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Am Kopierschutz und an unautorisierten Kopien sind die Hersteller und Kunden selbst schuld
Autor: Spaghetticode 25.08.12 - 01:04
Ich stelle mal folgende zwei provokanten Thesen in den Raum:
• Die Hersteller sind selbst schuld, dass es so viele unautorisierte Kopien gibt.
• Die Kunden sind selbst schuld, dass es so nervige Kopierschütze gibt.
Die Hersteller sind selbst schuld, weil:
• der ehrliche Kunde durch die Kopierschutzmaßnahmen gegängelt wird, während der Nutzer der unautorisierten Kopien nichts von dem Kopierschutz merken
Die Kunden sind selbst schuld, weil:
• sie eine unautorisierte Kopie nutzen und somit dem Hersteller Argumente für einen Kopierschutz und hohe Preise liefern
Der Hersteller sollte:
• den Kunden nicht nerven
• dem Kunden eine Feedbackmöglichkeit geben und dieses Feedback ernst nehmen
Die Kunden sollten:
• keine unautorisierten Kopien nutzen
• Produkte boykottieren, die ihm nicht passen
• dem Hersteller Feedback geben, warum er dessen Produkt nicht nutzt und wie er ihn dazu bringen kann, das Produkt doch zu kaufen
Beispiele für die Kunden:
• Ich finde, dass das Spiel XYZ zu teuer ist
Falsche Reaktion: Ich besorge mir eine Raubkopie des Spiels XYZ
Richtige Reaktion: Ich boykottiere das Spiel XYZ, sage dem Hersteller, dass ich es zu teuer finde, und nenne ihm einen Preis, den ich bereit bin, für XYZ zu zahlen
• Ich finde, dass Microsoft Office 2010 zu teuer ist
Falsche Reaktion: Ich besorge mir eine Raubkopie von Office 2010
Richtige Reaktion: Ich nutze OpenOffice.org, sage Microsoft, dass ich es zu teuer finde, und nenne Microsoft einen Preis, den ich bereit bin, für Office 2010 zu zahlen
• Das Spiel ABC hat einen nervigen Kopierschutz
Falsche Reaktion: Ich besorge mir eine Raubkopie des Spiels ABC
Richtige Reaktion: Ich boykottiere das Spiel ABC, sage dem Hersteller, dass ich erst bereit bin, das Spiel ABC zu kaufen, wenn der Kopierschutz entfernt wurde
• Der Film GHI hat nicht überspringbare Werbespots
Falsche Reaktion: Ich besorge mir eine Raubkopie des Films GHI
Richtige Reaktion: Ich boykottiere den Film GHI, sage dem Hersteller, dass er die Werbespots mich stören, und ich den Film erst kaufe, wenn keine Werbespots mehr dabei sind
• Ich möchte das Spiel STU erst ausprobieren, bevor
Falsche Reaktion: Ich besorge mir eine Raubkopie des Spiels STU, um STU auszuprobieren
Richtige Reaktion: Ich boykottiere das Spiel STU, und sage dem Hersteller, dass ich STU erst kaufe, wenn der Hersteller eine Demoversion anbietet und mir diese gefällt.
• Das heißt, wenn man zuerst verzichtet, bekommt man am Ende das, was man bekommen will.
• Vermutung: Wenn mehrere hunderttausend Kunden so vorgehen, versteht es der Hersteller und gibt unter dem Druck der Kunden nach. Auf den Umsatz von hunderttausenden Kunden verzichtet kein Hersteller freiwillig.
• Vermutung: Wenn die Kunden schon immer so reagiert hätten, gäbe es gar keine Kopierschütze, die Ribbons wären nach wenigen Monaten wieder weg gewesen und Software/Musik/Filme wären viel billiger.
Ehrlich gesagt habe ich bisher keinem Hersteller ein Feedback gegeben (unter anderem wegen fehlenden Feedbackmöglichkeiten), aber das Produkt boykottiert (zum Beispiel Microsoft Office wegen den Ribbons). Diese Idee ist mir aber auch erst eingefallen, als ich die anderen Kommentare auf diesen Artikel gelesen habe. -
Re: Am Kopierschutz und an unautorisierten Kopien sind die Hersteller und Kunden selbst schuld
Autor: Indiana 25.08.12 - 02:22
Genau meine Meinung, das ist auch genau der Grund warum ich immer noch kein Anno 2070 habe. Das Ding wird boykottiert! Hab gesehen das man die US-Version zwar inzwischen für 14¤ bekommt, aber ich will das DRM nicht auf meinem PC haben.
Have a N.I.C.E. day!
Real programmers don't comment their code - it was hard to write, it should be hard to understand. -
Re: Am Kopierschutz und an unautorisierten Kopien sind die Hersteller und Kunden selbst schuld
Autor: Anonymer Nutzer 25.08.12 - 02:34
Indiana schrieb:
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> Genau meine Meinung, das ist auch genau der Grund warum ich immer noch kein
> Anno 2070 habe. Das Ding wird boykottiert! Hab gesehen das man die
> US-Version zwar inzwischen für 14¤ bekommt, aber ich will das DRM nicht auf
> meinem PC haben.
Sei mutig und frag bei UBISOFT nach der passablen Raubkopie. Die antwort von ubi interessiert mich tierisch. -
Thesen sind falsch
Autor: M.Kessel 25.08.12 - 10:06
Diese These ist falsch.
Alleine die Behauptung des CEO widerlegt sie.
Der geht schlicht von seinen Verkaufszahlen, bzw. dem Rückgang seiner Einnahme aus, und schliesst daraus messerscharf, das auch die Verweigerer garantiert Raubmordkopierer sind.
Nur so kann man überhaupt auf die utopische Zahl von 97% kommen:
Die bekommen überhaupt nicht mit, das man es weder kauft NOCH downloaded.
Das einzige was etwas nützt ist ein Bankrott von Firmen mit so arroganten CEO's.
Also: Weder kaufen NOCH downloaden.
Downloaden würde nur den Bekanntheitsgrad erhöhen, und dazu führen, das es doch jemand aus Versehen kauft. -
Re: Am Kopierschutz und an unautorisierten Kopien sind die Hersteller und Kunden selbst schuld
Autor: Captain 25.08.12 - 10:53
Tzven schrieb:
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> Sei mutig und frag bei UBISOFT nach der passablen Raubkopie. Die antwort
> von ubi interessiert mich tierisch.
Ich kann dir sagen was passiert:
Ich habe die Deppen schon allerfreundlichst angeschrieben und sie um eine DRM freie Version eines Spieles angefragt, auch unter dem Angebot einem monitären Mehraufwands durch mich.
Reaktion:
Sie kaufen das Spiel zu unseren Konditionen mit DRM oder nicht, wir sind auch nicht daran interessiert, das sie mehr Geld bezahlen wollen. Sollten sie damit nicht einverstanden sin, können wir auf sie gerne als Kunden verzichten.
Soviel Arroganz muss durch Boykott bestraft werden.
EA's Reaktionen waren ähnlich.... -
Re: Am Kopierschutz und an unautorisierten Kopien sind die Hersteller und Kunden selbst schuld
Autor: KurtSchwitters 25.08.12 - 16:23
Verhalten des Anbieters:
Ich mache eine (in)complete edition nenne sie aber complete
Kunde reagiert:
Ihr Produkt enthält mehrere Premium Module nicht die sie aber bewerben
Distributer reagiert:
Ohh das tut uns aber Leid das war ein Fehler in der Pressung, hier haben sie das Kackspiel x als trost.
Kunde reagiert:
Nee danke ich will meine Premium Module, schliesslich habe ich die bezahlt und die waren der Kaufgrund. Ich besitze den restlichen Teil dieser Sammlung in (ungelogen FÜNF anderen ausführungen)
Distributer reagiert:
Tja da haben sie wohl pech der Publisher wird keinen Patch liefern
Kunde reagiert:
Hab die Schnauze voll ich kontaktiere den Publisher und fordere zumindest einen CD-Key für eines der Premium Module (den rest kann ich legal vom Entwickler-Server runter laden)
Publisher reagiert:
Sorry we do not provide replacement Keys for products not bought on atari.com.
Kunde reagiert:
You are clearly violating german customer laws and you are in clear knowledge that your product does not contain the advertised contents. As a matter of fact this is called FRAUD!
Publisher reagiert nicht mehr...
Kunde zieht konsequenz daraus:
In Zukunft wird er keine Produkte der involvierten Firmen mehr kaufen und sollten sie ein Spiel releasen welches ihm gefallen könnte dann würde er es raubmordkopieren und keinerlei unrechtsempfinden dabei spüren - Schliesslich wurde er ja von den Firmen BETROGEN warum also nicht die Firmen auch betrügen?
> http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1152045-NWN-die-%28un%29komplette-Sammlung
1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.08.12 16:29 durch KurtSchwitters. -
Re: Am Kopierschutz und an unautorisierten Kopien sind die Hersteller und Kunden selbst schuld
Autor: Spaghetticode 25.08.12 - 22:18
KurtSchwitters schrieb:
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> Kunde reagiert:
> Ihr Produkt enthält mehrere Premium Module nicht die sie aber bewerben
>
> Distributer reagiert:
> Ohh das tut uns aber Leid das war ein Fehler in der Pressung, hier haben
> sie das Kackspiel x als trost.
>
> Kunde reagiert:
> Nee danke ich will meine Premium Module, schliesslich habe ich die bezahlt
> und die waren der Kaufgrund. Ich besitze den restlichen Teil dieser
> Sammlung in (ungelogen FÜNF anderen ausführungen)
Tja, es gibt aber die zwei Jahre Gewährleistungsfrist, bei der der Kunde gegenüber dem Händler (Distributor) bei Mängeln das Recht auf Mängelbeseitigung oder Rücktritt vom Kaufvertrag hat. Das Fehlen von vom Händler beworbenen Funktionen ist ein solcher Mangel. Der Kunde hätte also nicht zum Hersteller (Publisher) gehen müssen, sondern der Händler müsste den Kunden zufrieden stellen.
Den Publisher dürfte so etwas nicht gefallen: Anstatt dem Kunden eine Hinhaltetaktik zu liefern, wendet sich nun der Händler an den Publisher. Ich gehe mal davon aus, dass wenn sich der Publisher jetzt noch weigert, der Händler die juristische Keule herausholt. Der muss ja das benutzte Produkt zurücknehmen, auf diesen Kosten will er nicht sitzen bleiben. -
Re: Am Kopierschutz und an unautorisierten Kopien sind die Hersteller und Kunden selbst schuld
Autor: Anonymer Nutzer 26.08.12 - 11:57
Spaghetticode schrieb:
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> Die Hersteller sind selbst schuld, weil:
> • der ehrliche Kunde durch die Kopierschutzmaßnahmen gegängelt wird,
> während der Nutzer der unautorisierten Kopien nichts von dem Kopierschutz
> merken
Das wissen die Publisher natürlich auch.
> Die Kunden sind selbst schuld, weil:
> • sie eine unautorisierte Kopie nutzen und somit dem Hersteller
> Argumente für einen Kopierschutz und hohe Preise liefern
Der börsennotierte Publisher kann die Käufer (nicht "Kunden") seiner "Videospiele" mit DRM gängeln, weil das seinen Geldgebern (Aktionären) gefällt. Mehr DRM führt deshalb zu höheren Kursen und damit zu mehr Geld.
Dasselbe gilt für die inhaltliche Gestaltung der Videospiele. Sie müssen nicht den "Käufern", sondern den Aktionären gefallen. Also werden sie soweit vereinfacht, daß auch der Entscheider bspw. eines Aktienfonds bei einer Präsentation damit klarkommt.
Die zahlenden "Spieler" sind diesen "CEOs" völlig egal. -
Re: Am Kopierschutz und an unautorisierten Kopien sind die Hersteller und Kunden selbst schuld
Autor: Spaghetticode 26.08.12 - 12:33
jtsn schrieb:
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> Der börsennotierte Publisher kann die Käufer (nicht "Kunden") seiner
> "Videospiele" mit DRM gängeln, weil das seinen Geldgebern (Aktionären)
> gefällt. Mehr DRM führt deshalb zu höheren Kursen und damit zu mehr Geld.
>
> Dasselbe gilt für die inhaltliche Gestaltung der Videospiele. Sie müssen
> nicht den "Käufern", sondern den Aktionären gefallen. Also werden sie
> soweit vereinfacht, daß auch der Entscheider bspw. eines Aktienfonds bei
> einer Präsentation damit klarkommt.
>
> Die zahlenden "Spieler" sind diesen "CEOs" völlig egal.
Enorm kurzsichtig gedacht:
Das mag vielleicht kurzfristig die Aktionäre positiv stimmen.
Aber sobald die Käufer ausbleiben und der Umsatz/Gewinn des Unternehmens fällt, werden die Aktionäre sicher unangenehme Fragen stellen.
Aber bis dahin ist das Management wie eine Heuschrecke abgesprungen und ist schon im nächsten Unternehmen. Dass der Publisher nun pleite geht, interessiert die nicht mehr. Die haben ihr Gehalt und Abfindung bekommen, die erhaltenen Aktienoptionen wurden verscherbelt. -
Re: Am Kopierschutz und an unautorisierten Kopien sind die Hersteller und Kunden selbst schuld
Autor: Anonymer Nutzer 27.08.12 - 07:51
Spaghetticode schrieb:
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> Enorm kurzsichtig gedacht:
Das hat Quartalsdenke so an sich.
> Aber sobald die Käufer ausbleiben
Kommt unweigerlich der Video Game Crash 2.0. -
Re: Am Kopierschutz und an unautorisierten Kopien sind die Hersteller und Kunden selbst schuld
Autor: Indiana 30.08.12 - 12:19
Wow das ist eine üble Antwort.
Have a N.I.C.E. day!
Real programmers don't comment their code - it was hard to write, it should be hard to understand.



