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Spieleentwicklung in D

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  1. Spieleentwicklung in D

    Autor: bananensaft 17.01.24 - 13:34

    Warum läuft das hier nur so semi? Ich meine, wir hatten mal Spiele wie Turrican, Ghiana Sisters , Battle Isle und später dann Gothic und natürlich alles was ich vergessen hab. Warum wurde da nie was "großes" draus? Zu spezifische Spiele für den deutschen Markt (Fußballmanager ;) )? Oder einfach nicht genug Kapital da um mehr draus zu machen?

    Hat da jemand etwas mehr Einblick oder gibt es da mal Artikel die sich damit beschäftigen?

  2. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Spiritogre 17.01.24 - 14:09

    Die 80er und frühen 90er waren sowas wie die Wild-West-Zeit. Damals konnten sich ein paar Kumpels im heimischen Kinderzimmer hinsetzen und "Blockbuster" programmieren. Da gibt es einige schöne Podcasts etwa von Stay Forever zu einzelnen Spielen, wie das damals ablief.

    Nach dem Ende der 16Bit Zeit und dem Aufkommen von 3D Grafik war das nicht mehr möglich. Da mussten "echte" Musik und Soundeffekte her und alles wurde viel, viel aufwendiger. Die Teams waren quasi gezwungen größer und professioneller zu werden.

    Nur sind deutsche Banken sehr konservativ und "Risiko"-Kapitalgeber gibt es hierzulande quasi gar nicht. Die damaligen deutschen Publisher hatten kein Geld um von 10.000 bis 100.000 DM Entwicklungskosten auf 1 Millionen zu 10 Millionen Kosten zu springen, da die meisten hierzulande programmierten Games auch nur hierzulande erfolgreich waren.
    Selbst eben große internationale Releases wie Turrican machten auf dem Weltmarkt keinen Stich gegen Metroid, Metal Slug und Co.

    Große Publisher wie Ubisoft sprangen ein, kauften dann in der Regel irgendwann dann aber schlicht das Entwicklerstudio. Die restlichen deutschen Studios versteiften sich auf 2D Games, vornehmlich Adventures. Damit war Deutschland auch die letzte Point & Click Hochburg, die Spiele konnten günstig produziert werden (da großteils 2D) aber konnten eben außerhalb der Grenzen auch nicht verkauft werden, weil einfach out.

    Während es in Frankreich Ubisoft geschafft hat den Sprung zu schaffen, quasi von Rayman zu Prince of Persia (das in Kanada entwickelt wurde) waren die deutschen Versuche in dieser Richtung in der Regel so schlecht, dass selbst hierzulande kaum jemand die 3D Games kaufen wollte. Von ein paar Ausnahmetiteln immer wieder mal abgesehen. Aber auch Sachen wie Yager oder Schleichfahrt waren international nicht erfolgreich genug um die Firma so groß zu machen, dass sie darauf aufbauen konnten.

    Also ja, fehlende Finanzierung, konservative Einstellung nicht nur bei Politik und Geldgebern sondern auch den Entwicklern selbst, hohe Entwicklungskosten (Gehälter, Miete, Energie - weswegen Ubisoft auch weltweit entwickeln lässt) verhagelten regelmäßig die Chancen auf dem Weltmarkt Fuß zu fassen. Franzosen gelten nicht umsonst als ein wenig kreativer und mutiger als die konservativen Deutschen, die lieber Buchhaltungssoftware programmieren.

    SAP ist nicht umsonst unterdessen der viertgrößte Softwarehersteller der Welt geworden.

  3. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: John2k 17.01.24 - 14:35

    Spiritogre schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die 80er und frühen 90er waren sowas wie die Wild-West-Zeit. Damals konnten
    > sich ein paar Kumpels im heimischen Kinderzimmer hinsetzen und
    > "Blockbuster" programmieren. Da gibt es einige schöne Podcasts etwa von
    > Stay Forever zu einzelnen Spielen, wie das damals ablief.
    >
    > Nach dem Ende der 16Bit Zeit und dem Aufkommen von 3D Grafik war das nicht
    > mehr möglich. Da mussten "echte" Musik und Soundeffekte her und alles wurde
    > viel, viel aufwendiger. Die Teams waren quasi gezwungen größer und
    > professioneller zu werden.
    >
    > Nur sind deutsche Banken sehr konservativ und "Risiko"-Kapitalgeber gibt es
    > hierzulande quasi gar nicht. Die damaligen deutschen Publisher hatten kein
    > Geld um von 10.000 bis 100.000 DM Entwicklungskosten auf 1 Millionen zu 10
    > Millionen Kosten zu springen, da die meisten hierzulande programmierten
    > Games auch nur hierzulande erfolgreich waren.
    > Selbst eben große internationale Releases wie Turrican machten auf dem
    > Weltmarkt keinen Stich gegen Metroid, Metal Slug und Co.

    Vielleicht beherrscht man in Deutschland Marketing einfach nicht und hat es damals verpasst? Wenn man bedenkt, wie viel Budget inzwischen in Marketing fließt, ist es heutzutage vermutlich quasi unmöglich durchzudringen, es sei denn man landet wirklich einen Hit wie mit Pubg oder Minecraft damals.

  4. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Crovaxon 17.01.24 - 14:39

    Also im Falle von Mimimi Studios hatten die Leute gesagt, dass für den Qualitätsanspruch den sie haben ist es schlicht zu teuer. Mimimi hat wirklich hervorragende Taktikspiele gemacht, aber ich glaube das Genre wird nicht ganz so rege gekauft weltweit.
    Ist schon wirklich ein saurer Apfel, wenn man ein Spiel auf den Markt bringt, dass Reihenweise Preise abräumt, aber dann es finanziell leider nicht reicht. Und dann sind die Leute trotzdem noch so cool und werten das Game noch mit abschließenden DLCs auf, bevor sie ganz dicht machen. Echt herb.

    Piranha Bytes war ja nach Gothic 3 bereits auf absteigendem Ast gewesen. Qualität des Spiels war mies, viel hat die Community später selber gefixed. Risen war zwar nicht ganz so dem Größenwahn von G3 verfallen, aber die Serie konnte sich auch nicht sehr gut tragen mit seinen Folgetiteln.
    Ich hab deswegen auch nie die Elex Spiele in die Hände genommen, als ich dann die ersten Reviews gesehen hatte, bin mit dem Alter kritischer geworden und man hat ja dann das Problem, dass man wählerischer wird, wofür man seinen Feierabend einsetzen möchte. Mittlerweile mal dank Humble Monthly ne Kopie von Elex 1 bekommen, aber zum Kaufen hatte mich das was ich davon gesehen habe, nie bewegt. Mal sehen wann ich dazu komme dass zu spielen...

    Die Daedalus Spiele waren ja auch allesamt super. Edna, Harvey und die Deponia Serie? Allesamt beliebt. Aber erstens ist Humor Geschmackssache und lässt sich nicht immer in andere Sprachen 1 zu 1 übersetzen und Point & Click Spiele auch wieder ein Genre, dass eher wenig im großen Stile gekauft wird, gerade weil die große Masse junger Menschen ja eher Konsole spielt. Da wird dann wohl also auch nicht viel Kasse mit gemacht.
    Gollum war dann ja ein fataler Ausrutscher geworden, sehr schade...

    Ansonsten gibt es glaub ich nicht so viele "große" deutsche Studios. Zumindest war keines der oben genannten wirklich groß. Crytek wäre jetzt so einer der mir einfällt, der wirklich groß ist im Vergleich zu anderen deutschen Studios. Ansonsten unterhalten einige der großen Publisher in DE ja auch Niederlassungen (bspw. Ubisoft). Weiß nicht ob man dass dann deutsche Entwicklung nennen kann, wenn die eh alle weltweit eingespannt sind bei Triple A Großproduktionen.

  5. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Muhaha 17.01.24 - 14:43

    John2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Vielleicht beherrscht man in Deutschland Marketing einfach nicht und hat es
    > damals verpasst?

    Genau das ist es. Wer hat die CD erfunden und wer hat die ersten und technologisch besten CD-Player. Deutsche Firmen. Wer hat den Markt dominiert? Japanische Firmen, weil die ein um LICHTJAHRE besseres Marketing hatten. In Deutschland dominieren oft die Techniker und Ingenieure, die der Meinung sind, dass sich das bessere Produkt automatisch von alleine verkauft. Dass die Kunden aber nicht so denken, das hat man BIS HEUTE nicht verstanden.

  6. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Spiritogre 17.01.24 - 14:51

    Die CD haben Philips und Sony erfunden. Da waren keine deutschen Firmen großartig beteiligt.

    Ich habe letztens in einem amerikanischen Forum etwas analog zu Autos gelesen. Deutsche Autos bieten hervorragende Ingenieurskunst, aber wenn es fertig ist, dann ist es fertig und es wird in dessen Lebenszeit nichts weiter dran verbessert. Ganz anders Toyota, da startet ein Modell eher mit alter bewährter Technik und es wird im Laufe seiner Lebenszeit immer weiter upgegradet und modernisiert. Deswegen gelten Toyota und insbesondere Lexus mit als die zuverlässigsten Autos am Markt, weil sie nicht "overengineert" sind, denn dadurch sind deutsche Autos recht anfällig für Probleme und Reparaturen.

    Bei Spielen ist es eher so, dass Firmen wie Crytek einfach den Zug verpasst haben. Sie hatten Crysis und dann Far Cry, was sie nicht hatten war dann darauf aufbauend der Multiplayer. Und genau der ist es, der solche Titel am Leben hält und populär macht, siehe eben Call of Duty und Battlefield. In der Liga hätte Crytek mitspielen können. Stattdessen wollten sie lieber ihre Engine vermarkten und einen auf Epic machen. Das ging nach hinten los.

  7. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Trockenobst 17.01.24 - 14:55

    Spiritogre schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Teams waren quasi gezwungen größer und
    > professioneller zu werden.

    Professionell wird gut bezahlt. In anderen Orten sind die Gehälter für diese Personen erheblich niedriger. Ich kannte Leute die 10 Jahre in Berlin und Hamburg an Games gerührt haben, jetzt als Senior in der Industrie jenseits der 100T aufrufen. Damals wars knapp unter der Hälfte.

    Geld fehlt weil die Exzellenz fehlt. Ein Assassins Creed oder Diablo würde auch in Deutschland Financiers finden. Die o.g. Leute haben in Firmen gearbeitet wo der Chef einen wilden Desktop mit Excelsheets Icons hatte und damit 10 Projekte und 50 Leute gefahren ist. Das geht heute einfach nicht mehr. Trotzdem findet man in den entsprechenden Foren Berichten von KMU mit 100+ Leuten die auch noch so laufen. Unterirdisch.

    Interessanterweise waren Mechanismen wie Crowdfunding und -financing in Deutschland nie ein Thema. Mobile Games und Switch auch nicht. Da ist allgemein die Professionalisierung und der Blick gerade auf Onlineprodukte irgendwie stecken geblieben.

  8. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Spiritogre 17.01.24 - 15:04

    Crowdfunding funktioniert nur, wenn die Macher einen entsprechenden Namen haben. Und, wir wollen uns nichts vormachen, 99 Prozent der Crowdfunding-Projekte scheitern. Wovon man hörte waren die fünf super erfolgreichen Spiele / Projekte.

    Und, man darf nicht vergessen, es gibt relativ erfolgreiche deutsche Spielefirmen / Publisher. Die kennt man nur nicht, weil sie z.B. Handyspiele entwickeln (Innogames) oder F2P Games publishen (Gameforge). Das ist natürlich nicht das, worauf die normalen "Gamer" schauen.
    Die beiden genannten sind übrigens nach BlueByte (Ubisoft) die größten deutschen Firmen im Gaming-Bereich.

  9. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Trockenobst 17.01.24 - 15:07

    Crovaxon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also im Falle von Mimimi Studios hatten die Leute gesagt, dass für den
    > Qualitätsanspruch den sie haben ist es schlicht zu teuer.

    Das letzte Game kam zwischen drei riesigen Releases raus.
    Ihre Games waren immer schon "Pausenfüller", dazu braucht es
    auch im Markt Pausen. Und finanziellen Atem das erste Jahr nach
    Release zu überleben. Das wollten sie sich nicht mehr antun, verständlich.

    Dazu ist der AA+ Markt in der Mitte ziemlich überfüllt.
    Die ganzen Ex-Topstudio Manager die "eben" 10 Millionen auf ein
    überproduziertes Jump and Run werfen können, während Ex-Disney Animateure
    die Figuren zum Leben erwecken - dass ist eine ganz andere Ebene.

    > Gollum war dann ja ein fataler Ausrutscher geworden, sehr schade...

    Es hilft halt nichts wenn man große Visionen hat die aber mangels
    Geld, Skills, Personal, Kapital nicht umsetzen kann. Das war weniger das
    Problem des Teams denn des Managements.

    Allgemein ist es schade das kaum jemand sich mit einer kleinen Vision hinsetzt und was
    für PC/Konsolen baut. Diese Professionalisierung hat in der Form ohne ausländische Hilfe
    fast nicht stattgefunden. Das betrifft auch andere Branchen. Da gab es den Bericht dass
    eine Firma von Tesla gekauft wurde und in drei Monaten war die ganze IT um 5 Jahre in
    der Zukunft. Anscheinend können große KMU Manager keine IT Komponenten bestellen.

  10. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Hallonator 17.01.24 - 15:18

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da gab es den
    > Bericht dass
    > eine Firma von Tesla gekauft wurde und in drei Monaten war die ganze IT um
    > 5 Jahre in
    > der Zukunft.
    Ahjo, die müssen ihre Rechnungen dann wahrscheinlich in dem gleichen System schreiben wie der Rest des Konzerns und sowas

  11. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Trockenobst 17.01.24 - 15:20

    Spiritogre schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Crowdfunding funktioniert nur, wenn die Macher einen entsprechenden Namen
    > haben.

    Bei Brettspielen und Special Edition Comics funktioniert es hervorragend.
    Es scheint bei Games mehr unerfahrene Autoverkäufertypen zu geben die
    gerne viel erzählen und wenig liefern können. Das Grundkonzept funktioniert
    weiterhin. Mischt man das mit einem gutem Early Access kann das klappen.
    Das ist ja das Problem. Die Industrie entwickelt sich weiter, Henne-Ei. Ohne es
    zu machen hat man keine Erfahrung, ohne Erfahrung gibt einem keiner Geld.

    > Handyspiele entwickeln (Innogames) oder F2P Games publishen (Gameforge).
    > Das ist natürlich nicht das, worauf die normalen "Gamer" schauen.

    Viele deren Spiele sind mit Dark Patterns überladen. Vielleicht wollen die Firmen
    auch deswegen nicht unbedingt bekannt sein.

  12. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Trockenobst 17.01.24 - 15:21

    Hallonator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ahjo, die müssen ihre Rechnungen dann wahrscheinlich in dem gleichen System
    > schreiben wie der Rest des Konzerns und sowas
    Aber es ist ja nicht so dass man den alten Laptop in der Werkstatt nicht schon hätte
    ohne Tesla hätte wechseln können.

  13. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Hallonator 17.01.24 - 15:27

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hallonator schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ahjo, die müssen ihre Rechnungen dann wahrscheinlich in dem gleichen
    > System
    > > schreiben wie der Rest des Konzerns und sowas
    > Aber es ist ja nicht so dass man den alten Laptop in der Werkstatt nicht
    > schon hätte
    > ohne Tesla hätte wechseln können.

    Ja, aber es hat ja auch ohne funktioniert.

    Nachdem man aufgekauft wird, funktioniert es halt nicht mehr ohne, da jetzt noch zusätzlich alles an die Konzern-Mutter übertragen werden muss.

    Also kurz gesagt: Der Leidensdruck war vorher halt einfach nicht groß genug.


    Ich hab mal in einem Unternehmen gearbeitet, da funktionierte die Salesforce Einführung genau so. Man hatte zwar auch vorher eine digitale Lösung, aber so kam dann halt mal Cloud.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.24 15:28 durch Hallonator.

  14. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: macmillionaire 17.01.24 - 17:28

    Du hast schon im Blick dass Crytek Hunt: Showdown entwickelt und betreibt?

    Einer der erfolgreichsten Live-Service Hardcore Extraction Shooter?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.24 17:30 durch macmillionaire.

  15. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Spiritogre 17.01.24 - 17:30

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Bei Brettspielen und Special Edition Comics funktioniert es hervorragend.
    > Es scheint bei Games mehr unerfahrene Autoverkäufertypen zu geben die
    > gerne viel erzählen und wenig liefern können. Das Grundkonzept
    > funktioniert
    > weiterhin. Mischt man das mit einem gutem Early Access kann das klappen.
    > Das ist ja das Problem. Die Industrie entwickelt sich weiter, Henne-Ei.

    Ernsthaft? Ein Brettspiel zu entwickeln kostet ein paar 100 Euro. Ein großes Videospiel kostet 100 Millionen. Das sind völlig verschiedene, in keinster Weise vergleichbarer Paar Schuhe.

    > Ohne es
    > zu machen hat man keine Erfahrung, ohne Erfahrung gibt einem keiner Geld.

    Letzteres stimmt nicht. Um Geld zu kriegen muss man vor allem ein guter Verkäufer sein. Introvertierte Nerd-Teams die Games entwickeln wollen fallen da natürlich komplett raus.

    > Viele deren Spiele sind mit Dark Patterns überladen. Vielleicht wollen die
    > Firmen
    > auch deswegen nicht unbedingt bekannt sein.

    Es geht eher darum, dass es für die Firmen keinen Sinn macht bekannt zu sein und einen "Kultstatus" um sich aufzubauen. Das ist nicht ihre Art von Profil.
    Wer hier kannte bis vor auf ein paar Jahren Tencent? Und jetzt kennt man die auch bloß, weil sie die größte Spielefirma der Welt sind und auch bei den bei Spielern bekannten Firmen fleißig mitmischen und die aufkaufen.

    Tencent wurde übrigens Ende 1990er mit amerikanischem Risikokapital gestartet...
    Und genau das ist es, was den deutschen Spielefirmen eben komplett fehlt.

  16. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Spiritogre 17.01.24 - 17:40

    macmillionaire schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du hast schon im Blick dass Crytek Hunt: Showdown entwickelt und betreibt?
    >
    > Einer der erfolgreichsten Live-Service Hardcore Extraction Shooter?

    Das ist nett aber eben weltweit nicht wirklich relevant. Primär ist es auf Steam erfolgreich. Shooter in dieser "Mittelklasse" gibt es wie Sand am Meer. Und Hunt ist auch schon vier Jahre alt und ein Bezahlspiel. Die Collectors Edition kostet auf Steam verdammte 300 Euro. Das Basisspiel immer noch 40.

    Aktuell sind auf Steam fast 30 Millionen Zocker online. Hunt wird dabei von 25.000 gespielt und läuft unter ferner liefen auf Rang 51. Selbst den Farming Simulator spielen aktuell mehr Leute.

  17. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: macmillionaire 17.01.24 - 17:58

    Ging mir nicht darum, dass die die erfolgreichsten Spiele machen.

    Aber es klang so bei dir, als ob sie nichts mehr machen und Multiplayer verpasst hätten.

    Und nicht nur machen sie noch was, es verkauft sich auch gut und Multiplayer ist es obendrein.
    Und der Vergleich mit Battlefield ... ist ja jetzt nicht so als wären die Titel da aktuell sonderlich viel erfolgreicher.

    Aber Potential für mehr wäre sicherlich gewesen. - Aber wir trafen uns ja in einem Thread über "Spieleentwicklung in D", motiviert durch die Spekulation über eine Studioschließung, da passte Crytek für mich nicht so ganz rein.

  18. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: BlindSeer 18.01.24 - 09:43

    Nicht nur das, du hast in DE eine gewisse Skepsis gegenüber neuer Technik. Schau dir an wie mit Spielen umgegangen wurde. River Raid indiziert, Herr Reul hat letztes Jahr noch die "Killerspieldebatte" ausgegraben (wenn auch indirekt um das Wort herum formuliert), usw. da wurden Computerspiele sehr, sehr lange als schädlich angesehen bis einfach belächelt.

  19. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Muhaha 18.01.24 - 11:51

    macmillionaire schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Aber Potential für mehr wäre sicherlich gewesen. - Aber wir trafen uns ja
    > in einem Thread über "Spieleentwicklung in D", motiviert durch die
    > Spekulation über eine Studioschließung, da passte Crytek für mich nicht so
    > ganz rein.

    Doch, Crytek passen da ganz wunderbar rein, denn Crytek hatte Mitte der 2000er das Potential das erste große Studio aus Deutschland zu werden. Da hat man andere Studios überall auf der Welt aufgekauft, die offizielle Firmensprache war Englisch (weil alles international ausgerichtet), die CryEngine bot den damals besten Renderer der Branche, Crytek war drauf und dran Epic heftig am Thron zu sägen.

    10 Jahre später waren alle externen Studios wieder verkauft oder geschlossen, die Crysis-Serie endete mit Teil 3 kommerziell äusserst enttäuschend, für den XBOX One Starttitel Ryse hatte sich keine Sau interessiert und die CryEngine spielte auf dem Engine-Markt keine Rolle mehr, weil man bei Crytek die Lust auf diesen Geschäftszweig verloren hatte und kaum noch etwas in Support und Weiterentwicklung investiert wurde.

    Um die Insolvenz zu vermeiden hat man den Code der CryEngine an Amazon verkauft. Crytek war beinahe am Ende und hat dann viel Programmier-Fachpersonal an CIG verloren, die der CryEngine für Star Citizen das angedeihen liessen, was sie bei Crytek nicht mehr tun durften.

    Crytek hat die allerbesten Startchancen etwas ganz Großes zu werden und die Yerlis haben es dann so dermaßen verbockt, dass die Firma beinahe zugrunde gegangen ist. Nicht wirklich Ahnung vom Biziness, deswegen viele falsche strategische Entscheidungen getroffen, viel mit Pi mal Daumen & "Bauchgefühl" rumgewurschtelt, nur so getan, als ob man professionell agieren würde, aber in Wirklichkeit nur blutige Amateure gwesen.

    Ein typisch deutscher Videospielentwickler.

  20. Re: Spieleentwicklung in D

    Autor: Hallonator 18.01.24 - 12:04

    Was machen die eigentlich noch die letzten Jahre?

    Der Wikipedia artikel endet irgendwie 2019

    [edit]
    Ah, Crysis 4. Die englische Wikipedia geht weiter



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.01.24 12:05 durch Hallonator.

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