anhand der 2 Millionen kann man nicht ableiten wie da irgendwas kalkuliert wurde, bei 130 Mitarbeitern über 2 Jahre, angenommen jeder würde gleich viel verdienen, wären das ja nur 650¤ im Monat. Ist jetzt nicht soviel...

  8. Re: Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: 0xDEADC0DE 12.10.17 - 16:19

    Das sind aber nicht die einzigen Einnahmen, oder doch? Man kann das Spiel ja auch kaufen ohne beim Crowdfunding mitgemacht zu haben. ;)

  9. Re: Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: gadthrawn 12.10.17 - 17:44

    Baladur schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sammie schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Auch wenn 2 Mio über Kickstarter viel klingt - in einer
    > > Computerspiel-Entwicklung die knapp 2 Jahre andauert und inzwischen 130
    > > Mitarbeiter zählt, sind das Peanuts und die Entwicklungskosten damit
    > > wirklich äußerst hart kalkuliert, im Vergleich zu anderen Games am
    > Markt,
    > > die locker das 30-50fache an Budget verpulvern.
    >
    > Ich glaub anhand der 2 Millionen kann man nicht ableiten wie da irgendwas
    > kalkuliert wurde, bei 130 Mitarbeitern über 2 Jahre, angenommen jeder würde
    > gleich viel verdienen, wären das ja nur 650¤ im Monat. Ist jetzt nicht
    > soviel...

    Ich würde
    1. nicht annehmen, dass die nur ein Projekt bedienen
    2. das die nicht andere Einnahmen haben (z.B. über Teil 1 bei gog etc.pp.)
    3. andere Vertriebswege haben. Auf der Webseite gab es z.B. das 169$ Deluxe Paket was ausverkauft ist..

  10. Re: Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: heidegger 12.10.17 - 23:05

    Bautz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sehe ich eigentlich anders. Vielleicht kein AAA-Titel, aber AA doch
    > mindestens.

    Indy -> Kurzform von independent = unabhängig.

    Ein Indy-Spiel kommt von einen unabhängigen Studio (das nicht zu und/oder einen größeren Studio und/oder Publisher abhängig ist. Dazu kann man eventuell noch die Größe des Studios einbeziehen, sprich in die Größenordnung eines Klein- bis Mittelbetriebes inkl. deren finanziellen Möglichkeiten (ihre Spiele finanzieren sie zum größten Teil aus eigenen Mitteln, oder mittels crowdfunding).

    Larian ist ein mittleres Unternehmen, dazu unabhängig, ihr eigener Publisher und ihre Spiele finanzieren sie großteils mittels crowdfunding. Noch mehr Indy geht wohl kaum.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.10.17 23:08 durch heidegger.

  11. Re: Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: recluce 14.10.17 - 02:12

    Sammie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bautz schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Sehe ich eigentlich anders. Vielleicht kein AAA-Titel, aber AA doch
    > > mindestens.
    > > (und hervorragend ist es natürlich trotzdem)
    >
    > Budgetmäßig ist Divinity definitiv kein AAA-Titel, da sie "nur" 2 Mio über
    > Kickstarter eingetrieben haben. Damit ist es eben ein Mid-Budget-Game ohne
    > nennenswertes Eigenkapitalrisiko. AAA bezeichnete man laut Wikipedia
    > heutzutage Games mit einem hohen Millionenbudget.. wie GTA V (265 Mio),
    > Witcher 3 (81 Mio), Crysis 3 (68 Mio) usw...
    >
    > Auch wenn 2 Mio über Kickstarter viel klingt - in einer
    > Computerspiel-Entwicklung die knapp 2 Jahre andauert und inzwischen 130
    > Mitarbeiter zählt, sind das Peanuts und die Entwicklungskosten damit
    > wirklich äußerst hart kalkuliert, im Vergleich zu anderen Games am Markt,
    > die locker das 30-50fache an Budget verpulvern.
    >
    > Worüber man sich streiten kann, ist die Mitarbeiterzahl von Larian Studios
    > - denn die wird laut Wikipedia mit 130 angegeben. Das ist dann halt schon
    > klar kommerziell ausgerichtet. "Indie" (Abkürzung für Independent) sind sie
    > durch die Unabhängigkeit zu einem Publisher und der primären
    > Kickstarter-Finanzierung aber trotzdem, da sie sich nichts vorschreiben
    > lassen müssen und kaum Eigenkapitalrisiko aufweisen.

    Du glaubst doch nicht ernsthaft, das D:OS 2 mit den 2 Millionen aus dem Kickstarter finanziert worden ist? Larian hatte sogar erwogen, gar keine Kickstart-Finanzierung zu machen - letztendlich war ihnen wohl der Werbeeffekt und das Community Feedback so wichtig, dass sie sich doch dazu entschlossen haben.

    Übrigens: CD Project ist so gesehen auch ein Indie-Studio...

  12. Re: Divinity wirklich noch Indy?

    Autor: koki 14.10.17 - 21:18

    Baptist schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > korona schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Aber wie genau ist auch die Definition von Indi?
    >
    > Grundsätzlich gibt es keine allgemein gültige Definition von Indie Games.
    > Dennoch gibt es bestimmte Merkmale, die man grundsätzlich einem solchen
    > Spiel und deren Entwicklern zuspricht. Die meisten Entwickler aus diesem
    > Bereich teilen diese Merkmale.
    >
    > Zum einen ist da natürlich die Selbstständigkeit. In den meisten Fällen
    > haben Indie-Entwickler keinen Publisher oder externen Geldgeber, von dem
    > sie abhängig wären. Allerdings gibt es auch hier ausnahmen.
    >
    > Als Indie gilt ein Entwickler zudem, wenn es sich um Einzelpersonen und/
    > oder kleinere Studios handelt. Zudem werden Indie-Spiele dieser Merkmale
    > nach nicht gezielt für den Massenmarkt, wie auch immer man den wieder
    > definieren will, entwickelt.
    >
    > Gerade die letzteren Punkte sprechen eigentlich gegen Divinity als
    > Indie-Spiel. Larian Studios hat mittlerweile 130 Mitarbeiter. Das haben
    > selbst AAA-Studios nicht immer. Außerdem kann man durchaus sagen, dass
    > Divinity, zumindest bedingt durch den Erfolg des ersten Teils, doch so
    > etwas wie den Massenmarkt als Ziel hat.
    >
    > Ein weiteres Merkmal ist, dass Indie-Spiele, zumindest jene der "Neuzeit",
    > Online-Plattformen als Vertriebswege nutzen, während es eigentlich
    > keinerlei physische Kopien im Laden zu kaufen gibt. Auch das trifft indes
    > nicht mehr auf Divinity zu.
    >
    > So oder so verschwimmen da einfach die Grenzen. Manch einer würde sagen,
    > dass es schon allein dadurch Indie ist, weil es crowd-finanziert wurde und
    > das Studio so keine Limitationen von dritter Seite bei der Umsetzung des
    > Spiels und der eigenen Kreativität hatte.
    >
    > Schwer da insgesamt eine Grenze zu ziehen...

    Der Massenmarkt für Divinity entstand nicht durch Gamedesign oder weil das Spiel einem beliebten massentauglichen Markt angehörte. Der hohe Erfolg entstand durch Qualität, Quantität und Liebe zum Detail. Reviews und Mund zu Mund Propaganda haben da extremst geholfen. Hätten die gewusst, was für ein Erfolg das Spiel wird, hätten sie nicht crowdfunden müssen.

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