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  5. › Jugendschutz: Gewalt in Games kann…

Endlich!

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  1. Endlich!

    Autor: pallenva 21.06.11 - 16:58

    Endlich mal eine Studie, die nicht pauschal gegen Gewaltspiele wettert.... Das sollte man mal den Pädagogen und Lehrern vorlesen ;)
    Hier, im Pädagogikstudium, wird durchgehend gegen Computerspiele jeglicher Art gewettert... Es wird wirklich Zeit, dass man diese ganzen Ansichten mal ein wenig modernisiert - Die Studie ist doch mal ein guter Anfang!

  2. Re: Endlich!

    Autor: Ry 21.06.11 - 17:30

    Ich habe in den letzten vier Monaten mindestens 7 Studien gelesen die "nicht pauschal gegen Gewaltspiele wettern" sondern diese eher hoch halten. Musst dich mal umgucken.

  3. Re: Endlich!

    Autor: mackes 21.06.11 - 18:29

    pallenva schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Endlich mal eine Studie, die nicht pauschal gegen Gewaltspiele wettert....
    > Das sollte man mal den Pädagogen und Lehrern vorlesen ;)
    > Hier, im Pädagogikstudium, wird durchgehend gegen Computerspiele jeglicher
    > Art gewettert... Es wird wirklich Zeit, dass man diese ganzen Ansichten mal
    > ein wenig modernisiert - Die Studie ist doch mal ein guter Anfang!

    Dann schau doch einmal über den Tellerrand und besuche eine Einführung in die Sozialpsychologie, dann bist du vielleicht derjenige, der seine Ansichten über "Gewaltspiele" modernisieren muss ;)

  4. Re: Endlich!

    Autor: benji83 21.06.11 - 18:53

    Solche Studien gibt es seit Doom (ca ausgeglichen Pro/Contra -> "macht Konsumenten zum bösen Axtmörder"). Viel interresanter wäre es meiner Meinung nach wenn es vermehrt die "beruhigenden" 'Studien' in die Massenmedien schaffen würden - war ja schon immer so das vermehrt über die 'Studien' berichtet wurden die im Einklang mit der Regierungslinie waren.

    Vor PC->Amok hieß es "böse Westmusik macht Konsumenten zum bösen Axtmörder" und davor "Marihuana macht Konsumenten zum bösen Axtmörder" (Kein Scherz siehe die alten Propagandavideos - zb http://www.youtube.com/watch?v=CANBdLJSTog&feature=related [gibt einen Spot aus den 30ern wo wirklich zur Axt gegriffen wird - find den nur gerade nicht]).

    Davor wurde die Jugend angeblich von den Publikationen der Anhängern einer gewissen Religion in den Ruin getrieben und ein paar hundert Jahre davor waren es Frauen die nachts im Wald mit dem Morgenstern gepimpert haben und so die Pest über das Dorf brachten. Imho alles ein Abwasch.

    Edit:
    Disclaimer:
    Ich hoffe das es allen Lesern klar ist das ich nicht von der Schwere der Folgen rede. Es wäre mehr als absurd diese miteinander zu vergleichen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.06.11 19:02 durch benji83.

  5. Re: Endlich!

    Autor: mackes 21.06.11 - 19:15

    benji83 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Solche Studien gibt es seit Doom (ca ausgeglichen Pro/Contra -> "macht
    > Konsumenten zum bösen Axtmörder"). Viel interresanter wäre es meiner
    > Meinung nach wenn es vermehrt die "beruhigenden" 'Studien' in die
    > Massenmedien schaffen würden - war ja schon immer so das vermehrt über die
    > 'Studien' berichtet wurden die im Einklang mit der Regierungslinie waren.

    Leider sieht die Realität anders aus: www.psychology.iastate.edu/faculty/caa/abstracts/2000-2004/01ba.ap.pdf
    um nur ein Beispiel zu nennen. Die Studienlage ist nach mehr als 40 Jahren Forschung so überwältigend, dass es eigentlich keine größeren Diskussionen mehr geben dürfte. Dennoch suggeriert die Berichterstattung in den Massenmedien, dass ein Zusammenhang zwischen medialer Gewaltdarstellung und Aggression nicht als gesichert angesehen werden könnte. Woran das liegen kann, kannst du dir beim Betrachten der anderen Berichte und der Werbung auf dieser Seite mal genauer überlegen ;)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.06.11 19:15 durch mackes.

  6. Re: Endlich!

    Autor: Bassa 21.06.11 - 22:58

    Und diese Studie ist allen anderen Studien überlegen, weil...? Weil sie Deine Meinung wiedergibt?

    Würdest Du das Kolosseum in Rom auch zu den Medien zählen? Dort gab es schließlich eine Menge Gewalt und das Publikum war wohl in der Regel weniger gnädig als es hätte sein können.

    Die Geschichte der USA beginnt mit Gewalt und Gewalt zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte. Wenn man sich nur mal überlegt, wie viele Waffen in Amerika in Privatbesitz sind... und das liegt ganz einfach an der Geschichte. Schließlich musste man bereit sein, sich gegen das britische Empire zu wehren. Aus dieser Zeit stammt das Bedürfnis nach privater Bewaffnung. Es mag ja während eines Krieges durchaus sinnvoll erscheinen, dass alle bewaffnet sind, aber heutzutage ist die Gefahr, dass die Königstreuen versuchen, die Kolonie zurückzuholen, eher gering. Dafür steigert der Besitz einer Schusswaffe die Gefahr erschossen zu werden immens.

    Interessant finde ich einen wiederholt verwendeten Begriff in der Studie... "some": "some degree", "some viewers", "some children".
    Gegenteilige Aussagen werden als wirtschaftliche Interessen gebrandmarkt, Studien, die genannt werden stützen die Aussage, dass die Medien die Ursache sind. So wird auf den ersten Seiten der Zusammenhang bereits massiv etabliert.
    Der Vergleich der Gewalt in Medien mit einer Nikotinsucht ist auch sehr interessant. Man setzt also eine physische Abhängigkeit mit einem psychischen Effekt gleich.
    Oft ist in der Studie von Kindern die Rede. Aber die wenigsten Leute sind der Meinung, dass man Kindern Zugang zu all der Gewalt in den Medien geben sollte.
    Witzigerweise sind viele Leute der Meinung, dass man Bilder von Folgen des Rauchens in öffentlich auch für Kinder zugänglichen Geschäften ausstellen sollte. Das wird die Kinderseele schon nicht schädigen, aber wenn eine Maus eine Katze mit einer Pfanne vermöbelt, das kann ja nur gefährlich sein.

    Die Gewalt ist etwas, dass der Mensch nicht ablegen kann. Dafür braucht es keine Medien. Gewalt ist älter als alle Medien. Wer Gewalt in den Medien für die Gewalt auf der Welt verantwortlich machen will, der vertauscht Ursache und Wirkung.

  7. Re: Endlich!

    Autor: irata 22.06.11 - 01:08

    mackes schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Leider sieht die Realität anders aus:
    > www.psychology.iastate.edu/faculty/caa/abstracts/2000-2004/01ba.ap.pdf
    > um nur ein Beispiel zu nennen.

    Bin ja nicht vom Fach, aber wenn man von "umstritten", "Übertreibung" usw. liest
    http://en.wikipedia.org/wiki/Craig_A._Anderson
    ist es wohl extrem suggestiv von "Realität" zu sprechen,
    oder gar Diskussionen darüber als obsolet erklären zu wollen.
    Angedeutete Verschwörungstheorien wirken auch nicht gerade seriös.

  8. "kann"

    Autor: zZz 22.06.11 - 09:05

    es ist eben nur eine studie, aber eine ausgewogenere sichtweise ist schonmal ein guter anfang. aber man sollte auch das wichtigste wort in der überschrift nicht unterbewerten: "kann"

  9. Re: Endlich!

    Autor: mackes 22.06.11 - 11:09

    Bassa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und diese Studie ist allen anderen Studien überlegen, weil...? Weil sie
    > Deine Meinung wiedergibt?
    Wenn du sie gelesen und verstanden hättest, wüsstest du dass es sich um eine Metastudie handelt, die die Ergebnisse nahezu aller Studien zu dem Thema berücksichtigt (vgl. 483f). Deshalb ist dein Vorwurf hier nicht treffend. Übrigens hatte ich eine ganz andere Meinung zu dem Thema, bevor ich mich wissenschaftlich damit beschäftigen musste.
    > Würdest Du das Kolosseum in Rom auch zu den Medien zählen? Dort gab es
    > schließlich eine Menge Gewalt und das Publikum war wohl in der Regel
    > weniger gnädig als es hätte sein können.
    Ja, würde ich. Unsere Großeltern wurden durch Lieder, Schriften und das Verhalten der Erwachsenen zur Gewalt erzogen. Heute übernehmen das eben Filme und Spiele. Das heißt NICHT, dass jeder, der so etwas konsumiert, gewalttätig wird, aber der Zusammenhang ist statistisch signifikant.
    > Interessant finde ich einen wiederholt verwendeten Begriff in der Studie...
    > "some": "some degree", "some viewers", "some children".
    Das nennt sich wissenschaftliche Genauigkeit. Genauso wirst du in einer wissenschaftlichen Studie nie lesen, dass etwas "bewiesen" wurde, sondern lediglich, dass eine Theorie sich erhärtet hat.
    > Gegenteilige Aussagen werden als wirtschaftliche Interessen gebrandmarkt,
    > Studien, die genannt werden stützen die Aussage, dass die Medien die
    > Ursache sind. So wird auf den ersten Seiten der Zusammenhang bereits massiv
    > etabliert.
    Die Datengrundlage der Studie wird erläutert, s.o.
    > Der Vergleich der Gewalt in Medien mit einer Nikotinsucht ist auch sehr
    > interessant. Man setzt also eine physische Abhängigkeit mit einem
    > psychischen Effekt gleich.
    Du hast den Sinn des Vergleichs einfach nicht verstanden.
    > Oft ist in der Studie von Kindern die Rede. Aber die wenigsten Leute sind
    > der Meinung, dass man Kindern Zugang zu all der Gewalt in den Medien geben
    > sollte.
    Aber praktisch haben sie diesen Zugang nun einmal, wenn Gewaltdarstellungen gesellschaftlich akzeptiert sind.
    > Die Gewalt ist etwas, dass der Mensch nicht ablegen kann. Dafür braucht es
    > keine Medien. Gewalt ist älter als alle Medien. Wer Gewalt in den Medien
    > für die Gewalt auf der Welt verantwortlich machen will, der vertauscht
    > Ursache und Wirkung.
    Es geht nicht darum, Gewalt über Nacht völlig abzulegen. Händewaschen verhindert nicht alle Krankheiten, trotzdem gilt es als wirkungsvolles Mittel, die Ansteckungsrate zu vermindern. Wenn man erkennt, dass Mediengewalt zu einem Mehr an "realer" Gewalt führt, sollte man deiner Meinung nach trotzdem nichts ändern?

  10. Re: Endlich!

    Autor: mackes 22.06.11 - 11:18

    irata schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bin ja nicht vom Fach, aber wenn man von "umstritten", "Übertreibung" usw.
    > liest
    > en.wikipedia.org
    > ist es wohl extrem suggestiv von "Realität" zu sprechen,
    > oder gar Diskussionen darüber als obsolet erklären zu wollen.
    > Angedeutete Verschwörungstheorien wirken auch nicht gerade seriös.

    Die im Wikipedia-Artikel geäußerten (und möglicherweise berechtigten) Kritikpunkte richten sich vor allem gegen die Person und weniger gegen die Studie. Die Aussage als solche ist relativ unumstritten, wird durch unzählige Studien gestützt und gilt heute als Grundwissen der Sozialpsychologie.

  11. Re: Endlich!

    Autor: Trollversteher 22.06.11 - 11:23

    >Endlich mal eine Studie, die nicht pauschal gegen Gewaltspiele wettert.... Das sollte man mal den Pädagogen und Lehrern vorlesen ;)
    >Hier, im Pädagogikstudium, wird durchgehend gegen Computerspiele jeglicher Art gewettert... Es wird wirklich Zeit, dass man diese ganzen Ansichten mal ein wenig modernisiert - Die Studie ist doch mal ein guter Anfang!

    Wohl kaum. Es kann und wird ganz sicher nicht das Bestreben von Pädagogen sein, Aggressoren in einer Selbstbefriedigungs-und Enthemmungs-Dauerschleife vor dem Bildschirm zu bannen, damit sie weniger Schafen anrichten - die Aufgabe von Pädagogen und Sozialarbeitern ist es ja, die Ursachen von Aggression herauszufinden und an deren Beseitigung/Abbau zu arbeiten, nicht die Leute wegzusperren damit sie von der Straße sind - zumal, wenn sie dann mal auf die Straße gehen, sind sie derart mit Gewaltphantasien aufgeputscht und enthemmt (denn auch das besagt ja die Studie), daß sie jeden auseinander reißen, der sie nur schief anschaut - also interessant ist die Studie allemal, auch weil sie Lücken in den anderen Studien aufzeigt; aber wirklich nützliche Ergebnise, aus denen sich sinnvolle Lösungen ableiten lassen liefert sie nicht.

  12. Re: Endlich!

    Autor: pallenva 22.06.11 - 11:53

    mackes schrieb:
    > Dann schau doch einmal über den Tellerrand und besuche eine Einführung in
    > die Sozialpsychologie, dann bist du vielleicht derjenige, der seine
    > Ansichten über "Gewaltspiele" modernisieren muss ;)

    Dazu muss ich sagen, dass wir zum einen nur eine "Einführung in die Psychologie"-Vorlesung haben, in der es um nichts außer Motivation geht, zum anderen spreche ich auch nicht auf Psychologen an, sondern auf Pädagogen. Und da ich über genau dieses Thema eine Hausarbeit schreiben wollte, bin ich auch mit moderneren Texten vertraut und habe in unserer Unibib nicht einen gefunden, der Computerspiele (an sich, ich will mich gar nicht auf Gewaltspielchen beschränken) in jeglicher Form "gestattet". Dort ist sofort die Rede von Computerspielsucht, sozialer Abkapselung, etc.
    Das, was ich sagen wollte, war lediglich, dass ich es gut finde, dass hier nicht so gegen Spiele gewettert wird. Und meine Meinung ist nunmal (und ich spreche durchaus aus eigener Erfahrung), dass man Computerspiele und auch Gewaltspiele nicht immer so verteufeln soll. Nicht jeder, der Computerspiele spielt, seien es gewaltlose oder gewaltbeinhaltende, muss sich sozial abkapseln und selbst gewalttätig werden.
    Mehr wollte ich damit gar nicht aussagen.
    Und über meine Ansicht zu PC-Spielen mache ich mir auch nicht so die Sorgen, weil ich schon zu den moderneren in unserem Studiengang gehöre, die es wirklich als unproblematisch ansehen, wenn ein Kind/ein Jugendlicher seinen PC auch regelmäßig für Spiele nutzt. Du solltest mal meine Kommilitonen und einige meiner Profs hören, die leben, was das angeht, im Mittelalter. Dort herrscht das Ideal von dem Zögling, der immer sozial beschäftigt ist. Dass ein Kind und ein Jugendlicher mal Zeit für sich braucht, besonders in der heutigen Zeit, wo soziale Kontakte mit derart vielen Rollenerwartungen und -aufgaben belegt sind, finde ich durchaus verständlich.




    Ry schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe in den letzten vier Monaten mindestens 7 Studien gelesen die
    > "nicht pauschal gegen Gewaltspiele wettern" sondern diese eher hoch halten.
    > Musst dich mal umgucken.

    Entschuldige ;) Ich bin hauptsächlich auf dem Stand unserer UniBib, da man sich für die meisten Hausarbeiten vom Internetquellen etc. fernhalten soll, sodass ich zu diesen Studien irgendwie leider keinen Zugang bekommen hab :) Werde mich da aber nun auch mal weiter schlau machen :) Danke für die Info.




    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wohl kaum. Es kann und wird ganz sicher nicht das Bestreben von Pädagogen
    > sein, Aggressoren in einer Selbstbefriedigungs-und
    > Enthemmungs-Dauerschleife vor dem Bildschirm zu bannen, damit sie weniger
    > Schafen anrichten - die Aufgabe von Pädagogen und Sozialarbeitern ist es
    > ja, die Ursachen von Aggression herauszufinden und an deren
    > Beseitigung/Abbau zu arbeiten, nicht die Leute wegzusperren damit sie von
    > der Straße sind - zumal, wenn sie dann mal auf die Straße gehen, sind sie
    > derart mit Gewaltphantasien aufgeputscht und enthemmt (denn auch das besagt
    > ja die Studie), daß sie jeden auseinander reißen, der sie nur schief
    > anschaut - also interessant ist die Studie allemal, auch weil sie Lücken in
    > den anderen Studien aufzeigt; aber wirklich nützliche Ergebnise, aus denen
    > sich sinnvolle Lösungen ableiten lassen liefert sie nicht.

    Ich habe nie und mit keinem Wort gesagt, dass Pädagogen Jugendliche vor den PC setzen wollen sollen oder ähnliches. Ich werde auch niemals sagen, dass es gut ist, wenn Kinder ihre gesamte Zeit vor dem PC verbringen.
    Also bitte ich dich, nicht so viele negative Aussagen in meinen kleinen Kommentar reinzulesen. Mir ging es lediglich darum, dass Gewaltspiele und Computerspiele allgemein (im Pädagogikstudium) nicht immer als pauschal schlecht angesehen werden sollen. Und das ist bei uns nun leider der Fall. Mir geht es darum, dass man akzeptiert, dass die Jugendlichen diese Spiele spielen, natürlich in Maßen. Und so lange man keinen labilen Jugendlichen solchen Spielen aussetzt, haben sie nunmal auch keinen schadvollen Einfluss. Man kann(!) Computerspiele auch einfach nur zum "Chillen" nutzen oder halt einfach zum Spaß spielen. Sie ersetzen keine Beratungen, Therapien und sozialen Kontakte, aber liefern eine gute Möglichkeit, Zeit für sich allein zu haben und sich so zu beschäftigen, dass man Spaß hat.
    Das war mein Anliegen. Und immerhin studiere ich Pädagogik und möchte mich später auch mit Jugendlichen beschäftigen. Aber man findet glaub ich leichter einen Zugang zu ihnen, wenn man offen für ihre Interessen ist. Und ich habe in der Vergangenheit auch regelmäßig Computerspiele jeglicher Art gespielt, deswegen bin ich nicht negativ beeinflusst worden. Ich habe ein gesundes soziales Umfeld und bin weder gewalttätig noch absolut gesellschaftsunfähig und das dafür wichtige ist, so glaube ich, einfach das Maß an Computerspielzeit und die richtige Verarbeitung. Und wenn ein Jugendlicher nicht in der Lage ist, die mediale Gewalt richtig zu verarbeiten, dann ist das schon ein großes Problem, welches nicht nur durch Computerspiele sondern auch durch alle anderen Medien zu Gewalttätigkeit führen kann. Wenn es nämlich nicht am individuellen Jugendlichen, sondern wirklich an den Gewaltspielen liegen würde, dann müsste es auf dieser Welt einige Tausende Kriminelle mehr geben (bei den Verkaufszahlen benannter Spiele).
    Und wenn ein Zögling Probleme mit der Verarbeitung von solchen Spielen/Szenen/Filmen etc. hat, dann ist es selbstverständlich Aufgabe einer ausgebildeten Fachkraft, dieses Problem professionell anzugehen, keine Frage.

    Und was ich gern nochmal loswerden würde: Ich bin zwar noch neu in diesem Forum, aber ich finds echt ein bisschen schade, dass alle gleich so einen aggressiven Ton an den Tag legen. Diskussionen kann man doch auch ohne vorwurfsvolle, angreifende Untertöne führen ;)

  13. Re: Endlich!

    Autor: mackes 22.06.11 - 12:23

    pallenva schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dazu muss ich sagen, dass wir zum einen nur eine "Einführung in die
    > Psychologie"-Vorlesung haben, in der es um nichts außer Motivation geht,
    > zum anderen spreche ich auch nicht auf Psychologen an, sondern auf
    > Pädagogen.
    Mir sind die Ansichten der Pädagogen aus eigener Erfahrung wohlbekannt, und ich kann nicht nachvollziehen, warum Psychologie in vielen pädagogischen Studiengängen immer noch eine so untergeordnete Rolle spielt.
    > bin ich auch mit moderneren Texten vertraut und habe in unserer
    > Unibib nicht einen gefunden, der Computerspiele (an sich, ich will mich gar
    > nicht auf Gewaltspielchen beschränken) in jeglicher Form "gestattet". Dort
    > ist sofort die Rede von Computerspielsucht, sozialer Abkapselung, etc.
    Das trifft zu. Die Betrachtung aus pädagogischer Sicht ist eigentlich immer durch (vermeintliche) Problemstellungen motiviert. Anders gesagt: Wenn alles gut läuft, muss man auch nichts untersuchen. Allerdings gibt es auch einige Arbeiten, die sich mit dem Potenzial von Lernspielen etc. beschäftigen.
    > Nicht jeder, der
    > Computerspiele spielt, seien es gewaltlose oder gewaltbeinhaltende, muss
    > sich sozial abkapseln und selbst gewalttätig werden.
    Das ist ein logischer Fehlschluss, dem viele unterliegen. Beispiel: Mein Opa ist als Kettenraucher mit 2 Schachteln am Tag 97 Jahre alt geworden. Kann man daraus jetzt schließen, dass Rauchen die Lebenserwartung nicht senkt? Es geht um statistisch nachweisbare Zusammenhänge, nicht um den Einzelfall. Ich habe selber jahrelang CS gespielt und bin nicht gewalttätig geworden, trotzdem würde ich das nicht verallgemeinern..
    > Und über meine Ansicht zu PC-Spielen mache ich mir auch nicht so die
    > Sorgen, weil ich schon zu den moderneren in unserem Studiengang gehöre, die
    > es wirklich als unproblematisch ansehen, wenn ein Kind/ein Jugendlicher
    > seinen PC auch regelmäßig für Spiele nutzt.
    Ich habe es anders erlebt. Als uns in der VL (in der auch viele Pädagogen saßen) die Forschung zu den Auswirkungen von Gewaltdarstellungen nahe gebracht wurde, gab es hitzige Diskussionen und viel Widerspruch. Vor allem natürlich von den Kommilitonen, die während der VL gerne mal zocken ;)

  14. Re: Endlich!

    Autor: pallenva 22.06.11 - 14:46

    mackes, ich beneide dich!
    Wenn ich in einer Vorlesung sitze, egal, welche, gibt es dort eine winzige Minderheit von etwa 10 unter 140, die überhaupt mal Computerspiele spielen. Die übrigen sind reine Sozialmenschen, die sowas "nie" machen und es absolut schrecklich finden. Das sind dann die Experten, die von sozialer Abkapselung sprechen und davon, dass man mit einem eigenen Computer, der einem immer zur Verfügung steht, keine Chancen zu einer guten Entwicklung hat. (Mein Argument, dass ich selbst immer einen Computer hatte, wird als nichtig, weil Ausnahme, abgetan.) Und natürlich hast du recht, dass man einen einzelnen Fall nicht verallgemeinern kann, aber genau das wird in den Medien und pädagogischen Werken meiner Meinung nach getan. Nur, weil viele Gewalttätige Gewaltspiele spielen, sehe ich da einfach noch keinen Zusammenhang... Wer hat heutzutage noch nie so ein Spiel gespielt?
    Ich finde einfach, dass es ein Thema ist, das absolut falsch angegangen wird. Und ich sehe einfach keinen so krassen Zusammenhang zwischen gewalttätigen Jugendlichen und Gewaltspielen. Gewalttätige Jugendliche gibt es seit hunderten von Jahren, Gewaltspiele nicht. Also wo ist der genaue Zusammenhang? Vielleicht drehen manche Jugendliche auch einfach durch, weil sie den lieben langen Tag Erwartungen und Aufgaben ausgesetzt sind und eine feste Rolle spielen müsssen. Sicher hat bei dem ein oder andren Jugendlichen das Gewaltleben am PC eine negative Auswirkung, aber an eine kausale Beziehung kann ich nicht so recht glauben.

    mackes schrieb:
    -------------------------------------------------------------------------------
    > Mir sind die Ansichten der Pädagogen aus eigener Erfahrung wohlbekannt, und
    > ich kann nicht nachvollziehen, warum Psychologie in vielen pädagogischen
    > Studiengängen immer noch eine so untergeordnete Rolle spielt.

    Da möchte ich mich vollkommen anschließen! Ich bin nun, nach angefangenem Pädagogikstudium, auch sehr enttäuscht von dem gesamten Studiengang. Er ist meiner Meinung nach einfach realitätsfern. Und auch mir fehlt der psychologische, realitätsnahe Teil, in dem wir wirklich etwas über den Menschen lernen. Was hilft es mir schon, wenn ich weiß, dass Babys im Mittelalter an Bäume gehängt wurden, wenn ich nichtmal weiß, was in meinem jugendlichen Gegenüber später vorgeht?
    (Aber zum Glück wechsel ich nun eh in den Informatiker-Teil der Uni... Vielleicht eine schlimme Folge meiner unbegrenzten Computernutzung :D)

    Naja, wahrscheinlich ist das eh ein Thema, das man totdiskutieren kann. Ist vielleicht auch viel besser, dass es so viele unterschiedliche Meinungen gibt, sonst würde es wahrscheinlich zu einer totalen Sperre von Gewaltspielen oder zum gegenteiligen totalen Tolerieren von Gewalt in Computerspielen führen...
    Auf jeden Fall gut, durch diese Diskussion mal wieder Denkanstöße bekommen zu haben :)

  15. Re: Endlich!

    Autor: nero negro 24.06.11 - 11:37

    >Das heißt NICHT, dass jeder, der so etwas konsumiert, gewalttätig wird, aber der Zusammenhang ist statistisch signifikant.

    Ursache <== Wirkung

    Ein Zusammenhang alleine sagt noch überhaupt nichts aus

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