1. Foren
  2. Kommentare
  3. Games
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Red Dead Redemption 2: Rockstar ändert…

Ist das in der IT nicht völlig normal?

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: non_existent 22.10.18 - 11:57

    Bei den Firmen, bei denen ich gearbeitet habe, war das eigentlich normal ... wenn während einem Projekt nicht alles glattläuft und wir eine Deadline haben, mussten wir eben zwangläufig etwas länger bleiben, um das gerade zu bügeln. Allerdings haben wir diese Überstunden entweder ausgezahlt bekommen oder als Urlaub nehmen können. Es kam bei mir auch schon vor, dass ich teilweise am Samstag noch im Büro saß und meine 10 Stunden gearbeitet habe. IT ist eben keine Fließbandarbeit. Ja, es sollte nicht bei jedem Projekt vorkommen, sonst müsste man das PM mal etwas in die Mangel nehmen.

    Finde diese Beschwerden über Überstunden lächerlich. Solange Überstunden bezahlt/freigegeben werden und sich diese Zeiten nicht über Monate hinwegziehen, finde ich das völlig in Ordnung.

  2. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: Anonymouse 22.10.18 - 12:19

    Vielleicht normal, aber deshalb noch lange nicht in Ordnung.

  3. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: aLpenbog 22.10.18 - 12:30

    Ist es, geht gerade in kleinen Firmen wohl auch meist gar nicht anders. Und passiert häufig auch fern weg von Arbeitsschutzgesetzen und Vergütung ist dafür leider auch nicht selbstverständlich und sich nach so einer Aktion mal eben nen Monat Gleitzeit nehmen ist auch selten drin. Ob das Gut ist, steht auf einen anderen Blatt, normal ist es aber je nach Firmengröße/struktur.

  4. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: h3nNi 22.10.18 - 12:39

    aLpenbog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist es, geht gerade in kleinen Firmen wohl auch meist gar nicht anders. Und
    > passiert häufig auch fern weg von Arbeitsschutzgesetzen und Vergütung ist
    > dafür leider auch nicht selbstverständlich und sich nach so einer Aktion
    > mal eben nen Monat Gleitzeit nehmen ist auch selten drin. Ob das Gut ist,
    > steht auf einen anderen Blatt, normal ist es aber je nach
    > Firmengröße/struktur.

    Habe ich am eigenen Leib spüren dürfen. Sollte eine Abschätzung zu einem neuen Programm abgeben. Habe 4 Wochen geschätzt. Zehn Minuten später höre ich meinen Vorgesetzen mit dem Kunden telefonieren, wie er verspricht, dass das Programm in zwei Wochen getestet und einsatzbereit ist. Er hat natürlich immer schön pünktlich Feierabend gemacht.

  5. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: Anonymer Nutzer 22.10.18 - 12:45

    Ich finde, es hängt hauptsächlich davon ab, ob man es als Verpflichtung versteht - und das kann nur jeder für sich selber beantworten.

    Bei mir in der Wissenschaft arbeite ich auch deutlich mehr als ich müsste und gerade bei der Vorbereitung auf Konferenzen oder anderen Deadlines arbeite ich häufig mal am Wochenende. Ich mache das aber ohne, dass mich jemand dazu zwingt, freiwillig, weil mir das Projekt am Herzen liegt.Ich kann mir vorstellen, dass das viele Informatiker bei ihren Projekten genauso empfinden und das dann willentlich mitmachen.

    Aber sobald das zur Verpflichtung wird (und das war ja scheinbar hier der Fall), ob nun aus der Gruppendynamik heraus oder vom Chef aufgedrückt, finde ich das überhaupt nicht mehr in Ordnung. Es ist nicht die Verantwortung des einzelnen Mitarbeiters, dafür zu sorgen, dass die Deadlines eingehalten werden. Das ist ausschließlich die Aufgabe des Projektleiters, der am Ende dafür auch seinen Kopf herhalten muss. Er hat die Verantwortung, die Aufgaben richtig zu verteilen und Defizite rechtzeitig zu erkennen. Das dann auf den Schultern der Mitarbeiter wieder gerade zu rücken, mit unbezahlten Überstunden, ist einfach eine Frechheit. "Tradition" in der IT hin oder her, wenn das so ist, dann hat die IT ein großes Führungskräfteproblem.

    Man stelle sich nur mal vor, Volkswagen würde seine Belegschaft zu 10 Stunden Mehrarbeit jede Woche verdonnern, um ein neues Modell aufs Band zu bekommen - unbezahlt. UNDENKBAR! Sowas schafft nur Elon Musk bei Tesla ;-)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.10.18 12:47 durch confuso.

  6. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: aLpenbog 22.10.18 - 12:46

    h3nNi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Habe ich am eigenen Leib spüren dürfen. Sollte eine Abschätzung zu einem
    > neuen Programm abgeben. Habe 4 Wochen geschätzt. Zehn Minuten später höre
    > ich meinen Vorgesetzen mit dem Kunden telefonieren, wie er verspricht, dass
    > das Programm in zwei Wochen getestet und einsatzbereit ist. Er hat
    > natürlich immer schön pünktlich Feierabend gemacht.

    Nun das läuft bei uns anders und Cheffe leistet selbst am meisten Stunden. Sind aber in einer größeren Verbundskette meist der Letzte und müssen Zeit rausholen, die andere verschlampen, was dann im Extremfall jenseits von 100 Stunden die Woche endet, bei großen Projekten beim Kunden Vorort. Das aber nur alle paar Jahre mal für paar Wochen. Am Ende des Jahres hat man trotzdem 1-2 Monate Überstunden, die nicht abgefeiert oder ausbezahlt werden können. Kleine Firma in Verbindung mit Projektarbeit eben.

  7. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: Anonymer Nutzer 22.10.18 - 12:49

    aLpenbog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > h3nNi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Habe ich am eigenen Leib spüren dürfen. Sollte eine Abschätzung zu einem
    > > neuen Programm abgeben. Habe 4 Wochen geschätzt. Zehn Minuten später
    > höre
    > > ich meinen Vorgesetzen mit dem Kunden telefonieren, wie er verspricht,
    > dass
    > > das Programm in zwei Wochen getestet und einsatzbereit ist. Er hat
    > > natürlich immer schön pünktlich Feierabend gemacht.
    >
    > Nun das läuft bei uns anders und Cheffe leistet selbst am meisten Stunden.
    > Sind aber in einer größeren Verbundskette meist der Letzte und müssen Zeit
    > rausholen, die andere verschlampen, was dann im Extremfall jenseits von 100
    > Stunden die Woche endet, bei großen Projekten beim Kunden Vorort. Das aber
    > nur alle paar Jahre mal für paar Wochen. Am Ende des Jahres hat man
    > trotzdem 1-2 Monate Überstunden, die nicht abgefeiert oder ausbezahlt
    > werden können. Kleine Firma in Verbindung mit Projektarbeit eben.

    Ich finde 14 Std / 7 Tage für eine Woche schon extrem, aber für ein paar Wochen? Da wundert man sich doch, warum heutzutage niemand mehr in Gewerkschaften organisiert ist...

  8. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: PerilOS 22.10.18 - 13:26

    Also ich kenn das aus dem Management, dass man eigentlich immer 24/7 erreichbar ist. Aber man muss halt auch Rücksicht aufeinander nehmen. Wir rufen uns Außerhalb der Bürozeiten nur an, wenn es wirklich nicht anders geht. Oder sitzen auch mal 12 Stunden dran.
    Aber das sind ausnahmen, und dann machen wir halt auch am Freitag um 14 Uhr Feierabend oder kommen am nächsten Tag später.
    Ich mach auch mal fix ne Excel im Urlaub fertig, wenn es nur ne halbe Stunde dauert. Oder fahr am Sonntag mal irgendwo hin, wenn ich Montag morgen am Standort sein möchte.
    Aber auch nur solange es im Rahmen bleibt. Und da ist es wichtig, dass es nicht zur Erwartungshaltung wird. Wenn ich nicht erreichbar sein will, wird halt der Mute-Knopf am iPhone umgelegt und nicht beachtet.
    Wenn ich meinem Chef nicht ab und an mal sage, dass er jetzt schon 10 Stunden hier im Büro gammelt und ich ins Restaurant schleifen muss, würde der auch im Büro pennen.

    Und selbst in der IT, sind die Leute eigentlich nie länger da als sie müssen. Wenn etwas nicht fertig wird, dann wird es halt so gemeldet. Aber das ist halt auch Inhouse IT. Ich kann nicht sagen wie es bei Projektarbeiten so läuft. Bei uns ist aber auch eher "jo wir machen das." und dann wird kein Zeitraum genannt bzw. nur schwammig +/-6 Monate.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.10.18 13:28 durch PerilOS.

  9. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: ElMario 22.10.18 - 13:34

    Das ist nur "normal", weil sich die Firmen oft zu VIEL Arbeit "ranholen"...die die WENIGEN Angestellten dann immer wieder "wegschaffen" müssen.

    Das ist der häufigsten Grund...NICHT weil irgendwelche Deadlines "plötzlich" näher rücken.

    Ausnahmen gibt es natürlich auch, wenn eine Software oder eine Maschiene nicht zu 100% das tun, was sie eigentlich tun sollen...

  10. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: Bitfuchs 22.10.18 - 13:42

    non_existent schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei den Firmen, bei denen ich gearbeitet habe, war das eigentlich normal
    >
    > Finde diese Beschwerden über Überstunden lächerlich. Solange Überstunden
    > bezahlt/freigegeben werden und sich diese Zeiten nicht über Monate
    > hinwegziehen, finde ich das völlig in Ordnung.

    War bei meinen Arbeitgebern bisher auch immer normal, allerdings selten bezahlt. Aktuell sind meine Überstunden auch mit dem Gehalt abgegolten. Kann mit "mal früher gehen" abgebaut werden, aber eine 70 Stunden Woche baut man nichtmal kurz mit mal früher gehen wieder ab, zumal die meist in Rudeln auftreten.

  11. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: aLpenbog 22.10.18 - 14:06

    Muss aber nicht immer so sein. Wir sind z.B. meist bei Projekten mit mehren Gewerken tätig und sind dort i.d.R. die letzten. Der Kunde hat sein alten Standort schon aufgegeben, der neue muss an Tag X laufen. Nun werden Maschinen und co. nicht fertig oder der Kunde hat in seiner IT Probleme usw. Am Ende trifft es uns, denn wir sind die letzten in der Kette.

    Vergabe der Projekte geschieht i.d.R. über diese Maschinenhersteller oder Planer. Die sagen dann schlicht Tag X muss laufen, seht zu, sonst kriegt ihr von uns nix mehr. Ob das dann durch mehr Manpower möglich ist oder nur Stunden ist denen egal. Der Stärkere kann eben die Bedingungen diktieren. Quasi mach oder dir bricht ein Fünftel deines Umsatzes weg.

    Planbar ist da nicht viel, die Deadlines stehen, groß Puffer ist nicht möglich und egal wer es verkackt, den letzten trifft es, vor allem ist Software eben dynamisch, da gibt es kein die Motoren sind aktuell nicht lieferbar oder ähnliches.

  12. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: AnAmigian 22.10.18 - 19:02

    die IT ein großes Führungskräfteproblem

    ;-)

  13. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: AnAmigian 22.10.18 - 19:06

    Man könnte sagen, da hat wer in der Planung geschlampt, nicht genug Zeit eingeplant.
    Die Deadline stehen, weil es jemand so geplant hat.

    Aber ja, den letzten beissen die Hunde.

  14. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: IllegalArgumentException 22.10.18 - 19:40

    Ich finde es überraschend wie leicht von den vorrednern hier anscheinend viele überstunden (55+ wochenstunden) hingenommen werden.
    Und wenn ich dann noch lese, dass das nicht unbezahlt sein soll, dann haut es mich ja fast aus den socken.

    Also ich habe ja auch nicht gegen ein paar überstunden, aber z.B. an einem SA oder gar SO würde ich nur in wirklich extremen Fällen kommen - und dann auch sicher nicht unbezahlt.

    Beim management mag das ja noch normaler sein, aber als ganz normaler angestellter, der eben auch deutlich weniger verdient als die vorgesetzten sehe ich nicht ein warum ich meinen Kopf hinhalten sollte..

  15. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: ConstantinPrime 23.10.18 - 07:00

    AnAmigian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > die IT ein großes Führungskräfteproblem
    >
    > ;-)


    +1

  16. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: aLpenbog 23.10.18 - 07:30

    Najo kleine Unternehmen können das häufig nicht anders regeln. Viel Leute um da hin und her zu schieben gibt es nicht und wenn große Unternehmen darüber die Bedingungen diktieren ist das eben friss oder stirb.

    Nicht bezahlt war ggf. auch etwas hart ausgedrückt. Wir haben quasi eine Bonuszahlung am Jahresende, wenn das Jahr gut lief, die dann quasi Überstunden - 2 * Krankheitsstunden gedeckelt auf maximal ein Monat mit 150% ausgezahlt wird. Sprich wenn das Gesamtergebnis gut ist und ich nicht krank war und nen Monat Überstunden habe, dann krieg ich noch einmal 1,5 Gehälter.

    Ansonsten herrscht in kleineren Unternehmen wohl auch eine höhere Loyalität, weil man alles von vorn bis hinten mitbekommt und man sich nicht unbedingt wie ein kleines Zahnrad in einem riesigen Gewölbe fühlt, sondern als Teil der Firma und entsprechende Transparenz auch dafür sorgt, dass man so Sachen versteht.

    Sprich das so ein Projekt was gegen die Wand läuft bedeutet entweder Zähne zusammen beißen oder der Teil vom Umsatz bricht weg, der ist Xy Prozent, es gibt keine Sonderzahlung und ggf. ein wenig Kurzarbeit.

    Da ist der Böse dann einfach nicht die eigene Firma, davon ab, dass der angestellte Geschäftsführer, den ich mal als Chef betiteln würde, denn mit den Vorstand hat man nix am Hut, mit Abstand die meisten Stunden leistet. Sprich ist nicht so als wenn Cheffe es sich im Chefsessel bequem macht und seine Arbeiter melkt.

    Frage ist auch wie möchte man sowas besser regeln. Die Aufträge kommen eben so gut wie immer von den Herstellern dadrüber, ergo können diese die Bedingungen diktieren und wenn sie Sche.. bauen, dann geben sie den schwarzen Peter eben weiter. Soll es nun keine kleinen Dienstleister Firmen mehr geben? Denn ich sehe das selbe Bild bei allen Unternehmen dieser Ebene, mit denen wir bis dato zusammengearbeitet haben.

    Kunde baut nen Standort, da kommen ein paar lustige Maschinen rein und anschließend sind verschiedene Softwaredienstleister am Werk. Hat der Kunde beim Bau Probleme gehabt oder gab es mit den Maschinen Probleme, egal was ist, der Druck wird nach unten weitergegeben. Entweder die machen es möglich oder kriegen keine Aufträge mehr.

    Ansonsten sind es natürlich auch Wellen. Es gibt natürlich genauso die normale 40 Stunden Woche oder Wochen wo man am Freitag mal 1-2 Stunden früher geht, dann gibt es aber eben auch die 60-70 Stunden Wochen oder wenn ein Projekt wirklich droht gegen die Wand zu fahren Sachen mit über 100 Stunden für ein paar Wochen, was aber nur alle 3-4 Jahre mal der Fall ist. Bei so Geschichten ala alter Standort weg, neuer muss laufen, egal wie

    Klar kann jeder persönlich probieren da seine Situation zu ändern, dann rutscht da eben wer anders rein. Kleine Dienstleister wird es immer geben und die werden immer diese Probleme haben, egal wer dort arbeitet. Bei mir persönlich ist neben des guten Arbeitsklimas vor allem die Angst vor Verschlechterung da der tragende Faktor, die größer ist als die Hoffnung auf Verbesserung.

    Am Ende weiß man eben nach einem Vorstellungsgespräch auch nicht wie es in einer Firma läuft, es dauert Wochen bis man erstmal die Kollegen kennen lernt, ggf. Monate bis man alle Arbeitsabläufe kennt und ggf. 2-3 Jahre bis man mal sieht wie Projekte laufen, die nicht so toll laufen, wie das dort dann abläuft usw.

    Und viele Große haben wir hier auch nicht, sprich für nen Appel und nen Ei an mehr Bezahlung und VIELLEICHT bessere Bedingungen und VIELLEICHT ähnlich gutes Arbeitsklima zu wechseln ist eher nicht. Und für ein großes Gehaltsplus würde das schon mal bedeuten Umzug Richtung Süden, was für mich erstmal nicht in Frage kommt. Ergo für ein paar Euro weiterbuckeln.

  17. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: aLpenbog 23.10.18 - 07:51

    confuso schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist nicht die
    > Verantwortung des einzelnen Mitarbeiters, dafür zu sorgen, dass die
    > Deadlines eingehalten werden. Das ist ausschließlich die Aufgabe des
    > Projektleiters, der am Ende dafür auch seinen Kopf herhalten muss. Er hat
    > die Verantwortung, die Aufgaben richtig zu verteilen und Defizite
    > rechtzeitig zu erkennen. Das dann auf den Schultern der Mitarbeiter wieder
    > gerade zu rücken, mit unbezahlten Überstunden, ist einfach eine Frechheit.
    > "Tradition" in der IT hin oder her, wenn das so ist, dann hat die IT ein
    > großes Führungskräfteproblem.

    Die Frage ist, ob der Projektleiter da was dran drehen kann. Gerade bei kleinen Unternehmen ist das denke ich häufig nicht der Fall. Wir sind z.B. der letzte in einer längeren Kette, der Kunde baut sein Standort, da kommen verschiedene Maschinen und Hardware rein und wir sind ganz am Ende mit unserer Software dran, ergo kriegen wir die Aufträge meist von den Hersteller dieser Maschinen oder Planern zugeschanzt und die können die Bedingungen machen.

    Nun sind die Maschinen nicht fertig, da gibt es Probleme, ein Lieferant fällt aus etc. pp. Daran lässt sich nix ändern, Software hingegen ist relativ dynamisch und es brauch nur Arbeitszeit. Das eine geschweifte Klammer nicht lieferbar ist, passiert seltener. Ergo wird dieser Verzug weitergegeben an den Letzten. Der darf dann entscheiden ob Xy% seines Umsatzes ab nun einbrechen und zwar auch für die Folgejahre, von dem Hersteller gibt es dann nämlich keine Projekte mehr oder ob er das mit Mehrarbeit schultert.

    Da kann der Projektleiter wenig machen, oft erfährt man das auch sehr, sehr spät oder es wird halt schön geredet ala, 1-2 Tage später, dann ne Woche später, dann 3 Wochen später. Man steckt eben nicht drin und wann der Kunde z.B. seinen alten Standort kündigt und quasi auf der Straße steht bzw. im neuen produktiv sein muss, daran kann man auch nix ändern, das ist meist schon entschieden, bevor man überhaupt Teil des Projekts wurde.

    Am Ende bedeutet das, vorher anfangen ist nicht, später fertig werden ist auch nicht und Verspätungen die irgendwo stattfinden, egal bei wem, muss man selbst ausbügeln. Sprich die einzigen möglichen Entscheidungen sind ok machen wir möglich, was dann nur durch massive Mehrarbeit geht oder nein machen wir nicht, bricht der Umsatz halt ab nun 20% ein, es gibt keine Sonderzahlung/Weihnachtsgeld und ggf. ein wenig Kurzarbeit für die Mitarbeiter, mit Glück haben sie ein Puffer angespart um ihre Miete zu zahlen. Ja da sagen auch die Mitarbeiter selbst, blöd gelaufen, müssen wir durch.

    Und in der Summe hat die IT sehr, sehr viele kleine Dienstleistungsunternehmen. Ich glaube selten sind so Situationen da nicht und da kann der kleine am Ende der Nahrungskette wenig machen. Der ist dann eben in einer friss oder stirb Situation und vor diese Wahl gestellt probieren die meisten wohl zu überleben. Ich wüsste nicht was ein Projektleiter da ändern kann und viel Parallelität kann man an einigen Stellen schlicht nicht schaffen. Das typische Problem von den neun Frauen die in einem Monat ein Baby zur Welt bringen sollen, nur das in dem Fall die Mami schneller brüten kann mit 20 Stunden Tagen.

  18. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: PiranhA 23.10.18 - 08:25

    aLpenbog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nicht bezahlt war ggf. auch etwas hart ausgedrückt. Wir haben quasi eine
    > Bonuszahlung am Jahresende, wenn das Jahr gut lief, die dann quasi
    > Überstunden - 2 * Krankheitsstunden gedeckelt auf maximal ein Monat mit
    > 150% ausgezahlt wird. Sprich wenn das Gesamtergebnis gut ist und ich nicht
    > krank war und nen Monat Überstunden habe, dann krieg ich noch einmal 1,5
    > Gehälter.

    Gut, dass kann man halt immer so und so sehen. Das hängt auch von den Rahmenbedingungen ab, die wir hier jetzt alle nicht kennen. Wenn man quasi immer 1,5 Gehälter für einen Monat Überstunden bekommt, klingt das erstmal okay. Wenn man den Bonus eigentlich sowieso zahlen könnte und das nur ausnutzt, um das System mit den Überstunden am Laufen zu halten, sieht das wieder anders aus.
    Bei uns ist das Gehalt im Vergleich zu anderen auch erstmal nicht so prickelnd. Allerdings wird quasi immer eine ordentliche Gewinnbeteiligung (fünfstellig) ausgeschüttet, womit man wieder auf Augenhöhe mit Bosch und Co. liegt. Das bekommt dann auch jeder Mitarbeiter (außer Führungskräfte) unabhängig von den Überstunden oder persönlichen Leistung.
    Bei uns hat man früher auch mal Überstunden mit 50% Aufschlag ausgezahlt. In dem Krisenjahr 2009 hat man das dann ausgesetzt, weil auch die Umsätze eingebrochen sind. Danach hat man es dann aber nicht mehr aktiviert, weil man auch seitens der Geschäftsführung zu der Ansicht gelangt ist, dass man Überstunden nicht fördern sollte. Klar, für die Firma ist das super. Selbst mit Bonus noch günstiger als ein zusätzlicher Mitarbeiter, dazu auch noch flexibel. Aber für den Mitarbeiter ist das auf Dauer nichts. Überstunden lassen sich nie vermeiden, aber man sollte doch versuchen die Belastung auf Dauer zu reduzieren. Sonst geht es irgendwann nämlich auf die Gesundheit und da hat keiner was davon. Gute Führungskräfte haben das längst erkannt.

    Und wir haben in der IT ja regional echt Glück, dass wir uns aussuchen können, für wen wir arbeiten. Dadurch müssen sich die Arbeitgeber schon ins Zeug legen, wenn sie nicht am Arbeitsmarkt abgehängt werden wollen. Manche haben das halt noch nicht erkannt (sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer).

  19. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: Bitfuchs 23.10.18 - 08:35

    PiranhA schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und wir haben in der IT ja regional echt Glück, dass wir uns aussuchen
    > können, für wen wir arbeiten. Dadurch müssen sich die Arbeitgeber schon ins
    > Zeug legen, wenn sie nicht am Arbeitsmarkt abgehängt werden wollen. Manche
    > haben das halt noch nicht erkannt (sowohl Arbeitgeber als auch
    > Arbeitnehmer).

    Haben wir das?
    Also was die Überstunden angeht, bei mir sind die komplett mit dem Gehalt abgegolten. Wer welche macht ist selber schuld. Allerdings gibt es eine gewisse Gruppendynamik und ein entsprechendes Blaming vor der restlichen versammelten Mannschaft kommt dann auch vor (Ihr bekommt dieses Jahr alle den Boni y nicht weil gewisse Personen kein Interesse daran hatten Projekt x fristgerecht abzuschließen)

    Mal davon abgesehen, ich verdiene gut in der Region um Stuttgart, ich hab knapp 75k Gehalt und somit auch die Grenze erreicht, bei der der Gesetzgeber sagt, dass es ok ist, wenn Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind.
    Aber wenn ich mich jetzt auf dem Arbeitsmarkt so umschaue, dann werden mir keine zig Stellen hinterher geworfen. Für 20k weniger vielleicht, aber ich hab studiert und 15 Jahre Erfahrung, da sollte schon mehr Geld drin sein. Gefragt sind aber nur günstige Entwickler, die auch noch entsprechende Spezialisierungen (Big Data, KI etc.) mitbringen. Ich schreibe schon seit ein paar Monaten Bewerbungen, bisher ohne Erfolg.

  20. Re: Ist das in der IT nicht völlig normal?

    Autor: aLpenbog 23.10.18 - 08:47

    PiranhA schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und wir haben in der IT ja regional echt Glück, dass wir uns aussuchen
    > können, für wen wir arbeiten. Dadurch müssen sich die Arbeitgeber schon ins
    > Zeug legen, wenn sie nicht am Arbeitsmarkt abgehängt werden wollen.

    Das mag die Großen betreffen bzw. Unternehmen die viele Große um sich herum haben durch den Standort. Bei uns gibt es z.B. kaum große Firmen, dazu sind die Lebensunterhaltskosten relativ gering, was dafür sorgt, dass man für wenig Geld Leute findet, ergo die Gehälter deutlich drückt und ein größerer Sprung eher bedeuten würde weiter in den Süden zu ziehen, nicht mal eben zwei Straßen weiter einen Job mit besseren Bedingungen und Gehalt hinterher geworfen zu bekommen.

    Mal ein Extrembeispiel, wir haben gerade einen neuen Projektleiter/C# Entwickler eingestellt, mit zig Jahren Berufserfahrung, der in 10 Jahren schon wieder in Rente gehen kann, der bekommt keine 26k. Ist aber wie gesagt ne Ausnahme, normal steigen Leute mit Berufserfahrung über 30k ein, Leute ohne um 24k. Das obere Ende, neben Geschäftsführung und Vertrieb bilden bei uns die Leute, die schon 30 Jahre am Bord sind und die nächsten 2-3 Jahre in Rente gehen, die liegen um 50k.

    Und da es mehr als genug Leute gibt, die dafür bereit sind zu arbeiten, weil man hier schlicht davon leben kann, gibt es auch keinen Grund daran was zu ändern und wir sind dabei keine Schneeflocke, da ich von alten Mitschülern, als auch von Unternehmen mit denen man mal zusammengearbeitet hat ähnliche Werte kenne. Klar Ausnahmen gibt es immer, in beide Richtungen. Viel bieten müssen Unternehmen zumindest hier aber nicht.

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung GmbH, Geesthacht
  2. Deutscher Wetterdienst, Offenbach am Main
  3. Dataport, verschiedene Einsatzorte
  4. Panasonic Industrial Devices Europe GmbH, Lüneburg

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. 519€ statt 553,30€ im Vergleich
  2. (aktuell u. a. Hasbro Nerf Laser Ops für 21,99€, HP X27i Gaming-Monitor 339€, AK Racing Gaming...
  3. (aktuell u. a. Blade Hawks RGB Gaming-Mauspad für 20,90€, Vooe Powerbank 26.800 mAh für 21...
  4. (u. a. Samsung UE65RU8009UXZG für 677€, Huawei Medipad T5 für 159€, Lenovo Idealpad L340 für...


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Alternatives Android im Test: /e/ will Google ersetzen
Alternatives Android im Test
/e/ will Google ersetzen

Wie Google, nur mit Privatsphäre - /e/ verbindet ein alternatives Android mit Cloudfunktionen und einer Suchmaschine.
Ein Test von Moritz Tremmel


    Buglas: Corona-Pandemie zeigt Notwendigkeit der Glasfaser
    Buglas
    Corona-Pandemie zeigt Notwendigkeit der Glasfaser

    Mehr Datenupload und Zunahme der Sprachtelefonie bringe die Netze unter Druck. FTTB/H-Betreiber bleiben gelassen.
    Eine Exklusivmeldung von Achim Sawall

    1. Coronavirus Österreich diskutiert verpflichtendes Tracking
    2. Coronavirus Funktion zur Netflix-Drosselung war längst geplant
    3. Coronakrise China will Elektroautoquote vorübergehend lockern

    CPU-Fertigung: Intel hat ein Netburst-Déjà-vu
    CPU-Fertigung
    Intel hat ein Netburst-Déjà-vu

    Über Jahre hinweg Takt und Kerne ans Limit treiben - das wurde Intel einst schon beim Pentium 4 zum Verhängnis.
    Eine Analyse von Marc Sauter

    1. Maxlinear Intel verkauft Konzernbereich
    2. Comet Lake H Intel geht den 5-GHz-Weg
    3. Security Das Intel-ME-Chaos kommt