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Ich begreife es nicht...

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  1. Ich begreife es nicht...

    Autor: FriedrichH 02.12.22 - 13:14

    warum nehmen die sich nicht die Zeit, den Kram fertig abzuliefern?
    Es geht doch auch für die Investoren, sollten diese Druck gemacht haben, nach hinten los. "Langfristige Pläne" würde ich so nicht starten.

  2. Re: Ich begreife es nicht...

    Autor: reset3 02.12.22 - 13:23

    Einfach, weil es Geld kostet. Videospielentwicklung heißt in erster Linie arbeiten auf pump: Man steckt Unmengen an Kohle über einen langen Zeitraum in ein Projekt rein. Die Einnahmen sind in dieser Zeit bei genau 0. Je schneller das Produkt auf den Markt kommt, desto weniger Zinsen müssen letztlich gezahlt werden.
    Bei Herstellern physischer Produkte ist dies nicht so wild, da physischen Produkte regelmäßig abgesetzt werden. Bei Videospielen dürften die Einnahmen drei Monaten nach Release nur noch die Portokasse füllen.

    Extremes Beispiel von früher: JoWood. Die haben quasi zugegeben, dass sie die Spiele nur deswegen unfertig rausgeballert haben, damit sie keine weiteren Zinsen für die Kredite zahlen müssen.

  3. Re: Ich begreife es nicht...

    Autor: ITnachHauseTelefonieren 02.12.22 - 13:24

    Die ersten Reviews versprechen aktuell kein unfertiges, sondern einfach ein schlechtes Spiel.

  4. Re: Ich begreife es nicht...

    Autor: rassmussen 02.12.22 - 13:58

    reset3 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Einfach, weil es Geld kostet. Videospielentwicklung heißt in erster Linie
    > arbeiten auf pump: Man steckt Unmengen an Kohle über einen langen Zeitraum
    > in ein Projekt rein. Die Einnahmen sind in dieser Zeit bei genau 0. Je
    > schneller das Produkt auf den Markt kommt, desto weniger Zinsen müssen
    > letztlich gezahlt werden.
    > Bei Herstellern physischer Produkte ist dies nicht so wild, da physischen
    > Produkte regelmäßig abgesetzt werden.
    Wie willst du als Hersteller physischer Produkte vor dem Entwicklungsende Geld verdienen? Da ist es noch schwierig als bei Software weil man physische Produkte nicht per Software verbessern kann.

  5. Re: Ich begreife es nicht...

    Autor: Laskywalk 02.12.22 - 14:12

    reset3 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Einfach, weil es Geld kostet. Videospielentwicklung heißt in erster Linie
    > arbeiten auf pump: Man steckt Unmengen an Kohle über einen langen Zeitraum
    > in ein Projekt rein. Die Einnahmen sind in dieser Zeit bei genau 0. Je
    > schneller das Produkt auf den Markt kommt, desto weniger Zinsen müssen
    > letztlich gezahlt werden.
    > Bei Herstellern physischer Produkte ist dies nicht so wild, da physischen
    > Produkte regelmäßig abgesetzt werden. Bei Videospielen dürften die
    > Einnahmen drei Monaten nach Release nur noch die Portokasse füllen.
    >
    > Extremes Beispiel von früher: JoWood. Die haben quasi zugegeben, dass sie
    > die Spiele nur deswegen unfertig rausgeballert haben, damit sie keine
    > weiteren Zinsen für die Kredite zahlen müssen.

    Dann ist eine schlechte Finanzplanung das Problem, nicht das Arbeiten auf Pump. Denn exakt das gleiche wird in der Filmindustrie gemacht.

  6. Re: Ich begreife es nicht...

    Autor: lestard 02.12.22 - 15:10

    reset3 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Extremes Beispiel von früher: JoWood. Die haben quasi zugegeben, dass sie
    > die Spiele nur deswegen unfertig rausgeballert haben, damit sie keine
    > weiteren Zinsen für die Kredite zahlen müssen.
    Und JoWood ist auch ein gutes Beispiel, dass diese Strategie nicht aufgeht.
    Klar, man hat keine Zinsen mehr zu zahlen, dafür verdient man am Spiel deutlich weniger weil es mit schlechtem Ruf nicht gut verkauft wird.

  7. Re: Ich begreife es nicht...

    Autor: m00hk00h 03.12.22 - 00:16

    reset3 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei Videospielen dürften die
    > Einnahmen drei Monaten nach Release nur noch die Portokasse füllen.

    Das ist so nicht ganz richtig. Der verkauf von Spielen mit starken Rabatten macht über den Lebenszyklus etwa 50% des gesamtem Umsatzes. Das war wohl auch schon immer so. Nachdem der Blockbuster auf CD nicht mehr im MediaMarkt schicken Regal stand, war er bald in der Softwarepyramide, in den Gold Games oder bei Green Pepper für meist deutlich weniger als die Hälfte zu haben. Heute ist dieser Zeitraum dank Online-Distribution sogar noch länger. Was früher nicht mehr Laden nachgefüllt wurde, war ja praktisch nicht mehr existent.
    Das heißt, die Leute, die nach Release kaufen, sind genauso wichtig, wie die, die sich sagen "...das ist mir noch zu teuer, kaufe ich mit 30/40/50% Rabatt später."

  8. Re: Ich begreife es nicht...

    Autor: Vögelchen 03.12.22 - 09:05

    FriedrichH schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > warum nehmen die sich nicht die Zeit, den Kram fertig abzuliefern?
    > Es geht doch auch für die Investoren, sollten diese Druck gemacht haben,
    > nach hinten los. "Langfristige Pläne" würde ich so nicht starten.


    Tja es wird halt um das Weihnachtsgeschäft gehen. Und das gibt es erst in einem Jahr wieder.

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