1. Foren
  2. Kommentare
  3. Games
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Warcraft & Co: Blizzard und das…

Halb und Halb

Helft uns, die neuen Foren besser zu machen! Unsere kleine Umfrage dauert nur wenige Sekunden!
  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Halb und Halb

    Autor: Oswald1234 22.03.21 - 05:33

    Ich glaube Blizzard hat sich ein ganzes Stück weit gewandelt, aber die Community eben auch.
    Der damalige Erfolg von Blizzard war das Modell "Gameplay vor allem anderem" und damit sind die auch sehr gut gefahren, in Zeiten wo Leute mangels gutem Internets erst mal Kampagne und Atmosphäre aufsaugen konnten, sich am Editor oder wirklich skurrilen Diablo-Talent-Builds versuchen konnten. Die Multiplayer-Erfahrung war damals noch durchgängig eine "1% weiß was sie tun, 10% ahnen es und 90% wollen einfach nur Tassadar's Erbe verteidigen".

    Blizzard hat diesen geschenkten Effekt in gleich mehreren Genres komplett verdient genießen können. Doch die Nachfolger hatten diesen Epochenumschwung eben nicht mehr. Starcraft I Progamer, die II kurz gespielt und dann wieder zurück gewechselt sind, trotz des mit Starcraft II einsetzenden Game-Streamer-Hypes (wer war dabei? livestreams.com zu USstream zu Justin into twitch?) Diablo 3 war gameplay technich sicher nicht schlechter als der Vorgänger, aber da es komplett auf Multiplayer mit den 2 Autkionshäusern ausgelegt war, war eine noch dazu kommende ziemlich schlechte Story vergleichen mit dem Vorgänger auch nicht dienlich.

    WoW war eine Fluktuation, die all die Prozesse irgendwie miteinander verband: Die Story wurde besser (Vanilla, TBC und auch WotlK waren ziemlich seltsam für Leute, die nach Wc3:TFT eine Fortsetzung erwarteten und bis heute wird ja ziemlich viel "geretconned" aus dieser Zeit), doch ungeübte Spieler, simples Lila und ausreichend mehr oder weniger spannenden oder anspruchsvollen Content haben sich gut ergänzt. Irgendwann merkten viele Spieler aber, dass es nicht mehr reicht sich einzuloggen, Ressourcen zu farmen, gesellig zu sein und einfach Spaß zu haben: Irgendwann kam der Punkt, an dem Min-Maxing nicht mehr optional sondern notwendig wurde. Die recht restriktionsfreien Addons halfen dabei nicht sonderlich. Und dazu kam, dass Blizzard natürlich merkte, dass die Spieler mehr Ahnung bekamen und aus Chaos wurde spätestens mit Cata totale Ordnung gemacht "Streamlining" von Talenten, Klassen, Ausrüstung...
    Das Einsteiger-MMORPG ist seinen natürlichen Weg gegangen, keiner fängt heute mit einem Shooter an und glaubt mit Leuten zu spielen, die das erste mal gerade Doom durch haben und jetzt den Multiplayer suchen... Dazu kommen wohl viele andere Details wie das Story-Narrativ, was den eigenen Charakter als non-canon betrachtet; Im Gegensatz zu modernen MMORPGs, die daraus gelernt haben und es besser machen (wenn gleich so gut wie keines gameplay-technisch mithalten kann, imho). Heute loggen viele "lite player" dann eben ein für neuen Content, Story, die leichteren Inhalte und sind dann nach 1-2 Monaten fertig. Bis in 6-9 Monaten. Der Lauf eines Spiels, das so lange geht, aber wichtiger: Auch der Lauf eines Genres, das die Expertise von Spiel A auf B überträgt, gerade im Zeitalter des Internets "wo Guides lesen normal ist" (mal ehrlich, ich hab als Jugendlicher noch Postkarten an Bravo Screenfun geschickt "Bitte schickt mir Komplettlösungen, Tips, Tricks, Cheats und alles was ihr finden könnt zu Spiel XY" - und ein paar Tage später hatte ich nen dicken A4 Umschlag kostenlos im Briefkasten :D).

    Ich fürchte, Blizzard muss sich nun einreihen in die Firmen, die wirklich innovativ sein müssen, um ihr Konzept "leicht zu spielen, schwer zu meistern", also primär gameplay-orientierte Spiele erfolgreich zu machen. Vielleicht sind andere Schienen da einfacher, gute Stories verkaufen sich schon immer gut. Und Overwatch war ja genau so ein Ding: Ich hab mit Shootern kaum was am Hut, hab mir das Spiel aber wegen der ganzen Videos gekauft: Ich finde das Setting ziemlich interessant. Ich bin gespannt, was mit Overwatch 2 dann an Single-Spieler Content dazu kommt, das würd ich sicher gerne spielen.

    Das Unternehmen entwickelt sich, die Spieler entwickeln sich und die Technik tut es auch. Vielleicht gibt es ja irgendwann die große VR Welle, wo jeder noch mal richtig Spaß haben kann, weil jeder da irgendwie am Anfang nochmal einen Krampf kriegt oder noch keine Dehn und Krafttraining-Übungen vollführt ;)

    Lass die mal machen, die sind wieder auf dem Boden und da haben sie mächtig Konkurrenz.

  2. Re: Halb und Halb

    Autor: Dakkaron 22.03.21 - 11:07

    Schön geschrieben, stimmt völlig.

    Kann mich noch gut erinnern, wie ich in WoW das erste Mal mit meinem neuen Gnom nach Ironforge gekommen bin. In der Eingangshalle hat grad ein anderer Spieler auf sein Mount aufgesattelt und ist an mir vorbei geritten, während noch jemand auf einem Greifen über mich hinweg geflogen ist. Mir war im ersten Moment gar nicht klar, dass das andere Spieler waren. Hab zuerst gedacht, das war eine gescriptete Sequenz. (Hab später auf Horde gewechselt).

    Das Gefühl vom alten WoW wird nie wieder kommen, aber das liegt nicht am Spiel. Das liegt daran, dass es für mich inzwischen kein großer Act mehr ist, mal 50 Spieler gleichzeitig online zu sehen. Und auch die große freie Welt ohne Ladepausen ist inzwischen nicht mehr aufregend. Im Gegenteil, wenn man jetzt durch Vanilla WoW rennt, dann fällt einem gleich auf, wie leer und gleichförmig die Welt ist, und wie viele der Mechaniken nur dazu da sind um Zeit zu füllen.

    Dazu kommt, dass ich jetzt Job und Familie hab, und Zocken einfach nicht mehr so eine Priorität hat wie früher. Ich hab einfach nicht mehr die Zeit zum Verpulvern.

    Oswald1234 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > (Vanilla, TBC und auch WotlK waren ziemlich
    > seltsam für Leute, die nach Wc3:TFT eine Fortsetzung erwarteten und bis
    > heute wird ja ziemlich viel "geretconned" aus dieser Zeit)

    Oh ja... Die haben ja so viele Storylines und Charaktere unter den Bus geworfen... Einfach mal jeden Charakter den man kennt als Endboss für Raids aufstellen. Am Meisten hat mich Kael'thas geärgert... Dass der, der da alles für seine Leute riskiert selbige einfach mal verrät...

    > Das Unternehmen entwickelt sich, die Spieler entwickeln sich und die
    > Technik tut es auch. Vielleicht gibt es ja irgendwann die große VR Welle,
    > wo jeder noch mal richtig Spaß haben kann, weil jeder da irgendwie am
    > Anfang nochmal einen Krampf kriegt oder noch keine Dehn und
    > Krafttraining-Übungen vollführt ;)

    Gibt ja im Indie-Bereich immer wieder sowas. Z.B. aktuell Among Us. Auch mal was recht Anderes, wo alle neu lernen müssen.

    Ansonsten ist für mich das auch ein Grund hauptsächlich Single Player und Koop zu spielen. Da kann ich auf meinem Niveau spielen und hab weder Probleme mit Leuten die viel besser oder viel schlechter sind als ich.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. MENNEKES Elektrotechnik GmbH & Co. KG, Kirchhundem
  2. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg
  3. Helios IT Service GmbH, Berlin-Buch
  4. CipSoft GmbH, Regensburg

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme