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Forinte ist zu gut designed?

Am 17. Juli erscheint Ghost of Tsushima; Assassin's Creed Valhalla und Watch Dogs Legions konnten wir auch gerade länger anspielen - Anlass genug, um über Actionspiele, neue Games und die Next-Gen-Konsolen zu sprechen! Unser Chef-Abenteurer Peter Steinlechner stellt sich einer neuen Challenge: euren Fragen.
Er wird sie am 16. Juli von 14 Uhr bis 16 Uhr beantworten.
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  1. Forinte ist zu gut designed?

    Autor: Gamma Ray Burst 08.10.19 - 00:40

    Ich meine Spiele werden mit der Absicht gestaltet dem Spieler zu gefallen, damit sie erfolgreich sind.

    Schlecht designed Spiele machen keinen Spass und sind nicht erfolgreich.

    Vermutlich wird so die Gegenargumentation aussehen, und das das Prinzip der Eigenverantwortung zählt.

  2. Re: Forinte ist zu gut designed?

    Autor: Ach 08.10.19 - 02:46

    In USA hatte vor ein paar Jahren ein Christ die Online P.industrie mit quasi dem selben Argument angeklagt. Das Schauen von Onlinep. hätte ihn abhängig gemacht und ihm im selben Moment seiner Lebensgeister beraubt. Natürlich ist er mit seiner Klage gescheitert, und auch in diesem Fall kann ich mir keinen anderen Ausgang vorstellen.

    Wie sollte man im Fall eines Erfolges gutes Design von gezieltem Hervorrufen von Sucht unterscheiden? Wie würde sich diese Suchterzeugung überhaupt definieren? Man kann das Spiel sogar nur als Filter begreifen, denn tatsächlich ist es das Zusammenspiel mit den Mitspielern, ob für- oder gegeneinander, welches vielleicht sogar für den Löwenanteil der Onlinespielsucht verantwortlich ist. Einer der Besten einer Gruppe werden zu wollen oder dieses oder jenes Gegenüber zu besiegen. Ein gutes Spiel kanalisiert diese Bestrebungen nur, und wegen dieser Bestrebungen geht man zum Spielen überhaupt online.

    Online Spielen würde ich als schnellste und einstiegsaufwandsärmste Art beschreiben, sich mit anderen Menschen in einen spielerischen Wettbewerb zu messen, worauf so gut wie jeder Mensch abfährt, weil das in unsere Natur eingebaut ist. Es gibt allerdings einen Mechanismus, der einen ehrgeizigen Spieler(ohne fettes Finanzpolster) dazu zwingt, mehr Zeit als eigentlich nötig im Spiel zu verbringen, und das ist das Grinding. Wenn die Eltern schlau sind, würden sie sich in ihrer Klage auf diesen Aspekt konzentrieren. Beim Grinding wird man im schlimmsten Falle nicht für das Bewältigen irgend einer Herausforderung, sondern allein für die pure Vernichtung der eigenen Zeit via dem Ausführen einer stumpfen Tätigkeit belohnt, was man als Vorsatz auslegen könnte, was aber langfristig dazu führen könnte, dass sich Spieledesigner vor dieser Klage in umso bessere Designs flüchten, in denen sich ein Grinding immer schwerer von einem spannenden Spieleinhalt unterscheiden lässt.

  3. Re: Forinte ist zu gut designed?

    Autor: Gamma Ray Burst 08.10.19 - 15:21

    Naja, das Grinding ist kein muss sondern ein kann ... also auch wieder Eigenverantwortung.

  4. Re: Forinte ist zu gut designed?

    Autor: das-emu 08.10.19 - 15:40

    Im falle von Fortnite fällt das grinding ja eigentlich weg. Zumindest wenn man komsetiks ausklammert.

  5. Re: Forinte ist zu gut designed?

    Autor: Ach 08.10.19 - 16:45

    Gamma Ray Burst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja, das Grinding ist kein muss sondern ein kann ... also auch wieder
    > Eigenverantwortung.

    Es stimmt schon, dass das Grinding selber keine Sucht erzeugende Tätigkeit darstellt, sondern eine ziemliche Zeitverschwendung, um die ein "Süchtiger" aber nicht umhin kommt, wenn er in seinem Spiel aufsteigen will. Gutes Beispiel wäre WOT, ein sehr abhängig machendes Spiel, bei dem man sich erst mal Ewigkeiten(Wochen) durch die ziemlich faden unteren Panzerlevel durch angeln muss. Eine Analogie wäre die Beschaffungskriminalität von Drogensüchtigen. Als Ganzes kostet das eine Unmenge an Zeit, und dieser Punkt wir ja von den Eltern kritisiert.

  6. Re: Forinte ist zu gut designed?

    Autor: Arkatrex 09.10.19 - 05:44

    Es geht hier nicht um den Grind, sondern dass hier Mechanismen eingebaut werden, die Kinder auch nach der besten Erziehung dazu bringen sollen Geld auszugeben.

    Bei Fifa ist das genau das gleiche. Epic und EA wissen hier ganz genau um die Wechselwirkung und sind wie der Drogendealer um die Ecke darauf bedacht anzufixen und dann mit psychologischem Druck das Kind zu melken.

    Als Beispiel sei hier angeführt besonders begehrte Skins mit einem kurzen Zeitfenster limitiert für nen 20er zu verkaufen. Bei Fifa lasse ich den Vergleich mit Sammelkartenspielen nicht zu, hier ist immer noch die Hürde raus zu gehen, zum Laden hin zu fahren und dem Händler das Geld in die Hand zu drücken. In Fifa muss man nur oft genug auf den leuchtenden Button drücken und sich anschließend mit genau auschoreografierten Animationen berauschen zu lassen.

    An dieser Stelle darf man die Augen nicht verschließen und so tun als ob jeder seines Glückes Schmieds wäre. So wie selbst die gestandensten Erwachsenen von Shops wie Seven Eleven psychologisch manipuliert werden, wo sie lang gehen müssen und wo welches Produkt liegt, so wissen die Spielehersteller dank Psychologen auch wie sie den Drang unerträglich machen nicht auf den Buy Button zu klicken.

    Unterstützung bekommen sie durch andere Schüler die ebenfalls der Wechselwirkung erlegen sind und Ihrerseits Druck aufbauen. Von Mobbing etc. will ich gar nicht erst anfangen (Bsp.: Mobbing in der Schule aufgrund von fehlenden oder langweiligen Standard Skins. Genannt "Defaults".)

    Eltern die rein auf Ihre eigene Erfahrung ihrer Schulzeit zurückgreifen haben keine Ahnung um was es da eigentlich geht.

    Dieses Thema hat sich mittlerweile verselbstständigt und gehört wie Glücksspiel in Casinos streng reglementiert.

    Auch das sich die Spielehersteller gerade die schwächsten und weichesten Ziele aussuchen sollte man gerade an dieser Stelle verurteilen und nicht noch unterstützen.

    Bei Kinderschokolade etc. gibt es einen riesen Aufschrei weil sich die Werbung gezielt an Kinder richtet obwohl das Zeug mega ungesund ist. Aber hier merkt man vielerorts in den Foren dass dieser Sachverhalt lediglich mit einem Schulterzucken quittiert wird.

    Einfach absurd.

    -= Ich bin das Großschreibkleinschreibmonster, erstarrt in Ehrfurcht oder gebt mir Futter! *bwaaaaah* =-



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.10.19 05:51 durch Arkatrex.

  7. Re: Forinte ist zu gut designed?

    Autor: Eheran 09.10.19 - 09:20

    >Gutes Beispiel wäre WOT, ein sehr abhängig machendes Spiel, bei dem man sich erst mal Ewigkeiten(Wochen) durch die ziemlich faden unteren Panzerlevel durch angeln muss.

    Und die höheren Tiers werden wie genau besser? Ich hab da nie einen Unterschied gemerkt, wenn ich in ein neues Tier hoch bin, es kostet nur alles noch mehr. So viele "erdrutsch-" Siege habe ich noch in keinem anderen Spiel erlebt. Das macht auf keiner der beiden Seiten Spaß und man hat quasi null Möglichkeit, es zu verhindern. Selbst wenn man grad an der Stelle ist wo sie durchbrechen und den Chat nutzt.

  8. Re: Forinte ist zu gut designed?

    Autor: Garius 09.10.19 - 14:57

    Wichtig ist dabei jedoch auch, sich nicht komplett seinen Ängsten hinzugeben. Aufklärung einen viel vorbeugenderen Effekt. Wenn man die 'Tricks' kennt, kann man sich auch eigenverantwortlich dagegen wehren. Tabuisierung und staatliche Regelungen helfen immer nur zeitweise.

  9. Re: Forinte ist zu gut designed?

    Autor: Gamma Ray Burst 10.10.19 - 12:29

    Verstehe das Problem nicht, meinem Nachwuchs habe ich schon mit 8 Jahren klar gemacht das “Pay to Win” mist ist.

    Und ja ich habe das mit meinem Nachwuchs diskutiert und es erklärt, die Kinder verstehen das.

    Ich denke es ist eher so das die Eltern damit überfordert sind, und Computerspiele nicht verstehen, jetzt schreien sie nach dem Staat der ihre eigene Inkompetenz und Ignoranz ausbügeln soll.

    Logischerweise interessiert das Leute die teilweise seit Jahrzehnten zocken nicht, weil die wirklich alles schon gesehen haben.

    Wieso sollte der Staat Ignoranz und Inkompetenz also begünstigen?

  10. Re: Forinte ist zu gut designed?

    Autor: Bluejanis 16.10.19 - 02:22

    Gamma Ray Burst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Verstehe das Problem nicht, meinem Nachwuchs habe ich schon mit 8 Jahren
    > klar gemacht das “Pay to Win” mist ist.

    Das Problem sind andere Eltern, die das nicht schaffen.
    Hat das Kind deshalb eine Suchtkrankheit verdient?

    Es sind leider nicht aller Eltern mündig Eltern zu sein.

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