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Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: Jurastudent 10.02.10 - 12:18
Und das am besten schon ab der Grundschule.
Bei der Masse an Technologie und Inhalten sollte man dem Nachwuchs möglichst bald die entsprechende Kompetenz vermitteln.
Ausser natürlich, das Geld für die Bildung wird lieber in Kriege und Bailouts gesteckt, der Industrie sind kompetente Mitarbeiter suspekt, dem Handel aufgeklärte und kritische Kunden höchst unlieb und der Politik graut es vor mitdenkenden Bürgern.
DANN allerdings wird alles so bleiben, wie es ist. -
Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: lalelu 10.02.10 - 12:44
Die Medienkompetenz fehlt selten bei den jüngeren Menschen. Die interessieren sich nämlich von ganz allein dafür, weil es das Neueste ist.
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Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: Medienkritiker 10.02.10 - 12:48
Jurastudent schrieb:
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> Ausser natürlich, das Geld für die Bildung wird lieber in Kriege und
> Bailouts gesteckt, der Industrie sind kompetente Mitarbeiter suspekt, dem
> Handel aufgeklärte und kritische Kunden höchst unlieb und der Politik graut
> es vor mitdenkenden Bürgern.
Also wird alles so bleiben und die Kritiker werden wie bisher von den Konsumenten als schizophrene Spinner abgestempelt.
Ich persönlich bin ja der Meinung, dass so wenig Geld in Bildung gesteckt wird, weil sonst das dumme Stimmvieh irgendwann zu schlau wird und VERNÜNFTIGE Politiker wählen könnte.
Aber Gott sei Dank weiss die Politik das zu verhindern. -
Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: Jurastudent 10.02.10 - 14:32
> Also wird alles so bleiben
Genau.
Sieh es so. Geld für die Bevölkerung ist nach dem Empfinden der Politik und ihrer Drahtzieher aus dem Grosskapital VERSCHWENDUNG. Wir wissen ja sowieso nicht damit umzugehen. Also nimmt man es uns besser ab und gibt es denen, die davon schon genug haben. Denn wer schon hat, der hat ja auch Ahnung davon, oder?
Darüber hinaus ist der wesentlichste Zweck der Schule seit den Zeiten des Kaiserreichs die Heranzüchtung von Untertanen und williger Arbeitskraft. "Bildung" war nach dieser Denkweise immer nur ein Luxus. Und genau das soll es auch wieder werden. Nur für die, die es sich leisten können. Darum auch Studiengebühren und ansonsten eine systematische Kommerzialisierung. Jeder soll ein Betriebswirt sein, damit auch ja keiner anders denkt als in den Masstäben von Gewinn und Verlust. Anders denken gilt sowieso schon als subversiv.
> und die Kritiker werden wie bisher
> von den Konsumenten als schizophrene
> Spinner abgestempelt.
Die Konsumenten haben das aus der Presse. Und rate mal, wer dort das Sagen hat...
> Ich persönlich bin ja der Meinung, dass
> so wenig Geld in Bildung gesteckt
> wird, weil sonst das dumme Stimmvieh
> irgendwann zu schlau wird und
> VERNÜNFTIGE Politiker wählen könnte.
Da die Realität ja einen unangenehmen Trend hin zur linken Weltschauung hat ("reality has a liberal bias"), kämpft unser Establishment mit allen Mitteln dafür, dass möglichst viele Hirne möglichst grossen Unsinn glauben. Denn Glauben kommt definitiv nicht von Wissen.
Darum ist Wissen ja auch so besonders gefährlich.
> Aber Gott sei Dank weiss die Politik das
> zu verhindern.
Das ist auch ihre Hauptaufgabe. Das Schlafmittel, das den Rest der Bevölkerung von den Schweinereien ablenkt, mit denen wir jeden Tag um unser Geld und unsere Freiheiten beschissen werden. Die Mövenpick-Partei macht vor, wie heute Klientelpolitik gemacht wird UND man zweistellige Wahlergebnisse beim Stimmvieh einfährt! (Gut, die Konservativen machen das schon seit Jahrhunderten so, aber auch dort ist ja der GLAUBE das wesentlichste Merkmal der Wählerschicht. Und sie geben sich auch etwas mehr Mühe beim Vertuschen.)
Deutschland hat übrigens bis zum heutigen Tag noch kein Abkommen zur Bekämpfung von Korruption ratifiziert. Irgendwann - schon in den kommenden Jahren - wird unser Land von den meisten Nationen Südamerikas in der Hinsicht überholt werden. -
Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: medienkompetenz 10.02.10 - 14:56
lalelu schrieb:
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> Die Medienkompetenz fehlt selten bei den jüngeren Menschen. Die
> interessieren sich nämlich von ganz allein dafür, weil es das Neueste ist.
Nur weil eine Generation mit diesen "neuen" Mediena ufwächst und sie intuitiv bedienen kann, bedeutet das nicht, dass sie damit "Medienkompetenz" erlangt haben. Medienkompetenz beinhaltet auch das Reflektieren über das Medium, das gezielte Einsetzen des richtigen Mediums und und und...
Um aber so etwas wirklich zu unterrichten, müsste das Lehrpersonal auch erstmal geschult werden; was ich selbst bei jungen Studierenden an den PHs schon an "Medienkompetenz-Fuckups" erlebt habe, ist wirklich unglaublich. -
Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: GenerationDoof 10.02.10 - 14:56
Weil alle davon reden, dass Schulen und Bildung schlecht finanziert werden:
Deutschland steigert jährlich das Kapital welches in Bildung gesteckt wird. -
Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: Jurastudent 10.02.10 - 15:19
> Deutschland steigert jährlich das Kapital
> welches in Bildung gesteckt wird.
Ja, und weil Deutschland so besonders bildungsfreundlich ist, hat man dort Studiengebühren eingeführt, mit Bachelor und Master Abschlüsse etabliert, die international SCHLECHTER angesehen sind als die klassischen (Diplom, Magister usw.) und redet viel von Elitenförderung und -schulen.
Und 5.- Euro mehr pro Jahr sind bestimmt auch eine jährliche Steigerung. -
Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: Grovel 10.02.10 - 16:01
Mir war bisher leider nicht bekannt, dass es auch VERNÜNFTIGE Politiker gibt.... da sieht man mal wieder wie wenig ich weiß...
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Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: SvenS 10.02.10 - 16:21
Jurastudent schrieb:
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> Die Mövenpick-Partei macht
> vor, wie heute Klientelpolitik gemacht wird UND man zweistellige
> Wahlergebnisse beim Stimmvieh einfährt! (Gut, die Konservativen machen das
> schon seit Jahrhunderten so, aber auch dort ist ja der GLAUBE das
> wesentlichste Merkmal der Wählerschicht. Und sie geben sich auch etwas mehr
> Mühe beim Vertuschen.)
Du klingst wie jemand der nicht gut informiert ist. Sowohl SPD als auch die Linke hat in ihrem Wahlprogramm eine Steuererleichterung für die Gastronomie stehen. Die Spenden von Mövenpick an die FDP wurden 2 Wochen vor der Wahl getätigt und damit lange nach veröffentlichen der Wahlprogramme, nur 2 Tage nach Eingang der Spenden wurden diese veröffentlicht, also noch vor der Wahl.
BTT.:
Solange der Begriff Medienkompetenz nicht genauestens von der Politik definiert wird, gibt es keine Unterrichtseinheiten zu diesem Thema an deutschen Schulen. Als Ausbilder und Trainer arbeite ich teilweise mehr an Themen wie Medienkompetenz und Allgemeinwissen, als in der Lehrwerkstatt oder dem Seminarraum. Für die Generation 16+ ist es mMn eh schon zu spät, man sollte sich mehr auf die jüngere Generation konzentrieren. -
Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: 9life-Moderator 10.02.10 - 16:43
Wir können kein Geld für Medienkompetenz inverstieren!!!
Von dem Geld müssen wir Banken und Spekulanten retten!
Und falls doch noch was über bleibt?
Das neue HartzIV-Gesetzt wird den Volkszorn schon auf die Schwachen lenken und den Blick von den Mächtigen ablenken.
Man bedenke mal, wie viel gutes man mit den 50 Miliarden in Deutschland hätte tun können, anstatt es EINER Bank in den spekulativen Hintern zu pumpen!
Wie viele Schulen hätten komplett neue PCs und Lehrkräfte dafür bekommen können?
Aber wir preisen die heilige St. Merkel! Schutzheilige der Bänker und Spekulanten! -
Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: Cartman 10.02.10 - 16:46
Jurastudent schrieb:
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> Und das am besten schon ab der Grundschule.
Yes!
> Bei der Masse an Technologie und Inhalten sollte man dem Nachwuchs
> möglichst bald die entsprechende Kompetenz vermitteln.
Vielleicht reicht es aber auch schon einen Schritt früher anzusetzen und dem Nachwuchs zu vermitteln, dass man nciht alles glaubt, was reisserisch klingt und dass eine eigene Meinung nicht aus einseitiger Beeinflussung entsteht.
> Ausser natürlich, das Geld für die Bildung wird lieber in Kriege und
> Bailouts gesteckt, der Industrie sind kompetente Mitarbeiter suspekt, dem
> Handel aufgeklärte und kritische Kunden höchst unlieb und der Politik graut
> es vor mitdenkenden Bürgern.
Hier kann ich bedingt zustimmen. Allerdings muss man dazusagen, dass in Sachen Politik viele auch einfach kein Interesse zeigen, sich aber gleichzeitig mit Nichtwählen bedanken und als erste am lautesten schreien.
> DANN allerdings wird alles so bleiben, wie es ist.
Gute Prognopse. Unterschreib ich einfach mal. -
100% ACK! Kein Text
Autor: Cartman 10.02.10 - 16:47
K.T.
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Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: Jurastudent 10.02.10 - 18:45
> Du klingst wie jemand der nicht gut
> informiert ist.
Ich bin mir sicher, dass es für jedes Argument und jede Behauptung im Internet einen passenden Link gibt. Sonst würden sich die ganzen Korruptions-Apologeten schon gar nicht erst ins Web trauen.
Und zum Thema "schlecht informiert sein":
Es geht nicht darum, was an Parteispenden usw. ordnungsgemäss angegeben wird oder nicht.
Es geht darum, dass die Politik dieser Partei systematisch GEKAUFT wird. Und zwar nicht von den 15% der Wähler, die sie gewählt haben, sondern von einem reaktionären Grosskapitalisten, der jede andere Gesinnung für "linksextremistisch" hält und so entsprechenden Einfluss auf die Politik einer Regierungspartei nehmen will.
Das Mövenpick bezieht sich in dem Fall nicht auf die Hotelgeschichte (das ist eine andere Schweinerei), sondern auf den Eigentümer.
> Solange der Begriff Medienkompetenz
> nicht genauestens von der Politik
> definiert wird, gibt es keine
> Unterrichtseinheiten zu diesem Thema
> an deutschen Schulen.
Dann muss man entsprechend die Politik darauf hinweisen. Von der Kommunalebene aufwärts. Und sich die Leute, die einem zuhören entsprechend aussuchen. Und wenn die von eigenen Partei nicht zuhören wollen, dann eben von einer anderen. So gute Demokraten sollten ja alle sein, sonst wären ihre Partei gar nicht zugelassen, oder? -
Re: Noch besser wäre ein Fach "Medienkompetenz".
Autor: Der Kaiser! 03.03.10 - 18:15
> Ich persönlich bin ja der Meinung, dass so wenig Geld in Bildung gesteckt wird, weil sonst das dumme Stimmvieh irgendwann zu schlau wird und VERNÜNFTIGE Politiker wählen könnte.
Das ist das eine. Das andere: Dumme Menschen kaufen zweimal.
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen. -
FULLACK! (kwT.)
Autor: Der Kaiser! 03.03.10 - 18:16
> Man bedenke mal, wie viel gutes man mit den 50 Miliarden in Deutschland hätte tun können, anstatt es EINER Bank in den spekulativen Hintern zu pumpen!
Ich sags ja schon lange: Das Geld ist da, es wird nur falsch verteilt.
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.



