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WAR: Ein Nachruf

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  1. WAR: Ein Nachruf

    Autor: Meh Lindi 19.09.13 - 15:14

    Warhammer Online (WAR) war gutes Spiel.

    Es war von Anfang an aber auch von schlechten Management und schlechten Designentscheidungen betroffen.

    WAR durfte kein Player versus Player (PvP) wie DaoC haben, um keine Konkurrenz im eigenen Hause von Mythic zu sein. Deswegen lag anfangs der Schwerpunkt auf Szenarien (instanzierte Battlegrounds, normalerweise mit 12vs.12). Auch hat Games Workshop (GW, der Lizenzgeber) sich gegen eine dritte Fraktion gesperrt, die hätte helfen können ein evtl. auftretendes Ungleichgewicht zwischen den beiden Seiten Ordnung und Chaos aufzubrechen.

    Die Veröffentlichung kam dann mehrere Monate zu früh, das Spiel einfach nicht fertig. Grosse Teile wurden dafür einfach weggelassen und später nie wieder eingebaut.

    Aber WAR hatte auch Neuerungen zu bieten, die heute praktisch zu jeden MMO gehören. Z.B. das Tome of Knowledge, das alle Erfolge des Spielers protokollierte und kleine Geschichten lieferte die einen tiefer ins Spiel eintauchen liessen. Oder die Public Quests (PQ): offene Quests, die einem bestimmten Gebiet zugeordnet und in mehrere Kapitel aufgeteilt sind. Das erste Kapitel ist üblicherweise immer verfügbar und die nächsten (zeitbegrenzten) Kapitel starten, wenn die Aufgaben des jeweils vorhergehenden Kapitels erledigt sind. Und am Ende gibt es einen Lootroll für alle Teilnehmer.

    Von Anfang an war Warhammer Online auch von falschen Designentscheidungen betroffen, so hatte man einerseits Player versus Enviroment (PvE) und Realm versus Realm (RvR) Gebiete getrennt. Andererseits baute man eine komplizierte Mechanik ein, die das RvR mit PvE verband um Zonen zu erobern: um also im RvR voranzukommen musste man PvE machen. Und das Endgame, die Eroberung der gegnerischen Hauptstadt, bestand dann aus instanzierten RvR-PQs, gefolgt von PvE-Instanzen.

    In den letzten Jahren hat sich die gesamte Mechanik praktisch ins Gegenteil verwandelt, und am Ende wurde im Grunde nur noch Open RvR gespielt. Eine vereinfachte Mechanik erlaubt die die Eroberung von Burgen, und damit Gebieten, in ca. 1-2h. Die Eroberung der Hauptstadt war instanziertes 36vs36 PvP. Allerdings wurden kaum noch Szenarien gespielt, hierfür dürfte aber auch die geringe Bevölkerungszahl ein Mitgrund sein.

    War am Anfang das Leveln noch mühselig, so konnte man später Level 40 an einem Tag schaffen, um sich dann vollkommen auf das PvP und die Rufränge zu konzentrieren - wenn man denn wollte (Rufränge gehen bis 100). Dank XP-Stop-Items konnte man auch für immer Level 16, 26 oder 39 bleiben und sich einen "Edeltwink" für eine niedrigeres Tier bauen (WAR ist in 4 Tiers aufgeteilt denen bestimmten Levelstufen zugeordnet sind, die sich teilweise überlappen. Tier 1: Level 1-16, Tier 2: 12-26, Tier 3: 22-39 und Tier 4: 32-40).

    Ein Problem war auch immer die Klassenbalance. Es gab bei WAR Spiegelklassen auf beiden Seiten, aber deren Fähigkeiten sind nur teilweise identisch. Üblicherweise hatten sie eine ähnliche Mechnik und ähnliche Grundfähigkeiten. Aber es gab auch Fähigkeiten, die nicht der jeweiligen Spiegelklasse, sondern einer anderen Klassen des Gegners zugeordnet waren. Alles in allem machte dies das Balancing sehr kompliziert, da man nicht einfach nur eine Klasse (und ihre Spiegelklasse) ändern konnte. Das führte dazu, dass es immer Klassen gab die viel "einfacher" zu spielen waren, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Es wurde trotzdem versucht eine bessere Balance herzustellen und die Balance verschob sich mit der Zeit. Waren es Anfangs auf Seiten der Ordnung der Maschinist oder Feuerzauberer die Klasse der Wahl, waren es später vielleicht Erzmagier oder Schattenkrieger.

    Aber alle Klassen machten Spass und hatten in einer Gruppe ihren Nutzen - und letzlich ist WAR ein Spiel für Gruppen (6 Spieler) und Warbands (Gruppen mit bis zu 24 Spielern).

    Das Ende hat sich lange abgezeichnet, praktisch 2 Jahre lief das Spiel nur noch im "Maintenance Mode". Es gab nur noch einen "halben" Entwickler, der im Grunde nur Events an und abgeschaltet hat. Es gab zwar Planungen für ein Vampiraddon und es wurde auch an einer F2P-Variante für asiatische Märkte gearbeitet, aber nichts wurde fertiggestellt. Ein Grund dafür dürfte das schon in der Betaphase gescheiterte MOBA Wrath of Heroes sein, dass Resourcen abgezogen hat.

    Das Ende kam dann heimlich, aber nicht unerwartet und war wahrscheinlich auch schon länger geplant. Wrath of Heroes wurde Ende März 2013 eingestellt. Ab dem 18.6.2013 gab es keine 3 und 6 Monatskeys mehr zu kaufen - angeblich wegen mangelden Interesse. Aber wer mal nachrechnet: das sind genau 6 Monate vor dem anvisierten Schliessungstermin. Bei der Umstellung des Origin Onlinestores letzten Monat wurden dann die Keys für WAR dann "vergessen".

    Und zum 5. Geburtstag von WAR kommt jetzt die Ankündigung der Schliessung.

    Die Schliessung wird von EA/Bioware/Mythic auch mit dem Verlust der Lizenz begründet. Man kann Games Workshop aber verstehen, dass sie ihr Franschise willigeren (und hoffentlich auch fähigeren) Händen überlassen wollen.

    Abschliessend kann man sagen: Es war nicht alles gut in WAR, aber es hat auch viel Spass gemacht. Es gab immer etwas zu tun, egal ob man allein unterwegs sein wollte oder in einer Gruppe, ob man PvE machen wollte oder PvP.

    Warhammer Online, ich werde dich vermissen.

    PS: Wer länger nicht da war sollte sich 14 freie Tage Spielzeit holen können:
    http://www.warhammeronline.com/Re-Enlistment



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 19.09.13 15:30 durch Meh Lindi.

  2. Re: WAR: Ein Nachruf

    Autor: captaincoke 19.09.13 - 15:30

    Schöner Nachruf und wahr dazu. Großartiges Universum, gekonnte Umsetzung (Storytechnisch/Gamemechanik), unzählige neueartige Verbesserungen, die heute zum Standard nahezu jedes MMOs gehören und viele (zum Teil gewollte) Fehlentscheidungen.

    Machs gut alter Kumpel, Danke für die vielen Stunden Spaß.

    Waaagggh

  3. Re: WAR: Ein Nachruf

    Autor: Aredic 20.09.13 - 16:39

    Mann wie ich dieses Spiel liebte, für mich ist und bleibt es das beste MMORPG in Bezug auf PvP.

    Seit dem ich WAR den Rücken zugekehrt habe, also ein paar Monate nach der Einführung von Patch 1.4, als sich dieser Spielerschwund wirklich bemerkbar machte, hab ich kein einziges MMO erlebt welches mir ein ähnliches PvP Erlebnis bieten konnte. Die Klassen waren einzigartig, Belagerungen und Städtekampf genial und in einer 6er Gruppe durch das RvR zu ganken war immer lustig. Natürlich war eine vernünftige Gilde ein MUSS, aber in welchen MMORPG ist das nicht so?

    Das Spiel hat im laufe der Zeit mehrere Drehungen um 180° vollzogen und immer wieder neue Dynamiken in RvR reingebracht. Langweilig wurde es nie für mich, auch wenn ab Länder der Toten praktisch keine neuer Content vorhanden war.

    Die beste Zeit war kurz nach dem BW-Nerf als die Dot-Skillung imba wurde. Da ging ich und ein Kumpel zu zweit ins RvR und haben beide als BW oft ganze Gruppen gewiped. Meist gingen wir dann durch die Verbrennungen drauf, da alle Tränke schon auf Cooldown waren. Stadarten waren auch immer für einen Rezz gut.

    Anfangs musste auch die Community richtig zusammenhalten, sodass man in die gegnerische Stadt konnte, wenn auch erst um 3 in der Früh. Es hatte schon was, wenn sich Gilden zusammenschlossen und gemeinsam vorgingen.

    Ich weiß noch dass wir Stunden für den Endboss in den Städten brauchten und einige Trys bis es dann auch wirklich funktionierte. Tchar'zanek war schon ein übler Hund, wenn der mal kein Aggro auf den Tank hatte.

    Instanzen waren auch immer ganz unterhaltsam. Vorallem da ca. jeder Boss irgendwie zum exploiten war. Es war immer ein bisschen Glück im Spiel.

    War eine schöne Zeit, die ich missen werde.
    WAAAAAAGH

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