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Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

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  1. Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

    Autor: smaggma 22.04.16 - 21:13

    Bei meinem letzten Jobwechsel (2015) hab ich mich auch mal in der Computerspiele Branche beworben. Ein mittelgroßes Unternehmen (zumindest für diese Branche) hat mir ein Jobangebot unterbreitet, das von den Konditionen so jenseits von gut und böse war, dass die sich nicht wundern müssen, dass sie keine Leute finden.

    Klar hab ich Lust Computerspiele zu machen...zocke ja auch gerne. Ich würde dafür auch auf etwas Gehalt verzichten und etwas länger arbeiten ... aber wenn die nur ca. ein Drittel von dem zahlen was man in anderen Branchen bekommt und dafür deutlich längere Arbeitszeiten verlangen, kann ich da gut drauf verzichten.

    Und dann machen so gut wie alle größeren deutschen Computerspiele Hersteller sowieso nur noch diese FreeToPlay Handyspiel Rotze. Also warum sollte man da arbeiten wollen.

    Jemand der erzählt er würde 120 Stunden die Woche arbeiten (...das sind mehr als 17 Stunden - und zwar 7 Tage die Woche) ist entweder ein Lügner oder ein Verrückter ohne Leben der einem eigentlich nur leid tun kann.

  2. Re: Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

    Autor: OmranShilunte 22.04.16 - 22:19

    in deutschland habe ich heute drei möglichkeiten:

    1.)
    du arbeitest als programmierer für irgendwelche finanzwirtschaftsfaschisten, da arbeitet man 60 stunden pro woche und bekommt 75 euro pro stunde.
    das schlechte gewissen und die inneneren widersprüche bei diesem job kann mit mit dem porsche nicht mal annähernd kompensieren.

    2.)
    du arbeitest als programmierer in irgendwelche spielekindergärten, wo man 75 stunden pro woche arbeitet, und man selbst als programmierer nur 30 euro bekommt - außer die firma geht grad mal wieder pleite oder vergisst dauernd aus versehen das gehalt zu überweisen.
    die arbeit macht zar spass, aber die hälfte deiner männlichen kollegen ist noch in der pubertät und benimmt sich entsprechend. außerdem hast du keinerlei freizeit mehr.

    3.)
    du klinkst dich aus dem idiotensystem komplett aus und reduzierst deine abhängigheit von anderen auf die vom jobcenter.
    alternativ dazu machst du dich mit deinem eigenen projekt erfolgreich selbstständig.



    wer nicht nicht für die dritte variante entscheidet hat mein mitleid verdient.

    nur bei der variante 3 arbeitst du immer so viel oder wenig wie du willst, und verdienst dabei exakt das, was du verdienst. fremdausbeutung oder schlechtes gewissen gehören der vergangenheit an und du kannst vor allem genau das machen, was du wirklich kannst.

  3. Re: Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

    Autor: martin28 22.04.16 - 23:46

    OmranShilunte schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > in deutschland habe ich heute drei möglichkeiten:
    > > 2.)
    > du arbeitest als programmierer in irgendwelche spielekindergärten, wo man
    > 75 stunden pro woche arbeitet, und man selbst als programmierer nur 30 euro
    >

    - Das sind ca. 9.000,-¤ pro Monat. Würde ich also nicht direkt Ausbeutung nennen.

  4. Re: Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

    Autor: Sammie 23.04.16 - 11:58

    OmranShilunte schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nur bei der variante 3 arbeitst du immer so viel oder wenig wie du willst,
    > und verdienst dabei exakt das, was du verdienst.

    Ist für einen Einzelnen aber meist weder zeitlich noch finanziell ein realistisches Szenario. Während der Entwicklungdauer (die oft Monate, oder gar Jahre dauern kann) verdient man ja Null oder muss selbst Risikokapital bereitstellen, um weitere Leute zu engagieren, die einem beim Projekt helfen, damit es schneller fertig wird - natürlich ohne Garantie, dass das Spiel jemals die Entwicklungskosten wieder einspielt oder langfristig für Gewinne sorgt. Zumindest hauptberuflich wird das in der Regel nichts, man hat ja schließlich auch monatliche Rechnungen zu zahlen. Also kann mans dann bestenfalls nebenher neben seinem regulären Job machen, aber da vergehen dann Jahre, bis mal was Gutes fertig wird, wenn man nur in seiner spärlichen Freizeit dran basteln kann. Und ein AAA-Titel wirds dann in der Regel sowieso nicht. ^^

  5. Re: Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

    Autor: OmranShilunte 23.04.16 - 14:26

    um deinen eigenen lebensunterhalt zu finanzieren must du auch keinen major "titel" programmieren.

    es gibt tausende von leuten auf diesem planeten die das mit utilities geschafft haben.

    dass verschuldung und/oder das risiko zwischendurch überhaupt kein einkommen zu haben mit familie schwierig ist, ist allerdings vollkommen richtig.

    meine botschafat ist nur: wer sich in abhängigkeiten begibt, wer freiwillig verträge schliesst, wer es sich als "arbeitnehmer" vermeintlich einfach machen will und dann in die falle läuft, der sollte sich über das ergebnis nicht hinterher bei anderen beschweren.

    er hat diesen weg selbst gewählt.

    jeder menschen ist frei, sich zwischen hartz IV, hausmann, angestellter oder unternehmer zu entscheiden. und muss dann mit seiner entscheidung leben und selbst verantwortung dafür übernehmen, was hinten bei raus kommt.

    und wenn es irgendeinen job gibt, wo man fast ohne irgendwelches kapital eine eigene firma aufbauen kann, dann ist der IT bereich.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 23.04.16 14:34 durch OmranShilunte.

  6. Re: Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

    Autor: Trockenobst 24.04.16 - 18:34

    OmranShilunte schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > finanzwirtschaftsfaschisten, da arbeitet man 60 stunden pro woche und
    > bekommt 75 euro pro stunde.

    Ich kenne Leute die arbeiten 45h die Woche seit Jahren bei dem Preis. Oder sogar höher. Somit stimmt das nicht so pauschal. Bei mehreren Konzernen sind ~40¤ die Stunde für Managementaufgaben die Regel, bei 38,5h Woche und Quartalsurlaubsausgleich (Geld gibt es nur in Ausnahmefällen).

    Man sollte nicht mit Zahlen und Fakten von 2005 oder 2010 kommen. Die Zeiten haben sich auch in DE immens geändert. Mag sein dass man den Fachkräftemangel in Nice-to-have Projekten aussitzt, aber in Kernprojekten geht das nicht mehr. Bosch hat jetzt die Branche aufgerüttelt, 1500 Ingenieure und Entwickler einzustellen um Google und Apple entgegenzustellen.

    Das diese Leute am freien Markt nicht gibt ist klar. Sie werden dann von anderen Firmen kommen müssen. Das ist eine Kampfansage.

    > du arbeitest als programmierer in irgendwelche spielekindergärten, wo man
    > 75 stunden pro woche arbeitet, und man selbst als programmierer nur 30 euro
    > bekommt - außer die firma geht grad mal wieder pleite oder vergisst dauernd

    Da würde ich ohne Beteiligung an der Firma gar nichts mitmachen. Ich kenne Fälle aus Berlin, da wurden die Chef eines Teams einer recht gut gemachten App für Marketing-Planung vom Fleck weg nach London eingekauft. Acht Wochen vorher erzählen sie dem Team das sie nicht mehr "auf Geld warten wollen" und die Firma schließen. Als alle Leute raus waren, bekamen sie ~400.000¤ für die App, plus zwei von denen hochbezahlte Jobs in London weil dort das Leben so teuer ist.

    Sie hätten 10.000¤ oder so jedem Angestellten an Bonus zahlen dürfen (so Stand es in den Verträgen), aber weil ja "jeder total verstanden hat und einfach so gegangen ist" gab es natürlich gar nichts. Bis heute jagt einer der Typen jeden mit einem Anwalt, wenn er sie "Betrüger" nennt. Schließlich haben sie offiziell nicht gelogen. Das Geld kam ja erst nach dem jeder gegangen ist. Wording und moralischer Schlamm ist ein Teil des Spiels.

    > alternativ dazu machst du dich mit deinem eigenen projekt erfolgreich selbstständig.

    Rund 500 Apps und Games werden **pro Tag** in den Appstore/Playstore geladen. Von den Games sind ca. 20% verkappte Malware, 50% schnelldrehender Casino-Psychologie **Dreck** der nach ganz vielen schlechten Votes bis zur nächsten Variante genug Geld abwirft; und 20% davon gut, aber mangels marketing-dollars scheitern. 5% ist exzellent und wird mit Marketingdollars in Millionenhöhe gepusht. Der Rest sind die 5% Glück, die ihre kleine One Man Show erfolgreich machen. Ohne immense Erfahrung ist schon ein sehr großes Risiko das nur wenige fahren werden.

    > und verdienst dabei exakt das, was du verdienst. fremdausbeutung oder
    > schlechtes gewissen gehören der vergangenheit an und du kannst vor allem
    > genau das machen, was du wirklich kannst.

    Auch das stimmt nicht ganz. Ich kenne selbstständige Entwickler die haben seit Jahren immer stärkere Probleme ihre Stundensätze rechtfertigen und müssen sich immer mit Werksstudenten, Nearshore oder Asia-Hackern vergleichen zu lassen. Auch wenn der Chef sieht, dass er die Arbeit vom Werksstudenten dreimal machen lassen muss und somit der Preis von den Kosten/Feature exakt bei seinem liegt, kommt dann immer der Spruch "Ja, das eine kann er irgendwie zwischen den Zeilen verkaufen, seine direkt hohen Kosten auf Dauer nicht".

    In einem Meeting sass er sogar drin und hat auf Basis von Releaseplänen und Fakten gezeigt, wie das professionelle Team ~60% schneller fertig war mit der Abnahme durch den Konzern. Das hat keinen der Manager beeindruckt, sie sagten "Ja, dann dauert es halt doppelt so lange, Who Cares?" 2 Tage später kriegen sie Druck ihre Kosten um 5% zu senken und dann, als jeder zustimmt, bekommen sie drei Features aufgedrückt die um *jeden Preis* beim nächsten Release kommen müssen. Die vorher die Werkstudenten so verhunzt haben dass sie diese praktisch komplett neu machen dürfen.

    Oben wird Getrickts, Ausgebootet, Gemogelt, Loyalität besteht nur noch auf dem Papier, egal ob Freier oder Fester. Das stimmt. Bei der IT gibt es, durch den intensiven Fachkräftemangel, noch einen gewissen Zurückhalt um ganz grob zu agieren. Aber in Details trifft das Externe wie Interne gleich maßen. In Firmen mit weniger Geld und weniger Zukunftssicherheit eben stärker als in großen Firmen. Das lernt man irgendwann mit der Zeit. Man sollte aber subjektives Fehlverhalten anderer Projekte
    nicht auf die ganze Branchen oder Konglomerate übertragen.

  7. Re: Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

    Autor: theonlyone 25.04.16 - 01:38

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In einem Meeting sass er sogar drin und hat auf Basis von Releaseplänen und
    > Fakten gezeigt, wie das professionelle Team ~60% schneller fertig war mit
    > der Abnahme durch den Konzern. Das hat keinen der Manager beeindruckt, sie
    > sagten "Ja, dann dauert es halt doppelt so lange, Who Cares?" 2 Tage später
    > kriegen sie Druck ihre Kosten um 5% zu senken und dann, als jeder zustimmt,
    > bekommen sie drei Features aufgedrückt die um *jeden Preis* beim nächsten
    > Release kommen müssen. Die vorher die Werkstudenten so verhunzt haben dass
    > sie diese praktisch komplett neu machen dürfen.

    Das Ding mit den Studenten/Praktikanten und sonstigen ist eben das man 99 von 100 eben nicht viel leisten, aber ab und an ist eben auch ein sehr talentierter dabei und der lohnt sich dann richtig, weil der praktisch nichts gezahlt bekommt, aber leistet u.U. sogar mehr als ein Festangestellter (das geht dann natürlich nicht lange, aber man wird alles tun den dann auch anzustellen).


    Große Projekte gehen eben stark über den Preis. Hat man projekte die gleich mit mehreren Millionen veranschlagt werden und über 2+ Jahre laufen, dann ist es praktisch garantiert das diese Zeiten nicht gehalten werden, weil "irgendwo" in der Kette eben immer die Zeit hängen bleibt, sei es auch nur weil sich die Parteien nicht richtig abstimmen können und dann Key-Personal einfach lange Urlaub nimmt usw. usw.


    Passiert alles, das füllt man mit Studenten/Praktikanten eben auch auf, da hat man dann viele Mitarbeiter, die für sich nicht viel machen, aber die durchaus beschäftigt werden können. So steht und fällt fast jedes Projekt mit den wenigen "fähigen" Mitarbeitern die dann alles aus dem Dreck ziehen müssen und das mit gewaltigen Überstunden und anderweitigem Einsatz (wenn der Programmierer dann plötzlich zum Projektleiter wird und zusätzlich noch Pflichtenhefte schreibt und Meetings besuchen soll, weil sonst keiner mehr den vollen Überblick hat).

    Das endet dann in so krassen Arbeitszeiten mit 10-12 stunden pro Tag und wenn man das dann 7 Tage die Woche macht, sammeln sich da Zeiten an jenseits von gut und böse. Bekommt man dafür dann auch entsprechend Geld sind viele erstmal zufrieden, auch wenn es völlig absehbar richtig schlechte Auswirkungen auf Gesundheit und Leistung hat ; aber anders geht es einfach garnicht.

    Damit man da nicht einfach umfällt braucht es schon viel Zähigkeit und einen ziemlich guten Ausgleich und Rückhalt (den bei so einem Pensum noch irgendwie Stress in der Familie zu bekommen dann ist aus die Maus).


    Aber darauf baut ein großteil von Deutschland auf, die Leistung wird von wenigen erbracht, der Großteil macht nur grad so das Nötigste oder ist eigentlich überflüssig.

  8. Re: Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

    Autor: OmranShilunte 25.04.16 - 01:57

    Trockenobst schrieb:

    > Man sollte nicht mit Zahlen und Fakten von 2005 oder 2010 kommen.


    da haste mich jezt aber erwischt. :)

    > Rund 500 Apps und Games werden **pro Tag** in den Appstore/Playstore
    > geladen. Von den Games sind ca. 20% verkappte Malware, 50% schnelldrehender
    > Casino-Psychologie **Dreck** der nach ganz vielen schlechten Votes bis zur
    > nächsten Variante genug Geld abwirft; und 20% davon gut, aber mangels
    > marketing-dollars scheitern. 5% ist exzellent und wird mit Marketingdollars
    > in Millionenhöhe gepusht. Der Rest sind die 5% Glück, die ihre kleine One
    > Man Show erfolgreich machen. Ohne immense Erfahrung ist schon ein sehr
    > großes Risiko das nur wenige fahren werden.

    es müssen ja nicht unbedingt immer spiele sein.

    das gleiche wissen, was man dazu baucht, lässt sich auch prima in anderen bereichen einsetzen.

    wenn du kreativsoftware, medizinische lösungen, systemerweiterungen, SAP lösungen
    oder gar nur irgendwelchen content produzierst, lässt sich damit auch ein teil des
    lebensunterhaltes verdienen.

    man verkaufe 1000 kopien eines produkts, welches 100 euro brutto kostet. das entspricht netto so ganz grob dem sozialhifesatz für eine fünfköpfoge familie - für ein ganzes jahr.

    wie lange brauchst du, um etwas zu erschaffen, für das man 100 euro nehmen kann? mehr als ein jahr?

    und um an die filmdustrie oder an zähnärzte ranzukommen braucht man auch kein millionenbudget für werbung.

    was mobile apps angeht gebe ich dir recht, das ist ein haifischbecken - und irgendwie auch nur ein hype. daran verdienen langfristig nur die einzelhändler (namentlich apple) und die von dir beschriebenen uneriösen angebote.

    > > und verdienst dabei exakt das, was du verdienst. fremdausbeutung oder
    > > schlechtes gewissen gehören der vergangenheit an und du kannst vor allem
    > > genau das machen, was du wirklich kannst.

    > Auch das stimmt nicht ganz. Ich kenne selbstständige Entwickler die haben
    > seit Jahren immer stärkere Probleme ihre Stundensätze rechtfertigen und
    > müssen sich immer mit Werksstudenten, Nearshore oder Asia-Hackern
    > vergleichen zu lassen. Auch wenn der Chef sieht, dass er die Arbeit vom
    > Werksstudenten dreimal machen lassen muss und somit der Preis von den
    > Kosten/Feature exakt bei seinem liegt, kommt dann immer der Spruch "Ja, das
    > eine kann er irgendwie zwischen den Zeilen verkaufen, seine direkt hohen
    > Kosten auf Dauer nicht".

    nun, es geht nicht überall, das stimmt sicherlich.

    aber ich dachte auch wirklich an selbstständig im sinne von produkte herstellen.

    zwichen dem extrembespielen ransomware und werksverträgen/knebelverträgen als gewerblicher mitarbeiter gibt es da ja noch eine ganze bandbreite, wie man produkte herstellen und vertreiben kann.

    > Die vorher die Werkstudenten so verhunzt haben dass
    > sie diese praktisch komplett neu machen dürfen.

    ja, genau :)

    > Oben wird Getrickts, Ausgebootet, Gemogelt, Loyalität besteht nur noch auf
    > dem Papier, egal ob Freier oder Fester. Das stimmt.

    es ist zugegebermaßen keine lösung für die ganzen gesellschaft. aber wenn man die von mir beschriebene einstellung mitbringt, dann beachtet man die anderen teile des marktes einfach nicht.

    man sucht nur noch und sieht nur noch möglichkeiten, seinen servicekunden/kaufkunden/lizenznehmern auf gleicher augenhöhe zu begegnen.

    sowohl im mittelstand als auch bem privatmann als kunde geht es oft überhaupt nicht um den preis. (kauft jemand einen ego shooter nur weil der 15% billiger ist als ein anderer?)


    > Man
    > sollte aber subjektives Fehlverhalten anderer Projekte
    > nicht auf die ganze Branchen oder Konglomerate übertragen.

    mein persönlicher ansatz ist da ein anderer. ich halte unser komplettes wirtschaftssystem für organsiertes fehlverhalten. ich arbeite in diesem system auch nicht mehr als handwerker oder beamter.

    und ich warne daher jeden, er glaubt er können diesem ystem entfliehen, indem er bei einer "coolen" spielerfirma anfängt, und für doppelt soviel geld wie ein ekrankenschwester verdient dann dort auch fast doppelt so viel arbeiten muss, und sich dann am oft vorzeitigen ende des projekts auch noch belügen und respektlos behandeln zu lassen.

    es ist gerade bei den ganzen jungen kollegen eine erhebliche naivität zu beobachten, und der vermeintliche sprung in die freiheit stellt sich recht bald als sprung ins hamsterrad heraus.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.04.16 02:01 durch OmranShilunte.

  9. Re: Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

    Autor: der_wahre_hannes 25.04.16 - 09:46

    OmranShilunte schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > in deutschland habe ich heute drei möglichkeiten:
    >
    > 1.)
    > 2.)
    > 3.)

    Alles drei trifft nicht auf mich zu und ich arbeite als Programmierer in Deutschland. Was habe ich bloß falsch gemacht?

  10. Re: Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

    Autor: Geistesgegenwart 25.04.16 - 11:03

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man sollte nicht mit Zahlen und Fakten von 2005 oder 2010 kommen. Die
    > Zeiten haben sich auch in DE immens geändert. Mag sein dass man den
    > Fachkräftemangel in Nice-to-have Projekten aussitzt, aber in Kernprojekten
    > geht das nicht mehr. Bosch hat jetzt die Branche aufgerüttelt, 1500
    > Ingenieure und Entwickler einzustellen um Google und Apple
    > entgegenzustellen.

    Die Ankündigung von Bosch umfasst in Deutschland aber nur 200 Entwickler/Ingenieure (also nicht nur reine Informatiker). Auch Continental hat ja mal herausposaunt sich zukünftig als Software-Firma zu definieren (siehe http://www.heise.de/newsticker/meldung/Continental-ruft-Software-Zeitalter-aus-2630392.html).

    Solche Ankündigungen lassen mich ziemlich kalt. Ich bin als Freelancer oft bei so großen Unternehmen aus dem Bereich Automotive bzw. Maschinenbau. Und die Firmenkultur vor Ort ist ein Witz und absolut untauglich, qualifizierte Entwickler/Informatiker einzustellen. Cubicles und Großraumbüros, permanente Meeting Kultur, Star definierte Arbeitszeiten, IT Hardware von der Stange (keine Sonderwünsche bei der Ausstattung möglich, egal ob CAD Ingenieur oder Webentwickler), Hemden oder gar Krawattenfplicht und dazu alles mit Managern und Organisatoren "übermanaged". Von Agilität keine Spur. Das einzige was die Firmen bieten ist ein dickes Gehalt, das zieht aber nur die karrieregeilen Entwickler an die häufig nicht die talentiertesten oder motiviertesten sind.

    Es gibt Firmen die haben Verstanden wie man fähige Entwickler/Informatiker an sich bindet, das sind allerdings meist kleinere Buden oder die in Übersee (z.B. Google). Freie Zeiteinteilung mit Homeoffice Optionen, Freie Wahl der Hardware (egal ob Macbook oder Dell), Tischkicker und IT Zeitschriften im Pausenraum, kostenlos Kaffee & Getränke, ruhige und helle Offices mit Fensternähe usw. usf.

    Solange das so bleibt kann Bosch ausrufen was sie wollen, die Guten kommen trotzdem nicht.

  11. Re: Wenn Sie Leute wollen, dann müssen Sie auch was bieten.

    Autor: metacircle 25.04.16 - 11:18

    Geistesgegenwart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Trockenobst schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Man sollte nicht mit Zahlen und Fakten von 2005 oder 2010 kommen. Die
    > > Zeiten haben sich auch in DE immens geändert. Mag sein dass man den
    > > Fachkräftemangel in Nice-to-have Projekten aussitzt, aber in
    > Kernprojekten
    > > geht das nicht mehr. Bosch hat jetzt die Branche aufgerüttelt, 1500
    > > Ingenieure und Entwickler einzustellen um Google und Apple
    > > entgegenzustellen.
    >
    > Die Ankündigung von Bosch umfasst in Deutschland aber nur 200
    > Entwickler/Ingenieure (also nicht nur reine Informatiker). Auch Continental
    > hat ja mal herausposaunt sich zukünftig als Software-Firma zu definieren
    > (siehe www.heise.de
    >
    > Solche Ankündigungen lassen mich ziemlich kalt. Ich bin als Freelancer oft
    > bei so großen Unternehmen aus dem Bereich Automotive bzw. Maschinenbau. Und
    > die Firmenkultur vor Ort ist ein Witz und absolut untauglich, qualifizierte
    > Entwickler/Informatiker einzustellen. Cubicles und Großraumbüros,
    > permanente Meeting Kultur, Star definierte Arbeitszeiten, IT Hardware von
    > der Stange (keine Sonderwünsche bei der Ausstattung möglich, egal ob CAD
    > Ingenieur oder Webentwickler), Hemden oder gar Krawattenfplicht und dazu
    > alles mit Managern und Organisatoren "übermanaged". Von Agilität keine
    > Spur. Das einzige was die Firmen bieten ist ein dickes Gehalt, das zieht
    > aber nur die karrieregeilen Entwickler an die häufig nicht die
    > talentiertesten oder motiviertesten sind.
    >
    > Es gibt Firmen die haben Verstanden wie man fähige Entwickler/Informatiker
    > an sich bindet, das sind allerdings meist kleinere Buden oder die in
    > Übersee (z.B. Google). Freie Zeiteinteilung mit Homeoffice Optionen, Freie
    > Wahl der Hardware (egal ob Macbook oder Dell), Tischkicker und IT
    > Zeitschriften im Pausenraum, kostenlos Kaffee & Getränke, ruhige und helle
    > Offices mit Fensternähe usw. usf.
    >
    > Solange das so bleibt kann Bosch ausrufen was sie wollen, die Guten kommen
    > trotzdem nicht.

    Danke. Kann ich so zu 100% bestätigen. Quelle: Bin selbst in der deutschen Automobilindustrie als Softwareentwickler angestellt und würde liebend gerne auf etwas Gehalt verzichten wenn ich dafür moderne IT Arbeitsbedingungen bekommen würde.

    Die wirklich guten Leute bewerben sich meiner Erfahrung nach erst gar nicht in dieser Branche.

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