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Wow, Gamer entwickeln Standards?
Autor: Extrawurst 21.12.21 - 00:14
Nachdem man sich Jahrzehntelang brav gebückt und alles mögliche hat mit sich machen lassen, gibt es hier wohl erstmals einen unnötigen, gierigen Trend, der großräumig boykottiert wird.
Ich hätte nicht mehr gedacht, dass ich das noch erlebe. Eigentlich kamen mir bisher Gamer zum Großteil wie notorische Masochisten vor, die bereit sind für immer mehr Mittelmäßigkeit immer mehr Geld abzudrücken. Die Abzock-Methoden wie Lootboxen brav geschluckt und DRM-Seuchen wie Denuvo toleriert haben. Die seit 10+ Jahren die immer gleichen Battlefields und Call of Dutys gekauft haben, obwohl sie sich gleichzeitig darüber beschweren, dass "moderne AAA Spiele" ja so langweilig seien. Die (oft zurecht) über broken Releases der bekannten großen Studios meckern, nur um das nächste Game vom selben Studio wieder vorzubestellen.
NFTs ist damit der erste neue Trend in der Gaming-Welt, der nicht bereitwillig mitgetragen wird.
Wenn die Gamer jetzt noch so konsequent wären, auch die anderen toxischen Trends im AAA-Gaming zum Teufel zu schicken, könnten die großen Firmen eventuell auch mal zum Umdenken gezwungen werden.
Aber zu optimistisch traue ich mich dann auch nicht zu werden... nur weil man diesmal bereit ist, einen neuen Blödsinn nicht mit sich machen zu lassen, heißt das ja nicht, dass man nun konsequent den bereits etablierten Blödsinn in der AAA-Gaming-Industrie ächtet... -
Re: Wow, Gamer entwickeln Standards?
Autor: Astorek 21.12.21 - 01:10
Du kannst "Gamer" aber nicht pauschal in eine homogene Gruppe einsortieren, weil jeder unterschiedliche Interessen und "Schmerzensgrade" hat, die er oder sie bereit ist, zu akzeptieren.
Sieht man besonders schön am Mobile-Markt. Der tut so, als wäre er für normale Spieler ausgelegt, in Wahrheit will man dort nur die kleine, aber besonders zahlungskräftige Käuferschaft der sog. Whales ("Wale") ansprechen. Wenn einzelne Personen bereit sind, tausende ¤ für Schrott auszugeben, sind die 500 anderen Spieler, die solche Spiele nach 5 Minuten wieder weglegen, aus marktwirtschaftlicher Sicht einfach uninteressant. (Dass man damit das Medium selbst nicht weiterbringt, wird dabei natürlich komplett ausgeblendet...)
So Sachen wie Kopierschutzsysteme oder auch InGame-Käufe haben auch deshalb funktioniert, weil die Systeme nach und nach eingeführt und dann immer heftiger wurden. Erst wars ein einziges Item ohne Änderung der InGame-Werte (die berühmte Pferderüstung in Oblivion), damals war nicht abzusehen, in welche (mMn. asoziale und moralisch verkommene) Richtung sich das entwickeln würde... -
Re: Wow, Gamer entwickeln Standards?
Autor: BlindSeer 21.12.21 - 07:00
Abzusehen war es durchaus. Gab immer Stimmen die das prophezeit haben, von Microtransaktionen bis Launchermanie. Man muss sich bei sowas immer den schlechtesten Weg vorstellen den man sich ausdenken kann und dann noch eine Schippe drauf legen. Nur leider wurde es immer so gemacht, dass man sich als "was besonderes" fühlen konnte, oder man meinte einen Vorteil zu haben (goldener Käfig mit Couch drin, damit man die Gitterstäbe nicht bemerkt).
"Die Gamer" kann man heute (leider?) auch nicht mehr sagen, weil Gaming im Mainstream angekommen ist. Gefühlt meinen viele die "die Gamer" sagen jene noch relativ kleine Gemeinde aus den 90ern und 2000ern, wo man noch auf eine homogenere Gruppe schließen konnte, die sich einfach auf verschiedene Genres aufteilte. Heute ist Gaming einfach nur noch ein Buisness und leider voll kommerzialisiert. Gerade wenn man nur auf die Großen schaut. Dafür gibt es abseits der Big Player inzwischen einen riesen Pool an Studios aus leidenschaft, die verschieden gut abliefern. Was allerdings auch bedeutet die Perlen im Heuhaufen finden zu müssen. -
Re: Wow, Gamer entwickeln Standards?
Autor: Muhaha 21.12.21 - 10:06
BlindSeer schrieb:
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> Heute ist Gaming einfach nur noch ein Buisness und leider
> voll kommerzialisiert.
Das war es schon damals™. Das war es schon immer. Doch nicht wenige Leute haben das lange Zeit nicht wahrnehmen wollen, weil man von all den geilen Spielen so geflashed war.
Und jetzt trübt Nostalgie den Blick ganz erheblich ... -
Re: Wow, Gamer entwickeln Standards?
Autor: BlindSeer 21.12.21 - 10:12
Es war immer kommerziell, weil man ja Geld verdienen wollte. Aber da waren halt auch noch viele die es cool fanden was zu machen. Die erste Welle führte zum Zusammenbruch von Atari, mit den Massen an billigen Kopien. Aber kommerziell vs vollkommerzialisiert ist für mich schon noch ein Unterschied.
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Re: Wow, Gamer entwickeln Standards?
Autor: FreiGeistler 21.12.21 - 11:06
Astorek schrieb:
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> So Sachen wie Kopierschutzsysteme oder auch InGame-Käufe haben auch deshalb
> funktioniert, weil ...
Seit wann funktionieren die? õ.Ô -
Re: Wow, Gamer entwickeln Standards?
Autor: BlindSeer 21.12.21 - 11:07
*hust* Fortnite *hust*
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Re: Wow, Gamer entwickeln Standards?
Autor: Muhaha 21.12.21 - 14:41
BlindSeer schrieb:
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> Es war immer kommerziell, weil man ja Geld verdienen wollte. Aber da waren
> halt auch noch viele die es cool fanden was zu machen. Die erste Welle
> führte zum Zusammenbruch von Atari, mit den Massen an billigen Kopien. Aber
> kommerziell vs vollkommerzialisiert ist für mich schon noch ein
> Unterschied.
Es ist kein Unterschied zu früher. Du ziehst hier künstlich Grenzen.
Denn heute gibt es haufenweise Indies, oftmals Ex-Angestellte der großen Studios & Publishers, die der dort üblichen Umsatzoptimierungs-Tretmühle in die Selbstständigkeit entfliehen. Für mich besteht überhaupt kein Grund mich zu beklagen, weil ich auf entsprechende Angebote vollständig verzichten kann, ohne dass ich das Gefühl haben etwas zu vermissen. Die Majors brauchen mich nicht mehr als Kunden. Was in Ordnung ist, denn ich brauche deren Produkte nicht mehr :) -
Re: Wow, Gamer entwickeln Standards?
Autor: Alessey 21.12.21 - 17:52
Muhaha schrieb:
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> BlindSeer schrieb:
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> > Es war immer kommerziell, weil man ja Geld verdienen wollte. Aber da
> waren
> > halt auch noch viele die es cool fanden was zu machen. Die erste Welle
> > führte zum Zusammenbruch von Atari, mit den Massen an billigen Kopien.
> Aber
> > kommerziell vs vollkommerzialisiert ist für mich schon noch ein
> > Unterschied.
>
> Es ist kein Unterschied zu früher. Du ziehst hier künstlich Grenzen.
>
> Denn heute gibt es haufenweise Indies, oftmals Ex-Angestellte der großen
> Studios & Publishers, die der dort üblichen Umsatzoptimierungs-Tretmühle in
> die Selbstständigkeit entfliehen. Für mich besteht überhaupt kein Grund
> mich zu beklagen, weil ich auf entsprechende Angebote vollständig
> verzichten kann, ohne dass ich das Gefühl haben etwas zu vermissen. Die
> Majors brauchen mich nicht mehr als Kunden. Was in Ordnung ist, denn ich
> brauche deren Produkte nicht mehr :)
Der Unterschied zu damals ist, die Produkte sind heutzutage unterfinanziert.
Früher blieb mehr pro ¤ hängen. Die Spiele wurden viel günstiger produziert, aber fast zum identischen Preis verkauft.



