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Es kotzt mich so an.

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  1. Es kotzt mich so an.

    Autor: SebastianHerbst 23.11.13 - 15:29

    Dieses verfluchte Geflenne geht mir so auf den Zeiger.
    Meinetwegen waren vor 20 Jahren auch die "AAA-Hersteller" (wenn es sowas damals schon gab) technsich bedingt gezwungen eher auf innovative spielkonzepte zu setzen, anstatt immer wieder das gleiche zu machen. Aber die Zeiten haben sich nunmal geändert. Spiele sind zu einem Mainstream-Medium geworden. Deal with it. Sie sind mittlerweile ebenbürtig mit Medien wie Film und Musik. Ist es nicht sogar so, dass ein Titel wie CoD mehr einspielt, als ein Hollywood-Blockbuster?
    Mit dem Mainstream kommt eben auch das Einschleifen davon, dass immer wieder das selbe minimal abgeändert, aber immer aufpolierter produziert die breite Masse erreicht.
    Wie auch bei Filmen. Wie auch bei der Musik. Die allermeisten großen Action Blockbuster sind doch wohl bitte nicht originell. Oder Popmusik: Ist ein Justin Bieber oder eine Rihanna etwa sehr einfallsreich, was Melodie und Text betrifft. Und genau an dieser Stelle wird bei Filmen oder Musik das große Geld gemacht. So ist es heute auch bei Spielen.
    Aussagen wie von Herrn Walk wären genau so wie wenn ich jetzt nur weil es eben große Popstars und Hollywood-Blockbuster gibt, hinstellen würde und behaupten "die Filmindustrie ist scheiße." oder "die Musikindustrie ist scheiße." Bullshit. Der Mainstream ist meinetwegen scheiße (Hipster-Alarm!). Aber selbst das ist Geschmackssache. Der Mainstream will möglichst wenig Mindestansprüche an seine Konsumenten stellen. Sei es in Sachen Alter, Intelligenz oder benötigte Aufmerksamkeit.
    Aber weder bei Filmen, noch bei Musik, noch bei Spielen bedeutet dass, das NUR noch Dreck produziert wird. Ganz im Gegenteil: Es gibt mMn MEHR gute Musik, Filme oder Spiele denn je. Es sind eben nur nicht die, die in TV-Spots beworben werden.

    Was hier propagiert wird ist der Unwille sich ein wenig mit Medien zu beschäftigen und eben nur das zu hören/sehen/spielen, was einem gefällt. Es ist wie als würde man erwarten, dass man den Fernseher anschaltet und der Abendprogramm-Film der läuft automatisch gut ist und einem gefällt. Oder als würde man sich eine Charts-CD kaufen und erwarten, das auf einmal die Charts aus liedern mit originellem Inhalt und Melodie bestünden. Quark.

    Auch die Ausrede, es sei ja so unglaublich schwierig noch innovative Spiele zu finden ist absurd. Es gibt unendlich viele Plattformen, in denen man mehr als genug fantastische Spiele finden kann. Steam (insb. Early Access) allem voran.

    Mich ödet dieses Hinterhergeheule nach der "guten alten Zeit" so unfassbar an. Eine deutsche Eigenart, für die man sich nur schämen kann.

  2. Re: Es kotzt mich so an.

    Autor: Replay 23.11.13 - 16:09

    SebastianHerbst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mich ödet dieses Hinterhergeheule nach der "guten alten Zeit" so unfassbar
    > an. Eine deutsche Eigenart, für die man sich nur schämen kann.

    Du warst noch nie länger in England?

    Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Das Ministerium für Wahrheit.

  3. Re: Es kotzt mich so an.

    Autor: theonlyone 23.11.13 - 16:23

    Du missverstehst etwas ganz Entscheidendes.

    Keiner sagt die Spiele wären "schlechter" als früher.

    Sie sind eben nur deutlich stärker konzentriert, Risiko wird gemieden, gerade wenn es sich um sehr teure Projekte handelt wurden gerade in der Vergangenheit einfach zu viele abgestraft wenn sie etwas neues probiert haben (nicht selten wenn eine Reihe die gut läuft plötzlich schlagartig versucht etwas anderes zu machen, man denke mal an Banjo Kazooie und der knallharten Nummer mit Nuts&Bolts).


    Final fantasy wäre eine Reihe die im Prinzip gleich bleibt, sich aber doch ständig wandelt, auch hier wird ab und an immer mal etwas ausprobiert, was kritisiert wird und nachfolgende Titel beeinflußt.


    GTA hat sich ebenso stark entwickelt, verändert, sicherlich kein schlechtes Spiel, aber es konzentriert sich eben verstärkt auf den Mainstream, steht dem ganzen auch absolut zu.

    Problematisch wird es eben genau dann, wenn solche Titel den Markt so stark beeinflußen, das andere kreative Ideen komplett unter den Tisch fallen, keine Publisher finden und keine Investoren.

    Genau das kritisiert der Kerl hier ja auch im Grunde.


    Der Markt an Spielen ist DEUTLICH größer als vor 20 Jahren, das ganze Geschäft ist monströs und das Geld was verdient wird ist sogar größer als die Filmindustrie (kaum vorstellbar vor 20 Jahren).


    Gute Entwicklungen die das bekämpfen sind z.b. Kickstarter, auch Steam hilft im Grunde das sich auch weniger Mainstream Ansätze durchsetzen können (das war in der Vergangenheit auch anders, kann aber auch noch besser werden, ich erwarte also das Steam sich noch stärker für Indie Titel öffnen wird, die finanzierungsmöglichen verbessert und/oder mit ihrer eigenen Plattform die Konkurrenten zumindest etwas ankratzen kann).



    Die negativ Entwicklung der fehlenden Kreativität sieht man in einigen Genre deutlich stärker.

    Ganz weit vorn ist das RTS Genre, das ist praktisch Tot, da es nur Starcraft gibt und dann kaum einen nennenswertes anderes RTS. Das geht so ins Extreme das ein Ansatz der nicht die Steuerung von Starcraft übernimmt, direkt abgestraft wird, weil sich ja absolut alles daran zu messen hat (ergo, der große Titel sorgt dafür das andere Ansätze gar keine Chance bekommen).

    Bei Ego-Shootern hat man deutlich mehr Titel auswahl, aber allgemein sieht man auch hier die Tendenz der erfolgstitel das sich alle genau daran orientieren ; dennoch, heute wird vieles als Ego-Shooter ausgelegt (man könnte sagen Skyrim ist ein Ego-Shooter) ; die Vielfalt ist hier noch groß.


    Moba Genre ist etwas an dem sich erstmal alles an Dota orientiert hat. Verständlich natürlich, aber dann kamen ja auch Ansätze die etwas neues probiert haben ; waren schlichtweg nicht erfolgreich (Demigod etc.) und damit grenzt sich die Kreativität schon wieder sehr stark ein, auf das bei dem man genau weiß das es den Mainstream anspricht.


    So gibt es zahlreiche Beispiele, was ohne Zweifel Probleme mit sich bringt.


    Der Indie Bereich hingegen ist extrem geprägt dadurch möglichst Kreativ zu sein, Ansätze zu verfolgen die man wirklich als "neu" ansehen kann.

    Klar wird nicht ständig das Rad neu erfunden, aber das ganze fühlt und spielt sich frisch (nicht immer poliert und rund, aber der Ansatz stimmt).

    Erfolreiche Indie Titel sorgen dann Zeitverzögert auch bei größeren AAA Titeln für Veränderung.


    Abseits dieser Kreativitäts Sache haben wir die Industrie selbst.

    Entwickler von Spielen sind allgemein ziemlich schlecht bezahlt (im Indie Bereich sogar für lau) und arbeiten eben "selbstausbeuterisch" einfach deutlich mehr als sie laut Vertrag sollten (unter dem Deckmantel das es ja ein Hobby ist, man macht es gern, mag stimmen, ist trotzdem ziemlich ungesund wenn man teils 100 stunden die Woche am Arbeitsplatz verbringt).

    Die Kritik ist hier durchaus, das die Kreativität eher im Indie Bereich landet, die großen Publisher meiden es bewußt, lassen die Indie Hersteller "ausprobieren" und sollten die erfolgreich sein, werden sie eben aufgekauft.

    Eine sehr ähnliche Entwicklung gibt es auch abseits der Spiele Industrie, mit den ganzen Startups, alles viel stärker als noch vor 20 Jahren, da wir eben ein paar Konzerne haben die so viel Finanzkraft mit bringen und den Markt unter sich aufteilen, da ist es prinzipiel unmöglich eine neue Firma aufzubauen ohne direkt aufgekauft zu werden.


    Klar ist Kritik immer etwas Heulerei, aber da steckt eben auch viel Wahrheit drin.

  4. Re: Es kotzt mich so an.

    Autor: violator 23.11.13 - 19:26

    SebastianHerbst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mit dem Mainstream kommt eben auch das Einschleifen davon, dass immer
    > wieder das selbe minimal abgeändert, aber immer aufpolierter produziert die
    > breite Masse erreicht.
    > Wie auch bei Filmen. Wie auch bei der Musik.

    Und das war früher aber auch anders. Bis in die 90er sind dauernd neue Filmgenres und Musikrichtungen entstanden. Scheinbar sind seit 2000 alle Versuche eingestellt worden, etwas neues zu erschaffen...

  5. Re: Es kotzt mich so an.

    Autor: most 23.11.13 - 22:00

    Bei Musik mag das vielleicht noch stimmen, wobei ich denke, ein echter Musikkenner wird da widersprechen.

    Bei Filmen hat sich das Innovative in Richtung Serien verlagert, was da in den jetzen 10-12 Jahren produziert wurde, stellt imho alle anderen Serien und TV-Produktionen in den Schatten. Das zu Übertrumpfen wird in der Tat schwer, muss aber auch nicht sein.

    Bei Spielen seit 2000 fallen mir in einer Sekunde vier bahnbrechende Neuheiten ein: BF1942, WoW und Minecraft und HL2.

    Klar war es in den 80-90ern auf der grünen Wiese einfacher, was ganz neues zu erschaffen. Aber wir leben heute in einem Luxusangebot an hochwertigen und tollen Spielen, mehr als ein Mensch je spielen kann.

  6. Re: Es kotzt mich so an.

    Autor: violator 24.11.13 - 00:05

    BF1942 auf jeden Fall aber was war denn an WoW und HL2 neu? Spiele wie WoW gabs schon Jahre vorher, die waren halt nur nicht so bekannt und HL2 war auch nicht viel anders als HL1, nur dass es mal ein paar kleine Physikeffekte gab.

    Wobei BF1942 auch nur ne Innovation war, weil sowas vorher technisch nicht machbar war. Den Wunsch nach so einem Spiel gabs auch schon Ewigkeiten vorher.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.11.13 00:06 durch violator.

  7. Re: Es kotzt mich so an.

    Autor: SebastianHerbst 24.11.13 - 03:16

    Ich stimme teilweise zu, muss aber auch zu einem großen teil widersprechen.

    Ich finde es schwierig, dass sich die Argumentation wieder hauptsächlich auf große "bekannte" Spiele und Spielgenres, die widerrum auch von großen publishern wie Activision/Blizzard oder EA veröffentlicht werden, stützt.

    Immer wieder läuft es hier zum Diskussionspunkt hinaus, dass Medien die von großen Firmen hergestellt und publiziert werden, qualitativ und intellektuell nicht dem Standard eines anspruchsvolleren Konsumenten, der gerne überrascht werden möchte und gerne etwas neues unbekanntes ausprobieren will genügen.
    Mein Standpunkt ist aber: Das wollen diese Firmen doch gar nicht. Sie wollen 14 Jährigen Kids gefallen, die happy sind wenns ordentlich Scheppert. Familienvätern, die nach einem anstrengenden Tag im Büro ausspannen wollen und möglichst wenig das Gehirn anstrengen. Hier geht es nicht um innovationsfreue und Spieltiefe. Aber um derartiges geht es bei keinem Mainstream-Medium bei dieser Zielgruppe. Popmusik ist völlig öde und dreht sich meist um Themen, wie "Love Love Love" oder "Party Party Party" auf einem Niveau das auch ein Schimpanse abhandeln könnte. Andere Beispiele sind Transformers und Battleship im Bereich Film.

    Zu den genannten Beispielen, wie Egoshootern und RTS:
    Die Auswahl an Spielen auf der Ego-Perspektive ist so groß wie nie. Das meiste davon (grade was man so im lokalen MediaMarkt findet) mag völlig stumpfe Äctschion sein. Aber auch hier wimmelt es mit nur ein wenig Anstrengung an Perlen, die beim Spieler Gefühlswelten eröffnen, die noch vor zehn Jahren in Bezug auf Spiele völlig undenkbar waren. Als bestes Beispiel fällt mir Amnesia : The Dark Descent ein, das für manche Gemüter aufgrund der unglaublichen Angst, die es verursacht unspielbar ist. Darfs noch ein wenig abgefahrener sein? Bitteschön: Antichamber. Ein Spiel, dass vielleicht gar kein Spiel ist. Völlig krass und eine absolut eigene Erfahrung. Es ist schon spät, daher höre ich jetzt mal mit den Beispielen auf. Worum es geht: das sind Titel, die den Begriff "Spiel" auf völlig neue Weise beleuchten. Und keines davon war ein finanzieller Misserfolg. Die Studios gibt es immer noch und - tadaa - sie wurden noch nicht von den großen bösen Supermachts-Firmen aufgekauft.

    Das Thema RTS ist eine Sache für sich. Das ist ein Feld, das vielviel Balancing benötigt und daher die Spiele von großen Teams über eine längere Zeit betreut werden müssen. Aber nur um mal eben ein paar Beispiele zu nennen, die auf jeden Fall der Behauptung, das Genre seit "tot" widersprechen: Dawn of War, Company of Heroes, Wargame. Aber zugegeben: hier ist es in den letzten Jahren etwas dünn geworden und es kommt auch recht wenig gutes/neues von Indie-Entwicklern.
    Nun ist es aber die Frage: darf nicht ein Zweig eines Mediums auch einfach mal sterben? War es nicht etwa so, dass im Film das Genre des Western irgendwie zu einer früheren Zeit mal viel größer und stärker war? Während es eine Epoche gab, zu der man ins Kino gehen konnte und stetig MINDESTENS ein Western lief, kommmt heute vielleicht alle einzwei Jahre mal ein erwähnenswerter heraus (Django, Grit). Aber vielleicht liegt es auch daran, dass der Punkt an dem man diesem Genre etwas neues, interessantes abgewinnen konnte irgendwann überschritten wurde?
    Dabei fällt mir ein im Bezug auf Spiele: Was ist denn überhaupt erfolgreich? Wie lange muss ein Spiel denn "in aller Munde" sein, damit es als erfolg verbucht werden kann? Oder ist jedes Spiel, dass nicht Milliarden einspielt automatisch ein flop? Geht die Argumentation in diese Richtung, sind alle meine Behauptungen natürlich hinfällig.

    Und man muss nicht Filmprofessor oder Musiklehrer sein um den Behauptungen zu widersprechen. Die letzten Jahre 15 waren voller Innovationen. Grade die letzten zehn Jahre und die damit verbundene Digitalisierung haben so viel Technologie für eine breite Masse geöffnet, dass einem allein vom Nachdenken der Kopf schwirrt.
    Musik wird locker am MacBook gemacht und klingt trotzdem gut. Das Orchester braucht's nicht mehr. Der Film von der DSLR lässt sich anständig umgesetzt nicht von einer 100.000¤ Filmkamera unterscheiden. Und Programmieren ist sowieso kostenlos. Eine Unreal-Engine Lizenz lässt sich ebenso bezahlen und mit bender bekommt man vieles an 3D Modeling und Animation hin.

    Innovative Filme der letzten Jahre? Bittesehr: Moonrise Kingdom, Shame, Midnight in Paris, Scott Pilgrim vs. the World, Enter the Void, Das Kabinett des Dr. Parnassus, Garden State, Dogville, Melancholia ... Ich könnte ewig weitermachen. Klar muss einem das nicht alles gefallen, aber wieder: Wenn ich was dummes sehen will mach ich eben Avatar an. Und das ist dann halt der Millionen-Blockbuster. Hat man höhere Ansprüche an das was man sehen/hören will, muss man sich eben ein bisschen -wirklich nur ein kleines bisschen- mit der Materie befassen.
    Innovative Musik der letzten Jahre? Gerne: Woodkid, Sigur Ros, Mumford&Sons, Kavinsky, Austra, Trust. Noch ein wenig exotischer? Sucht es euch selbst heraus: http://www.reddit.com/r/listentothis

    Die Behauptung, es gäbe nichts Gutes, Neues, Spannendes mehr ist nichts als eine faule Ausrede für den Unwillen sich das zu suchen, was einem gefällt. Nur weil man es nicht auf dem Silbertablett präsentiert bekommt, heißt das nicht, dass es keine Innovationen mehr gibt - es gibt mehr denn je.

  8. Re: Es kotzt mich so an.

    Autor: theonlyone 24.11.13 - 08:23

    SebastianHerbst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Thema RTS ist eine Sache für sich. Das ist ein Feld, das vielviel
    > Balancing benötigt und daher die Spiele von großen Teams über eine längere
    > Zeit betreut werden müssen. Aber nur um mal eben ein paar Beispiele zu
    > nennen, die auf jeden Fall der Behauptung, das Genre seit "tot"
    > widersprechen: Dawn of War, Company of Heroes, Wargame. Aber zugegeben:
    > hier ist es in den letzten Jahren etwas dünn geworden und es kommt auch
    > recht wenig gutes/neues von Indie-Entwicklern.

    RTS hat einfach nichts mehr zu bieten, kaum irgendwer entwickelt mehr etwas dafür, weil vermeintlich auch kaum Geld rauszuholen ist (ein RTS zu machen das Free-To-Play oder mit DLC Funktioniert ist eben doch nicht so einfach, C&C wurde erst kürzlich eingestellt weil der Publisher das Feedback bekommt das wird nicht gewünscht).

    Planetary Annihilition sieht da schon gut aus, kommt aber wieder aus der Kickstarter Schiene, also genau das was der Kerl in seinem Blog anspricht.

    > Nun ist es aber die Frage: darf nicht ein Zweig eines Mediums auch einfach
    > mal sterben?

    Das Genre ist so "gewünscht" wie nie zuvor, gerade weil der markt im RTS bereich so dünn ist (im Prinzip gibt es einfach nichts mehr an Auswahl) , wäre das genau die Schiene in der Kreativität Sprudeln könnte.

    Das balancing das du ansprichst ist da nicht annähernd relevant, den das kannst du jederzeit richten, das Spiel muss vom Gameplay funktionieren und da ging einiges Schief (die ganze Ausrichtung auf Tactic war einfach sau blöd, bei den RTS den Basis bau wegzustreichen hat viele Titel einfach komplett kastriert).

    > Dabei fällt mir ein im Bezug auf Spiele: Was ist denn überhaupt
    > erfolgreich? Wie lange muss ein Spiel denn "in aller Munde" sein, damit es
    > als erfolg verbucht werden kann? Oder ist jedes Spiel, dass nicht
    > Milliarden einspielt automatisch ein flop? Geht die Argumentation in diese
    > Richtung, sind alle meine Behauptungen natürlich hinfällig.

    Ob sich ein Spiel lange hält spielt keine Rolle, es muss nur entsprechend Verkaufszahlen hinlegen das es Zeichen setzt und Nachfolger rechtfertigt, den genau das gibt dann die Signalwirkung auch an die Publisher das man hier investieren kann.

    > Und man muss nicht Filmprofessor oder Musiklehrer sein um den Behauptungen
    > zu widersprechen. Die letzten Jahre 15 waren voller Innovationen. Grade die
    > letzten zehn Jahre und die damit verbundene Digitalisierung haben so viel
    > Technologie für eine breite Masse geöffnet, dass einem allein vom
    > Nachdenken der Kopf schwirrt.

    Schaust du dir den Blog an siehst du das niemand sagt es gäbe "allgemein" keine Kreativität, sondern eben einfach an anderer Stelle, nämlich im Indie Bereich.

    Indie MUSS Kreative Ansätze verfolgen und das Risiko eingehen. Ein paar wenige davon sind in kleinem Umfang auch "erfolgreich" , nur die aller aller wenigsten "wirklich" Erfolgreich.

    Da musst du aber auch erkennen unter welchen Bedingungen da gearbeitet wird.

    Wie im Blog angesprochen sind viele der Indie Entwickler eben auch mal für 0¤ unterwegs, die machen das als Hobby, nutzen das Spiel einfach um ihre Bewerbung damit aufzubessern (die meisten werden dann auch einfach irgendwo bei einem größeren Publisher einsteigen).

    > Musik wird locker am MacBook gemacht und klingt trotzdem gut. Das Orchester
    > braucht's nicht mehr. Der Film von der DSLR lässt sich anständig umgesetzt
    > nicht von einer 100.000¤ Filmkamera unterscheiden. Und Programmieren ist
    > sowieso kostenlos. Eine Unreal-Engine Lizenz lässt sich ebenso bezahlen und
    > mit bender bekommt man vieles an 3D Modeling und Animation hin.

    Das unterschätzt du enorm, oder du "überschätzt" die Hobby Projekte.

    Wenn du "ordentliche" Musik machen willst brauchst du nicht viel, die zu vermarkten ist eine ganz andere Hausnummer (den genau das ist der kritische Punkt bei Musik).

    Bei Filmen wird es noch viel extremer, den bist du unbekannt ist dein Film praktisch wertlos, du musst erstmal irgendwo einen namen bekommen bevor du überhaupt die Chance bekommst irgendeinen großen Film zu produzieren // hast du dann keine Schauspieler mit nur sehr wenig Budget, dann wird es einfach extrem schwer da Fuß zu fassen.

    Spiele Programmieren ist auch alles andere als "kostenlos". Wenn du mit der Standard Software deine Anforderungen erfüllen kannst ist das schön, wenn du alles selbst machen kannst, ein super Artdesign hast, super Dialoge schreiben kannst und du das "alles" selbst hinbekommst ohne dich 20h am Tag komplett totzuarbeiten, wunderbar, nur leider ist das alles andere als realistisch.

    Glücksgriffe wie MineCraft kommen nicht jeden Tag, das ist keine großartige Programmierarbeit, das war schlicht und einfach "Glück" wie es im Buche steht, das MineCraft zum Erfolg geworden ist (da spielen immer so viele Faktoren mit, den gerade wenn du unbekannt bist, müssen genau die richtigen Leute dein Spiel Hypen und das tritt dann eine Lawine los auf welche der Mainstream aufspringen kann).

    Bei 1 aus 1000 wird das "vielleicht" klappen, aber der große Rest scheitert einfach, fängt Projekte an die niemals fertig werden, oder arbeitet sich in Projekten schlichtweg zu Tode, die dann keine Publisher finden und und und

    > Die Behauptung, es gäbe nichts Gutes, Neues, Spannendes mehr ist nichts als
    > eine faule Ausrede für den Unwillen sich das zu suchen, was einem gefällt.
    > Nur weil man es nicht auf dem Silbertablett präsentiert bekommt, heißt das
    > nicht, dass es keine Innovationen mehr gibt - es gibt mehr denn je.

    Wie ich sagte, das Haupt Problem ist nicht das es keine Menschen gäbe mit kreativen Ideen, es ist genau das BEKANNT werden was so eine große Hürde darstellt.

    Es gibt so viele gute Ideen, aber die werden nicht bekannt, die versumpfen irgendwo weil sie nie den hype bekommen den sie verdient hätten, letztlich extrem viel "Glück" und "Zufall".

    Ein riesen Publisher wird seine Spiele so immens mit marketing pushen und nutzt ganz andere Wege um sein Produkt zu verkaufen, da sind allein mit Vorbestellungen schon Millionen von Spiele verkauft, das wird auch "erwartet" weil alles andere ein Flop wäre.


    Die "Perlen" zu finden ist also nicht einfach. Du kannst nicht einfach sagen das die Leute zu faul wären zu suchen, den das macht einfach keiner sich stundenlang zu beschäftigen, letztlich ist das unrealistisch.

    Es kommt auf ein paar wenige Personen an die den Katalysator spielen ; meistens eben Spiele-Zeitschriften, irgendwelche Wertungen, wenn da ein Indie Titel die mega Wertungen abräumt sorgt das klar für Verkaufszahlen, wenn Hype entsteht kann man das nutzen // große Publisher erzeugen durch das marketing aber einen "erzwungenen" Hype, was genau der große Vorteil ist, die sind damit nicht auf dieses Glück angewiesen.



    Zusammengefasst:

    Die Spiele Industrie ist ein hartes Pflaster.

    Du bekommst kein gutes Geld, du musst sehr viel Arbeiten. Es gibt sehr viele Trittbrettfahrer die "meinen" sie würden Entwickler spielen, produzieren aber nur Müll (sieht man im Browser und App markt unglaublich stark).

    Der Spiele markt ist heute wie kein anderer einem hype unterworfen, der Hype alleine macht fast die ganzen Verkaufszahlen aus ; kann der Hype nicht stark genug erzeugt werden, brechen die Verkäufe komplett ein ; bleibt man unbekannt, hat man keine Chance Fuß zu fassen.


    Kickstarter ist da eine gute Sache diesem Trend entgegen zu wirken, aber auch Kickstarter hat seine negativen Beispiele schon gefunden ; einfach weil man denkt man bekommt einfach für Lau Millionenbeträge, oder man überschätzt einfach sein Projekt und schaufelt sich damit sein eigenes PR Grab wenn das Projekt nicht fertig gestellt wird trotz zahlreicher Zahlungen.



    Die primäre Kritik ist also das es immer einen Mainstream geben wird, der darf nur nicht so stark werden das jede Kreatitivität aufgesaugt und vernichtet wird.

    Es muss immer Wege geben damit auch ein paar Leute mit guten Ideen gehör finden*.

    *Das gibt es momentan noch, aber man muss auch aufpassen das es so bleibt.

  9. Re: Es kotzt mich so an.

    Autor: Anonymer Nutzer 24.11.13 - 09:57

    violator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > nur dass es mal ein paar kleine
    > Physikeffekte gab.

    Ich glaube Du hast das Spiel nie im MP gespielt :)
    Diese 'kleinen Physikeffekte' haben ein ganz anderes Gameplay ermöglicht.

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