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"Anderthalbjahre Jahre nach Antragsstellung sollen die Bagger rollen, wenn alles gut läuft"

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  1. "Anderthalbjahre Jahre nach Antragsstellung sollen die Bagger rollen, wenn alles gut läuft"

    Autor: lincoln33T 28.11.19 - 20:44

    Das soll jetzt schnell sein? Und auch nur wenn alles gut läuft?

    Was spricht dagegen die Bagger spätestens 4 Wochen nach Antragsstellung rollen zu lassen?

  2. Re: "Anderthalbjahre Jahre nach Antragsstellung sollen die Bagger rollen, wenn alles gut läuft"

    Autor: Holzkopf 28.11.19 - 22:25

    Bürokratie ... Bürokratie ... kwt

  3. Re: "Anderthalbjahre Jahre nach Antragsstellung sollen die Bagger rollen, wenn alles gut läuft"

    Autor: radde 29.11.19 - 09:45

    Ich arbeite genau in diesem Bereich. Genehmigungsverfahren sind mein tägliches Geschäft.
    Leider braucht es sehr viele Schritte, die passieren müssen, bis die Bagger rollen. Ein paar Beispiele:
    - Gebiet muss mit entsprechender Frist ausgeschrieben werden.
    - Standorte für Verteiler müssen gesucht werden.
    - Grundstücke für die Verteiler müssen gekauft werden -> inkl. Preisverhandlung, Notar, ...
    - Ausbauplanung muss erstellt werden
    - Genehmigungen müssen eingeholt werden bei Stadt, Land, evtl. Bund, evtl. Bahn, evtl. Naturschutzbehörden, evtl. Denkmalschutzbehörden, evtl. untere Wasserbehörden, ... . Das muss alles geprüft werden!
    - Kapazitäten für den Ausbau müssen bereitstehen (ganz großes Problem!)

    Daran sind viele Menschen beteiligt.
    Ohne Verteilerstandorte kann keine Planung gemacht werden. Ohne Planung können keine Genehmigungen beantragt/erteilt werden, usw.
    Am Ende vergeht Woche um Woche in der hinter den Kulissen gearbeitet wird, in denen sich aber draußen vor Ort nichts bewegt.

    Trotzdem sind 1,5 Jahre aus meiner Sicht großzügig bemessen. Unsere Projekte sind aber auch fast ausnahmslos ohne staatliche Hilfe privat finanziert.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.11.19 09:46 durch radde.

  4. Re: "Anderthalbjahre Jahre nach Antragsstellung sollen die Bagger rollen, wenn alles gut läuft"

    Autor: chefin 29.11.19 - 10:10

    lincoln33T schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das soll jetzt schnell sein? Und auch nur wenn alles gut läuft?
    >
    > Was spricht dagegen die Bagger spätestens 4 Wochen nach Antragsstellung
    > rollen zu lassen?


    Ganz einfach: Geh zum Bauunternehmen, frag ihn mal ob er in 4 Wochen anrollen kann und einen 6 monatigen Verlegeauftrag annehmen. Ich kann dir jetzt schon die Antwort sagen: Nein. Ein Unternehmer der da ja sagt, kann das nur deswegen weil er keine anderen Aufträge hat und praktisch Pleite ist. Warum ist ein Unternehmen fast Pleite in einer Zeit in der es boomt? Willst du so jemanden einen Auftrag übergeben?

    Solche Aufträge die ein Team längere Zeit binden, muss man mit ca 6 Monaten Vorlauf kalkulieren. Auftragsbücher von Unternehmen sind für 1-2 Jahre gefüllt. Unternehmen die weniger Aufträge haben sind bereits pleite oder wurden aufgekauft.

    Desweiteren: das Land gehört nicht den Kommunen oder dem Staat. Wenn also jemand durch meinen Acker legen will, muss er mich fragen und ich muss zustimmen. Und Miete will ich dafür auch. Den die wollen ja auch Geld von mir für meinen Internetanschluss. Rechne also schon an dieser Front mal mit 3 Monaten Zeit bis alles verhandelt ist.

    Ich weis nicht in welcher Lebenssituation du bist, aber stell dir vor, die baggern dir den Garten um, weil da ein Kabel durch soll. Ist billiger so also vorne die Strasse aufzureisen. Oder sie nehmen die Strasse, aber in 10 Jahren ist durch Baufehler und Billigausführung der Gehweg abgesackt. Weist du wer die Kosten dann trägt? Genau, die Anlieger. Nicht die Stadt, nicht die Provider, nicht irgendwer...sondern die welche dort wohnen. Weil der Bürgersteig zwar Allgemeinfläche ist, aber dem Haus als Kostenfaktor zugeordnet ist. Und natürlich hast du und die 200 weiteren Hausbesitzer ein Mitspracherecht bzgl der qualitativen Ausführung. Rate mal wie lange sowas dauert bis der Konsens zwischen wirtschaftlicher Sicht der Provider und qualitativer Sicht der Bewohner gefunden wurde.

    Kabel legen ist nicht wie Computer programmieren, das ist harte Arbeit mit der Hand am Arm.

  5. Re: "Anderthalbjahre Jahre nach Antragsstellung sollen die Bagger rollen, wenn alles gut läuft"

    Autor: radde 29.11.19 - 12:32

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Desweiteren: das Land gehört nicht den Kommunen oder dem Staat. Wenn also
    > jemand durch meinen Acker legen will, muss er mich fragen und ich muss
    > zustimmen. Und Miete will ich dafür auch. Den die wollen ja auch Geld von
    > mir für meinen Internetanschluss. Rechne also schon an dieser Front mal mit
    > 3 Monaten Zeit bis alles verhandelt ist.
    >
    Korrekt. Deswegen wird eine Leitung auch immer im öffentlichen Grund verlegt, wenn es irgendwie möglich ist.
    Der Stress, den man mit den Eigentümern von Privatgrund hat, ist es nicht wert!



    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich weis nicht in welcher Lebenssituation du bist, aber stell dir vor, die
    > baggern dir den Garten um, weil da ein Kabel durch soll. Ist billiger so
    > also vorne die Strasse aufzureisen. Oder sie nehmen die Strasse, aber in 10
    > Jahren ist durch Baufehler und Billigausführung der Gehweg abgesackt. Weist
    > du wer die Kosten dann trägt? Genau, die Anlieger. Nicht die Stadt, nicht
    > die Provider, nicht irgendwer...sondern die welche dort wohnen. Weil der
    > Bürgersteig zwar Allgemeinfläche ist, aber dem Haus als Kostenfaktor
    > zugeordnet ist. Und natürlich hast du und die 200 weiteren Hausbesitzer ein
    > Mitspracherecht bzgl der qualitativen Ausführung. Rate mal wie lange sowas
    > dauert bis der Konsens zwischen wirtschaftlicher Sicht der Provider und
    > qualitativer Sicht der Bewohner gefunden wurde.

    Jein. Geh- und Radwege gehören meistens den Gemeinden uns Städten. Hier wird die Genehmigung tatsächlich allein durch das Tiefbauamt ausgestellt.
    Wenn sich ein Anwohner beschwert hängt es ganz stark von der Politik (=Bürgermeister) ab, ob das Tiefbauamt auf Seiten des Bürgers oder des Bauunternehmers steht. Natürlich spreche ich hier nicht von offensichtlichen Baumängeln, da verstehen die Ämter wenig Spaß.

    Üblicherweise beträgt der Gewährleistungszeitraum übrigens 5 Jahre ab Abnahme. Das bedeutet, dass der Bauunternehmer 5 Jahre für die Trasse haften muss, sollten sich hier z. B. Setzungen ergeben.
    Als Unternehmer liebt man deswegen auch, wenn ein anderes Unternehmen kurz danach die gleiche Trasse aufgräbt. Dann liegt die Gewährleistung nämlich bei denen ;)

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