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Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

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  1. Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

    Autor: Mimus Polyglottos 18.01.24 - 15:13

    Meine Vermutungen:

    Ein Spieleabo soll möglichst viele Nutzungen in Form von gespielten Stunden und natürlich Abos erzeugen. Das bedeutet: Zum Beispiel Indie-Games, die nur für Nischen interessant sind, werden unter einem extremen Druck gesetzt, preisgünstig zu sein oder werden ignoriert.

    Weiterhin werden die Inhalte eines Abos geplant (wie jetzt z.B. schon Radio-, Verlags- oder Fernsehprogramme), was die Spielhersteller dazu bringt, Auftragsarbeiten in vorgegebenen Zeitabständen abzuliefern. Dass diese dann Qualitätsprobleme haben, sollte niemanden wundern.

    Diese Probleme treten wahrscheinlich noch nicht in der Einführungsphase der Abos auf, aber mittelfristig - das läuft dann wie aktuell bei Netflix und Co, wo überall versucht wird, die Kosten zu drücken.

  2. Multiplayerspiele

    Autor: yumiko 18.01.24 - 15:18

    Mimus Polyglottos schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Meine Vermutungen:
    >
    > Ein Spieleabo soll möglichst viele Nutzungen in Form von gespielten Stunden
    > und natürlich Abos erzeugen. Das bedeutet: Zum Beispiel Indie-Games, die
    > nur für Nischen interessant sind, werden unter einem extremen Druck
    > gesetzt, preisgünstig zu sein oder werden ignoriert.
    >
    > Weiterhin werden die Inhalte eines Abos geplant (wie jetzt z.B. schon
    > Radio-, Verlags- oder Fernsehprogramme), was die Spielhersteller dazu
    > bringt, Auftragsarbeiten in vorgegebenen Zeitabständen abzuliefern. Dass
    > diese dann Qualitätsprobleme haben, sollte niemanden wundern.
    >
    > Diese Probleme treten wahrscheinlich noch nicht in der Einführungsphase der
    > Abos auf, aber mittelfristig - das läuft dann wie aktuell bei Netflix und
    > Co, wo überall versucht wird, die Kosten zu drücken.
    Billige Spiele sind Multiplayerspiele: der Content sind primär die Spieler selbst (siehe auch Overwatch 2 streicht PvE).
    Dazu binden Multiplayerspiele länger Leute (man hat es ja nie durchgespielt und irgendein Freund spielt es manchmal bestimmt mit einem, kann man also nicht kündigen) und kurbelt den Gewinn an durch Seasonpass, Cosmetics, P2W.

  3. Re: Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

    Autor: Prypjat 18.01.24 - 15:22

    Diese Games Abos wären die gleiche Pest für Spiele Entwickler, wie Spotify für Musiker.
    Die Datenbank würde bestimmen welche Populären Games mir angezeigt werden und auf langes Seitenweise durchsuchen der Spieledatenbank hat niemand wirklich Bock. Also werden die restlichen Entwickler unter Druck gesetzt und produzieren zu noch günstigeren Preisen ihre Games und investieren das restliche Geld lieber darin den Abo Anbietern die Taschen zu stopfen, um oben mit dabei zu sein.
    Am Ende ist es wie bei den Musikern. Es kommt kaum noch Kohle dabei rum und man betreibt es eher als Hobby und nicht als Beruf.
    Und was die Qualität angeht ... naja ... 08/15 Games am laufenden Band und kaum Innovationen.
    Da bin ich mir sicher.

  4. Re: Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

    Autor: tomate.salat.inc 18.01.24 - 15:47

    Mimus Polyglottos schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Meine Vermutungen:
    >
    > Ein Spieleabo soll möglichst viele Nutzungen in Form von gespielten Stunden
    > und natürlich Abos erzeugen. Das bedeutet: Zum Beispiel Indie-Games, die
    > nur für Nischen interessant sind, werden unter einem extremen Druck
    > gesetzt, preisgünstig zu sein oder werden ignoriert.

    Die Situation hast du doch praktisch jetzt schon. Was auf den mobilen Geräten begonnen hat kommt doch mittlerweile (langsam) bei PC/Konsolen an: In-App Purchases. Und wenn man PirateSoftware glauben darf (hat mal bei Blizzard gearbeitet) dann lohnt sich das richtig:

    https://www.youtube.com/shorts/IHZru-6M8BY

    Schau dir OW2 an - das ist ein Shop um den ein Spiel gebaut wurde. Wie so viele F2P-Titel.

    Mich würde nicht wundern, wenn es von AAA-Studios irgendwann nicht nur noch F2P gibt aber eben mit Shop. Und jetzt wo ich das schreibe: da ist das Abo-Modell schon pervers. Denn ohne Abo wären die Spiele vllt auch so alle kostenlos verfügbar ("dank" shop) - aber bevor man den Schritt geht startet man das Abomodell und so kann man gleich nochmal abkassieren.

  5. Re: Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

    Autor: Legacyleader 18.01.24 - 18:25

    tomate.salat.inc schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mimus Polyglottos schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Meine Vermutungen:
    > >
    > > Ein Spieleabo soll möglichst viele Nutzungen in Form von gespielten
    > Stunden
    > > und natürlich Abos erzeugen. Das bedeutet: Zum Beispiel Indie-Games, die
    > > nur für Nischen interessant sind, werden unter einem extremen Druck
    > > gesetzt, preisgünstig zu sein oder werden ignoriert.
    >
    > Die Situation hast du doch praktisch jetzt schon. Was auf den mobilen
    > Geräten begonnen hat kommt doch mittlerweile (langsam) bei PC/Konsolen an:
    > In-App Purchases. Und wenn man PirateSoftware glauben darf (hat mal bei
    > Blizzard gearbeitet) dann lohnt sich das richtig:
    >
    > www.youtube.com
    >
    > Schau dir OW2 an - das ist ein Shop um den ein Spiel gebaut wurde. Wie so
    > viele F2P-Titel.
    >
    > Mich würde nicht wundern, wenn es von AAA-Studios irgendwann nicht nur noch
    > F2P gibt aber eben mit Shop. Und jetzt wo ich das schreibe: da ist das
    > Abo-Modell schon pervers. Denn ohne Abo wären die Spiele vllt auch so alle
    > kostenlos verfügbar ("dank" shop) - aber bevor man den Schritt geht startet
    > man das Abomodell und so kann man gleich nochmal abkassieren.

    War das nicht der selbe Dude der mal gesagt hat das sich ein einzelnes WoW Mount besser verkauft hat als Starcraft 2? Ich find das zwar unfassbar aber ich kann es mir durchaus vorstellen...

    Ich bin zwiegespalten einerseits war letztes Jahr eines der besseren Gaming Jahre seit gefühlten Ewigkeiten. Anderseits gab es auch ganz viel Trash... am Ende sind die Core Gamer keine lukrative Zielgruppe, der Mainstream spielt einfache, simple Puzzle Titel oder Call of Duty....

    Ich denke die Indie Szene wird weiter wachsen und uns das liefern was wir wirklich wollen (Ein Dank an die Pizza Tower Entwickler ihr seit meine absoluten Helden :) Ich denke auch auf die Japanischen Studios ist weiter verlass exzellente Produkte zu verkaufen und nicht zu abonnieren.


    Ich kann mir sehr gut vorstellen das die Westlichen Studios krachen gehen und sich daraus was neues bildet... und schade drum wäre es vermutlich nicht.

    - Enjoy the Little Things

  6. Re: Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

    Autor: tomate.salat.inc 18.01.24 - 18:29

    Legacyleader schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > War das nicht der selbe Dude der mal gesagt hat das sich ein einzelnes WoW
    > Mount besser verkauft hat als Starcraft 2? Ich find das zwar unfassbar aber
    > ich kann es mir durchaus vorstellen...
    Ja - genau. Und im Short sieht man exakt diese Aussage.

  7. Re: Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

    Autor: ufo70 18.01.24 - 18:40

    Naja, Minecraft wurde auch ohne Publisher gut verkauft. ;)

    Ich denke, gute Indies werden auch weiterhin Wege und Abnehmer finden, z.B. über GOG.

  8. Re: Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

    Autor: Dwalinn 19.01.24 - 06:38

    Mimus Polyglottos schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Meine Vermutungen:
    >
    > Ein Spieleabo soll möglichst viele Nutzungen in Form von gespielten Stunden
    > und natürlich Abos erzeugen. Das bedeutet: Zum Beispiel Indie-Games, die
    > nur für Nischen interessant sind, werden unter einem extremen Druck
    > gesetzt, preisgünstig zu sein oder werden ignoriert.
    Die sind aber eben auch günstig in der Produktion. Das gleicht sich schon aus.
    Wenn ein Indie Titel nicht gut ist es egal ob er in einem Abo angeboten wird oder nicht.
    Gerade im GamePass gibt es zudem immer wieder Indies oder kreative Spiele die Viral gehen und durch die niedrigen Einstiegskosten sehr viel gespielt werden.


    > Weiterhin werden die Inhalte eines Abos geplant (wie jetzt z.B. schon
    > Radio-, Verlags- oder Fernsehprogramme), was die Spielhersteller dazu
    > bringt, Auftragsarbeiten in vorgegebenen Zeitabständen abzuliefern. Dass
    > diese dann Qualitätsprobleme haben, sollte niemanden wundern.
    Jetzt gibt es doch genau so gut Auftragsarbeiten.
    Oftmals wird es auch eher so sein das das Spiel unabhängig entwickelt wird und sich MS an den kosten beteiligt sofern das Spiel dann in den GamePass kommt.

    > Diese Probleme treten wahrscheinlich noch nicht in der Einführungsphase der
    > Abos auf, aber mittelfristig - das läuft dann wie aktuell bei Netflix und
    > Co, wo überall versucht wird, die Kosten zu drücken.
    Netflix hat teils die teuersten Serien der Branche Finanziert. Was sie nicht selbst produzieren wird halt zugekauft und da zählt dann wieder was gut ankommt und was nicht. Ganz unabhängig von Netflix gibt es aber immer noch genug Filme/Serien die produziert werden.

  9. Re: Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

    Autor: Allandor 19.01.24 - 07:14

    Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Es gibt in den Gebiet nicht wirklich ein Richtig oder Falsch wie es gerne behauptet wird. Es gibt sowohl Vor- als auch Nachteile.
    Solche Abos können es ermöglichen das überhaupt Spiele gebaut werden, die dich anders nicht hatten finanzieren lassen.
    Auch können Studios dort ihre älteren aber nach wie vor guten spiele abladen die dich nicht mehr so gut verkaufen um damit noch regelmäßige gelder zu bekommen. Microtransaktionen so bescheuert das Konzept ist, haben sich Schlange durchgesetzt und so können dich Spiele (wie man im free to play Bereich sieht) ebenfalls finanzieren. Mit einem Abo muss man es dann vielleicht nicht gleich übertreiben weil man bereits eine Finanzierungsquelle hat. ...
    Natürlich wird es auch wieder diejenigen geben die das System ausnutzen. Das kannst du auch kaum verhindern.
    So gibt es sowohl hochkarätige Titel im gamepass als auch kleinere die man ohne nie angeguckt hätte.

    Abgesehen davon ist der Markt da mit early access schon lange angekommen auch ohne Abos. Auch ohne "early access" oder abo kommen Spiele unfertig auf den Markt und werden verkauft. Abos machen da keinen Unterschied (zum negativen hin) mehr.

  10. Re: Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

    Autor: unbuntu 19.01.24 - 09:17

    Naja guck dir mal die absurde Skinentwicklung bei Counter Strike 2 an. Da gibts Skins, die 4ct kosten und andere, die viele tausend Euro kosten. Für nen Waffenskin. Und irgendwer kauft sich das ja sogar, sonst gäbe es diese Preise nicht.

    Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe.
    Albert Einstein



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.01.24 09:18 durch unbuntu.

  11. Re: Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

    Autor: .02 Cents 19.01.24 - 10:58

    Aus meiner Sicht muss man die Interessen der Akteure genauer anschauen. Da sind zunächst die grossen Verleger mit jeder Menge Titeln im "Backlog" und idR. auch in der "Pipeline".

    Dann gibt es noch die Ebene der Distribution - früher mal das Spiele Regal im Elektro Markt, heute eher Plattform orientierte Dienste wie Steam, MS Gamepass u.ä., oder die Dienste der Verleger selber. Auch die Medien rund um "Spielen" sind sicher wichtige Akteure, denn ob es nun um Zeitschriften geht wie früher, oder Influencer, Medien Firmen wie IGN und die diversen anderen PR und Marketing Kanäle um Titel bekannt zu machen.

    Auch das ist ganz sicher ein vereinfachtes Modell, weil es unterschiedlichste Kategorien von Spielen gibt. Den AAA Produzenten betrifft das alles ganz anders, als den Indie Produzenten. Und das müsste man dann auch noch nach Spiele Plattform Kategorien differenzieren, denn das "Mobile Games" anders funktionieren als PC / Konsolen u.ä.

    Die horizontale Integration dieser Akteure ist ein generelles Problem in der Spiele Industrie, das aber mindestens so lange existiert, wie man von einer "Industrie" reden kann. Das Zeitschriften Rezensionen positiver ausfallen für die grossen Werbekunden war schon immer bestenfalls ein "offenes" Geheimnis (wenn es je ein Geheimnis war).

    Was aber neu ist insbesondere wenn das im Rahmen der angesprochenen horizontalen Integration passiert: Anbieter wie Ubi Soft haben einen grossen Katalog mit (sehr) lukrativen "Franchises". Diese allein machen den Abschluss eines Abo im ersten Schritt attraktiv für die breite Masse der Gamer. Aber diese vom Aktienkurs getriebenen Unternehmen vermeiden auf der anderen Seite nichts mehr als Innovation in Spielen, weil Innovation für sie nur "Risiko" bedeutet. Es ist sicher kurzfristig gut, wenn irgendein (unerwarteter) Hit Titel den Umsatz explodieren lässt. Aber im "Eigentum" Modell (egal ob nun DVD oder Steam o.ä. Vertrieb) bedeutet das auch: So ein Hit Titel hat einen Lebenszyklus - nach 6 / 12 / ... Monaten ist der "Premium Markt" zum Vollpreis "gesättigt" und der Titel wandert vom Top Seller Regal langsam und über die Zeit in die Grabbelkiste. Das bedeutet, dass der Hit Umsatz, der vor ein paar Quartalen für kurzfristige Erfolge gesorgt hat, zunehmend wegbricht, und die Kennzahlen und darauf basierende Charts "nach unten" zeigen.

    Es ist daher langfristig viel attraktiver, wenn man bestehende Erfolgsformeln nimmt und neu verpackt. Das ist zum einen billiger in der Herstellung und sehr viel leichter zu kalkulieren was den Absatz angeht. Wenn Teil 3 der Hitserie besonders positiv aufgenommen wird, dann kann man vielleicht mit 10% mehr Umsatz rechnen, aber selbst wenn es besonders negativ ist, findet man im Zweifelsfall noch genug "Fans" der Serie, und kann u.U. über Angebote die Absatzzahlen weiter halten, auch wenn der Umsatz reduziert ist.

    Das heisst dieser Trend zu immer standardisierteren Spielen nach immer dem gleichen Muster, wird durch solche "Ubi Soft" Abos sicher verstärkt. So lange man immer nur einen schnelle FPS Shooter o.ä. sucht mit etwas anderer Hintergrund und Boss Grafik, so lange ist man als Spieler sicher zufrieden mit sowas.

    Ein weiteres Problem ist die Verfügbarkeit: Ob, wann und wie lange welche Titel auf den Plattformen so verfügbar sind, entscheidet auch der Anbieter vollkommen alleine. Es ist ja schön und gut, dass es so eine Plattform ermöglicht, das man nach sehr langer Zeit zu einem Spiel zurück kommen kann und auf dem gleichen Spielstand wieder aufsetzen kann. Aber das Gegenteil gilt eben genauso: Wenn Ubisoft ein Spiel, was jemand regelmässig spielen will, von der Plattform schmeisst, dann ist einfach Ende. Und gerade Ubisoft ist da ein gutes Beispiel dafür, dass sie sowas jetzt schon machen. Vor kurzem habe ich mitbekommen, dass sie für einen Racing Titel mit einer Zwangs-Online Komponente (die nie wirklich Spielnotwendig war - sowas ist der Grund, warum ich schon lange keine AAA Studio Spiele mehr kaufe) die Server abgestellt haben. Single Player: Geht nicht mehr. Multi-Player: basierte auf P2P und war nicht auf den Server Dienst angewiesen, geht aber auch nicht mehr.

    Sicher hat niemand eine Bestands-Garantie auch für Titel auf physischen Medien. Meine ersten Spiele habe ich auf Disketten gekauft - selbst wenn die Medien selber noch gut genug erhalten wären, dürfte es sowohl problematisch sein entsprechende Laufwerke überhaupt noch zu finden und wenn es die noch geben sollte diese in einem aktuellen PC zum Laufen zu kriegen, Analoges gilt für einen PC aus der damaligen Zeit ...

    Aber die Sekundär Effekte sind auch mindestens so problematisch. Wenn man Spieler schon auf der Plattform hat, und sie über einige "Premium Titel" (im Sinne von: Grosse Zahl Spieler, die das wirklich spielen wollen, nicht im Sinne von Vollpreis Lizenz) auch dort hält, dann muss an der Monetarisierung von allen anderen Titeln etwas getan werden, insbesondere denjenigen, die von vornherein eher auf bestimmte Segmente / Nischen zielen, wie das bei bestimmten Genre einfach der Fall ist. Und dass das Micro Transactions überall und in jedweder Form bedeutet, das muss einem auch ganz einfach klar sein! Denn auch wenn man als Plattform Vertrieb mit scheinbar günstigen Abos zunächst an User Zahlen und eben diesem Abo Umsatz interessiert ist, so wird trotzdem innerhalb kürzester Zeit das "share of wallet" Konzept jedes Spiele Design / Betriebs-Meeting dominieren ...

    Und man könnte ja sagen: Wem das nicht gefällt, der kann ja Indie Games weiter so kaufen, wie bisher. Aber auch das ist ein Problem, denn wer einmal für ein Abo auf so einer Plattform bezahlt, der wird weit weniger Interesse daran haben zusätzlich Spiele ausserhalb der Plattform zu bezahlen. Zudem dürfte es einen gewissen Lock-In Effekt geben - Spiele, die man weiter spielen will bis hin zu spielen, die man vielleicht nur noch selten bis fast nie spielt, die man aber nicht "verlieren" will. Das erreicht man nur noch indem man das Abo weiter bezahlt.

    Der Spiele Markt war wie alle Märkte für Mediale Inhalte noch nie etwas, das einen freien Markt mit entsprechenden Marktkräften und Angebot und Nachfrage repräsentiert. Für den Konsumenten bedeuten solche Modelle vielleicht kurzfristig einen Gewinn, weil man auf einmal alle Assassins Creed Titel (oder was auch immer Ubisoft für Hit Titel hat) spielen kann für relativ moderate monatliche Kosten. Aber letztlich bedeutet das für sehr grosse Teile des Marktes mindestens eine sich immer noch weiter verstärkende Reduktion von Kreativität und neuen, interessanten und innovativen Konzepten. Auch die Hoffnung, dass dadurch Chancen für andere entstehen, sehe ich eher skeptisch - neben dem erwähnten Lock-In Effekt werden diese Plattformen auch die paar trotz-allem-erfolgreichen und Aufmerksamkeit erregenden Titel aus dem "Indie Bereich" o.ä. entweder absorbieren, oder ein weiteres Standard Schema entwickeln, das diese neuen Konzepte mit abdeckt aber alle notwendige Monetarisierung mitbringt.

    Und nur so ganz am Rande zum Thema Mediale Aufmerksamkeit: Selbst wenn es noch Leute gibt, die an die Integrität ihrer Streamer / Social Media Gamer o.ä. Persönlichkeit glauben. Die Leute machen das alles mit der gleichen Motivation wie seinerzeit die Zeitschriften, und es gelten die gleichen Gesetze. Besser noch: Wenn man zum Beispiel Streamer an den Micro-Transaction Umsätzen der von ihnen generierten Abos beteiligt, dann dürfte kaum einer dieser Personen noch über moralische Skrupel nachdenken und Formeln wie "Spiel mit mir Raid Shadow Legend wenn Du Dich mit diesem Code kostenlos registrierst, und dann für 20 EUR das Chatte-mit-deinem-Lieblingsstreamer-für-20-Minuten Paket erwirbst um mich anchatten zu können. Antworten von mir sind nicht garantiert." ...

  12. Re: Mainstream wird gefördert, Qualität sinkt

    Autor: Hotohori 19.01.24 - 21:21

    Prypjat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Diese Games Abos wären die gleiche Pest für Spiele Entwickler, wie Spotify
    > für Musiker.
    > Die Datenbank würde bestimmen welche Populären Games mir angezeigt werden
    > und auf langes Seitenweise durchsuchen der Spieledatenbank hat niemand
    > wirklich Bock. Also werden die restlichen Entwickler unter Druck gesetzt
    > und produzieren zu noch günstigeren Preisen ihre Games und investieren das
    > restliche Geld lieber darin den Abo Anbietern die Taschen zu stopfen, um
    > oben mit dabei zu sein.
    > Am Ende ist es wie bei den Musikern. Es kommt kaum noch Kohle dabei rum und
    > man betreibt es eher als Hobby und nicht als Beruf.
    > Und was die Qualität angeht ... naja ... 08/15 Games am laufenden Band und
    > kaum Innovationen.
    > Da bin ich mir sicher.

    +1

    Das würde garantiert so laufen, vor allem bei Ubisoft, bei Microsoft könnte ich mir irgendwie noch vorstellen, das die es besser umsetzen würden, aber auch dort würde man die Nachteile zu spüren bekommen.

    Darum hoffe ich sehr, dass Spiele weiterhin für den normalen Vertrieb entwickelt werden und das Abo lediglich eine zusätzliche Option bleibt. Wobei ich Sony's Ansatz gar nicht mal so schlecht finde das Abo quasi als "Resterampe" zu nutzen, sprich das Spiel dort zu veröffentlichen, wenn es sich im Laden und Digital nur noch mit fetten Rabatten zu verkaufen ist.

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