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Free 2 Play ist eine nervige Entwicklung
Autor: Hotohori 05.03.19 - 21:24
Gerade diese Zahlen zeigen genau wie das Konzept solcher Spiele funktionieren:
So viele wie möglich anlocken, damit die Chance steigt das einige wenige Spieler Geld da lassen. Ein sehr großer Teil ist schnell wieder weg, ein immer noch sehr großer Teil spielt kostenlos weiter und ein kleiner Teil finanziert allen diesen Spaß.
Solche Spiele zielen klar auf die große breite Masse ab, bewirken aber oft das die Spieler lernen, dass man viel Spielspaß auch mit wenig Geld haben kann und entsprechend verschiebt sich dann auch das Bild auf Software und deren Wert. Wenn so ein Spiel ja für lau möglich ist, das auch die Spiele Geld einnehmen müssen um Kosten zu decken wird oft gar nicht wahrgenommen, dann sind Spiele für 60 Euro ja viel zu teuer und können niemals ihr Geld wert sein.
Ich meine jeder Software Entwickler kennt das Problem: Kunden unterschätzen fast immer den Aufwand hinter einer Software und damit auch ihren Wert. Mit solchen Spielen zieht man sich nur die nächste Generation an Kunden heran, die noch weniger den Wert von Software einschätzen können. Ob das so gut ist?
Ich mochte dieses Bezahlsystem noch nie, aber ich bin auch ein älterer Spieler, der lange bevor Free 2 Play erfunden wurde schon spielte und entsprechend bin ich der Meinung: wer Spaß an einem Spiel hat, sollte für diesen Spaß auch dem Entwickler angemessen Geld zahlen. Genau das passiert bei Free 2 Play aber nicht, hier setzt man bewusst darauf, dass nicht alle Spieler geizig sind und genug Spieler moralisch so ticken, dass sie von selbst für ihren Spaß Geld ausgeben. Nur tun das die meisten Spieler nicht und lernen mit dem System so, dass es völlig in Ordnung ist für eine Leistung nichts zu zahlen.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 05.03.19 21:28 durch Hotohori. -
Re: Free 2 Play ist eine nervige Entwicklung
Autor: KaiGra 06.03.19 - 01:54
Ich glaube die Sache ist weniger, dass man mit 60¤ / Game mehr verdient, als mit free2play / micropayments.
Die Sache ist die, man lockt viele Leute an und der payed content führt dazu, das man über eine längere Zeit wesentlich mehr einnimmt.
Klar gibt es viele die nichts zahlen, einen Teil der Mal was kauft und dann noch welche die richtig viel Reinpumpen.
Ich kenne privat Beispiele die pro Monat 300-400 ¤ in ein einziges free 2 play game investieren . Das kann kein 60¤ single buy ausgleichen.
Micropayments rentieren sich für Publisher und Entwickler, Vorraussetzung ist natürlich das viele es spielen. -
Re: Free 2 Play ist eine nervige Entwicklung
Autor: Glennmorangy 06.03.19 - 09:34
Aber es funktioniert. Solche Games spülen wesentlich mehr Geld in die Taschen der Entwickler als die klassischen Titel von früher. Ist halt so und wir Konsumenten entscheiden in welche Richtung sich der Markt entwickelt, bzw wir haben das längst entschieden.
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Re: Free 2 Play ist eine nervige Entwicklung
Autor: SirFartALot 06.03.19 - 10:05
Arbeitest du in der Software-/Spieleentwicklung?
"It's time to throw political correctness in the garbage where it belongs" (Brigitte Gabriel)
Der Stuhlgang während der Arbeitszeit ist die Rache des Proletariats an der Bourgeoisie. -
Re: Free 2 Play ist eine nervige Entwicklung
Autor: Anonymouse 06.03.19 - 10:08
Hotohori schrieb:
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> Solche Spiele zielen klar auf die große breite Masse ab, bewirken aber oft
> das die Spieler lernen, dass man viel Spielspaß auch mit wenig Geld haben
> kann und entsprechend verschiebt sich dann auch das Bild auf Software und
> deren Wert. Wenn so ein Spiel ja für lau möglich ist, das auch die Spiele
> Geld einnehmen müssen um Kosten zu decken wird oft gar nicht wahrgenommen,
> dann sind Spiele für 60 Euro ja viel zu teuer und können niemals ihr Geld
> wert sein.
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> Ich meine jeder Software Entwickler kennt das Problem: Kunden unterschätzen
> fast immer den Aufwand hinter einer Software und damit auch ihren Wert.
Ich habe eher gegenteilige Erfahrung gemacht.
Während ich, selbst auch noch vor F2P großgeworden, mich anfangs immer gefragt habe, wie man nur so "dumm" sein kann in ein F2P Game überhaupt Geld für ein paar dämliche Skins reinzustecken, sind die Aussagen dazu doch fast immer die gleichen:
"Man steckt so viel Zeit in dieses Spiel, da will man den Entwickler auch unterstützen."
Wenn man dafür dann natürlich noch mit Skins entlohnt wird, ist das natürlich nochein kleiner Anreiz dazu. Zumindest kommen solche Aussagen bei meinen Kontanten zwischen 20-30. Und das finde ich so betrachtet dann schon verständlich und nachvollziehbar.
Das eventuell jüngere Kandidaten einfach nur auf irgendwelche bunten Skins geiern, ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen.
Letztendlich gebe ich selbst bisher immer noch kein Geld für Skins o.ä. aus, auch wenn ich aktuell viel Spaß mit Apex habe, kann ich mich nicht dazu überwinden. Muss aber auch sagen, dass der Preis ziemlich heftig ist: Umgerechent sind das 15¤ PRO(!) Skin, egal ob für den Helden oder einer Waffe etc.
Das letzte Mal, dass ich mir soetwas ähnliches geholt habe, war ein SeasonPass bei R6:Siege. Aber auch nur, weil der gerade günstig zu haben war und man dadurch echte Vorteile hat in Form von Zeitersparnis (Operatoren werden freigeschaltet). Für sowas gebe ich dann schon eher Geld aus, aber auch nicht für P2W. -
Re: Free 2 Play ist eine nervige Entwicklung
Autor: yumiko 06.03.19 - 11:50
Hotohori schrieb:
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> Gerade diese Zahlen zeigen genau wie das Konzept solcher Spiele
> funktionieren:
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> So viele wie möglich anlocken, damit die Chance steigt das einige wenige
> Spieler Geld da lassen. Ein sehr großer Teil ist schnell wieder weg, ein
> immer noch sehr großer Teil spielt kostenlos weiter und ein kleiner Teil
> finanziert allen diesen Spaß.
>
> Solche Spiele zielen klar auf die große breite Masse ab, bewirken aber oft
> das die Spieler lernen, dass man viel Spielspaß auch mit wenig Geld haben
> kann und entsprechend verschiebt sich dann auch das Bild auf Software und
> deren Wert. Wenn so ein Spiel ja für lau möglich ist, das auch die Spiele
> Geld einnehmen müssen um Kosten zu decken wird oft gar nicht wahrgenommen,
> dann sind Spiele für 60 Euro ja viel zu teuer und können niemals ihr Geld
> wert sein.
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> Ich meine jeder Software Entwickler kennt das Problem: Kunden unterschätzen
> fast immer den Aufwand hinter einer Software und damit auch ihren Wert. Mit
> solchen Spielen zieht man sich nur die nächste Generation an Kunden heran,
> die noch weniger den Wert von Software einschätzen können. Ob das so gut
> ist?
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> Ich mochte dieses Bezahlsystem noch nie, aber ich bin auch ein älterer
> Spieler, der lange bevor Free 2 Play erfunden wurde schon spielte und
> entsprechend bin ich der Meinung: wer Spaß an einem Spiel hat, sollte für
> diesen Spaß auch dem Entwickler angemessen Geld zahlen. Genau das passiert
> bei Free 2 Play aber nicht, hier setzt man bewusst darauf, dass nicht alle
> Spieler geizig sind und genug Spieler moralisch so ticken, dass sie von
> selbst für ihren Spaß Geld ausgeben. Nur tun das die meisten Spieler nicht
> und lernen mit dem System so, dass es völlig in Ordnung ist für eine
> Leistung nichts zu zahlen.
Ich finde immerhin zwei positive Aspekte dabei (nicht auf alle f2p/p2w Spiele anwendbar):
1) Kosten
Wenn man mal an seine Kindheit zurückdenkt, wie viele der hunderten gespielten Spiele hat man denn gekauft? Wenn es nicht alle sind, könnte man auch argumentieren, dass man gewohnt ist Spiele für "lau" zu bekommen.
So kann man kostenlos LEGAL spielen. Prinzipiell eine Verbesserung.
(Ok, beim VCS 2600 musste man die Module kaufen und hat auf dem Schulhof getauscht, aber die wenigsten kennen das bestimmt noch ^^)
2) Spieler
Bei MMO Spielen braucht man sehr viele Spieler die GLEICHZEITIG spielen wollen.
Sonst dauert Matchmaking mehrere Minuten/Stunden. Das will keiner, bzw. dann spielt keiner mehr.
Durch F2P zieht man mehr (gelegenheits) Spieler an. So kann man erst im großen Stil jederzeit online spielen.



