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Förderungen sind nicht das wichtigste, die Rahmenbedingungen müssen passen

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  1. Förderungen sind nicht das wichtigste, die Rahmenbedingungen müssen passen

    Autor: MrHurz 05.12.17 - 07:28

    Wichtiger ist die Schaffung von attraktiven Rahmenbedingungen

    - Unternehmergesellschaft stärker an der englischen Limited orientieren (kein Einlagenaufbau bis 25k ¤)
    - Abbau der Bürokratie für Unternehmen (z.B. Protokollierung des Mindestlohns entbürokratisieren, Bürokratische Entscheidungen stark beschleunigen, Behördengänge minimieren/Online ermöglichen usw.)
    - Kündigungsschutz für Unternehmen lockern (nicht mehr ab 10 festen Mitarbeitern sondern ab z.B. 50 festen Mitarbeitern, gerichtliche Kündigungsverfahren reduzieren/beschleunigen, Kündigung aus Verhaltensbedingtem Anlass, Betrieblichen Anlass vereinfachen)
    - Breitband Infrastuktur massiv ausbauen
    - Grundlegender Umbau des Schulsystems mit einem Fach "Informatik", was den Namen auch verdient hat. Grundsätzlich weg vom Frontalunterricht und hin zu Projektunterricht, bei dem sich Schüler wissen selbst erarbeiten. Darüber hinaus Schaffung eines Fachs "Wirtschaft und Recht" (gab es schonmal bzw. gibt es), was die Schüler fit für das echte leben macht. Z.B. wie eröffne ich ein Konto, was sind Wertpapiere, wie Kündige ich Verträge richtig, wie gründe ich ein Unternehmen usw.

    Die Liste könne so weiter gehen. Es geht auch ohne große Förderungen in den USA. Warum? Ein Grund ist schonmal, das man ein Unternehmen auch ohne Nutzungsänderungsantrag in der Garage gründen kann. So ein Antrag (wenn er überhaupt genehmigt würde) kann sich in Deutschland schonmal Jahre hinziehen.

    Deutschland ist zu unflexibel um frische Unternehmen hervorzubringen. Die Förderung ist das nachgelagerte Problem. In diesem Land will man jedes Problem mit Geld bewerfen und hofft, das es sich somit löst. So einfach ist das aber nicht.

  2. Re: Förderungen sind nicht das wichtigste, die Rahmenbedingungen müssen passen

    Autor: Micha12345 09.12.17 - 21:27

    MrHurz schrieb:
    > - Unternehmergesellschaft stärker an der englischen Limited orientieren
    > (kein Einlagenaufbau bis 25k ¤)

    Gibt es in form der Unternehmergesellschaft (UG (haftungsbeschränkt)). Gründung mit Eigenkapital ab 1¤ möglich, ansonsten gleiche Rechte/Pflichten wie die GmbH (wird daher gerne als Mini-GmbH bezeichnet). Lediglich die Gewinnausschüttung (nicht aber die Lohnzahlung an in der UG arbeitende Gesellschafter) ist begrenzt, bis das Eigenkapital auf dem gesetzlichen Level der GmbH ist (dann erfolgt die Umwandlung der Gesellschaftsform).

    > - Kündigungsschutz für Unternehmen lockern (nicht mehr ab 10 festen
    > Mitarbeitern sondern ab z.B. 50 festen Mitarbeitern, gerichtliche
    > Kündigungsverfahren reduzieren/beschleunigen, Kündigung aus
    > Verhaltensbedingtem Anlass, Betrieblichen Anlass vereinfachen)

    Den Kündigungsschutz in Deutschland halte ich für einen der größten Standortvorteile. In einer Branche wie der Software- bzw. insbesondere der Games-Branche brauchst du hochgradig ausgebildete Spezialisten. Einen wesentlichen Teil der Ausbildung erfolgt dabei zwangsläufig im eigenen Unternehmen, da man die besondere Spezialfähigkeiten üblicherweise erst im Arbeitsprozess erwirbt und weiterentwickelt. Wenn sich diese Spezialisten beständig der Gefahr ausgesetzt sehen, kurzfristig gekündigt zu werden, ist ihre Wechselbereitschaft zu anderen Unternehmen sehr viel höher. Entsprechend muss man als Unternehmen schon sehr viel leisten (und auch beim Gehalt regelmäßig nachlegen) um diese Spezialisten nicht an andere Unternehmen zu verlieren.
    Hat der Spezialist hingegen einen 'sicheren' Arbeitsplatz, ist auch die Motivation zu wechseln im Mittel deutlich geringer.

    > Die Liste könne so weiter gehen. Es geht auch ohne große Förderungen in den
    > USA. Warum? Ein Grund ist schonmal, das man ein Unternehmen auch ohne
    > Nutzungsänderungsantrag in der Garage gründen kann. So ein Antrag (wenn er
    > überhaupt genehmigt würde) kann sich in Deutschland schonmal Jahre
    > hinziehen.

    Du kannst dich in Deutschland gerade als Software-Entwickler ohne viel Aufwand selbständig machen. Ein kurzer Besuch beim Gewerbeamt (dauerte bei mir damals ca. 10 Minuten), eine Gebühr zwischen 10 und 30 Euro je nach Gemeinde und schon kannst du mit allen Rechten und Pflichten deiner Arbeit in der eigenen Garage, im Dachstuhl, im heimischen Arbeitszimmer oder (was viele Selbständige aus meinem Bekanntenkreis gerne nutzen) in einem CoWorking-Space auf Stunden- oder Tagesbasis. Einschränkungen macht man dir hier von Behördenseite keine. Alles was die Behörden wollen, ist eine Adresse an der sie die Bescheide schicken können.

    > Deutschland ist zu unflexibel um frische Unternehmen hervorzubringen. Die
    > Förderung ist das nachgelagerte Problem. In diesem Land will man jedes
    > Problem mit Geld bewerfen und hofft, das es sich somit löst. So einfach ist
    > das aber nicht.

    Deutschland ist zu unflexibel, ja. Das liegt aber zuerst nicht an den Rahmenbedingungen der öffentlichen Verwaltung oder des Gesetzgebers. Hier ist es zunächst einmal das Sicherheitsbedürfnis und die mangelnde Risikobereitschaft der Menschen. Bevölkerungsgruppen wie italienische und türkische Einwanderer zeigen hier deutlich mehr Mut - und genießen auch deutlich mehr Rückhalt in ihrem sozialen Umfeld (Familie).
    Nicht umsonst wurde Crytek als größtes deutsches Entwickler-Studio von drei türkischen Brüdern gegründet.

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