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Warum nicht mit seriösen Anwälten weiterarbeiten?

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  1. Warum nicht mit seriösen Anwälten weiterarbeiten?

    Autor: motzerator 13.01.12 - 12:17

    Natürlich sind Abmahnkosten von 900.- Euro assozial. Aber bei 80.- Euro würde sich wohl niemand beschweren, das halte ich für einen angemessenen Betrag für das Eintragen einer Adresse aus der Providerauskunft in ein Adressfeld eines Serienbriefes.

  2. Re: Weil seriöse Anwälte ...

    Autor: Muhaha 13.01.12 - 12:25

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich sind Abmahnkosten von 900.- Euro assozial. Aber bei 80.- Euro
    > würde sich wohl niemand beschweren, das halte ich für einen angemessenen
    > Betrag für das Eintragen einer Adresse aus der Providerauskunft in ein
    > Adressfeld eines Serienbriefes.

    ... keine Massenabmahnungen starten, in denen unzulässig überhöhte Gebühren als perfides Geschäftsmodell Ziel und einziger Zweck der Abmahnung sind.

    Seröse Anwälte wissen um ihren Ruf und schützen ihn.

  3. Re: Warum nicht mit seriösen Anwälten weiterarbeiten?

    Autor: FaLLoC 13.01.12 - 12:31

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich sind Abmahnkosten von 900.- Euro assozial. Aber bei 80.- Euro
    > würde sich wohl niemand beschweren, das halte ich für einen angemessenen
    > Betrag für das Eintragen einer Adresse aus der Providerauskunft in ein
    > Adressfeld eines Serienbriefes.

    Ob die 900.- Euro angemessen sind, darüber lässt sich tatsächlich streiten. Aber Du wirst keinen Anwalt finden - erst recht keinen seriösen - der bereit ist, für 80.- Euro das Fallrisiko zu übernehmen.

    Denn im Gegensatz zur weitläufigen Meinung besteht selbst bei Massenabmahnung die Tätigkeit des Abmahnanwalts nicht darin, Adressen in Serienbriefe einzufügen (das wird vermutlich sogar seine Assistenz tun), sondern zu haften, wenn bei der Abmahnung rechtlich was schief geht. Und wenn etwas schief geht, steht der Anwalt bei dem Publisher recht schnell mit einem vier- bis fünfstelligen Betrag in der Kreide. Pro Fall.

    --
    FaLLoC

  4. Re: Warum nicht mit seriösen Anwälten weiterarbeiten?

    Autor: Muhaha 13.01.12 - 12:41

    FaLLoC schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und
    > wenn etwas schief geht, steht der Anwalt bei dem Publisher recht schnell
    > mit einem vier- bis fünfstelligen Betrag in der Kreide. Pro Fall.

    Deswegen scheuen diese Kanzleien auch jedes Nachsetzen und den Gang vor Gericht. Weil es nicht um Schuld oder Unschuld geht, sondern um Gewinnmaximierung. Anwälte von Opfern schätzen den Ateil derjenigen, die sich ohne zu wehren sofort zahlen auf 20-25%.

    Bei Massenanzeigen von etlichen zehntausend Anschlussinhabern und Summen von etlichen hundert Euro, kommen da ganz schnell gigantische, nahezu anstrengungslose Summen zusammen. Und falls man doch mal auf jemanden trifft, der Zeit, Geld und Muße für eine teure negative Feststellungsklage hat, so ist dieser Verlust angesichts des Gewinnes nur die rechte hintere Ecke der Kaffeekasse.

  5. Re: Warum nicht mit seriösen Anwälten weiterarbeiten?

    Autor: Endwickler 13.01.12 - 14:08

    Bei so einem Betrag kaufen sich alle, die ein Spiel wollen und die kriminell sind, nie wieder das Spiel, denn sie bezahlen es ja dann durch die Abmahnung, falls sie erwischt werden.

  6. Re: Warum nicht mit seriösen Anwälten weiterarbeiten?

    Autor: Sharra 15.01.12 - 00:05

    Bei einer Abhmahnung nach diesem Modell kann gar nichts rechtlich schiefgehen.
    Abmahnen kann man Jeden wegen Allem.
    Ich kann den Nachbarn wegen Parkens 2cm zu weit auf der Straße abmahnen lassen.
    Wenn er zahlt ist er selbst schuld. Ich brauche nichts zu belegen oder zu beweisen.

    Das ist aber auch der Grund, warum solche Abmahngeschichten so gut wie nie vor Gericht landen. Die Kanzleien könnten verlieren.
    Denn erst hier muss nachgewiesen werden, dass die Forderung gerechtfertigt ist.

  7. Re: Warum nicht mit seriösen Anwälten weiterarbeiten?

    Autor: Flying Circus 16.01.12 - 17:02

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei einer Abhmahnung nach diesem Modell kann gar nichts rechtlich
    > schiefgehen.

    Oh doch. Es entstehen Rechtsanwaltskosten, die man ggf. nicht ersetzt bekommt. Z.B. wenn der Abgemahnte ob einer Abmahnung wegen Parkens 2cm vom Gehsteig entfernt schallend lacht und den Mist in die Mülltonne drückt.

    Ehrlich gesagt ist mir diese Vorgehensweise trotz des weinerlichen mimimi mancher hier lieber als diese widerlichen Kopierschützereien.
    Der Publisher verläßt sich erstmal auf die Ehrlichkeit des Kunden. Ist doch eine erfreuliche Entwicklung.

  8. Re: Warum nicht mit seriösen Anwälten weiterarbeiten?

    Autor: Sharra 16.01.12 - 21:01

    Der Kanzlei kann eigentlich fast nichts besseres passieren, als dass der Abgemahnte den Wisch in die Tonne wirft.
    Nichtreagieren bedeutet rechtlich gesehen Anerkenntnis der Forderung.
    Und diese ist dann einklagbar, ohne dass man die Forderung belegen müsste.
    Tja, so tickt unser Rechtsstaat.
    Ignorieren ist das Dümmste was man machen kann.

  9. So ein Unfug

    Autor: FaLLoC 17.01.12 - 11:12

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Kanzlei kann eigentlich fast nichts besseres passieren, als dass der
    > Abgemahnte den Wisch in die Tonne wirft.
    > Nichtreagieren bedeutet rechtlich gesehen Anerkenntnis der Forderung.
    > Und diese ist dann einklagbar, ohne dass man die Forderung belegen müsste.

    Die Abmahnung in die Tonne zu schmeißen heißt genau das Gegenteil: die Forderung wird nicht anerkannt und abgelehnt.

    Wenn der Abmahner dann noch seine Rechte durchsetzen will, dann muss er jetzt vor Gericht und die ganze Sache druchfechten, oder er muss die Sache auf sich beruhen lassen.

    > Tja, so tickt unser Rechtsstaat.

    Äh, nein. Tut er nicht.
    Vermutlich verwechselts Du Abmahnung mit Mahnbescheid. Beim Mahnbescheid muss man tatsächlich widersprechen, weil sonst die Forderung entsteht. Aber die Abmahnung bekommst Du von einem privaten Abmahner bzw. Rechtsanwalt. Den Mahnbescheid bekommst Du vom Gericht.

    > Ignorieren ist das Dümmste was man machen kann.

    Die Abmahnung zu ignorieren kann dumm sein.
    Und zwar dann wenn die Abmahnung zurecht versandt wurde. Dann geht der Abmahner nämlich jetzt vor Gericht, und der Abgemahnte verliert und darf die Kosten für die Abmahnung UND das Gerichtsverfahren zahlen. Das kann die 900 Euro auch verzehnfachen.

    Wenn die Abmahnung zu unrecht versandt wurde, kann es durchaus sinnvoll sein, sie einfach zu ignorieren. Wenn man nett ist, sagt man dem Abmahner noch, dass man sie ignorieren wird. Wenn man nicht nett ist, mahnt man selbst den Abmahner ab, oder verklagt ihn gleich, dass er keine solchen unberechtigten Abmahnungen mehr verschickt.

    --
    FaLLoC

  10. Re: Warum nicht mit seriösen Anwälten weiterarbeiten?

    Autor: FaLLoC 17.01.12 - 11:43

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei einer Abhmahnung nach diesem Modell kann gar nichts rechtlich
    > schiefgehen.

    Doch. Eine ganze Menge.
    Das ist auch der Grund warum Rechtsanwälte mit Abmahnungen beauftragt werden und kaum einer selbst Abmahnungen verfasst. Und das ist auch der Grund warum Abmahnungen mehr kosten als das Porto für den Brief.

    > Abmahnen kann man Jeden wegen Allem.
    > Ich kann den Nachbarn wegen Parkens 2cm zu weit auf der Straße abmahnen
    > lassen.
    > Wenn er zahlt ist er selbst schuld. Ich brauche nichts zu belegen oder zu
    > beweisen.

    Wenn man eine nicht rechtmäßige Abmahnung versendet (z.B. Abgemahnte hat das Vorgeworfene garnicht getan, das vorgeworfene Verhalten ist garnicht untersagt, der Abmahner hat garnicht die behautpeten Rechte, die Abmahnung hat inhaltliche Mängel, ect.), wird man Schadensersatzpflichtig (z.B. die Kosten für den Rechtsanwalt, den der Abgemahnte beauftragt hat, die Abmahnung zu prüfen; Produktionsausfallkosten, wenn der Abgemahnte aufgrund der Abmahnung seinen Betrieb eingestellt hat, etc.), kassiert eine Gegenabmahnung oder eine Feststellungsklage, wird verlieren und darf die Gegenabmahnung und die Klage auch bezahlen (Einschließlich der Rechtsanwaltskosten des Gegners).

    Und wenn die Abmahnung aufgrund eines Fehlers des Rechtsanwalts nicht rechtmäßig war (Beratungsfehler, inhaltliche Abmahnungsmängel), ist der Anwalt schadensersatzpflichtig.

    > Das ist aber auch der Grund, warum solche Abmahngeschichten so gut wie nie
    > vor Gericht landen. Die Kanzleien könnten verlieren.

    Wenn man die Abmahnung ignoriert und die Sache nicht vor Gericht landet, ist man aus dem Schneider.

    Und solche Sachen landen durchaus vor Gericht.

    > Denn erst hier muss nachgewiesen werden, dass die Forderung gerechtfertigt
    > ist.

    Eine Abmahnung muss das (angebliche oder tatsächliche) Fehlverhalten ausreichend konkretisieren. Tut sie das nicht, ist das ein Inhaltsmangel.

    --
    FaLLoC

  11. Re: So ein Unfug

    Autor: Sharra 17.01.12 - 15:42

    FalloC tut mir leid, dir widersprechen zu müssen.
    Was den Part mit dem gerichtlichen Mahnbescheid angeht hast du Recht. Darüber müssen wir garnicht erst diskutieren.

    Allerdings bekommt man den viel zu einfach, da man hierzu gar nicht nachweisen muss, dass die Forderung berechtigt ist.

    Darum ist es ja dumm, die normale Abmahnung einfach zu ignorieren, da die Kanzleien dann den ganz normalen Weg gehen, und irgendwann der gerichtliche Mahnbescheid im Briefkasten liegt. Macht eben schon was her, wenn da "gerichtlich" draufsteht.

    Widerspricht man diesem dann auch nicht, landet das vor Gericht, und man hat so gut wie verloren.

    Widerspricht man aber direkt zu Anfang der Abmahnung, hat man meist schon direkt da seine Ruhe, da die Herren Rechtsverdreher (und in diesem Falle sind es wohl deutlichst Verdreher) dann merken: Hoppala, da wehrt sich jemand. Gehen wir weiter zum nächsten.
    Im Grunde sind diese Abmahnanwälte genauso wie Schulhofschläger oder marodierende rechte oder linke Extremisten.
    Merken sie, dass man sich konsequent wehrt, ziehen sie lieber den Schwanz ein, weil sie nicht verlieren wollen/können.

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