1. Foren
  2. Kommentare
  3. Games
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Supreme Court: "Auch Grimms Märchen sind…

Der Vergleich von Märchen mit Computerspielen ist begrenzt

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Der Vergleich von Märchen mit Computerspielen ist begrenzt

    Autor: Spring 03.11.10 - 23:25

    Denn nicht die Darstellung von Gewalt ist per se ist der Knackpunkt, sondern die Interaktion mit der Spielewelt. Das ist eine Auseinandersetzung mit der Gewalt auf einem anderen Level und wahrscheinlich psychisch viel einflussreicher.

    Damit will ich jetzt nicht sagen, das wir striktere Regeln brauchen, aber eine Beschäftigung mit dem Thema der Gewalt in Computerspielen sollte doch ein wenig tiefer gehen, als es die Spieleindustrie da tut.

  2. Re: Der Vergleich von Märchen mit Computerspielen ist begrenzt

    Autor: spring 03.11.10 - 23:31

    Diese Argumentation ist genauso oberflächlich, wie der Direkte Schluss von Amokläufen auf die alleinige Ursache der Computerspiele.

  3. Re: Der Vergleich von Märchen mit Computerspielen ist begrenzt

    Autor: Knilch 04.11.10 - 07:26

    Da ist überhaupt nichts oberflächliches an der Argumentation. Sie ist tiefgreifender als es den Anschein hat.

    Unser Gehirn arbeitet in Prinzip nicht anders als das von Katzen, Hunden und zauseligen Eichhörnchen.

    Das bedeutet, dass Lernen auch bei uns über Reiz-/Belohnungssysteme funktioniert. Weil es so funktioniert, können wir bspw. drogensüchtig werden.

    Wenn ich mir nun eine gewalttätige Geschichte durchlese oder einen gewalttätigen Film sehe, bin ich nur Zuschauer. Ich betrachte die Szene aus sicherer Entfernung und habe psychologisch und physiologisch einen gehörigen Abstand. Selbst wenn mich die Geschichte aufgewühlt hat und mich noch monate danach beschäftigt, so befasse ich mich rein gedanklich damit.
    Es wird zweifelsfrei auch mein Wertesystem beeinflussen, aber auf eine intellektuelle, überlegte Weise.

    Bei gewalttätigen Spielen ist es grundlegend anders. Es ist interaktiv.
    Du bist fast immer in einer selbst gewaltausübenden Rolle. Du bist der Held und deine Gewalt gegenüber anderen wird direkt im Moment der Gewaltausübung belohnt.
    Wenn du damit sehr früh, noch in deiner kindlichen Entwicklung, anfängst, Gewalt als probates Mittel der Konfliktbewältigung kennenzulernen und dafür sofortige Belohnung erhältst, so konditionierst du dein Gehirn auf dieses Verhaltensmuster. Auch wenn es erst mal nur im Spiel stattfindet, überträgt sich das Verhaltensmuster auf die Realität.

    Im Normalfall sind in der Realität deine Eltern und Mitmenschen da, die dir für den realen Lebensraum andere Mechanismen zur Konfliktbewältigung an die Hand geben sollten. Im Gegensatz zu Hund, Katze und Eichhorn sind wir als Mensch nämlich vernunftbegabt und können zwischen Realität und Spiel unterscheiden - WENN WIR ES GELERNT HABEN!

    Problematisch wird es, wenn die Abgrenzung zwischen Spiel und Realität nicht mehr funktioniert. Wenn das Spiel nicht mehr als Katalysator zum Aggressionsabbau fungiert, sondern genau das Gegenteil bewirkt.
    Dies ist häufig dann der Fall, wenn das soziale Umfeld gestört ist und das "Gewalt-Spiel" die einzige Belohnungs-Quelle darstellt.

    Hier wird es zwei grobe Richtungen geben, in die sich ein Mensch je nach Persönlichkeit entwickeln kann.
    Der eine wird sich weiter in sein Spiel vergraben, weil er sich dort wohlfühlt und er dort die benötigte Belohnung bekommt.
    Der andere wird die dort als Konfliktbewältigung gelernten Handlungsweisen in sein reales Leben übernehmen.

    Wenn solche Leute dann Zugang zu Waffen bekommen, kann es ganz böse ausgehen.

    Wie du siehst, sind viele Konjunktive dabei. Es muss nicht zwangsläufig immer so eskalieren. Was so ausartet sind die absolut extremen Ausnahmen.
    Man kann weder Spiel, soziales Umfeld noch die Persönlichkeit des Menschen als Ursache für die Tat heranziehen. Alles für sich genommen ist vielleicht problematisch, aber nicht gefährlich.

    Vielmehr sind es viele kleine Mosaiksteinchen.
    Die aktive Beschäftigung mit Gewalt ist ohne Frage ein größerer Stein im Mosaik, aber der allein macht auch noch lange kein Bild.

  4. Re: Der Vergleich von Märchen mit Computerspielen ist begrenzt

    Autor: Smeagol 04.11.10 - 08:20

    Dann erklär mir mal, warum ich nach manschen Filmen schon mal Alpträume hatte, nach dem Konsum eines entsprechenden Sipeles allerdings noch nie?

  5. Re: Der Vergleich von Märchen mit Computerspielen ist begrenzt

    Autor: Waynehead 04.11.10 - 09:27

    WAYNE. Egal ob der Vergleich oberflächlich ist. Solang der Vergleich ausreichend war den Supreme Court zu überzeugen, ist die Welt in Ordnung :).

  6. Re: Der Vergleich von Märchen mit Computerspielen ist begrenzt

    Autor: irata_ 04.11.10 - 13:41

    Knilch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es wird zweifelsfrei auch mein Wertesystem beeinflussen, aber auf eine
    > intellektuelle, überlegte Weise.
    (bezogen auf passive Medien)

    Das ist eine interessante Eigenbeobachtung, kann vermutlich aber keinen objektiven Maßstäben stand halten.
    Demnach könnte man in Versuchung kommen zu der Ansicht zu gelangen,
    es hätte wohl keinen negativen Einfluß durch Medien gegeben, bevor es Videospiele gab?

    Wie wurden Medien wie Bücher, Radio und Filme zu Propaganda-zwecken benutzt - haben das Bewußtsein von Menschen und ganzen Völkern verändert.
    Videospiele sind zwar durch die vorgetäuschte Möglichkeit der Eigenbestimmung (ähnlich Demokratie *g*) etwas anders geartet, aber eine volkommene Unterscheidung zu anderen Medien kann ich nicht sehen.

  7. Re: Der Vergleich von Märchen mit Computerspielen ist begrenzt

    Autor: Gedankenfehler 04.11.10 - 14:26

    Knilch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn du damit sehr früh, noch in deiner kindlichen Entwicklung,
    > anfängst,

    Und genau DA liegt Dein Gedankenfehler.
    Gewalthaltige Computerspiele gehören ja auch nicht in die Finger von kleinen Kindern - das ist weltweit unstreitig.

    Streitig ist hier, wie weit man die Zensur vorantreiben darf. Denn die betrifft auch erwachsene, mündige Bürger. Als solcher möchte ich entscheiden dürfen, was ich spiele - und zwar unzensiert und ungeschnitten.

    Es ist fatal, denkwürdig und erschütternd, dass man für dieses Recht immer und immer wieder streiten muss, obwohl es eigentlich durch unser Grundgesetz gesichert sein sollte.

  8. Re: Der Vergleich von Märchen mit Computerspielen ist begrenzt

    Autor: bla 06.11.10 - 03:11

    und wenn die lieben kleinen dann ganz locker lauschen wie dem armen wolf zum achten mal in dieser woche die wampe aufgeschitten wird, um steine reinzunähen und ihn dann zu ersäufen ist da pädagogisch weniger bedenklich als *bang->headshot*?
    *grübel* so nen quatsch.

  9. Re: Der Vergleich von Märchen mit Computerspielen ist begrenzt

    Autor: Der liebe Wolf 09.11.10 - 10:48

    Wie schon gesagt, bei Computerspielen ist man interaktiv dabei und bekommt beispielsweise Punkte (wird also Belohnt) für Kills.
    Märchen dagegen haben ein Ende und (meist) eine Moral, die zum Nachdenken anregen soll. Dem Betrachter wird also keine "Belohnung" (Erfolgserlebnis bei PC Spielen) übermittelt.

    Genau da liegt der Unterschied zwischen Spielen und Märchen und daher ist der Vergleich auch für die Katz.

    Miau

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. MediaNet GmbH Netzwerk- und Applikations-Service, Freiburg im Breisgau
  2. Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  3. Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB-AST, Ilmenau
  4. Ortlieb Sportartikel GmbH, Heilsbronn

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Star Wars: Squadrons für 29,99€, Star Wars Jedi: Fallen Order für 29,99€, Star Wars...
  2. 15,49€
  3. (-20%) 47,99€ (Release April 2021)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


5G: Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung
5G
Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung

Nokia und Ericsson betreiben viel Forschung und Entwicklung zu 5G in China. Ein enger Partner Ericssons liefert an das chinesische Militär.
Eine Recherche von Achim Sawall

  1. Quartalsbericht Ericsson mit Topergebnis durch 5G in China
  2. Cradlepoint Ericsson gibt 1,1 Milliarden Dollar für Routerhersteller aus
  3. Neben Huawei Telekom wählt Ericsson als zweiten 5G-Ausrüster

Corsair K60 RGB Pro im Test: Teuer trotz Viola
Corsair K60 RGB Pro im Test
Teuer trotz Viola

Corsair verwendet in der K60 Pro RGB als erster Hersteller Cherrys neue preiswerte Viola-Switches. Anders als Cherrys günstige MY-Schalter aus den 80ern hinterlassen diese einen weitaus besseren Eindruck bei uns - der Preis der Tastatur hingegen nicht.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Corsair K100 RGB im Test Das RGB-Monster mit der Lichtschranke
  2. Corsair Externes Touchdisplay ermöglicht schnelle Einstellungen
  3. Corsair One a100 im Test Ryzen-Wasserturm richtig gemacht

Energiewende: Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte
Energiewende
Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte

Vor einem Jahrzehnt suchte die europäische Stahlindustrie nach Technologien, um ihren hohen Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren, doch umgesetzt wurde fast nichts.
Eine Recherche von Hanno Böck

  1. Wetter Warum die Klimakrise so deprimierend ist