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Zum Thema Plastikmüll...

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  1. Zum Thema Plastikmüll...

    Autor: Pecker 20.09.18 - 10:14

    Ich kanns echt nicht mehr hören. Der Verbraucher sei Schuld und müsse auf Plastik verzichten. Dabei lenkt diese Diskussion vom eigentlichen Problem ab und der Industrie ist das auch noch recht. Denn es ist schließlich der Verbraucher schuld, der aber nur mit aller größtem Aufwand überhaupt eine Möglichkeit hat, auf Plastik weitesgehend zu verzichten.
    Also ich schmeiße kein Plastik ins Meer, wenn dann gelangt das Plastik, welches ich der Recyclingwirtschaft zurückgeführt habe irgendwie von denen aus ins Meer.
    Wenn man Plastik raus haben will aus dem Meer, und das will man, dann ist nicht der Verbraucher gefragt, sondern entweder muss eine günstige passende alternative gefunden werden, oder aber man recyclet das Zeug ordentlich!

  2. Re: Zum Thema Plastikmüll...

    Autor: Muhaha 20.09.18 - 10:25

    Pecker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kanns echt nicht mehr hören. Der Verbraucher sei Schuld und müsse auf
    > Plastik verzichten.

    Der Verbraucher ist mitverantwortlich, weil es hier nicht DEN Schuldigen gibt.

  3. Re: Zum Thema Plastikmüll...

    Autor: chefin 20.09.18 - 10:33

    achso, wie immer sind die anderen dran schuld. Und sobald ich es in den Gelben Sack geworfen habe ist meine Verantwortung erledigt.

    Schon die Aussage, ich habe es nicht ins Meer geworfen, zeigt wie wenig du verstehst. Es reicht es IRGENDWO hin zu werfen, damit es im Meer landet. Der Süßwasseranteil auf der Erde macht 2% des gesammten Wassers aus. Und diese 2% sind dauernd in bewegung. Jedes Plastikteil wandert über den Wasserkreislauf in das Meer. Es mag sein, das ein Teil davon vor erreichen des Meeres als Futter für Bakterien verschwindet oder chemisch so zerlegt wird, das es nur noch als Grundstoff existiert. Aber eben nur ein Teil. Und du weist ganz sicher nicht, ob das von dir weggeworfene Plastik dazu gehört oder nicht.

    Man kann auch nicht den Konsum von der Verschmutzung trennen. Ich bin mir sicher, das auch die Wirtschaftsbosse Kinder haben, denen sie eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen. Und diese Kinder haben Enkel, wo Oma und Opa erstrecht alles dran setzen, das die Welt lebenswert bleibt. Ihnen pauschal zu unterstellen, das sie extra viel Plastik herstellen oder es mies entsorgen geht am Kern vorbei. Firmen die es ernst nehmen mit der Entsorgung können das nicht kostenneutral machen. Zu Deutsch: sie sind teurer und jedesmal wenn du zum billigeren Produkt greifst, trägst du genau dazu bei, das wieder etwas schlechter entsorgt wird.

    Wenn du dich also nun versuchst von Schuld frei zu reden, ist das wohl eher ein Zeichen, das du ein schlechtes Gewissen hast, aber dich gerne besser fühlen willst. Nur so fühlt man sich nicht besser. Zumindest nicht viel länger als es dauert das zu tippen.

  4. Re: Zum Thema Plastikmüll...

    Autor: Zazu42 20.09.18 - 10:40

    Ich habe in meinem Leben als Erwachsener noch keinen Müll einfach so weggeworfen. China verklappt 8 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr im Meer. Daran müssen die Menschen im Rest der Welt lange dran stricken das zu erreichen. Globalisierung, Kapitalismus, die Gier nach Geld verlagert unsere ganze Produktionsindustrie in ein Land das deshalb so günstig produziert weil es sich weder um die Umwelt noch um die Menschen scheert. Wie kann ich als Verbraucher etwas dagegen tun ohne aufs Land zu ziehen von meiner eigenen Farm zu leben und die technischen Errungenschaften der Welt zu ignorieren?



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 20.09.18 10:42 durch Zazu42.

  5. Re: Zum Thema Plastikmüll...

    Autor: Targi 20.09.18 - 11:31

    Kannst du nicht, wenn du dich nicht vollkommen außerhalb der Gesellschaft bewegen möchtest und genau ist das Problem. Dass man hier Plastiktüten verteuert, ist purer Aktionismus. Dass "wir Verbraucher" Schuld sind, ist Betroffenheitsgerede von Großstadthipstern, die ganz dolle nachhaltig sein wollen, um irgendeine Tussi damit zu beeindrucken.

  6. Re: Zum Thema Plastikmüll...

    Autor: Pecker 20.09.18 - 13:38

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > achso, wie immer sind die anderen dran schuld. Und sobald ich es in den
    > Gelben Sack geworfen habe ist meine Verantwortung erledigt.

    Absolut richtig. Denn ich erwarte, dass der Müll ordentlich recyclet wird. Wenn Glasflaschen nachdem ich sie in den Glascontainer geworfen habe, einfach auf der Straße verteilt werden und die scherben in Sandkästen verteilt werden, wer ist dann Schuld? Ich, der wollte, dass sowas recyclet wird, oder doch eher die, die den Müll nicht ordentlich entsorgt haben! Aufwachen bitte!

    > Schon die Aussage, ich habe es nicht ins Meer geworfen, zeigt wie wenig du
    > verstehst.

    Das zeigt eher wie naiv du bist. Auf Plastik verzichten ist ein schöner Traum, der so schnell nicht wahr werden wird. Also entweder man recycelt das zeug ordentlich oder das Problem wird nicht gelöst werden!

    > Es reicht es IRGENDWO hin zu werfen, damit es im Meer landet.

    Ich bitte dich, die Mülltonne bzw. der Wertstoffhof ist nicht Irgendwohin! Und ich verbitte mir solche Annahmen, dass ich sowas machen würde. Ich Sammel sogar die Kronkorken extra.

    > Der Süßwasseranteil auf der Erde macht 2% des gesammten Wassers aus. Und
    > diese 2% sind dauernd in bewegung.

    Das ist falsch. ca. 70% der 2% Süßwasser sind in Eis gebunden. Da bewegt sich nix.

    >Jedes Plastikteil wandert über den
    > Wasserkreislauf in das Meer.

    Nochmal, ich habe das Plastik nicht dem Wasserkreislauf zugeführt!

    >Es mag sein, das ein Teil davon vor erreichen
    > des Meeres als Futter für Bakterien verschwindet oder chemisch so zerlegt
    > wird, das es nur noch als Grundstoff existiert. Aber eben nur ein Teil. Und
    > du weist ganz sicher nicht, ob das von dir weggeworfene Plastik dazu gehört
    > oder nicht.

    Das weiß ich tatsächlich leider nicht. Deswegen erwarte ich Aktionen, die die Industrie und die Müllwirtschaft verpflichten, das Problem zu 100% zu lösen und das ist zu lösen. Aber wie gesagt, aktuell wird ja die Schiene gefahren, der Verbraucher ist der böse! Falsch sag ich da nur!

    > Man kann auch nicht den Konsum von der Verschmutzung trennen. Ich bin mir
    > sicher, das auch die Wirtschaftsbosse Kinder haben, denen sie eine
    > lebenswerte Welt hinterlassen wollen.
    Ach Gott, das könnte aus einer Marketingabteilung stammen... Wenn man irgendwo nur einen cent einsparen kann, wirds gemacht. Ob das dann die Umwelt mehr belastet... das ist dem Manager der damit Millionen verdient doch scheiß egal!

    >Und diese Kinder haben Enkel, wo Oma
    > und Opa erstrecht alles dran setzen, das die Welt lebenswert bleibt. Ihnen
    > pauschal zu unterstellen, das sie extra viel Plastik herstellen oder es
    > mies entsorgen geht am Kern vorbei.

    Die stellen deswegen viel Plastik her weils super super billig und praktisch für die Industrie ist. Es geht immer nur ums Geld.

    >Firmen die es ernst nehmen mit der
    > Entsorgung können das nicht kostenneutral machen. Zu Deutsch: sie sind
    > teurer und jedesmal wenn du zum billigeren Produkt greifst, trägst du genau
    > dazu bei, das wieder etwas schlechter entsorgt wird.

    Wo wir wieder bei den Regeln oben sind. Es muss Regeln geben, damit das Zeug ordentlich recycelt wird. Dann müssen halt Firmen eine Gebühr bezahlen, wenn man Plastik in Umlauf bringt und diese Gebühr wird genutzt, um das Zeug zu recyceln.

    > Wenn du dich also nun versuchst von Schuld frei zu reden, ist das wohl eher
    > ein Zeichen, das du ein schlechtes Gewissen hast, aber dich gerne besser
    > fühlen willst. Nur so fühlt man sich nicht besser. Zumindest nicht viel
    > länger als es dauert das zu tippen.
    Nein, ich habe das Problem nur erkannt und lasse mir den schwarzen Peter nicht zuschieben. Das ist nämlich genau das, was der Industrie gefällt. Du darfst gerne auf Plastik verzichten. Aber du als eine von ganz wenigen Personen wirst rein gar nichts ausrichten damit. Das ist zu naiv gedacht. Du tust also etwas, und denkst, damit sind alle Probleme gelöst. Das ist aber eben nicht der Fall. Ich versuche zumindest das Problem mal anzusprechen!

  7. Re: Zum Thema Plastikmüll...

    Autor: Technik Schaf 20.09.18 - 13:51

    Klar ist es ich eure Verantwortung was nach dem gelben Sack passiert. bzw besser gesagt nur noch indirekt, zb Partei wählen die auf Umweltschutz wert legt und damit die Einhaltung der Recycling Verordnung auch durchsetzt.

    aber zu sagen, hey lässt mich doch so viel Müll produzieren wie ich möchte. weil für entsorgung ist ja jemand anders veranlaßt schon sehr arrogant und blind.
    alles was weggeworfen wird muss irgendwo hin. die Kapazitäten sind begrenzt. also warum nich Müll vermeide, dann kann prozentual mehr recycled werden und weniger Müll landet zb im Meer. egal was bisher mit eurem Müll passiert ist, euer Verhalten hat Auswirkungen darüber hinaus

  8. Re: Zum Thema Plastikmüll...

    Autor: Bouncy 20.09.18 - 14:16

    Pecker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Denn es ist schließlich der
    > Verbraucher schuld, der aber nur mit aller größtem Aufwand überhaupt eine
    > Möglichkeit hat, auf Plastik weitesgehend zu verzichten.
    Teilweiser Konsumverzicht ist imho absolut ein Thema, in dem wir uns alle mal üben sollten - es ist schon tragisch es als allergrößten Aufwand zu sehen, etwas schlicht nicht zu kaufen. Ja, da ist der Verbraucher in der Pflicht, er ganz alleine. Denn mit ihm fängt alles an und mit ihm endet alles - klar kann man die Zwischenstationen bemängeln und optimieren, aber der Käufer ist der eigentliche Root cause...

  9. Re: Zum Thema Plastikmüll...

    Autor: Rosenkohl 20.09.18 - 15:28

    > Das weiß ich tatsächlich leider nicht. Deswegen erwarte ich Aktionen, die
    > die Industrie und die Müllwirtschaft verpflichten, das Problem zu 100% zu
    > lösen und das ist zu lösen. Aber wie gesagt, aktuell wird ja die Schiene
    > gefahren, der Verbraucher ist der böse! Falsch sag ich da nur!
    Vermeidung > Recycling

    Der Verbrauchen ist Teil des Kreislaufs und damit Teil des Problems. Vor der eignen Haustür kehr es sich schneller, auch wenns erstmal weh tut. Leider sind die meisten Menschen Gewohnheitstiere und scheuen Veränderung.

  10. Re: Zum Thema Plastikmüll...

    Autor: Azzuro 20.09.18 - 19:22

    > Vermeidung > Recycling

    Richtig! hab letztens noch einen kritischen Artikel dazu gelesen. Deutschland rühmt sich damit beim Recycling ganz vorne zu sein, und Vorbild für andere Länder. Da mag ja durchaus was dran sein und das ist ja auch toll. Interessanterweise produziert Deutschland aber dennoch sehr viel Müll.

    Natürlich sollte man recyclen - aber eigentlich nur dann, wenn es nicht anders geht. Die Politik traut sich aber nicht anzusprechen, dass unser ganzes System hinterfragt werden müsste. Dass stolz davon erzählt wird, wie Recyclingunternehmen und Recyclingtechologie in Deutschland Arbeitsplätze schafft und die Wirtschaft wachsen lässt, sagt doch schon alles. Weniger Konsum ist die einzig wirklich nachhaltige Lösung.

  11. Re: Zum Thema Plastikmüll...

    Autor: Azzuro 20.09.18 - 19:27

    > Kannst du nicht, wenn du dich nicht vollkommen außerhalb der Gesellschaft
    > bewegen möchtest und genau ist das Problem.

    Ab wann lebt man denn deiner Meinung nach schon vollkommen außerhalb der Gesellschaft? Man hat massiven Einfluss darauf, wieviel Verpackungsmüll man produziert. Ist man schon weltfremd und abgeschieden, wenn man Joghurt im Pfandglas statt im Plastikbecher kauft? Wenn man sich gegen in Plastik einzeln abgepacktes Obst und Gemüse entscheidet? Wenn man sich neues Smartphone/Computer/Fernseher/... erst dann kauft, wenn der alte Kaputt oder nicht mehr vernünftig benutzbar ist? Wenn man neue Kleidung erst dann kauft, wenn man neue braucht?

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