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Einseitig von beiden

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  1. Einseitig von beiden

    Autor: LucaTM 14.12.16 - 18:36

    Es ist echt mühsam, sich immer die gleichen Argumente anhören zu müssen. Und zwar von beiden Parteien aus.

    Ganz klar wird in den Medien das typische "Gamer"-Klischee mit merkwürdigen Assoziationen propagiert, teilweise ziemlich absurd. Höre ich mir allerdings die Stimmen und Argumente der "Zock-Verfechter" an — sowohl in Foren als auch privat —, muss ich sagen, dass da ebenfalls einiges faul ist.

    "Viele Spiele erhöhen die Reaktionsfähigkeit und die Motorik."
    "Natürlich können wir zwischen virtueller und realer Welt unterscheiden. Als ob ich jemanden töten würde, nur weil Ego-Shooter zocke."
    "Sich in TeamSpeak zu treffen und zusammen zu zocken und Dinge zu planen ist genauso freundschaftlich sein."
    usw.

    Hinterfragt euch an dieser Stelle doch mal selbst. Ich spreche nicht von den Gelegenheitsgamern, sondern von denen, die wirklich jeden Tag ab drei Stunden aufwärts spielen. Es gibt sehr wohl "negative" Effekte, wenn man zu viel zockt — vor allem Ego-Shooter. In meinem persönlichen Freundeskreis beobachtete ich bei vielen, die anfingen, im Zocken ihr einzig richtiges Hobby aufzubauen, eine ziemlich üble Entwicklung: erhöhter Alltagsfrust bzw. Gereiztheit, Faulheit, leben mehrheitlich nur noch in den Tag hinein ohne Initiativbereitschaft und vor allem Abgestumpftheit. Vor allem das Abstumpfen nahm ich als besonders intensiv wahr. Insbesondere darin sehe ich einen direkten Zusammenhang mit Ego-Shootern. Natürlich eskaliert nicht jeder davon zu einem Amokläufer (was ich eine ziemlich heftige Unterstellung finde), aber psychologisch betrachtet werden sehr wohl Schwellenwerte der eigenen Psycho nach unten gesetzt, die eigentlich eine wichtige menschliche Grundlage der Intuition für das Zusammenleben bilden: Sensibilität gegenüber Gewalt, Blut, Leid und Mitgefühl. Das mag jetzt übertrieben oder lächerlich klingen, aber viele Spieler nehmen diese Entwicklung bei sich selbst gar nicht mehr wahr.

    An ein Erlebnis mag ich mich besonders gut erinnern: Ich und ca. 7 Kollegen waren unterwegs, eine ziemlich gemischte Gruppe. Einer von ihnen erhielt durch einen Gruppenchat ein wirklich heftiges GIF, auf dem ein Mann geköpft wurde. Drei von uns waren krass verstört und fanden es nicht im Ansatz lustig. Die anderen nahmen das überhaupt nicht ernst, so nach dem Motto "Gibt's halt", einer fand es sogar lustig. Komischerweise waren es genau die Zocker unter uns. Das ist jetzt ein Beispiel von vielen und es sind bestimmt nicht alle so, aber die Tendenz geht stark in diese Richtung.

    Wollte einfach mal noch eine Stimme bringen, die nicht alles rechtfertigt und schönredet.

  2. Re: Einseitig von beiden

    Autor: ObjectID 14.12.16 - 18:48

    LucaTM schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich
    > eskaliert nicht jeder davon zu einem Amokläufer (was ich eine ziemlich
    > heftige Unterstellung finde), aber psychologisch betrachtet werden sehr
    > wohl Schwellenwerte der eigenen Psycho nach unten gesetzt, die eigentlich
    > eine wichtige menschliche Grundlage der Intuition für das Zusammenleben
    > bilden: Sensibilität gegenüber Gewalt, Blut, Leid und Mitgefühl. Das mag
    > jetzt übertrieben oder lächerlich klingen, aber viele Spieler nehmen diese
    > Entwicklung bei sich selbst gar nicht mehr wahr.
    >
    > An ein Erlebnis mag ich mich besonders gut erinnern: Ich und ca. 7 Kollegen
    > waren unterwegs, eine ziemlich gemischte Gruppe. Einer von ihnen erhielt
    > durch einen Gruppenchat ein wirklich heftiges GIF, auf dem ein Mann geköpft
    > wurde. Drei von uns waren krass verstört und fanden es nicht im Ansatz
    > lustig. Die anderen nahmen das überhaupt nicht ernst, so nach dem Motto
    > "Gibt's halt", einer fand es sogar lustig. Komischerweise waren es genau
    > die Zocker unter uns. Das ist jetzt ein Beispiel von vielen und es sind
    > bestimmt nicht alle so, aber die Tendenz geht stark in diese Richtung.

    +1
    Diesen Trend beobachte ich zurzeit auch.
    Teilweise sind Meinungen dabei, welche die Chinesischen Verhältnisse zu den Menschenrechten echt gut aussehen lassen.

  3. Re: Einseitig von beiden

    Autor: mnementh 14.12.16 - 19:02

    LucaTM schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist echt mühsam, sich immer die gleichen Argumente anhören zu müssen.
    > Und zwar von beiden Parteien aus.
    >

    Stimmt. Auch von Dir:
    > Hinterfragt euch an dieser Stelle doch mal selbst. Ich spreche nicht von
    > den Gelegenheitsgamern, sondern von denen, die wirklich jeden Tag ab drei
    > Stunden aufwärts spielen. Es gibt sehr wohl "negative" Effekte, wenn man zu
    > viel zockt — vor allem Ego-Shooter. In meinem persönlichen
    > Freundeskreis beobachtete ich bei vielen, die anfingen, im Zocken ihr
    > einzig richtiges Hobby aufzubauen, eine ziemlich üble Entwicklung: erhöhter
    > Alltagsfrust bzw. Gereiztheit, Faulheit, leben mehrheitlich nur noch in den
    > Tag hinein ohne Initiativbereitschaft und vor allem Abgestumpftheit. Vor
    > allem das Abstumpfen nahm ich als besonders intensiv wahr. Insbesondere
    > darin sehe ich einen direkten Zusammenhang mit Ego-Shootern. Natürlich
    > eskaliert nicht jeder davon zu einem Amokläufer (was ich eine ziemlich
    > heftige Unterstellung finde), aber psychologisch betrachtet werden sehr
    > wohl Schwellenwerte der eigenen Psycho nach unten gesetzt, die eigentlich
    > eine wichtige menschliche Grundlage der Intuition für das Zusammenleben
    > bilden: Sensibilität gegenüber Gewalt, Blut, Leid und Mitgefühl. Das mag
    > jetzt übertrieben oder lächerlich klingen, aber viele Spieler nehmen diese
    > Entwicklung bei sich selbst gar nicht mehr wahr.
    >
    Wie sehr stumpfen die Menschen durch Krimis ab, in denen Morde ausgeführt und beschrieben werden? Mehr noch: das wird auch noch verfilmt und man kann es im Fernsehen verfolgen? Sollten wir besser ein Auge auf die Krimifans haben (oder sollte ich Krimisüchtige sagen)?

  4. Re: Einseitig von beiden

    Autor: Semilocon 14.12.16 - 19:28

    Aus demselben Grund gucke ich schon lange keine Nachrichten mehr. Alles voller Gewalt, da stumpft man doch ab. /s

  5. Re: Einseitig von beiden

    Autor: nurbsi_von_sirup 21.12.16 - 07:46

    Den Ärger über die Einseitigkeit in der Debatte kann ich nachvollziehen. Aber bitte nicht die Kausalitäten verwechseln: wer sein Leben vernachlässigt und sehr unzufrieden ist, hat offensichtlich reale Probleme und zieht sich DESHALB in die Onlinewelt zurück.
    Nicht umgekehrt. Niemand gibt ein zufriedenstellendes Leben für die Zockerei auf - das befriedigt einen nur bis zu einem gewissen Punkt.

    Wenn wir irgendwann mal neuronale Interfaces haben wie im Cyberpunk, können wir uns nochmal drüber unterhalten ^^

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