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Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

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  1. Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: DerKeks 23.04.12 - 14:16

    Ich hab mich schon immer gefragt wie man in flachen Hierarchien die Gehaltsstrukturen managed.

    Pessimistisch betrachtet würde ich mal behaupten man wird 1/3 vom middle-management Gehalt oben drauf bekommen aber mit den selben Verantwortungen und Pflichten.

    Ich mein wenn Klaus keine Lust hat und Peter sich voll reinhängt und beide das selbe verdienen, wie wird das bewertet?
    Was ist wenn Klaus dann voll Bock hat und Peter keine Lust mehr?
    Was wenn Klaus garnich so gut kann wie Peter, bekommen beide das selbe Gehalt?

    Wo sind denn da die Karrieremöglichkeiten?
    Wo "lohnt" es sich dann "mehr" zu machen?

    Wenn eh alle gleich behandelt werden, es keine Aufstiegsmöglichkeiten im klassischen Sinne gibt, wo ist dann der Anreiz?

    Irgendwie ist mir dieses Modell noch etwas suspekt.

  2. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: B1ackS0ul 23.04.12 - 14:25

    n so genannten Peer Reviews werden einmal jährlich alle Mitarbeiter interviewt. Dabei geben sie Feedback zu allen Personen mit denen sie zusammengearbeitet haben. Dieses wird dann anonymisiert und den jeweiligen Angestellten übermittelt. Ähnlich funktioniert auch das Stack Ranking, wobei dort die Mitarbeiter gegenseitig ihre Leistung und den Wert für das Unternehmen bewerten und auf Basis dessen die Bezahlung festgelegt wird, damit jeder den für ihn "richtigen" Lohn bekommt.

  3. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: DerKeks 23.04.12 - 14:30

    Also hat das nix mehr mit Leistung sondern mit Social-Skills zu tun?

    Das aber sehr gruselig.

    Programmierer sind auch nicht gerade dafür bekannt besonders extrovertierte Menschen zu sein, obwohl sie durchaus einiges Leisten.

    Kann man dich nicht leiden, bekommst du kein Geld.

    Mmh ...

  4. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: zwutz 23.04.12 - 14:54

    deswegen ist die Meinung aller relevant. Wenn da einer querschießt, macht es nichts aus. Und die Jungs, die Valve einstellt, dürften Profi genug sein, bei sowas die persönliche Meinung nicht allzusehr durchscheinen zu lassen.
    Schließlich klappt das auch andersrum: wer andere so sehr nicht leiden kann, dass er sie runterwertet, der wird auch selbst nicht recht hohe Wertungen bekommen

  5. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: Linguist 23.04.12 - 14:55

    Ganz so einfach ist das nicht. Wenn es nur etwas persönliches zwischen zweien ist, sollte das aus den einzelnen Reviews erkennbar sein, entsprechend wertet man dann den Ausreißer.

    Wenn es jemand ist, der hervorragende Arbeit macht und trotzdem mit niemandem klarkommt, dann ist seine Leistung für die Firma bedeutend schlechter als man vielleicht annehmen mag, da er das Betriebsklima runterzieht.

    Das Modell deckt nicht alles ab, aber das macht keins. Es ist nur deutlich besser, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

  6. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: Klonky 23.04.12 - 14:57

    Naja. Glaub mal, Programmierer unter sich verstehen sich auch. Und das wird alles durchdacht sein.

    Ich meine, wie oft in einem Jahr treffen dann mal Leute aus dem Finanzwesen auf die Programmierer. Glaube die bleiben sehr unter sich und dort versteht man sich und sieht auch was der andere Leistet. Wenn man natürlich dort nen Groll hat wird das System das wohl auch merken... Sagen wir Klaus ist ein ziemlich guter Programmierer, das fällt natürlich bestimmt in der Gruppe/Firma auf, wenn man Klaus oft fragen kann, weil er ziemlich viel Weiß und oft Hilft. Dadurch bekommt er eben gute Bewertungen. Peter gefällt das ganze garnicht weil er ihn nicht mag, also bewertet er ihn schlecht. Nun sieht das System irgendwie positive Kritik bis auf einen, dann wird das sicher nicht so negativ gewertet.

    Dieses System ist halt schon durchdacht und man ist halt irgendwo schon gezwungen, mit den Kollegen zu arbeiten und zu reden. Da ist nichts mit Soloaction, das ist ja jedem Klar, der in so einer Firmenpolitik arbeitet.

    Du glaubst doch net wirklich, das jemand, der nicht Motiviert/Begeistert von seinem Job ist, in so eine Firma reinkommt? Das wird vorher wohl lange genug geprüft sein, ob dieser Peter in die Firma reinpasst. Ich glaub schon, das man solch eine Firmenpolitik nur fahren kann, wenn die Mitarbeitet zusammengewachsen sind.

    Jeder verdient ja ansich "fast" gleichviel, bedeutet dort gibts net so viel Gräul wegen Neid.

  7. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: DerKeks 23.04.12 - 15:17

    > Wenn es jemand ist, der hervorragende Arbeit macht und trotzdem mit
    > niemandem klarkommt, dann ist seine Leistung für die Firma bedeutend
    > schlechter als man vielleicht annehmen mag, da er das Betriebsklima
    > runterzieht.

    Das wäre aber Gleichschaltungslogik meiner Meinung nach.
    Man würde ja behaupten das alle Personen zueinander kompatibel sind.
    Da würde dir jeder Soziologe wehement wiedersprechen.

  8. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: DerKeks 23.04.12 - 15:27

    > Naja. Glaub mal, Programmierer unter sich verstehen sich auch. Und das wird
    > alles durchdacht sein.
    "glaube", "das wird schon" ... das klingt imho nach wunschdenken.

    > Ich meine, wie oft in einem Jahr treffen dann mal Leute aus dem Finanzwesen
    > auf die Programmierer.
    Richtig macht man es eigentlich auch nur wenn man nen fähigen CTO(s) hat der die Leistung beurteilen kann.

    > Glaube die bleiben sehr unter sich und dort versteht
    > man sich und sieht auch was der andere Leistet. Wenn man natürlich dort nen
    > Groll hat wird das System das wohl auch merken...
    Das wiederrum ist nicht von den Programmieren so iniitiert.
    Oftmals wollen die anderen Abteilung mit den "komischen Leuten da" nix zu tun haben weil das so weltfremde Bereiche sind.
    Programmierer sind in ihrer Natur eigentlich schon sehr Altruistisch eingestellt ;]

    > Sagen wir Klaus ist ein ziemlich guter Programmierer, das fällt natürlich bestimmt in der
    > Gruppe/Firma auf, wenn man Klaus oft fragen kann, weil er ziemlich viel
    > Weiß und oft Hilft. Dadurch bekommt er eben gute Bewertungen.
    Nachvollziehbar obwohl Klaus dann die anderen abwerten müsste, da deren Leistung offensichtlich unter der von Klaus liegt.

    > Peter gefällt das ganze garnicht weil er ihn nicht mag, also bewertet er ihn schlecht.
    > Nun sieht das System irgendwie positive Kritik bis auf einen, dann wird das
    > sicher nicht so negativ gewertet.
    Macht man das? Ist man so .. "gehässig" .. dem Peter in dem Interview so mies zu machen? Odre entwickelt sich soetwas nciht zu einem potemkinschen Dorf?

    > Dieses System ist halt schon durchdacht und man ist halt irgendwo schon
    > gezwungen, mit den Kollegen zu arbeiten und zu reden. Da ist nichts mit
    > Soloaction, das ist ja jedem Klar, der in so einer Firmenpolitik arbeitet.
    Nun durchaus. Mittlerweile etabliert sich das aber und die wahrscheinlichkeit in so einer politik zu landen wächst.
    Wenn hier dann zwänge hinzukommen weiss ich nicht mehr ob das sinnvoll ist.
    Da bleibe ich skeptisch.

    > Du glaubst doch net wirklich, das jemand, der nicht Motiviert/Begeistert
    > von seinem Job ist, in so eine Firma reinkommt?
    Es gibt leute die sich sehr gut verkaufen können.

    > Das wird vorher wohl lange genug geprüft sein, ob dieser Peter in die Firma reinpasst. Ich glaub schon, das man solch eine Firmenpolitik nur fahren kann, wenn die
    > Mitarbeitet zusammengewachsen sind.
    Leider sehr Vage deine Aussage. Klingt etwas zu optimistisch.

    > Jeder verdient ja ansich "fast" gleichviel, bedeutet dort gibts net so viel
    > Gräul wegen Neid.
    Aber für die, die sich anstrengen doch ein demotivator.

  9. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: YoungManKlaus 23.04.12 - 15:30

    DerKeks schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wo sind denn da die Karrieremöglichkeiten?
    > Wo "lohnt" es sich dann "mehr" zu machen?
    Wo willst du denn hin Karriere machen? Wenn du ein Manager sein willst warum hast du dann angefangen dort zu arbeiten? Der ganze Punkt an der Sache ist, dass die Leute den Job nicht als "Sprungbrett zu dem was man wirklich machen will" sehen, sondern dass die Leute den Job machen weil sie ihn mögen und sich dort gut fühlen.
    Und man kann auch am gleichen Level eine neue Challange haben (z.B. indem man von der KI-Programmierung auf Physiksimulationen wechselt), etc.

  10. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: DerKeks 23.04.12 - 15:32

    Teams mit hochprofessionellen Leuten funktionieren Erfahrungsgemäß in fast jeder Konstellation, ich kann mir nicht vorstellen das dieses Model gerade für die Leute gemacht wurde.

    Dummerweise macht da oft die Realität ein Strich durch die Rechnung denn selten sind alle gleich erfahren und decken das selbe Leistungsspektrum mit zufällig den selben Vorstellungen ab. Was die Herangehensweise als auch die Durchführung angeht.

    Wenn da niemand ist der den Weg quasi vorgibt sorgt das mindestens für Spannungen.

  11. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: DerKeks 23.04.12 - 15:37

    > Wo willst du denn hin Karriere machen?
    Klassisch? Lange, lange, mittleres Management und dann wird man sehen.

    > Wenn du ein Manager sein willst warum hast du dann angefangen dort zu arbeiten?
    Weil das nunmal nicht jedem von Anfang an gleich offen steht.
    Viele Wege führen nach Rom.

    Hier scheint mir aber ein großes schönes Dorf aufgebaut worden zu sein, nur der Weg nach Rom scheint nicht ganz ersichtlich.

    > Der ganze Punkt an der Sache ist, dass die Leute den Job nicht als "Sprungbrett zu dem was man
    > wirklich machen will" sehen, sondern dass die Leute den Job machen weil sie
    > ihn mögen und sich dort gut fühlen.
    Will ich ja keinem abreden. Nur was ist halt mit denen die gerne "mehr" machen wollen?
    Wo kommen die zum Zuge?
    Hat ja nicht selten was mit Aufopferung und Hingabe zu tun.
    Klar kann man mit seiner derzeitigen Situation zufrieden sein, nur darf man es den Leuten nicht übel nehmen die das nicht sind.

    > Und man kann auch am gleichen Level eine neue Challange haben (z.B. indem
    > man von der KI-Programmierung auf Physiksimulationen wechselt), etc.
    Das ist so einfach möglich? Wäre wirklich reizvoll.

  12. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: Freepascal 23.04.12 - 15:43

    > > Wo sind denn da die Karrieremöglichkeiten?
    > > Wo "lohnt" es sich dann "mehr" zu machen?
    > Wo willst du denn hin Karriere machen? Wenn du ein Manager sein willst
    > warum hast du dann angefangen dort zu arbeiten? Der ganze Punkt an der
    > Sache ist, dass die Leute den Job nicht als "Sprungbrett zu dem was man
    > wirklich machen will" sehen, sondern dass die Leute den Job machen weil sie
    > ihn mögen und sich dort gut fühlen.
    > Und man kann auch am gleichen Level eine neue Challange haben (z.B. indem
    > man von der KI-Programmierung auf Physiksimulationen wechselt), etc.

    Das ist so die typische Einstellung von Absolventen und Berufseinsteigern. Finde ich auch gar nicht schlimm, man ist motiviert und geht in seiner Tätigkeit auf.

    Aber irgendwann fragt man sich vielleicht, warum man immer mal wieder neue Projektleiter vor die Nase gesetzt bekommt, nach deren Pläne man sich richten muss und man möchte vielleicht selbst gestalten. Oder man hätte gern mehr finanzielle Gestaltungsmöglichkeiten bspw. zum Hausbau. Gerade die bessere Bezahlung ist für viele der Anreiz, in der Hierarchie aufsteigen zu wollen. Nicht gerade am Anfang der Karriere, aber irgendwann sind Frau und Kind da und dann wird das eigene Häuschen eben interessanter als Physiksimultionen.

  13. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: flasherle 23.04.12 - 15:56

    da ist doch der punkt, wenn das geld wichtiger wird als die tätigkeit steigt das risiko für einen Leistungsverlust bzw einen burnout...

  14. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: DerKeks 23.04.12 - 16:04

    Es ist aber nicht zueinander inkoexistent ;]

    Es gibt ja auch die konstellation : Mehr Geld + mehr Leistung um der eignen oder partnerschftliche / famiiläre Lebensplanung mehr Handlungsfreiheit zu geben.

  15. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: Freepascal 23.04.12 - 16:07

    > da ist doch der punkt, wenn das geld wichtiger wird als die tätigkeit
    > steigt das risiko für einen Leistungsverlust bzw einen burnout...

    Sicherlich, aber neben der Tätigkeit gibt es eben auch private Ziele, für die mancher eben mehr finanzielle Möglichkeiten benötigt.

  16. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: LH 23.04.12 - 16:17

    DerKeks schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weil das nunmal nicht jedem von Anfang an gleich offen steht.
    > Viele Wege führen nach Rom.

    Bei Valve schon. Alle sind im Grunde auf der gleichen Ebene, nur ihr Beitrag unterscheidet sie. Jeder kann von Anfang an voll mitmachen. Natürlich geht das selten sofort, auch aus diesem Grund spricht das PDF ja von den ersten 6 Monaten, und merkt oftmals an das nie alles sofort geht. Eben weil man sich kennen lernen muss.
    Das Valve Prinzip erfordert gewisses Networking untereinander, das geht nicht von jetzt auf gleich.
    Aber: Es gibt bei Valve kein Rom. Nur viele Dörfer, unterschiedlicher Größe. Du kannst dich nicht im klassischen Sinne über andere erheben, du kannst aber du einem sehr guten Einkommen kommen, wenn du entsprechend etwas leistest, das anerkannt wird.

    Ohne Hierachie, kein Auftsteigen in dieser. Das heißt aber nicht, das es keine Entwicklung gibt. Sowohl Gehalt, wie auch Aufgaben, entwickeln sich mit der Zeit.

    Wie das Dokument indirekt sagt: Wenn du Hierarchien brauchst, arbeitest du vermutlich gar nicht erst bei Valve.

    > Will ich ja keinem abreden. Nur was ist halt mit denen die gerne "mehr"
    > machen wollen?

    Dann mach mehr.

    > Wo kommen die zum Zuge?

    Immer, jederzeit. Niemand hindert dich bei Valve, mehr zu machen. Es wird auch anerkannt werden. Den nur die Leistung zählt, nicht die Position. Bei anderen Firmen kannst du dich tot rackern, wenn du Posten ABC hast, ist das egal, was du zu bekommen hast an Gehalt, Urlaub und Anerkennung steht vorher fest.
    Bei Valve kannst und musst du es dir erarbeiten, aber es hindert dich auch niemand daran. Du bist nicht Posten ABC, du bist eine Person mit Stärken und Schwächen.

    > > Und man kann auch am gleichen Level eine neue Challange haben (z.B.
    >> indem
    > > man von der KI-Programmierung auf Physiksimulationen wechselt), etc.
    > Das ist so einfach möglich? Wäre wirklich reizvoll.

    Wenn man es gemeistert kriegt. Aber Valve schreibt auch, das sie zwar Universal talentierte wollen, aber sie müssen auch ein Spezialgebiet haben, in dem sie besonders gut sind.

  17. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: DerKeks 23.04.12 - 16:39

    > und merkt oftmals an das nie alles sofort geht.
    Das is ja nun ne Binsenweisheit, wo geht das schon. ;]

    > Das Valve Prinzip erfordert gewisses Networking untereinander, das geht
    > nicht von jetzt auf gleich.
    Was aber vorraussetz das die Leute genau zu dem fähig sind.
    Die die es nicht können, werden in diesen Kreis wohl nicht aufgenommen?
    Bist du nicht cool, hipp und networky dann musste wohl doch Metzger werden ;]

    > Aber: Es gibt bei Valve kein Rom. Nur viele Dörfer, unterschiedlicher
    > Größe. Du kannst dich nicht im klassischen Sinne über andere erheben, du
    > kannst aber du einem sehr guten Einkommen kommen, wenn du entsprechend
    > etwas leistest, das anerkannt wird.
    Nun das geht halt bis zu dem Punkt wo du Kapitalverantwortung hast, vielleicht sogar Eigenkapitalverantwortung.
    Impliziert auch das man natürlich um Anerkennung bei anderen ringen muss, das urverlangen aller BWLer. Stetiger interner Wettbewerb - Only the fittest survive.
    Ich hab eben schon gesehen das hier der Burnout angesprochen wurde.
    Wenn du kein Ziel hast und quasi alles möglich ist, bedeutet das aber auch das viel mehr falsche Wege möglich sind.
    Klar, die Entscheidungsriege (wie auch immer konstituiert) macht dann am ende cherry-picking. Der mit dem meisten Glück in seiner Auswahl der Richtung hat dann gewonnen.
    Der andere jedoch hat viel Zeit und Kraft in etwas investiert was völlig belanglos wurde.

    Das ist im klassischen Modell nicht so einfach, denn da müssen die Entscheidungsträger die konsequenzen dafür tragen (was ja dann auch entsprechend vergütet wird).

    Seh ich das Falsch?

    > Ohne Hierachie, kein Auftsteigen in dieser. Das heißt aber nicht, das es
    > keine Entwicklung gibt. Sowohl Gehalt, wie auch Aufgaben, entwickeln sich
    > mit der Zeit.
    Mir fällt nur in diesem Zusammengang schwer das sich hier genau die selben Treppen herauskristallisieren wie im klassischen Modell.
    Mich dolcht das dies entweder ungleich mehr kleine Treppen oder aber ungleich höhere schwer zu erreichende sind.

    > Wie das Dokument indirekt sagt: Wenn du Hierarchien brauchst, arbeitest du
    > vermutlich gar nicht erst bei Valve.
    Meine intention war jetzta uch nicht bei Valve zu arbeiten, da ich eh kein Spieleentwickler bin ;]
    Ich wollte eigentlich eher Grundsätzlich darüber Diskutieren.

    > Dann mach mehr.
    s.o.

    > Immer, jederzeit. Niemand hindert dich bei Valve, mehr zu machen. Es wird
    > auch anerkannt werden. Den nur die Leistung zählt, nicht die Position. Bei
    > anderen Firmen kannst du dich tot rackern, wenn du Posten ABC hast, ist das
    > egal, was du zu bekommen hast an Gehalt, Urlaub und Anerkennung steht
    > vorher fest.
    Ist dann aber verhandelbar. Viele Firmen machen jährliche oder halbjährliche Treffen um die Position und die Leistung zu reevaluieren.
    Das ist ja jetzt kein neues Konstrukt das mit den flachen Hierarchien dazugekommen ist.

    > Bei Valve kannst und musst du es dir erarbeiten, aber es hindert dich auch
    > niemand daran. Du bist nicht Posten ABC, du bist eine Person mit Stärken
    > und Schwächen.
    Ist das faktisch in jeder flachen Hierarchie so, oder nur bei Valve?

    > Wenn man es gemeistert kriegt. Aber Valve schreibt auch, das sie zwar
    > Universal talentierte wollen, aber sie müssen auch ein Spezialgebiet haben,
    > in dem sie besonders gut sind.
    Eierlegendewollmilchsau die spezialisiert ist auf Goldbarren legen ... wer will die nicht haben? ;]

  18. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: LH 23.04.12 - 16:52

    DerKeks schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was aber vorraussetz das die Leute genau zu dem fähig sind.
    > Die die es nicht können, werden in diesen Kreis wohl nicht aufgenommen?
    > Bist du nicht cool, hipp und networky dann musste wohl doch Metzger werden
    > ;]

    Dem Buch folgend: So ist es. Ein solches Team braucht Leute, die dazu passen.

    > > Aber: Es gibt bei Valve kein Rom. Nur viele Dörfer, unterschiedlicher
    > > Größe. Du kannst dich nicht im klassischen Sinne über andere erheben, du
    > > kannst aber du einem sehr guten Einkommen kommen, wenn du entsprechend
    > > etwas leistest, das anerkannt wird.
    > Nun das geht halt bis zu dem Punkt wo du Kapitalverantwortung hast,
    > vielleicht sogar Eigenkapitalverantwortung.
    > Impliziert auch das man natürlich um Anerkennung bei anderen ringen muss,
    > das urverlangen aller BWLer. Stetiger interner Wettbewerb - Only the
    > fittest survive.

    Bei Valve scheint es diesen Wettbewerb nicht zu geben, sondern es geht um positive Anerkennung, um Miteinander. Alle haben in etwa das gleiche Ziel: Coole Spiele zu machen. Und das geht nur in eine Team. Also haben alle einen Grund, zusammen zu arbeiten. Wenn man dann über den eigenen schatten springen kann, und den Wert anderer anerkennen kann, und diesen auch zeigt, dann funktioniert soetwas.
    Dort scheint es zu klappen.

    > Ich hab eben schon gesehen das hier der Burnout angesprochen wurde.
    > Wenn du kein Ziel hast und quasi alles möglich ist, bedeutet das aber auch
    > das viel mehr falsche Wege möglich sind.

    Das sagt auch das Buch, und gibt dazu ratschläge. Nebenher sind Fehler, laut Buch (wie gut das in der Realität klappt, können nur Mitarbeiter sagen) sind Fehler akzeptiert, da Menschlich.
    Wenn man bedenkt, wie lange Valve an spielen arbeitet, und wie oft sie dabei sachen umwerfen, scheinen diese falschen Wege oft gegangen zu werden, aber man akzeptiert das.

    > Klar, die Entscheidungsriege (wie auch immer konstituiert) macht dann am
    > ende cherry-picking. Der mit dem meisten Glück in seiner Auswahl der
    > Richtung hat dann gewonnen.

    Für alle ein Gewinn, den so kann aus einer größeren Auswahl eben das beste genommen werden. Da haben auch die etwas beigetragen, die nicht zum Zuge kommen. Soetwas habe ich auch schon oft erlebt. 3 Leute haben jeweils eine unterschiedliche Vorstellung einer Idee, alle drei setzen ihre um, am Ende bleibt eine. Wenn alle am Ende erkennen, warum nur diese eine Idee dann im echten Leben funktioniert hat, ist man meist recht schnell zufrieden mit dem Ausgang. Besser, als es nie versucht zu haben, an was man glaubt.

    > Das ist im klassischen Modell nicht so einfach, denn da müssen die
    > Entscheidungsträger die konsequenzen dafür tragen (was ja dann auch
    > entsprechend vergütet wird).

    Tatsächlich ist auch im klassichen Model viel für den Papierkorb produziert, da gibt es nur kein Manager zu, weil das ihm als Fehler angelastet wird. Dadurch werden die gleichen Fehler wieder und wieder gemacht.
    Es gibt keinen Weg, Fehler zu verhindern, aber klassische Modele sind oft schlecht darin, diese zuzugeben.

    > Mir fällt nur in diesem Zusammengang schwer das sich hier genau die selben
    > Treppen herauskristallisieren wie im klassischen Modell.
    > Mich dolcht das dies entweder ungleich mehr kleine Treppen oder aber
    > ungleich höhere schwer zu erreichende sind.

    Oder es gibt keine.


    > Ist dann aber verhandelbar. Viele Firmen machen jährliche oder
    > halbjährliche Treffen um die Position und die Leistung zu reevaluieren.
    > Das ist ja jetzt kein neues Konstrukt das mit den flachen Hierarchien
    > dazugekommen ist.

    Das stimmt, viele Unternehmen machen es aber auch nicht, und oft sind diese Reviews nicht mit den gleichen Konsequenzen belegt. Es kann eben nur einen Manager auf einer Ebene geben. Weil Valve kann es beliebig viele Leistungsfähige Leute geben, die alle gut bezahlt und anerkannt werden, weil sie alle auch einen Wert beitragen, der das rechtfertigt.
    WENN es denn im Alltag wirklich so klappt. Das kann ich nicht sagen ;)

    > > Bei Valve kannst und musst du es dir erarbeiten, aber es hindert dich
    > > auch
    > > niemand daran. Du bist nicht Posten ABC, du bist eine Person mit Stärken
    > > und Schwächen.
    > Ist das faktisch in jeder flachen Hierarchie so, oder nur bei Valve?

    Bisher kenne ich keine Firma, die bei der Größe eine so flache gelebte Hierarchie nutzt. Daher: Ich weiß es nicht :)
    Am ehesten vielleicht noch Pixar, die waren wohl auch lange darin gut.

    > Eierlegendewollmilchsau die spezialisiert ist auf Goldbarren legen ... wer
    > will die nicht haben? ;]

    Manche Firmen züchten sie sich, siehe wieder Pixar. Man holt einen Animator. Und nebenher bringt man ihm, wenn er will, auch Wissen aus anderen Bereichen mit, z.B. Musik und Entwicklung.
    Auch dadurch war/ist Pixar so innovativ, die Leute denken nicht so sehr in festen Kategorien.
    Bei Valve scheint man, laut Dokument, schon Leute zu suchen, die das schon so leben, aber wie sehr sich das auswirkt, who knows?

  19. Re: Flachland = flache Gehaltsstrukturen ?

    Autor: DerKeks 23.04.12 - 17:09

    > Dem Buch folgend: So ist es. Ein solches Team braucht Leute, die dazu
    > passen.
    Schade, ich hatte gehoft das dies ein nicht elitaristisches System wäre.

    > Das sagt auch das Buch, und gibt dazu ratschläge. Nebenher sind Fehler,
    > laut Buch (wie gut das in der Realität klappt, können nur Mitarbeiter
    > sagen) sind Fehler akzeptiert, da Menschlich.
    > Wenn man bedenkt, wie lange Valve an spielen arbeitet, und wie oft sie
    > dabei sachen umwerfen, scheinen diese falschen Wege oft gegangen zu werden,
    > aber man akzeptiert das.
    Ist das nun ein Merkmal dieses Systems oder des Unternehmens Valve?

    > Wenn alle am Ende erkennen, warum nur diese eine Idee dann im
    > echten Leben funktioniert hat, ist man meist recht schnell zufrieden mit
    > dem Ausgang. Besser, als es nie versucht zu haben, an was man glaubt.
    Wenn alle am Ende dadurch auch den mehrgewinn erhalten (in dem Fall alle 3) dann wäre das Akzeptabel.

    > Tatsächlich ist auch im klassichen Model viel für den Papierkorb
    > produziert, da gibt es nur kein Manager zu, weil das ihm als Fehler
    > angelastet wird. Dadurch werden die gleichen Fehler wieder und wieder
    > gemacht.
    Richtig gemacht aber eigentlich der unausweichliche Tod für die Führungsriege.
    Aber natürlich wird es auch potemkinsche Dörfer in der flachen Hierarchie geben, hier sogar noch einfacher da dies auf eine ganze Gruppe umgeschlagen wird und Einzelfaktoren hier schwerer zu fassen sind.
    Gut, schwarzmalend könnte man sagen es trifft dann im schlimmsten Fall die, die nicht so gut in die Gruppe integriert sind.

    > Es gibt keinen Weg, Fehler zu verhindern, aber klassische Modele sind oft
    > schlecht darin, diese zuzugeben.
    Richtig, ich bin auch offen für neue Systeme.
    Das Problem ist nur das diese "neuen" Systeme nur allzuoft ein neu verpacktes Altes sind.
    Aussen hui, innen pfui ~

    > Oder es gibt keine.
    Dann bleiben alle auf der selben Stufe, für immer, oder der Boden hebt sich für alle an.
    Ich glaube an keins von beidem ;P

    > Das stimmt, viele Unternehmen machen es aber auch nicht, und oft sind diese
    > Reviews nicht mit den gleichen Konsequenzen belegt. Es kann eben nur einen
    > Manager auf einer Ebene geben.
    Das würde ich so nicht sagen. Im mittleren-management sind durchaus auch parallele Positionen möglich. Sofern sie sich halt nich faktisch gleichen oder überlagern.

    > Weil Valve kann es beliebig viele
    > Leistungsfähige Leute geben, die alle gut bezahlt und anerkannt werden,
    > weil sie alle auch einen Wert beitragen, der das rechtfertigt.
    > WENN es denn im Alltag wirklich so klappt. Das kann ich nicht sagen ;)
    Wir sind mal optimisten und offen das beste für die Angestellten ;]

    > Bei Valve scheint man, laut Dokument, schon Leute zu suchen, die das schon
    > so leben, aber wie sehr sich das auswirkt, who knows?
    Ja Schade das mit den Ergebnissen so selten offen umgegangen wird.

    Danke für deine Beiträge, sind gut zu lesen und wirklich erhellend!

  20. "Wenn du tun kannst, was du liebst..."

    Autor: Apple_und_ein_i 23.04.12 - 19:15

    "... wirst du an keinem Tag in deinem Leben arbeiten." - Autor mir nicht bekannt.

    Ich nehme mal stark an, dass sie keine Karotte vor den Mitarbeitern baumeln lassen muessen, damit diese produktiv und motiviert arbeiten.

    Der Glaube fängt immer da an wo das Wissen aufhört.

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Quantencomputer: Intel entwickelt coolen Chip für heiße Quantenbits
Quantencomputer
Intel entwickelt coolen Chip für heiße Quantenbits

Gebaut für eine Kühlung mit flüssigem Helium ist Horse Ridge wohl der coolste Chip, den Intel zur Zeit in Entwicklung hat. Er soll einen Quantencomputer steuern, dessen Qubits mit ungewöhnlich hohen Temperaturen zurechtkommen.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

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Arbeitsklima: Schlangengrube Razer
Arbeitsklima
Schlangengrube Razer

Der Gaming-Zubehörspezialist Razer pflegt ein besonders cooles Image - aber Firmengründer und Chef Tan Min-Liang soll ein von Sexismus und Rassismus geprägtes Arbeitsklima geschaffen haben. Nach Informationen von Golem.de werden Frauen auch in Europa systematisch benachteiligt.
Ein Bericht von Peter Steinlechner

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