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  5. › Sonic the Hedgehog: Sega veröffentlicht…

Sega does what Nintendon't ;)

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  1. Sega does what Nintendon't ;)

    Autor: ManMashine 24.06.17 - 03:35

    SO macht man es richtig. Nicht mit künstlicher und vollkommen sinnloser Verknappung von käuflich erwerblichen Möglichkeiten an Klassiker zu kommen zu einem angemessenen Preis.

    Sega macht's sogar noch plattformunabhängig.

    Und es wird sich definitiv auszahlen da Sega genau weiss wo sie ihre Kunden abholen können. Das mit den werbefinanzierten kostenlos versionen auf Android und iOS find ich 'ne dufte Sache.

    Ich spiele zwar sowas nicht auf nem Telefon… hab die Mega Drive Collection ha noch für die PSP, die PS3 und alle meine original Mega Drive Module… aber ich bin auch nicht die Zielgruppe. Ohne Smartphone Präsenz kann man heute wohl nicht auskommen.

    Bleibt nur zu hoffen dass sie die PC user nicht vergessen. Alleine schon wegen den Dreamcast Titeln. Hab zwar nicht wirklich lust NOCHMAL kaufen zu müssen was ich schon besitze (Das Problem kennen Liebhaber qualitativ hochwetiger Musikveröffentlichungen sicher zu gut) aber wenn man damit weitere veröffentlichungen unterstützt ist es ja für nen guten Zweck.

    Ich hätte aber auch was gezahlt für eine Sega Konsole die käuflich erworbene ROMS und original Module und Discs abspielt. Hätte Sega damals bloß auf DVDs gesetzt statt auf dieses halbgare GD-ROM format...

    Mein Beruf ist es zu sehen und das Gesehene zu zeigen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.06.17 03:40 durch ManMashine.

  2. Re: Sega does what Nintendon't ;)

    Autor: starscream 24.06.17 - 14:13

    ManMashine schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich hätte aber auch was gezahlt für eine Sega Konsole die käuflich
    > erworbene ROMS und original Module und Discs abspielt. Hätte Sega damals
    > bloß auf DVDs gesetzt statt auf dieses halbgare GD-ROM format...

    Und dann? Was hätte das deiner Meinung nach geändert? (Ernstgemeinte Frage.) Die GD-ROMs waren eigentlich nur bessere CDs mit Überlänge. Klar, in der Theroie hatten sie afair bis zu 1.2 GB, in der Praxis waren das dann aber oft nicht mehr als ein paar hundert Megabyte. Viele Spiele konnte man auf 800 MB CD-Rohlinge brennen. Wenn man dann noch den geschützten Bereich des Lead-out ignorierte ging sogar noch problemlos etwas mehr. Das es keinen Kopierschutz gab war ein großes Problem.

    Ein anderes großes Problem war, das sich bereits der Sega Saturn außerhalb von Japan nicht gerade mit Ruhm bekläckert hat. "Theoretisch die schnellere Konsole". Aber es war so schwer auf dem Shitload von Hardware vernünftige Software zu schreiben. Dafür das der Saturn einen Entwickler regelrecht mit CPUs und Controllern zugeschmissen hat, ist es ein Trauerspiel, dass er nicht einmal Transparenz (ohne Dithering) beherrscht. Das lief darauf hinaus, das die meisten PSX-Spiele besser waren als die Saturn Spiele, sogar die Cross-Platform Titel. Sega hatte zuvor zudem bereits mit dem 32X die Käufer verunsichert. Eine Bibliothek von etwas mehr als 30 Spielen bevor die hierzulande 400 DM teure Zusatzhardware zum Genesis (Mega Drive) eingestellt wurde. Es wurde Support versprochen, den es nie gegeben hat. Stattdessen hat man die Käufer aufgrund des Fokus auf den Sega Saturn im Regen stehen lassen. Als dann später der ohnehin kleine Absatz auf dem Weltmarkt zuletzt auch noch in den USA recht schnell zusammenbrach konnte Sony zuschlagen.

    Die bessere Werbestrategie und die massive Verfügbarkeit führte dazu, das sich die PSX einfach durchsetzte. Sega war dort bereits raus aus den Köpfen der Leute. Klar, der Dreamcast konnte technisch noch einmal überzeugen und war damals die "erste 128 Bit Konsole", wie man damals sagte. Die kam aber während des Lifecycle der PS-One, weil Sega eine neue Konsole bringen musste, wenn sie weiter verkaufen wollten. Die Playstation verkaufte sich aber trotzdem ganz hervorragend: eine riesige Spielebibliothek, spontaner Preissenkungen zum Release des Sega Saturn und Vorteile bei der Entwicklung der PS2: hier konnte man in den zwei Jahren bis zum Marktstart nochmals auf den Dreamcast reagieren und dementsprechend Komponenten optimieren. Zum Release dann der Hammer: jedes PSX Spiel läuft auch auf der PS2, Käufer des Dreamcast konnten die Saturn Titel hingegen nicht mehr spielen.

    Letzter Faktor: die Spiele! Sega hat ursprünglich für Arcade Automaten in Asien entwickelt. Die Spiele hatten immer den Eindruck von "Insert Coin". Man kennt das, wenn man damals ein Beat'em Up durchgespielt hat: "Game Over" - in Japan üblich um zu signalisieren "das Spiel wurde beendet", In Europa und den USA stattdessen eher als "versagt" interpretiert - gab den Spielern einfach kein gutes Gefühl. Andere Formen von Spielen setzten sich einfach durch. Spiele die auch nach Wochen noch Spaß machen, bei denen es einen kontinuierlichen Fortschritt gab. Also ganz anders als Arcade-Titel, bei denen es nur darum ging, Abläufe zeitnah zu verinnerlichen und Patterns auswendig zu lernen.

    Ich denke Sega war einfach nicht mehr zu retten damals und auch heute kommen sie nicht mehr mit guten Titeln um die Ecke. Wo sind denn neue Panzer Dragoon oder Virtua Racing Titel? Die Sonic Titel lässt man nun teilweise von externen Firmen entwickeln und sonst fällt mir gerade als Fan erster Stunde nicht einmal ein Franchise ein, das noch ansatzweise aktuell wäre. Alexx Kidd?

  3. Re: Sega does what Nintendon't ;)

    Autor: ManMashine 24.06.17 - 18:39

    starscream schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ManMashine schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich hätte aber auch was gezahlt für eine Sega Konsole die käuflich
    > > erworbene ROMS und original Module und Discs abspielt. Hätte Sega damals
    > > bloß auf DVDs gesetzt statt auf dieses halbgare GD-ROM format...
    >
    > Und dann? Was hätte das deiner Meinung nach geändert? (Ernstgemeinte
    > Frage.) Die GD-ROMs waren eigentlich nur bessere CDs mit Überlänge. Klar,
    > in der Theroie hatten sie afair bis zu 1.2 GB, in der Praxis waren das dann
    > aber oft nicht mehr als ein paar hundert Megabyte. Viele Spiele konnte man
    > auf 800 MB CD-Rohlinge brennen. Wenn man dann noch den geschützten Bereich
    > des Lead-out ignorierte ging sogar noch problemlos etwas mehr. Das es
    > keinen Kopierschutz gab war ein großes Problem.

    Ganz einfach. Jedes heutige Laufwerk hätte dann diese Scheiben problemlos lesen können. Somit wäre die Herstellung eines neuen Dreamcasts bzw. die Herstellung von Ersatzlaufwerken für original Konsolen, deutlich einfacher. Die Original GD-ROM laufwerke sind absoluter Schrott und fallen reihenweise aus. Meine erste DC hatte sogar von anfang an mit einem sehr sehr fehlerbehafteten GD Rom Laufwerk zu kämpfen. NEIN, ich habe KEINE gebrannten CDs damit abgespielt. Das Ding hatte von anfang an stets meine Original GD-ROM von Vigilante 8 - 2nd Offense nie booten wollen. Erst nach mehreren Versuchen. Meine zweite, gebraucht erworbene Dreamcast funktionierte da schon besser.
    Die GD-ROMs sind ein absolutes Exotenformat. Genauso wie CD-I, was sich ebenfalls nicht in jedem Laufwerk lesen lässt.


    >
    > Ein anderes großes Problem war, das sich bereits der Sega Saturn außerhalb
    > von Japan nicht gerade mit Ruhm bekläckert hat. "Theoretisch die schnellere
    > Konsole". Aber es war so schwer auf dem Shitload von Hardware vernünftige
    > Software zu schreiben. Dafür das der Saturn einen Entwickler regelrecht mit
    > CPUs und Controllern zugeschmissen hat, ist es ein Trauerspiel, dass er
    > nicht einmal Transparenz (ohne Dithering) beherrscht. Das lief darauf
    > hinaus, das die meisten PSX-Spiele besser waren als die Saturn Spiele,
    > sogar die Cross-Platform Titel. Sega hatte zuvor zudem bereits mit dem 32X
    > die Käufer verunsichert. Eine Bibliothek von etwas mehr als 30 Spielen
    > bevor die hierzulande 400 DM teure Zusatzhardware zum Genesis (Mega Drive)
    > eingestellt wurde. Es wurde Support versprochen, den es nie gegeben hat.
    > Stattdessen hat man die Käufer aufgrund des Fokus auf den Sega Saturn im
    > Regen stehen lassen. Als dann später der ohnehin kleine Absatz auf dem
    > Weltmarkt zuletzt auch noch in den USA recht schnell zusammenbrach konnte
    > Sony zuschlagen.

    Das Problem ist dass der Saturn sowie die PS1 in einer Zeit rauskamen in der die Firmen voll auf 3D setzen wollten, die meisten Studios aber davon keine Ahnung hatten und eher 2D Profis waren. Der Saturn hatte Multicore Architektur und die PS1 nicht. Damals war das ein novum und kaum einer wusste das sinnvoll zu nutzen, außer einige Studios wie Lobotomy Software. Was die mit ihrer Powerslave Engine auf dem Saturn vollbracht haben ist ein Technikwunder.

    Oder Panzer Dragoon Zwei, welches während man spielte bereits das nächste Level nachlud in den RAM ohne dass man es mitbekam. Dann gab es absolute Stümperein wie Doom, dass auf dem Saturn gnadenlos ruckelt weil John Carmack darauf bestand dass es nur die CPU nutzt und keine weitere extra hardware. Somit nutze es nur eine CPU und Jahre später musste John Carmack eingestehen dass seine Entscheidung ein Fehler war. Und dann wäre da noch Tomb Raider welches auf dem Saturn in einer niedrigeren Auflösung läuft und von Slowdowns geplagt ist. War zwar die erste Konsolen Umsetzung dieses PC spiels, mehrere Monate vor der PS1 Version… aber immer der erste zu sein war nicht immer von Vorteil.

    >
    > Die bessere Werbestrategie und die massive Verfügbarkeit führte dazu, das
    > sich die PSX einfach durchsetzte. Sega war dort bereits raus aus den Köpfen
    > der Leute. Klar, der Dreamcast konnte technisch noch einmal überzeugen und
    > war damals die "erste 128 Bit Konsole", wie man damals sagte. Die kam aber
    > während des Lifecycle der PS-One, weil Sega eine neue Konsole bringen
    > musste, wenn sie weiter verkaufen wollten. Die Playstation verkaufte sich
    > aber trotzdem ganz hervorragend: eine riesige Spielebibliothek, spontaner
    > Preissenkungen zum Release des Sega Saturn und Vorteile bei der Entwicklung
    > der PS2: hier konnte man in den zwei Jahren bis zum Marktstart nochmals auf
    > den Dreamcast reagieren und dementsprechend Komponenten optimieren. Zum
    > Release dann der Hammer: jedes PSX Spiel läuft auch auf der PS2, Käufer des
    > Dreamcast konnten die Saturn Titel hingegen nicht mehr spielen.

    Vergiss nicht dass Sony so etwas viel besser stemmen konnte als Hersteller für Unterhaltungs elektronik, als Sega. Das war schon von Anfang an ein ungleicher Kampf. Und ja, Sega hat mit seinem Missmanagement mehrmals in die Scheisse gegriffen. Gar keine Frage. Ich mag den Dreamcast trotzdem mehr als die PS2. Ich war damals 2000/2001 einer der jenigen die, statt auf ne PS2 zu warten, sich lieber ne Dreamcast
    zugelegt haben. Spiele auf dem Dreamcast sahen besser aus (dank Antialiasing, was gnadenlos viele PS2 titel kurrioserweise nicht hatten und flimmerten wie bescheuert) und konnte bereits online zocken während das Online angebot von PS2 und GameCube noch bloße Theorie waren.


    >
    > Letzter Faktor: die Spiele! Sega hat ursprünglich für Arcade Automaten in
    > Asien entwickelt. Die Spiele hatten immer den Eindruck von "Insert Coin".
    > Man kennt das, wenn man damals ein Beat'em Up durchgespielt hat: "Game
    > Over" - in Japan üblich um zu signalisieren "das Spiel wurde beendet", In
    > Europa und den USA stattdessen eher als "versagt" interpretiert - gab den
    > Spielern einfach kein gutes Gefühl. Andere Formen von Spielen setzten sich
    > einfach durch. Spiele die auch nach Wochen noch Spaß machen, bei denen es
    > einen kontinuierlichen Fortschritt gab. Also ganz anders als Arcade-Titel,
    > bei denen es nur darum ging, Abläufe zeitnah zu verinnerlichen und Patterns
    > auswendig zu lernen.

    Ehrlich gesagt ist Europa immer schon dritte Welt gewesen für Spiele- und Konsolenhersteller. Für Sega genauso wie für Nintendo, Sony und Microsoft.
    Sega hat hier also keine Allein-schuld. Arcade ist in Europa nunmal absolut Subkultur und in Deutschland komplett tot. Dank des anti-arcade gesetzes was den Zitritt zu Arcades ha für Leute unter 18 Jahren komplett untersagte und sie in die Einarmigen banditen Ecke stellte. Ein gnadenloses FAIL-Gesetz das wieder so typisch deutsch ist wie unsere Politik des Versagens.

    >
    > Ich denke Sega war einfach nicht mehr zu retten damals und auch heute
    > kommen sie nicht mehr mit guten Titeln um die Ecke. Wo sind denn neue
    > Panzer Dragoon oder Virtua Racing Titel? Die Sonic Titel lässt man nun
    > teilweise von externen Firmen entwickeln und sonst fällt mir gerade als Fan
    > erster Stunde nicht einmal ein Franchise ein, das noch ansatzweise aktuell
    > wäre. Alexx Kidd?

    Sega hat den richtigen Schritt getan und noch die Kurve gekriegt. Schließlich entwickeln sie selber nicht nur spiele sondern sind auch Publisher. Siehe die Condemned Reihe oder "Alien - Isolation". Und wie man sieht sind sie damit auch sehr erfolgreich. Dass Sega Sonic Titel außer haus entwickeln lässt ist aber keine Neuigkeit. Das tat man bereits in den 90ern. Siehe "Sonic Spinball" oder "Sonic 3D - flickies Island".

    Mein Beruf ist es zu sehen und das Gesehene zu zeigen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.06.17 18:42 durch ManMashine.

  4. Re: Sega does what Nintendon't ;)

    Autor: starscream 26.06.17 - 15:13

    ManMashine schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ganz einfach. Jedes heutige Laufwerk hätte dann diese Scheiben problemlos
    > lesen können. Somit wäre die Herstellung eines neuen Dreamcasts bzw. die
    > Herstellung von Ersatzlaufwerken für original Konsolen, deutlich einfacher.
    Gut, da ist was dran. Aber das ist leider eine Illusion. Wenn Sega eine neue Konsole explizit für Retro-Titel bringen würde, dann kommt dabei so etwas wie der Sega Mega Drive Classic: goo.gl/dgAamm
    Auch Dreamcast-Spiele würden dann heute wohl eher als Download angeboten werden, sprich man müsste noch einmal neu bezahlen. Das ist aber auch absolut verständlich: je nach dem wie teuer oder günstig die Hardware zu produzieren wäre müsste Sega entweder an der Qualität sparen und einen festen Satz an Spielen mit ausliefern oder via Download an den Spielen verdienen und die Konsole subventionieren. An der Hardware selbst lässt sich nur sehr schwer Geld verdienen, da ist es nur natürlich das man keine Konsole für Spiele entwickelt, die auf dem freien Markt in der notwendigen Qualität nicht mehr erhältlich sind.

    > Die Original GD-ROM laufwerke sind absoluter Schrott und fallen reihenweise
    > aus. Meine erste DC hatte sogar von anfang an mit einem sehr sehr
    > fehlerbehafteten GD Rom Laufwerk zu kämpfen. NEIN, ich habe KEINE
    > gebrannten CDs damit abgespielt. Das Ding hatte von anfang an stets meine
    > Original GD-ROM von Vigilante 8 - 2nd Offense nie booten wollen. Erst nach
    > mehreren Versuchen. Meine zweite, gebraucht erworbene Dreamcast
    > funktionierte da schon besser.
    Mir war gar nicht bekannt, das die HW-Ausfallrate so hoch sein soll. Via Google findet sich dazu in den Jahren zwischen 14.10.1999 und 2004 auch kaum etwas. Hast du dazu noch Literatur?

    > Die GD-ROMs sind ein absolutes Exotenformat. Genauso wie CD-I, was sich
    > ebenfalls nicht in jedem Laufwerk lesen lässt.
    Philips CD-I war sicherlich ein Griff ins Klo, allerdings mit ganz normalen CDs.

    > Das Problem ist dass der Saturn sowie die PS1 in einer Zeit rauskamen in
    > der die Firmen voll auf 3D setzen wollten, die meisten Studios aber davon
    > keine Ahnung hatten und eher 2D Profis waren. Der Saturn hatte Multicore
    Das Problem für die Niederlage der Geschäftsstrategie war eigentlich genau die von mir genannten Fakten. Das die Entwickler auf 3D-Grafik umgestiegen sind resultierte zwar in teilweise grausigen Spielen die heute aufgrund der Optik kaum noch einen Wiederspielwert bieten, allerdings haben das damals alle so gemacht.

    > Architektur und die PS1 nicht. Damals war das ein novum und kaum einer
    > wusste das sinnvoll zu nutzen, außer einige Studios wie Lobotomy Software.
    > Was die mit ihrer Powerslave Engine auf dem Saturn vollbracht haben ist ein
    > Technikwunder.
    Jein. Kein Multicore. Wie ich schrieb: Eine Vielzahl an CPUs und Controllern, was es (teilweise) noch schwerer machte. Ich bin mir ohne Recherche gerade nicht einmal sicher ob es zu der Zeit schon echte Multicore CPUs gab. Jedenfalls gab es keine eleganten Frameworks für Multithread-Entwicklung. Im Prinzip konnte man auf dem Dreamcast auf zwei CPUs und einer GPU entwickeln. Dazu konnte man diverse Controller für verschiedene I/O-Operationen nutzen. Wie gesagt, ein ganzer Shitload an Hardware, der heute teilweise noch eine Herausforderung in der Homebrew-Szene ist.

    > Oder Panzer Dragoon Zwei, welches während man spielte bereits das nächste
    > Level nachlud in den RAM ohne dass man es mitbekam. Dann gab es absolute
    > Stümperein wie Doom, dass auf dem Saturn gnadenlos ruckelt weil John
    > Carmack darauf bestand dass es nur die CPU nutzt und keine weitere extra
    > hardware. Somit nutze es nur eine CPU und Jahre später musste John Carmack
    > eingestehen dass seine Entscheidung ein Fehler war. Und dann wäre da noch
    > Tomb Raider welches auf dem Saturn in einer niedrigeren Auflösung läuft und
    > von Slowdowns geplagt ist. War zwar die erste Konsolen Umsetzung dieses PC
    > spiels, mehrere Monate vor der PS1 Version… aber immer der erste zu
    > sein war nicht immer von Vorteil.
    Klar, wie gesagt: In der Theorie war der Saturn schneller. Damit ließen sich immer noch nicht hübschere Spiele entwickeln (Stichwort fehlende Transparenz, etc.) aber technisch raffinierte (wir von dir oben beschrieben). Dafür glänzt er bis heute (durch Speichererweiterung) mit seiner 2D-Leistung. Die Beat'em Ups waren als Portierung teilweise Arcade perfect, wie man sagt.

    > Ehrlich gesagt ist Europa immer schon dritte Welt gewesen für Spiele- und
    > Konsolenhersteller. Für Sega genauso wie für Nintendo, Sony und Microsoft.
    Jein. Für Microsoft auf keinen Fall, zumindest nicht zu Zeiten der ersten XBox. Zu dem Zeitpunkt waren Spiele hierzulande sehr etabliert. Davor, also unmittelbar nach dem Videospiele Crash hatten Sega und Nintendo Europa fest in der Hand. Klar, teilweise gab es hierzulande mieserable PAL-Anpassungen (50 Hz statt 60 Hz, Spiele waren langsamer, PAL-Balken), aber Europa war als Markt wichtig. Wie gesagt, das Problem war das Sega auf jeden Fall einen Fokus auf arcade-lastige Spiele hatte und waren in Japan (bzw. im asiatischen Raum), in Spanien und in den USA sehr viel angesagter als bei uns. Das dann immer mehr Spiele kamen die tatsächlich eine Geschichte erzählen (schon mal ein Adventure auf einem Arcade-Automaten gesehen?) machte es für Sega nicht gerade einfacher.

    > Sega hat hier also keine Allein-schuld. Arcade ist in Europa nunmal absolut
    > Subkultur und in Deutschland komplett tot. Dank des anti-arcade gesetzes
    > was den Zitritt zu Arcades ha für Leute unter 18 Jahren komplett untersagte
    > und sie in die Einarmigen banditen Ecke stellte. Ein gnadenloses
    > FAIL-Gesetz das wieder so typisch deutsch ist wie unsere Politik des
    > Versagens.
    Oh doch, das haben sie. Es ging ja nicht NUR um die Arcade-Automaten: sie sind in der Entwicklung stehen geblieben und haben einfach keinen Mut zu neuen Spielekonzepten gehabt. Zudem hat ihre gesamte Absatzpolitik in den USA und Europa voll versagt. Dazu gibt es heute unzählige Dokumentationen. Einfach mal ein wenig YouTube durchstöbern. Es ist interessant, wie stark Sega bei der Positionierung ihrer Produkte und einer durchdachten Geschäftsstrategie versagt hat. Lies dir noch einmal meine Aussagen zu dem Sega (Mega Drive) 32X und dem Sega Saturn durch. Es war so krass, was damals abging bei Sega.

    > Sega hat den richtigen Schritt getan und noch die Kurve gekriegt.
    > [...]
    Sie machen heute ein paar gute Spiele und agieren teilweise als Publisher, das stimmt. Das sie alles richtig gemacht haben würde ich nicht sagen. Sie haben das richtige getan, um nicht komplett aus dem Markt auszusteigen, so würde ich das ausdrücken. Aber sie sind ein Schatten von dem, was man mit ihnen einmal verbunden hat.

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