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Das Problem an Mixer...

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  1. Das Problem an Mixer...

    Autor: Michael H. 26.02.20 - 13:34

    ...ist eigentlich recht einfach zu beschreiben. Und da spreche ich jetzt mal aus eigener Perspektive.

    Mixer an sich ist Klasse.
    Man kann recht mühelos, gleich in einer sehr hohen Qualität streamen. Auch die "Mixed" Streams sind ein Alleinstellungsmerkmal in meinen Augen. Man kann hier quasi mit mehreren Streamern gleichzeitig einen Stream anbieten bzw. zusammen Streamen und zwischen diesen hin und herswitchen.

    Nun ergeben sich aber allgemein drei Probleme, die mich persönlich davon abhalten auf Mixer zu streamen.

    1. Mixer ist in Deutschland zumindest bei weitem nicht so bekannt wie Twitch. Entsprechend ist das Publikum eher international. Mag für mich zwar kein Problem darstellen, da ich der englischen Sprache mächtig bin. Aber auf Twitch erreiche ich schneller ein rein deutsches Publikum und kann entsprechend auch mal linguistisch auf englisch ausweichen. Für die meisten Zuschauer ist das Gebrabbel, was der Streamer da vom Stapel lässt eher zweitrangig. Wenn sie Fragen haben, fragen sie im Chat auf englisch und man beantwortet sie auf englisch und gut is. Somit ist einfach für mich Mixer schon mal Zielgruppentechnisch weniger interessant als Twitch. Ich spiele einfach viel mit Kollegen und bei uns ist i.d.R. im Teamspeak niemand bei, bei dem englisch notwendig wäre. Somit wäre es auch fürs Teamplay störend, wenn ich alleine oder alle englisch sprechen müssten, obwohl es nicht notwendig ist. Die Muttersprache geht den meisten doch etwas flüssiger von der Hand bzw. aus dem Mund :P

    2. Die Reichweite. Langfristig gesehen ist Twitch interessanter. Zumindest wenn man irgendwo hin will mit seiner Reichweite. Solange die aktuellen Zuschauerzahlen nur einen Bruchteil derer von Twitch ausmachen... ist auch irgendwann das Wachstumspotential vollkommen ausgeschöpft.
    Während man bei Twitch irgendwann in den 1000er oder 10000er Bereich kommen kann, dümpelt man bei Mixer nur bei wenigen hundert Zuschauern rum. Mag für kleine Streamer wie mich irrelevant sein, aber man weiss nie was kommt, daher schreckt das auch eher ab.

    3. Die Monetarisierung. Die Hürde ist bei Mixer einfach zu groß. Während man bei Twitch schon bei 50 Followern, 3 Zuschauer im Durchschnitt pro Monat und 7 Tage im Monat streamen zu insgesamt ich 8h Streamingzeit (die sehr schnell erreicht sind) Affiliate ist und somit Monetarisiert werden kann, ist die Hürde bei Mixer einfach viel zu hoch. Ich glaube diese liegt irgendwo bei 500 Zuschauer im Schnitt. Bei twitch kann man partner ab 75 Zuschauer im Schnitt werden mit 12 tagen im Monat an denen man gestreamed hat und 25h pro Monat minimum streamed...
    Ich will ganz sicher nicht reich werden und ja, spenden gehen auch schon ohne Affilate oder Partnerstatus bei beiden Anbietern. Aber Affiliate wird man bei Twitch relativ schnell und kann dazu noch kostenlos Prime Subs vergeben wenn man Amazon Prime hat.
    Man kann ja kanäle abonnieren zu je 4,99¤ pro Monat als kleinstes Paket bei Twitch... wenn man aber Prime Kunde bei Amazon ist, kann man eine Subscription pro Monat kostenlos vergeben.
    Der Streamer kriegt dann quasi die knapp 2,50¤ pro Abonnement direkt ausgezahlt. Auch wenn am Anfang oder während dem Stream ein Werbeclip erscheint, bekomme ich als Affiliate bereits Anteilig Centbeträge in Relation zu den Zuschauern. Bei einigen 100 Zuschauern pro Stream sind das pro Stream auch wieder einige ¤ zusätzlich.

    Ich will wie gesagt nicht reich werden. Aber streamen kostet neben Strom auch sonst etwas an Holz. Da freut man sich auch über jeden ¤ der in die Kasse kommt, damit man die Streams in entsprechender Qualität anbieten kann.
    Nur mal so als Beispiel, was für Kosten da sind die man nicht hätte wenn man alleine spielen würde.
    Greenscreen = 150¤
    Game Capture Card von Elgato um Games von Konsolen zu streamen wie der Switch in meinem Fall = 160¤
    Webcam = 80¤
    Softboxen für ne ordentliche Beleuchtung = 80¤
    Microfon, Arm und Audiointerface für nen ordentlichen Aufnahmeton = 300¤

    Klar könnte man es auch lassen, ich mein was soll der Scheiss, ich wollt ja streamen, muss ja niemand zahlen und ich hab das Zeug ja von alleine gekauft... aber wie gesagt... ich freu mich da über jeden ¤ der rein kommt, damit ich dann auch was bieten kann. Da wäre Twitch für mich dann eher die erste Wahl als kleiner Streamer, da ich hier recht gut und schnell die Möglichkeit hab, auch Einnahmen zu generieren. Immerhin gibt man sich Mühe, möchte den Leuten auch mal was bieten und sich verbessern... auch wenn man nicht davon lebt.

    4. Die Kanalgestaltung. Mixer bietet zwar nen HTML Editor an. Aber da muss man sich eben erstmal reinfuchsen... Bei Twitch hat man Plugins etc direkt zur Auswahl. Macht ne Textbox, lädt da ne Grafik in genauen Pixelmaßen rein und fertig... alles da... Bei Mixer musste erstmal schauen wie der HTML Befehl für ne Grafik war. Die Grafik auf irgend nen Webspace laden und dann den Link einfügen, Alternativtext eingeben und dann die CSS Skills auspacken wenn de das irgendwie schön geordnet dastehen haben willst... einfach ein Graus.

    Mixer ist klasse. Keine Frage. Die Community ist auch super. Sie ist vor allem im Chat wesentlich aktiver als bei Twitch. Bei Twitch kanns sein, dass du 100 Leute im Stream hast und keiner schreibt, während bei Mixer mit 10 Zuschauern halligalli im Chat ist. Das find ich super.

    Aber solange sich da nichts in Punkto Reichweite allgemein, Verbreitung von Mixer in Deutschland, sowie ein halbwegs frühzeitiges Monetarisierungskonzept auftut, das vergleichsweise Früh zu erreichen ist... muss ich von Mixer absehen.

    Mit 300, oder gar 100 Zuschauern im Schnitt wäre ich bei Twitch schon lange Partner und würde 75% der Abonnements und Werbespoteinnahmen auf meinen Kanal erhalten... womit ich zumindest ein paar Grundausgaben gedeckt hätte... bei Mixer wäre ich noch weit entfernt davon überhaupt monetarisiert zu werden und wäre auf Spenden allein angewiesen.

    Würde Microsoft es möglich machen, dass man Werbeclips und Abos, gerne auch in Kooperation mit anderen Diensten wie Twitch mit Amazon monetarisieren könnte, würden sich dinge wie Reichweite etc. relativ schnell erledigen.

    Bei Mixer tut man sich wesentlich leichter als Anfänger, da man z.B. nicht Kanal nummer 25234 mit 0 Zuschauern ist der CoDMW spielt, der in der Übersicht irgendwo ganz ganz ganz unten in der Liste auftaucht... sondern nur Kanal 56 ist mit 0 Zuschauern. Wodurch man Anfangs wesentlich flotter gefunden wird. Man baut auch erheblich schneller Zuschauer im Schnitt auf... also nach wenigen Wochen sind 15-20 Zuschauer im Schnitt recht einfach zu machen, während man bei Twitch als Kerl vermutlich erstmal nur 0,8 Zuschauer im Schnitt hat :D... Wenn man da entsprechend anteilig Abos oder Werbemöglichkeiten hat um n paar ¤ in die Kasse zu spülen... könnte ich mir gut vorstellen, dass viele, vor allem viele kleine streamer gerne zu mixer gehen würden.

    Aber für die meisten, die es wie ich zum Spaß machen... werden niemals die 500 Zuschauer im Schnitt erreichen um monetarisiert zu werden... daher ist es ok als Affiliate bei Twitch seinem Hobby nachzugehen und zumindest grobe Kosten irgendwie deckeln zu können.

  2. Re: Das Problem an Mixer...

    Autor: Pornstar 26.02.20 - 14:21

    Schon beim Anfang deiner Hypothese liegst du falsch.
    Mixer ist gerade beim deutschen Publikum so bekannt, das es schon wieder ausgelutscht ist, weil die deutschen die ersten waren die überhaupt auf ehemals Beam aktiv waren. Beam ist ein deutsches - Berliner startup gewesen, ehemals MTV Moderatoren, die viele deutsche damals auf Mixer geholt hat.
    Allerdings wenn sich vieles verschlimmbessert und man auch nach Jahren nichts wirklich besser macht als die Konkurrenz, außer die max. Bitrate und 1s delay, dann wechselt man halt wieder zum Marktführer.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.02.20 14:22 durch Pornstar.

  3. Re: Das Problem an Mixer...

    Autor: Michael H. 26.02.20 - 14:56

    Pornstar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schon beim Anfang deiner Hypothese liegst du falsch.

    Ich weiss nicht sorecht, ob ich das nun wirklich als Hypothese umschreiben würde.
    Ich würde es eher Beobachtung aus eigener Erfahrung nennen.

    > Mixer ist gerade beim deutschen Publikum so bekannt, das es schon wieder
    > ausgelutscht ist, weil die deutschen die ersten waren die überhaupt auf
    > ehemals Beam aktiv waren. Beam ist ein deutsches - Berliner startup
    > gewesen, ehemals MTV Moderatoren, die viele deutsche damals auf Mixer
    > geholt hat.

    Sehe ich z.B. anders.
    Von Mixer habe ich bis letztes Jahr noch nicht einmal was gehört. Ich spreche jetzt auch vorwiegend vom Gamingbereich... ich war Jahrelang professionell in der Gamingszene unterwegs bis ca. 2011. Habe seit dem nur noch gezockt und streame nun auch schon eine Weile. Bis Anfang letzten Jahres habe ich Mixer vielleicht mal irgendwo gehört, es aber nie in Verbindung als Konkurrenz zu Twitch etc. gesehen.

    Auch bei meinen ganzen Gamingkollegen und Instagram Followern kam bisher fast immer die Frage "was is n Mixer?" und auf die Antwort: "So was ähnliches wie Twitch, nur von Microsoft" - "ahhh ok, verstehe... noch nie was von gehört".

    Hinzu kommt noch, dass ich auch eine Weile auf Mixer gestreamed habe und das Publikum dort, gerade im Gamingbereich, zu einem erheblichen Großteil nicht deutsch war.

    > Allerdings wenn sich vieles verschlimmbessert und man auch nach Jahren
    > nichts wirklich besser macht als die Konkurrenz, außer die max. Bitrate und
    > 1s delay, dann wechselt man halt wieder zum Marktführer.

    Für eine Referenz zum vorherigen Stand von Mixer kann ich recht wenig sagen. Ich kann nur von meinen Erfahrungen bisher auf Mixer sprechen die jüngst wenige Monate her sind. Und auch nur darauf beziehen sich meine Beobachtungen.

    Auf Twitch habe ich meist deutsches Publikum und gelegentlich mal ein paar Ausreisser die sonst wo herkommen... auf Mixer habe ich meist ausländisches Publikum und ab und an verirrt sich dann ein deutscher der mich fragt, warum ich englisch spreche obwohl der Kanal auf Deutsch ist und geht dann auch wieder.

    Daher kann ich die Behauptung, dass Mixer vorwiegend beim Deutschen Publikum bekannt ist, zumindest im Gamingbereich, so absolut nicht unterschreiben. Twitch ist da meines Erachtens um einiges bekannter und eher der Standard.

  4. Re: Das Problem an Mixer...

    Autor: Pornstar 26.02.20 - 15:06

    Wie gesagt, Mixer war ehemals Beam, kein Wunder das du den Anbieter dann nicht kennst, denn kurz nach der übernahme von Beam durch Microsoft und die umbenennung zu Mixer sowie umstrukturierungen und aufgabe der Community Events durch die ehemals vorhanden Mitarbeiter von Beam haben den drops quasi zum auslutschen gebracht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.02.20 15:06 durch Pornstar.

  5. Re: Das Problem an Mixer...

    Autor: Michael H. 26.02.20 - 15:22

    Pornstar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wie gesagt, Mixer war ehemals Beam, kein Wunder das du den Anbieter dann
    > nicht kennst, denn kurz nach der übernahme von Beam durch Microsoft und die
    > umbenennung zu Mixer sowie umstrukturierungen und aufgabe der Community
    > Events durch die ehemals vorhanden Mitarbeiter von Beam haben den drops
    > quasi zum auslutschen gebracht.

    Vielleicht kennen es andere noch als Beam und haben die transformation zu Mixer nicht ganz mitbekommen, wer weiss... Fakt ist aktuell jedoch, dass es als rein deutscher Streamer aktuell nicht zu gebrauchen ist... das größte Manko schieb ich allerdings der fehlenden Monetarisierung zu.
    Selbst wenn ich als kleiner Streamer im Monat nur 5¤ mit einem kostenlosen Abo via Prime, sowie 3-4 1¤ Spenden plus Werbeclips verdiene... sind das im Jahr 60¤ die ich für ein neues Game ausgeben kann oder mal ne neuere Webcam oder wenns Headset kaputt geht...

    Auch glaube ich, dass die Kanalgestaltung zwar viel mehr Möglichkeiten bietet... jedoch zu speziell ist, als dass sich da überhaupt die meisten Streamer mit befassen möchten. Dafür ist Twitch einfach zu bequem..

  6. Re: Das Problem an Mixer...

    Autor: Freiheit statt Apple 26.02.20 - 23:12

    Pornstar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Beam ist ein deutsches - Berliner startup
    > gewesen, ehemals MTV Moderatoren, die viele deutsche damals auf Mixer
    > geholt hat.

    Watt?
    Beam/Mixer hat mit Berlin rein gar nichts am Hut.
    Gegründet von zwei Amis in den Staaten...

  7. Re: Das Problem an Mixer...

    Autor: Hotohori 27.02.20 - 03:02

    Ganz ehrlich, Mixer kenne ich jetzt schon ein paar Jaher. Beam hab ich noch nie gehört.

    Zeigt halt mal wieder, dass die Erfahrungen extrem unterschiedlich sein können.

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