1. Foren
  2. Kommentare
  3. Games
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Keine Jugendfreigabe: Bulletstorm in…
  6. Thema

Um der Zensur zu entgehen ...

Helft uns, die neuen Foren besser zu machen! Unsere kleine Umfrage dauert nur wenige Sekunden!
  1. Thema
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Ekelpack 09.02.11 - 12:40

    Freepascal schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man kann doch nicht ernsthaft
    > fordern, dass es zur Freiheit in einem Rechtsstaat gehört, virtuell
    > Menschen zu zerstückeln oder ähnliches.

    Man muss es sogar fordern. Der richtige Weg ist nämlich zu hinterfragen, ob etwas verboten sein muss und nicht ob etwas erlaubt sein darf.
    Dafür leben wir hier nunmal in einem Rechtsstaat und der sieht nunmal vor, dass grundsätzlich alles erlaubt sein muss, was nicht explizit verboten ist.
    Und alles was verboten ist, muss sich erstens am Grundgesetz und zweitens an der Verhältnismäßigkeit messen lassen.
    Das Grundgesetz sieht nunmal vor, dass Zensur, und damit ist auch mittelbare Zensur gemeint, nicht stattfindet. Zusätzlich könnten einem in diesem Zusammenhang die Freiheit der Kunst, Meinungsfreiheit und Berufsfreiheit Kopfschmerzen machen.
    Fraglich ist zumden ob in dem ganzen Thema die Verhältnismäßigkeit gewahrt wird.
    Verhältnismäßig bedeutet, dass eine Maßnahme "geeignet", "erforderlich" und "angemessen" ist.
    Um "geeignet" zu sein, muss eine Maßnahme (z. B. ein Gesetz) erstmal einen Zweck haben, und diesen dann auch erfüllen.
    Ob ein Jugendschutzprogramm wie das deutsche geeignet ist, um Jugendliche zu schützen, ist mehr als fraglich. Aber diese Diskussion ist an dieser Stelle müßig.

    > Gerade die brutalen Spiele sind an Kinder bzw. Jugendliche gerichtet, auch
    > wenn die Hersteller gerne von Erwachsenenspielen reden. Das hat auch nichts
    > mit künstlerischer Freiheit zu tun, sondern ist wirtschaftliches Denken der
    > Hersteller. Warum kannte vor ein paar Jahren jeder Postal 2 oder Manhunt,
    > obwohl die Spiele selbst eher mäßig waren? Weil extreme Gewaltdarstllungen
    > Publicity bringen.

    Die Spiele sind an diejenigen gerichtet, an die sie gerichtet sind.
    Wenn dort "Ab 18" drauf steht, dann sind diese für Erwachsene. Es gibt bereits genügend Mechanismen, um zu überprüfen, dass auch nur Erwachsene Erwachsenenmedien beziehen. Man schaue sich den Literatur oder Filmbereich an.
    Stelle dir doch einfach einen gewaltexissiven Film vor. Z. B. Inglourious Basterds.
    Würde man dort ähnliche Maßstäbe ansetzen, wie bei Spielen, würde der Film von schwarzen Balken nur so wimmeln und nur noch halb so lang dauern.
    Statt dessen erhält er aber einen Filmpreis.
    Eventuell müsste man dort auch Artikel 3 GG bemühen, denn welches Medium der Künstler bemüht (Film oder Spiel), sollte keinen Einfluss auf die Behandlung durch den Staat haben.

    > Vielleicht mal ein paar Fragen, die man sich selbst stellen kann: Was
    > bleibt von einem Spiel übrig, wenn man die Gewaltszenen entfernt? Oder auch
    > die Umkehrung: Was bringt mir die Gewalt zusätzlich für das Spielerlebnis?
    > Und wenn ein Spiel wirklich gut ist, und es um Teamgeist, Taktik und
    > ähnliches geht, wozu dann noch ausufernde Gewaltdarstellungen?

    Für jeden Topf gibt es einen Deckel. Die einen wollen Taktik, die anderen nicht. Die einen wollen Teamgeist, die anderen nicht.
    Dass einem der Staat aber oktoiert, was man zu wollen hat, ist absolut inakzeptabel.

    > Ich bin übrigens weit weg davon, dass nur Nintendogs oder Schach gespielt
    > werden sollte. Nein, Actionspiele sind völlig in Ordnung und da darf auch
    > jemand sterben, aber exzessive Gewaltdarstellungen werden in der Mitte der
    > Gesellschaft nie ankommen und so sollte man sich entscheiden: Will man
    > Computerspielen als ein durchgängig akzeptiertes Hobby etablieren oder will
    > man der "coole" Außenseiter sein, der die ganzen brutelen und "verbotenen"
    > Sachen spielt.

    Das ist nicht die Frage. Die Frage ist vielmehr: Brauchen wir eine Moralpolizei, oder trauen wir unseren Bürgern eine eigene Ethik zu?
    Und wenn wir unseren Bürgern keine Ethik zutrauen und ihnen eine gewisse Moral aufzwängen, sind wir dann besser als Sittenwächter der Tabliban?
    Und was wäre der nächste Schritt? Faustlange Bräte wie in islamistischen Staaten? Züchtige Frisuren und Kleidung wie in Nordkorea?

  2. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Prypjat 09.02.11 - 12:44

    Tiles schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Doch, kann man. Genau da fängt die Freiheit an. Was ich virtuell privat
    > anstelle hat niemanden etwas anzugehen solange ich damit kein Verbrechen
    > begehe.
    >
    > Ich schreibe dir doch auch nicht vor welches Buch du zu lesen hast.
    > Liebesszenen, iiieh. Man kann doch nicht ernsthaft fordern dass man lesen
    > kann wie jemand jemandem anderen eine Zunge in den Hals schiebt. Wie
    > pervers! Das gehört rausgeschnitten! Also das geht ja nun wirklich nicht.

    Diese ganze Diskussion hier erinnert mich ungemein an Religionen.
    Die einen sagen, "Du darfst das nicht", die anderen sagen, "Du darst dies nicht".

    Das es Gesetze geben muss, dürfte hier jedem klar sein. Und für Spiele solcher Art, haben wir schon ein Jugendschutzgesetz. Dieses Jugendschutzgesetz schützt Kinder und Jugendliche bis zum achtzehnten Lebensjahr. Da diese Spiele aber ab dem achtzehnten Lebensjahr erst erhältlich sind, erübrigt sich eine Beschneidung dieser Software, da es keine Inhalte gibt, die gegen Deutsche Gesetze verstoßen. Desweiteren sind die Gewaltdarstellungen so überspitzt dargestellt, dass jedem klar sein sollte, dass es keine Realität darstellen soll und kann. Wenn dieser Unterschied nicht gemacht werden kann, müssten Filme wie Kill Bill verboten werden. Diese Art der Überspitzten Gewaltdarstellung nennt man Künstlerische Freiheit. Wo soll dort also der Unterschied gemacht werden? Warum werden Spiele, welche erst ab dem achtzehnten Lebensjahr gekauft und konsumiert werden geschnitten? Egal ob vom Publisher präventiv oder im nachhinein weil es die Jugendschutzbehörde verlangt?
    Ich habe mit 14 Jahren meinen ersten Porno und mit 13 Jahren die ersten Horrorfilme konsumiert. Die hätte ich nicht haben dürfen, aber jeder Jugendschutz ist nur so gut, wie das Versteck der Eltern. ;)
    Also denkt mal drüber nach. (an die Weltverbesserer gerichtet)

  3. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Tiles 09.02.11 - 13:13

    >Da diese Spiele aber ab dem achtzehnten Lebensjahr erst erhältlich sind, erübrigt sich eine Beschneidung dieser Software, da es keine Inhalte gibt, die gegen Deutsche Gesetze verstoßen.

    Womit wir wieder am Anfang wären. Das Spiel ist ab 18, und es ist beschnitten. Ich krieg schon wieder nen Hals :D

  4. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: DaScorp 09.02.11 - 13:20

    Naja, man muss wohl die Geschichte "fressen".

    Bestellt euch einfach alle die Ösi-Version sofern es eine gibt. Die ist auch lokalisiert und mit allen Gore/Zerteilungs/Ragdoll effekten! - alternativ die GB-Version...

    Wenn das alle machen würden, würde sich die USK schon selber die Frage stellen wozu die eigentlich noch da sind, vielleicht um den deutschen Gamemarkt zu zerstören? Blockbuster werden immer explizite Gewaltdarstellungen beherbergen!

  5. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Freepascal 09.02.11 - 13:27

    Noch einmal: Indizierte Spiele dürfen _völlig legal_ gekauft werden. Man darf auch, anders als in manchem Forum behauptet, ihre Namen nennen und man darf sie spielen.

    Wenn du indizierte Spiele willst, gehe in den Spieleladen deiner Wahl, kaufe sie und habe Spaß damit. Und ich hoffe für dich, dass du nie wirklich unter staatlicher Bevormundung, wie es sie in Nordkorea gibt, leiden musst. Vielleicht wird dir die Absurdität deiner Aussagen bewusst, wenn du das mal mit jemandem diskutierst, der tatsächlich unter einem totalitären Regime gelitten hat.

  6. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: ~jaja~ 09.02.11 - 13:42

    Youssarian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nicht im eigentlichen Sinne, aber nun gut: Diese "Zensur" hat der
    > Hersteller vorgenommen.

    Gezwungen durch den Druck, keine USK Freigabe zu bekommen. Du kennst die Zusammensetzung der USK?

    > Gern: Wer perverse Tötungsriten virtuell begehen möchte, soll das abseits
    > der Öffentlichkeit und vor allem aller Kinder und Jugendlichen tun.

    Der Satz disqualifiziert dich allein durch die Benutzung des Wortes pervers.

    "Let us hear the suspicions. I will look after the proofs." Sherlock Holmes - The Adventure of the Three Students

  7. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Insomnia88 09.02.11 - 13:48

    Youssarian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nicht im eigentlichen Sinne, aber nun gut: Diese "Zensur" hat der
    > Hersteller vorgenommen.

    Du scheinst hier irgendwie den Kontext zu übersehen.
    Ja, die Zensur hat der Hersteller durchgeführt aber wer hat ihn dazu gebracht?
    Wenn er es gern so schön geschnitten hätte, wäre es garnicht erst geschnitten worden - logisch, ne?!
    Das ist wie "Warum schlägst du dich selbst?" Antwort: Weil du sonst hier nicht spielen darfst.

    Ich denke du weißt das auch, also warum reitest du darauf rum? Er hat es sogar richtig formuliert …

    Übrigens hat Freepascal recht :)
    Obwohl es echt lächerlich ist, was für Spiele z.B. unter Beschlagnahmung fallen. Silent Hill (1. Teil z.B.), wobei ich den 4. als noch verstörender empfand.

  8. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: DaScorp 09.02.11 - 13:49

    Freepascal schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Noch einmal: Indizierte Spiele dürfen _völlig legal_ gekauft werden. Man
    > darf auch, anders als in manchem Forum behauptet, ihre Namen nennen und man
    > darf sie spielen.
    >
    > Wenn du indizierte Spiele willst, gehe in den Spieleladen deiner Wahl,
    > kaufe sie und habe Spaß damit. Und ich hoffe für dich, dass du nie wirklich
    > unter staatlicher Bevormundung, wie es sie in Nordkorea gibt, leiden musst.
    > Vielleicht wird dir die Absurdität deiner Aussagen bewusst, wenn du das mal
    > mit jemandem diskutierst, der tatsächlich unter einem totalitären Regime
    > gelitten hat.

    Du sagst das die C64 und Amiga Generation inzwischen Erwachsen ist.
    Und das ist richtig! Dennoch sitz ich im Auto mit meinem Anzug und Spiele (wie damals Moonstone, etc.) Games die expliziten Content aufweisen. Warum? Weil ich diese Spiele in !keinster! weise mit der Realität verbinde! So sehen das auch Millionen andere Zocker - wer ist schon so behämmert mit 'nem umgebauten Nagelwerfer durch die Altstadt zu rennen um zu gucken wie die Körper fliegen wenn man mit dem Teil draufhält?

    Trotzdem machen gerade diese (Meist physikalisch korrekten) Effekte den reiz aus.
    Weils einfach lustig aussieht und man sein "Frag" noch visuell bestätigt bekommt.
    Kurz um - es macht einfach spaß! - ohne irgendwelche hintergedanken zu haben wie es sich wohl in der richtigen Welt verhalten würde...

    Ich finds sowiso absurd Computerspiele (Reaktionstest, mit anderen Spielern messen, etc.) mit Opfern eines Regime in einem Satz zu packen...
    Das Opfer bekommt ja auch kein Trauma wenn es bei RTL Boxen schaut und sich daran erinnert wie er immer eins ins Gesicht bekommen hat...

    ------------------------------------------------------------------------

  9. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Tiles 09.02.11 - 13:53

    >Wenn du indizierte Spiele willst, gehe in den Spieleladen deiner Wahl, kaufe sie und habe Spaß damit. Und ich hoffe für dich, dass du nie wirklich unter staatlicher Bevormundung, wie es sie in Nordkorea gibt, leiden musst. Vielleicht wird dir die Absurdität deiner Aussagen bewusst, wenn du das mal mit jemandem diskutierst, der tatsächlich unter einem totalitären Regime gelitten hat.

    Ochja, und weil ein wenig Zensur nicht so schlimm ist wie totale Zensur muss ich jetzt zufrieden sein? Sorry, bin ich nicht. Auch ein wenig Zensur ist und bleibt Zensur.

  10. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: ~jaja~ 09.02.11 - 14:09

    Youssarian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Freiwilliger Zwang" würde besser passen, denn ohne FSK/USK hätte der Staat
    > das eben in die Hand nehmen müssen. (Tat er bisweilen ja auch.)

    Das tut der Staat bereits.

    2 Vertreter von Verbänden Computerspielwirtschaft
    2 Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden (Staatliche Behörde)
    1 Vertreter der Obersten Bundesjugendbehörde (Staatliche Behörde)
    2 Vertreter von freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe
    1 Vertreter der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (Staatliche Behörde)2 Vertreter der Kirchen, den jüdischen Kultusgemeinden und anderen Religionsgemeinschaften
    1 Vertreter der Jugendschutzsachverständigen
    1 Vertreter der Medienpädagogik
    1 juristischer Sachverständiger
    1 Vertreter der Kommission für Jugendschutz der Landesmedienanstalten (Staatliche Behörde)

    Im Detail ist es gar noch schlimmer. Durch das merkwürdige Regelwerk können erheblich mehr staatliche Vertreter in einem Gremium sitzen.
    Ganz wichtig ist hier, dass bei Beschlüssen 2/3 Mehrheit erreicht werden muss, von daher hat der Staat quasi Sperrminorität.

    Wo das noch eine SELBSTkontrolle sein soll, ist mir ein Rätsel.

    "Let us hear the suspicions. I will look after the proofs." Sherlock Holmes - The Adventure of the Three Students

  11. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Youssarian 09.02.11 - 14:36

    Tiles schrieb:

    >> Da diese Spiele aber ab dem achtzehnten Lebensjahr erst erhältlich sind,
    >> erübrigt sich eine Beschneidung dieser Software, da es keine Inhalte gibt,
    >> die gegen Deutsche Gesetze verstoßen.

    > Womit wir wieder am Anfang wären. Das Spiel ist ab 18, und es ist
    > beschnitten. Ich krieg schon wieder nen Hals :D

    Dein Hals behindert offenbar die ausreichende Durchblutung der oberen Extremitäten:

    Das Spiel wurde vom Hersteller beschnitten, weil der Hersteller eine Version auf dem deutschen Markt vertreiben möchte, die er auch bewerben und initiativ anbieten darf. Es steht dem Hersteller frei, zusätzlich oder stattdessen eine ungeschnittene Version seines Spieles auch in Deutschland zu verkaufen. Dessen erwartbare Indizierung bedeutet, dass er diese Version in Deutschland nicht bewerben und auch nicht initiativ anbieten darf. Die Version unterläge damit den gleichen Einschränkungen wie pornografische Medien.

    Würdest Du jetzt also bitte endlich anfangen, auf den Hersteller einzudreschen? Oder möchtest Du weiterhin dafür plädieren, dass extreme Gewalt und harte Pornographie öffentlich und vor Kindern und Jugendlichen dargestellt wird? (Genau das machen Du und Deine Kom(a)pagnons nämlich.)

  12. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Youssarian 09.02.11 - 14:39

    Vradash schrieb:

    >> Ja, vom Hersteller. Es steht ihm allerdings frei, eine ungeschnittene
    >> Version über die Infrastruktur der Pornoläden zu vertreiben.

    > Was ist denn das für ein Argument? Das soll jetzt alles rechtfertigen?

    Was "alles"? Das Werbeverbot für extreme Gewaltdarstelllung ist gerechtfertigt.
    Um mehr geht es nicht.

  13. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Youssarian 09.02.11 - 14:54

    ~jaja~ schrieb:

    >> "Freiwilliger Zwang" würde besser passen, denn ohne FSK/USK hätte der
    >> Staat das eben in die Hand nehmen müssen. (Tat er bisweilen ja auch.)

    Hiermit bezog ich mich auf den vorherigen Zustand, als die Einstufungen der USK für die Anbieter freiwillig waren. Hier musste dann die "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften" (jetzt: "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" BPjM) entscheiden.

    > Das tut der Staat bereits.

    Jetzt ist die Freigabe der USK verpflichtend, bzw. werden nicht freigegebene Medien wie USK18 behandelt. Das heißt, der Hersteller kann sein ungeschnittenes Spiel ungehindert auf den deutschen Markt bringen. Erst dann würde sich die BPjM auf Antrag des Spiels annehmen.

    > Im Detail ist es gar noch schlimmer. Durch das merkwürdige Regelwerk können
    > erheblich mehr staatliche Vertreter in einem Gremium sitzen.

    Was ist eigentlich schlimm an "staatlichen Vertretern"?

    > Ganz wichtig ist hier, dass bei Beschlüssen 2/3 Mehrheit erreicht werden
    > muss, von daher hat der Staat quasi Sperrminorität.

    Gut. Und?

    > Wo das noch eine SELBSTkontrolle sein soll, ist mir ein Rätsel.

    Der Hersteller kann sein Spiel auf eigene Verantwortung ohne USK-Freigabe auf den deutschen Markt bringen, wird es indiziert, kann er dagegen klagen. Das alles passiert aber nicht, weil zumindest für dieses Spiel ein gesellschaftlicher Konsens vorhanden ist: Das soll nicht beworben werden dürfen.

  14. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Ekelpack 09.02.11 - 14:57

    Freepascal schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Noch einmal: Indizierte Spiele dürfen _völlig legal_ gekauft werden. Man
    > darf auch, anders als in manchem Forum behauptet, ihre Namen nennen und man
    > darf sie spielen.

    Ob der Staat nun direkt zensiert, oder mittelbar Fakten schafft, die eine uneingeschränkte Teilhabe an den Medien verhindert, macht keinen Unterschied.
    Schließlich waren es ja auch die Provider in Ägypten, die die Internetzugänge ausgeschaltet haben. Also kann man da kaum von Zensur sprechen, oder?
    Alles was im vermeindlich Kleinen beginnt, ufert später aus.
    Erst wird die Vermarktung unliebsamer Spiele erschwert, dann verboten, dann werden nur noch "erwünschte" Filme gezeigt und später machen wir wieder einen Fackelmarsch zur Bücherverbrennung?
    Wo soll man dort bitte die Grenze ziehen? Und sollte man nicht von vorn herein jedwede Fehler der Vergangenheit vermeiden?

    > Wenn du indizierte Spiele willst, gehe in den Spieleladen deiner Wahl,
    > kaufe sie und habe Spaß damit. Und ich hoffe für dich, dass du nie wirklich
    > unter staatlicher Bevormundung, wie es sie in Nordkorea gibt, leiden musst.
    > Vielleicht wird dir die Absurdität deiner Aussagen bewusst, wenn du das mal
    > mit jemandem diskutierst, der tatsächlich unter einem totalitären Regime
    > gelitten hat.

    Was soll daran absurd sein? Zensur, und sei es faktische, beginnt nunmal im Kleinen.

  15. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Ekelpack 09.02.11 - 15:02

    Youssarian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Spiel wurde vom Hersteller beschnitten, weil der Hersteller eine
    > Version auf dem deutschen Markt vertreiben möchte, die er auch bewerben und
    > initiativ anbieten darf. Es steht dem Hersteller frei, zusätzlich oder
    > stattdessen eine ungeschnittene Version seines Spieles auch in Deutschland
    > zu verkaufen. Dessen erwartbare Indizierung bedeutet, dass er diese Version
    > in Deutschland nicht bewerben und auch nicht initiativ anbieten darf. Die
    > Version unterläge damit den gleichen Einschränkungen wie pornografische
    > Medien.

    Dem Hersteller wird allerdings von Staat angedroht, eine Indizierung zu erhalten, wenn er sein Werk nicht den Vorstellungen der Moralpolizei entsprechend verfremdet.
    Es ist letztlich der Staat, der diese "Verfremdung" initiiert.
    Man spricht dabei übrigens von mittelbarer Wirkung.

  16. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: ~jaja~ 09.02.11 - 15:10

    Youssarian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hiermit bezog ich mich auf den vorherigen Zustand, als die Einstufungen der
    > USK für die Anbieter freiwillig waren. Hier musste dann die
    > "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften" (jetzt:
    > "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" BPjM) entscheiden.

    Dieser frühere Zustand ist aber schon seit dem 1. April 2003 vorbei.
    Die BPjS wurde nur auf Antrag tätig.

    > Jetzt ist die Freigabe der USK verpflichtend, bzw. werden nicht
    > freigegebene Medien wie USK18 behandelt. Das heißt, der Hersteller kann
    > sein ungeschnittenes Spiel ungehindert auf den deutschen Markt bringen.
    > Erst dann würde sich die BPjM auf Antrag des Spiels annehmen.

    Und was genau hat das jetzt mit dr staatlichen Einflussnahme zu tun?

    > Was ist eigentlich schlimm an "staatlichen Vertretern"?

    Grundgesetz Artikel 5. Der Verdacht, dass dieser hier ausgehebelt wird, ist gegeben.

    > Gut. Und?

    Tolles Argument, wenn einem alle anderen ausgehen.

    > Der Hersteller kann sein Spiel auf eigene Verantwortung ohne USK-Freigabe
    > auf den deutschen Markt bringen, wird es indiziert, kann er dagegen klagen.
    > Das alles passiert aber nicht, weil zumindest für dieses Spiel ein
    > gesellschaftlicher Konsens vorhanden ist: Das soll nicht beworben werden
    > dürfen.

    Du hast keine Ahnung. Keine USK Freigabe heisst, es muss behandelt werden wie indiziert. Das heisst inklusive aller Vertreibsbeschränkungen.

    Du solltest dich aus Diskussionen heraushalten, wenn du nichts als Halbwissen und deine eigene Meinung beitragen kannst.

    "Let us hear the suspicions. I will look after the proofs." Sherlock Holmes - The Adventure of the Three Students

  17. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Tiles 09.02.11 - 15:19

    Mit meiner Durchblutung ist alles in Ordnung, danke. An deiner zweifel ich allerdings grade ein wenig. Du zeigst jedenfalls alle Symptome einer gehirngewaschenen weichen Birne ohne weiteren Mehrdenkwert. Und wenn du weitehin so polemischen Schmarrn von dir gibst können wir auch gern auf einem ganz anderen Niveau weiterdiskutieren. Mal sehen wer mehr Schimpfwörter und polemische Tricks kennt.

    >Das Spiel wurde vom Hersteller beschnitten, weil der Hersteller eine Version auf dem deutschen Markt vertreiben möchte, die er auch bewerben und initiativ anbieten darf. Es steht dem Hersteller frei, zusätzlich oder stattdessen eine ungeschnittene Version seines Spieles auch in Deutschland zu verkaufen. Dessen erwartbare Indizierung bedeutet, dass er diese Version in Deutschland nicht bewerben und auch nicht initiativ anbieten darf. Die Version unterläge damit den gleichen Einschränkungen wie pornografische Medien.

    >Würdest Du jetzt also bitte endlich anfangen, auf den Hersteller einzudreschen? Oder möchtest Du weiterhin dafür plädieren, dass extreme Gewalt und harte Pornographie öffentlich und vor Kindern und Jugendlichen dargestellt wird? (Genau das machen Du und Deine Kom(a)pagnons nämlich.)

    Das ist absoluter Unfug den du hier von dir gibst, sorry.

    Die USK ist NICHT der Hersteller. Und auch der Gesetzgeber der das USK Siegel ans Jugendschutzgesetz gekoppelt hat ist NICHT der Hersteller. Die Zensur geht demnach NICHT vom Hersteller aus. Sondern vom Staat. Per Gesetz und Willkür durch das USK Siegel. Der Hersteller will nur sein Spiel an den Mann bringen und möglichst viel Gewinn mit seinem Produkt machen.

    Ich plädiere NICHT für harte Pornographie für Kinder und Jugendliche. Auch wenn du es immer wieder so hindrehen willst. Dieses Ballerspiel hat NICHTS mti Pornographie zu tun. Und es hat auch NICHTS mit Kindern zu tun. Dass du das hier immer und immer wieder versuchst ins Spiel zu bringen ist hahnebüchen.

    Nochmal, vielleicht so dass auch du es verstehst. Wir reden von einem Werk für ERWACHSENE. Ab 18. Ob es wirklich ab 18 ist darüber liesse sich streiten, und wäre ein gesonderter Aufreger für sich. Aber es ist durch diese Kennzeichnung ab 18 nicht für Kinder, und auch nicht für Jugendliche. Es ist ganz deutlich ein Werk für Erwachsene. Welches im Namen des JUGENDSCHUTZES, bitte noch mal auf der Zunge zergehen lassen, im Namen des JUGENDSCHUTZES, zensiert und zerhackstückelt wird. Ich als Erwachsener werde als Jugendlicher behandelt und zensiert. Das ist was mich hier so aufregt.

    Und Leute wie du natürlich. Die regen mich am Meisten auf. Meine Fresse. Für manche Leute sollte man echt nen Wahlrechtsführerschein einführen. Hey, das lässt sich sicher auch irgendwie mit Jugendschutz begründen ...

  18. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Ekelpack 09.02.11 - 15:25

    Schon klar...

    Was auch immer, Du schreibst dem falschen.

  19. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Prypjat 09.02.11 - 15:28

    DaScorp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja, man muss wohl die Geschichte "fressen".

    Ja und Amen sagen und gut ist es?
    Kommt für mich nicht in Frage. So war die Demokratie von unseren Großeltern und Ur-Großeltern nicht erdacht worden.

  20. Re: Um der Zensur zu entgehen ...

    Autor: Prypjat 09.02.11 - 16:07

    Youssarian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dein Hals behindert offenbar die ausreichende Durchblutung der oberen
    > Extremitäten:

    Ich wäre Dir dankbar, wenn Du Deine Zitate nicht so weit ausbreiten würdest. Dann klappt es auch besser mit der Zuordnung Deiner Antwort.

    > Das Spiel wurde vom Hersteller beschnitten, weil der Hersteller eine
    > Version auf dem deutschen Markt vertreiben möchte, die er auch bewerben und
    > initiativ anbieten darf.

    Richtig

    > Es steht dem Hersteller frei, zusätzlich oder
    > stattdessen eine ungeschnittene Version seines Spieles auch in Deutschland
    > zu verkaufen.

    Richtig

    > Dessen erwartbare Indizierung bedeutet, dass er diese Version
    > in Deutschland nicht bewerben und auch nicht initiativ anbieten darf. Die
    > Version unterläge damit den gleichen Einschränkungen wie pornografische
    > Medien.

    Auch Richtig

    > Würdest Du jetzt also bitte endlich anfangen, auf den Hersteller
    > einzudreschen? Oder möchtest Du weiterhin dafür plädieren, dass extreme
    > Gewalt und harte Pornographie öffentlich und vor Kindern und Jugendlichen
    > dargestellt wird? (Genau das machen Du und Deine Kom(a)pagnons nämlich.)

    Und hier liegt der Hase begraben.
    Das Pornografie nicht frei in der Auslage liegt, hat was mit Schamgefühle und Pietät zu tun. Schließlich werden Pornos auch Explizit mit Bild und Wort auf den Covern, dem jeweiligen Genre zugeordnet. Das niemand im Media Markt dann den neuesten Teil von "Schlampen Besorgen es Dir Oral und Anal", mit Bildern ausgeschmückt in der Auslage sehen möchte kann ich nachvollziehen. Nicht nachvollziehbar ist es jedoch, dass Spiele ab 18 Jahren mit einem Cover klicke hier , welches eher an einen Action-Comic erinnert wegen einer Indizierung nicht in der Auslage liegen dürfen. Wenn ich jetzt beide Fälle vergleiche, dann sehe ich keinen Zusammenhang zwischen Pornografie und Games. Ich möchte auch daran erinnern, dass so manches Cover von Horror- oder Splatterfilmen weitaus Grausamer aussieht und da regt sich auch niemand auf. Das Perfide ist jedoch, dass in Filmen reale Menschen (Schauspieler) gefoltert, vergewaltigt, erniedrigt und zerstückelt werden. Darüber regt sich keine Sau auf. Was bitte schön ist jetzt Deiner Meinung nach Schlimmer? Eine Fiktive Geschichte im Virtuellen oder eine Fiktive Geschichte, dem realen Umfeld nachempfunden?

    Diese ganze Prinzipienreiterei hängt mir zum Halse raus. Nur weil ich keine Horrorfilme mit übertriebener Gewaltdarstellung mag, werde ich mich nicht erdreisten aufzustehen, mit den Finger auf andere zu zeigen und zu sagen, "Ihr seid ja alle Krank", "denkt doch mal an die Kinder".

    Es gibt eben keinen Grund dazu. Auf den Covern ist ganz klar eine 18 in einer roten Raute abgebildet, die besagt, dass Kinder dieses Produkt nicht in die Hände bekommen dürfen.

    Die Politik und die Gesellschaft regt sich doch nur so darüber auf, weil Games immer noch ein Medium sind, welche in den Kinderschuhen stecken. Erst wenn meine Generation, welche mit diesem Medium groß geworden sind die alten Säcke, Konversativen und Kirchlichen Moralprediger überlebt haben, erst dann wird das Medium Games anerkannt sein. So lange werden Leute wie Du auf die Gamer herab schauen und ihnen Attestieren, dass sie Geistenkranke Spinner sind, die nicht an ihre Kinder denken. Aber auch das werden wir Überstehen, denn diese Aussagen haben auch meine Großeltern getroffen, als der Rock n' Roll seinen Durchbruch hatte.

    Schönen Tag noch.

  1. Thema
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Allianz Deutschland AG, München Unterföhring
  2. SCHOTT AG, Mitterteich
  3. OEDIV KG, Bielefeld
  4. nox NachtExpress, Mannheim

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 10,99€
  2. (u. a. Metal Gear Solid V: The Definitive Experience für 6,75€, Spiritfarer für 15,99€, Rock...
  3. (u. a. Edna & Harvey: The Breakout - Anniversary Edition für 6,99€, The Daedalic Armageddon...


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme