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Warum baut der Staat nicht 5g aus?

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  1. Warum baut der Staat nicht 5g aus?

    Autor: Ugly 03.09.18 - 19:44

    Und verkauft die Ressourcen an die Betreiber, und bekommt so auf lange Sicht die gewünschten Einnahmen?

    Bei toll collect läuft es ja ähnlich.(bis auf die Ungereimtheiten).

    Das ist, als ob jede Ortschaft eigene Straßen baut.

    Aber egal, Hauptsache der Fortschritt geht weiter, und Drittanbieter zahlen fleißig dafür, oder hängen halt nach.

    Dann sollte gleich verboten werden mit der D- Netz Qualität zu werben und kein LTE anzubieten.

  2. Re: Warum baut der Staat nicht 5g aus?

    Autor: Red Anita 03.09.18 - 20:29

    Ugly schrieb:

    > Warum baut der Staat nicht 5g aus?
    > Und verkauft die Ressourcen an die Betreiber, und bekommt so auf lange
    > Sicht die gewünschten Einnahmen?

    Weil der Staat dazu nicht fähig ist. Überlässt man dem Staat Großprojekte, werden diese vor die Wand gefahren. Übernimmt er eine halbwegs funktionierende Infrastruktur, werden gesetzliche Bestimmungen erfunden, die einfach zu teuer sind. Wir hatten doch die Deutsche Bundespost, die hat dereinst "hoheitliche" Aufgaben wahrgenommen. Folge war, dass Wählscheibentelefone auf ewig zementiert erschienen und Modems mit 9600 bps als Angriff auf den Staat an sich galten.

    Dafür haben simple Pieper den Falltest (aus 1,40m Höhe auf nackten Beton) überstanden. Als die Zertifizierung weg war, gingen die Geräte dabei kaputt, kosteten aber nur ein Zehntel des Preises zertifizierter Geräte. Und wer seinen Pieper zehnmal aus 1,40 m Höhe auf nackten Beton knallen lässt, ist wahrscheinlich ein Idiot oder ein Saboteur.

    > Bei toll collect läuft es ja ähnlich.(bis auf die Ungereimtheiten).

    Der Staat hat Toll Collect nicht gemacht. Er hat es ausgeschrieben und denen überlassen, die sich überhaupt noch dafür beworben hatten. Wahrlich kein Ruhmesblatt für T-Systems, Daimler und (hab ich vergessen). Aber wäre dieses Projekt unter staatlicher Ägide umgesetzt worden, hätten wir es heute noch nicht. Dafür wären dann (vermutlich), die KfZ-Steuern um 300% erhöht worden. Ist ja auch einfacher.

    > Aber egal, Hauptsache der Fortschritt geht weiter, und Drittanbieter zahlen
    > fleißig dafür, oder hängen halt nach.

    Sicher sollen "Drittanbieter" wie 1&1, die selbst nie etwas bauen (im handwerklichen Sinne) für die Leistungen anderer zahlen.

    > Dann sollte gleich verboten werden mit der D- Netz Qualität zu werben und
    > kein LTE anzubieten.

    Ich subsummiere unter "D-Netz-Qualität" eine bundesweit gute Erreichbarkeit für die Telefonie und mit gewissen Abstrichen auch für's mobile Internet. Als ich (allerdings vor ein paar Jahren) nach Hause zur Hedwig Holzbein fuhr, war ich mit meinem damaligen O2-Tarif ziemlich angeschissen: Da gab es O2 nicht. (Kiel? Wer will denn schon nach Kiel!) Ein Jahr später, mit D1, war es immer noch nicht gut, aber wenigstens GSM und GPRS gab's überall. (Okay, im Fischrestaurant nahe Landkirchen auf Fehmarn war's damit dann auch vorbei. Aber es war ja sowas von lecker! ;-)

  3. Re: Warum baut der Staat nicht 5g aus?

    Autor: Ugly 03.09.18 - 20:48

    Och so verteufeln würde ich staatliche Vorhaben nicht.

    Sicherlich fällt einem gleich ein Flughafen ein etwas mit einer 21 und sicherlich noch so einiges, was man nicht sieht, die Projekte die funktionieren und abgeschlossen wurden nach Vorgabe und fristgerecht.

    Und aus Postzeiten kann man ja lernen :)

    Ich fände die Idee wirklich überdenkenswert.

    Ein Netz für alle, gerade in der heutigen Bio, Öko, Umweltschutz -zeit.

  4. Re: Warum baut der Staat nicht 5g aus?

    Autor: bombinho 04.09.18 - 15:01

    Etwas kurzsichtig, eine wie auch immer geartete Steuererhoehung haette das Problem nicht geloest und waere es noch nicht einmal angegangen, faellt also als potentielle Loesung komplett aus.
    Das waere, als ob man mit einem Schnapsglas Wasser aus einem Topf mit einem Loch schoepft um es dann zum Wiederauffuellen wieder hineinzugiessen, damit der Topf immer schoen voll bleibt. Es spielt keine Rolle, ob da mit 100% oder 300% Geschwindigkeit geschoepft wird. Es macht keinen Unterschied, am Ende kleckert man noch und verliert noch schneller das Wasser.

    Die Vorstellung, dass eine Bundespost nicht haette angepasst werden koennen, klingt zwar schoen und romantisch, ist aber nichts als eine Hoffnung auf ewige Nostalgie. In allen anderen Bereichen hat sich der deutsche Staat ja auch angepasst und ist so ganz nebenbei auch Grossaktionaer bei der Telekom und genaugenommen sogar heute noch in der Lage Entscheidungen im Alleingang durchzudruecken. Und wenn das versehentlich nicht funktioniert, dann eben das Telekommunikationsgesetz u.a. passend zu machen.

    Die Posse mit Toll Collect macht durchaus Sinn, wenn man ueberlegt, wer agiert und in wessen Auftrag. Eben Alles aus einer Hand.

  5. Re: Warum baut der Staat nicht 5g aus?

    Autor: Red Anita 04.09.18 - 17:46

    Ugly schrieb:

    > Och so verteufeln würde ich staatliche Vorhaben nicht.

    Doch, doch. Wenn es um Sachverhalte geht, die ökonomisch effizient sind, dann tue ich genau das.

    > Sicherlich fällt einem gleich ein Flughafen ein etwas mit einer 21 und
    > sicherlich noch so einiges, was man nicht sieht, die Projekte die
    > funktionieren und abgeschlossen wurden nach Vorgabe und fristgerecht.

    Nenn mir ein Großprojekt (in Deutschland) bei dem dies zutraf aus den letzten 30 Jahren.

    > Und aus Postzeiten kann man ja lernen :)

    Wer denn? Juristen, BWLer und Lehrer in den Parlamenten, die seit Jahrzehnten immer wieder die alten Ideen durchkauen? VWLer wären (grundsätzlich jedenfalls) prädestiniert, aber die haben nun einmal keine (bedeutsame) Lobby. Allen Organisationen, die -salopp gesagt - dem "Volkswohl" dienen, müssen Lobbying als Kosten verbuchen. BWLer und Juristen im Auftrag von Wirtschaftsverbänden können dies als Investition absetzen.

    Also brauchen wir eine Art von Sozialismus (nee, nicht die SPD), aber der Sozialismus ist aufgrund seiner einstmal real existierenden Inkarnation (zu Recht) verrufen. Wer könnte, Deiner Meinung nach, denn einen demokratischen Sozialismus umsetzen? Ich seh da niemanden. Der SED/PDS/Linke traue ich jedenfalls nicht weiter, als ich eine Öltanker werfen kann.

    Weißt Du noch, wie Barrack "Yes, we can!" Obama gestartet ist? Als Friedensnobelpreisträger bevor er im Amt war! Auch wenn er mir nach wie vor sympathischer als sein Vorgänger und erst recht seinem durch Putin eingesetztem Nachfolger ist, am Ende bleibt doch nur, "Sorry, we can't!" als Resümee seiner achtjährigen Amtszeit.

    Solange es erlaubt ist, dass natürliche oder juristische Personen, ohne jede Begrenzung widernatürliche Vermögen [1] anhäufen, die ihnen einen grenzenlosen Einfluss auf die politischen Entscheider ermöglichen, solange kann es keine durchgreifende Änderung geben.

    > Ein Netz für alle, gerade in der heutigen Bio, Öko, Umweltschutz -zeit.

    Okay, hiermit nominiere ich Dich für den "Träumer des Jahres"-Preises! :-)

    [1] In einem Artikel von SPON, den ich leider nicht referenzieren kann, hieß es, dass es mehr als zehnmal soviel Geld gäbe, als Wirtschaftsgüter vorhanden wären.

  6. Re: Warum baut der Staat nicht 5g aus?

    Autor: Red Anita 04.09.18 - 17:56

    bombinho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Etwas kurzsichtig, eine wie auch immer geartete Steuererhoehung haette das
    > Problem nicht geloest und waere es noch nicht einmal angegangen, faellt
    > also als potentielle Loesung komplett aus.

    Das ist meine Meinung und nicht Deine[1]. Ich behaupte nur, dass "der Staat" in Inkarnation seiner jeweiligen Regierung einfache, aber nicht zielführende "Lösungen" bevorzugt.

    [1] Du darfst Dich gerne anschließen, aber nicht zu dem Zweck opponieren, um meine Meinung als die Deinige auszugeben. Das ist unanständig.

  7. Re: Warum baut der Staat nicht 5g aus?

    Autor: bombinho 04.09.18 - 18:15

    Red Anita schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [1] Du darfst Dich gerne anschließen, aber nicht zu dem Zweck opponieren,
    > um meine Meinung als die Deinige auszugeben. Das ist unanständig.

    Hmm, irgendwie dachte ich, dass ich lediglich versucht habe, zu erlaeutern, dass deine Meinung meiner Meinung nach auf einem Fehlschluss beruht?

    Ich wuerde sagen, dass es zwar sicher nicht unanstaendig ist, einen Fehlschluss mit einem Fehlschluss zu begruenden (insofern das ueberhaupt moeglich ist) oder aber mindestens besser darstellen zu wollen. Aber es ist nicht notwendigerweise hilfreich, um deine Meinung zu untermauern.

    Da haette ich eher bevorzugt, wenn Du argumentiert haettest in einer Form wie: "Ja, aber du hast vergessen den Rueckstrom der Finanzen aus Kreislauf Z zu beruecksichtigen, ... und deshalb waere eine Steuererhoehung durchaus zielfuehrend.". Auch wenn mir nach wie vor keine nachvollziehbare Begruendung fuer deine Vorstellung einfaellt.

  8. Re: Warum baut der Staat nicht 5g aus?

    Autor: bombinho 04.09.18 - 18:33

    Red Anita schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch wenn er mir nach wie vor
    > sympathischer als sein Vorgänger und erst recht seinem durch Putin
    > eingesetztem Nachfolger ist, ...

    Ah, okay, ich will ja nicht meckern, aber lehnst du dich hier nicht schon wieder sehr weit aus dem Fenster?

    Fuer wie wahrscheinlich haeltst Du es, dass an saemtlichen westlichen Geheimdiensten unerkannt und/oder ohne Gegenmasznahmen vorbei ein amerikanischer Praesident von Putin in sein Amt gehoben werden kann?

    Damit konterkarierst du jeglichen vorherigen annehmbaren Denkansatz, den du darstellen wolltest. Das ist ja schon fast wie damals, als die Gruenen vor der Wahl mit der Forderung nach 5DM pro Liter Benzin dafuer warben, gewaehlt zu werden. Nicht dass irgendwer angezweifelt hat, dass es irgendwann so kommt, aber dass Irgendwer mit Entscheidungsgewalt diesen Slogan zugelassen hat zu diesem Zeitpunkt und nicht im Prozess aufgehalten werden konnte von Leuten mit Common sense, machte es sicher Vielen schwer, dort ein Kreuz zu machen.

  9. Re: Warum baut der Staat nicht 5g aus?

    Autor: Ugly 04.09.18 - 19:55

    Eigentlich habe ich keine Lust jetzt Google zu bemühen welche Projekte positiv verlaufen sind.

    Mach doch einen Vorschlag der besser ist, als das jeder Anbieter seine Suppe kocht.

    Es läuft darauf hinaus, dass wir wegen den Lizenzen und dem Ausbau nicht weniger sondern mehr bezahlen.

    Das halte ich für kontraproduktiv.

    Erst werden die großen Städte wieder versorgt, um die Masse zu erreichen. Toll oder?

    Das mit dem Umwelt und Bio gedöns ist mit ein Aspekt dabei.

  10. Re: Warum baut der Staat nicht 5g aus?

    Autor: Red Anita 05.09.18 - 20:47

    Ugly schrieb:

    > Eigentlich habe ich keine Lust jetzt Google zu bemühen welche Projekte
    > positiv verlaufen sind.

    Suche nach "Erfolgreiche Bundesprojekte in Deutschland", dann fragt Google Dich, "Meinten Sie 'Immense Desaster von Bundesprojekten in Deutschland?" ;-)

    > Mach doch einen Vorschlag der besser ist, als das jeder Anbieter seine
    > Suppe kocht.

    Hey! Wenn ich die Lösung dafür hätte, würde ich jetzt nicht hier sitzen und mit Dir diskutieren, sondern auf Jamaica am Strand sitzen und genüßlich, teure Cocktails schlürfen, die mir von einem schönen Bodybuilder gereicht würden, während der zweite mir mit seinem riesigen Palmwedel eine kühle Brise zufächelt. :-)

    > Es läuft darauf hinaus, dass wir wegen den Lizenzen und dem Ausbau nicht
    > weniger sondern mehr bezahlen.

    Seitdem die Telekom nicht mehr Staatskonzern ist, ist Telefonie und Internet immer nur billiger und besser geworden. Ich meine: Fernsehen (inklusive Streaming) über den berüchtigten 'Klingeldraht' in HD (FullHD, um genau zu sein), das hätten wir vor 15 Jahren ins Reich der Märchen verwiesen.

    > Das halte ich für kontraproduktiv.

    Nun, es funktioniert offensichtlich.

    > Erst werden die großen Städte wieder versorgt, um die Masse zu erreichen.

    Ich wohne in dörflicher Umgebung, hatte DSL (768/128 Kbit/s im Februar 99), dann DSL 2000, 6000 (mit Fastpath!), bei DSL 16K (mit real 12-13 Mbit/s) musste ich einige Jahre verharren, jetzt VVDSL mit 250/40 Mbit/s (reale Übertragungsrate bisher nicht geprüft, weil meine Gerätschaft die 250 Mbit/s sowieso nicht schafft).

    KabelBW/Unitymedia hätte ich auch bekommen können, aber die haben bestenfalls höhere "bis zu"-Übertragungsraten bieten können. Bei DSL 16K war dies eine ernsthaft erwogene Option, aber ich steckte noch in de MVLZ fest. Und was ich dann hier, bei Heise, bei kostenlos.de und sonstwo gelesen habe, hat mich nicht wirklich überzeugt.

  11. Re: Warum baut der Staat nicht 5g aus?

    Autor: bombinho 06.09.18 - 19:08

    Red Anita schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hey! Wenn ich die Lösung dafür hätte, würde ich jetzt nicht hier sitzen und
    > mit Dir diskutieren, sondern auf Jamaica am Strand sitzen und genüßlich,
    > teure Cocktails schlürfen, die mir von einem schönen Bodybuilder gereicht
    > würden, während der zweite mir mit seinem riesigen Palmwedel eine kühle
    > Brise zufächelt. :-)

    Okay, an Phantasie mangelt es schon einmal nicht, muss nur noch umgesetzt werden.

    > Seitdem die Telekom nicht mehr Staatskonzern ist, ist Telefonie und
    > Internet immer nur billiger und besser geworden. Ich meine: Fernsehen
    > (inklusive Streaming) über den berüchtigten 'Klingeldraht' in HD (FullHD,
    > um genau zu sein), das hätten wir vor 15 Jahren ins Reich der Märchen
    > verwiesen.

    Und das obwohl der Staat immer noch ausreichend Anteile haelt, um allein verfuegen zu koennen. Wobei wir nach den 15 Jahren nun auch schon via Glasfaser deine UHD Videos vom Strand von Jamaika schauen koennten, wenn nicht jahrelang blockiert und gebastelt worden waere.

    > Nun, es funktioniert offensichtlich.
    Nunja, ein funktionierendes Bestatterwesen ist auch kein klares Indiz fuer eine hervoragende Gesundheitsvorsorge. ;)

    > Ich wohne in dörflicher Umgebung, hatte DSL (768/128 Kbit/s im Februar 99),
    > dann DSL 2000, 6000 (mit Fastpath!), bei DSL 16K (mit real 12-13 Mbit/s)
    > musste ich einige Jahre verharren, jetzt VVDSL mit 250/40 Mbit/s (reale
    > Übertragungsrate bisher nicht geprüft, weil meine Gerätschaft die 250
    > Mbit/s sowieso nicht schafft).

    Glueckwunsch, dass du du den Auserwaehlten zaehlst. Wobei 250 Mbps doch heutzutage eigentlich von Allem problemlos genutzt werden koennen, wenn man nicht gerade ein Uraltsmartphone auf der hoelzernen Gartenliege am anderen Ende des Grundstuecks ohne entsprechende WLAN-Versorgung nutzt um Bob Marley-Videos zu konsumieren und als Einzige(r) den Anschluss nutzt.

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