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Ich wische, also bin ich

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  1. Ich wische, also bin ich

    Autor: Dyanarka 10.01.17 - 05:31

    Als das IPHONE vor zehn Jahren auf den Markt kam, musste ich schmunzeln: "Dieses Plastikbrett kauft doch keiner! Ohne Tasten, eine sperrige Glasplatte mit Kindersymbolen drauf, die man Apps nennt - Nein, das wird ein Flop!".

    Von wegen. Was habe ich mich geirrt. Niemand ahnte damals, dass man vom "Wischen" abhängig werden kann, weil es an streicheln errinnert, und an streicheln sind wir instinktiv gewöhnt. Was wir streicheln, lieben wir. Was wir lieben, wollen wir in unserer Nähe. Was nahe ist, wollen wir anfassen. So tragen wir heut also die Welt in Händen. Und streicheln sie.

    Ich denke, sogar Steve Jobs hat damals nicht gedacht, dass er solch einen Welthit landen würde. Manche Gegner sehen etwas diabolisches in dem ganzen Getue und sogar in der Person von Jobs selbst. Ich meine, alles war Zufall. Ein massendynamisches Phänomen wie dazumal die Erfindung des Autos, dem man auch keine Zukunft in Aussicht stellte. Offenbar neigt der Mensch zur Liebesbeziehung mit einem technischen Konstrukt. Männer tüffteln, und die Welt wird süchtig.

    Ich selbst habe mir nie ein Smartphone gekauft, weil mein uraltes Nokia und meine Notebooks für mich völlig reichen. Meine Freiheitsliebe war stets grösser als mein Drang "mitzuhypen". Ich habe stets Sorge getragen, mich so wenig möglich von irgend etwas abhängig zu machen. Ich halte mich in Grenzen, beobachte, teste und wundere mich nach wie vor, wie es aktuell draussen die Rehe, Hasen und Vögel schaffen, ohne Kleidung, ohne Auto, ohne Aldi und ohne Iphone Tage und Nächte im eiskalten, schneebedeckten Wald zu verbringen.
    Wer ist nun intelligenter?
    Der, der mehr hat? Oder der, der weniger braucht?

  2. Re: Ich wische, also bin ich

    Autor: Moe479 10.01.17 - 07:12

    keine ahnung ... ich zumindest verbinde über die kalte glasplatte zu wischchen nicht mit mit einem wärmenden kontakt ... wenns nen knopp gäbe bräuchte ich nicht wischen ... oh wait den knopp gibt es trotzdem und das wischen allein als unlock ist unnötiger shit ... ein unlock den alle können ist kein unlock ... das ist ist arsch offen!

  3. Re: Ich wische, also bin ich

    Autor: BeFoRe 10.01.17 - 10:50

    Dyanarka schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich denke, sogar Steve Jobs hat damals nicht gedacht, dass er solch einen
    > Welthit landen würde.

    Meinst du? Er hat doch am Anfang schon angekündigt, dass dieses Gerät die Mobilfunk-Industrie revolutionieren wird, so wie sie es mit der PC (Mac) und Musik-Industrie (iPod) zuvor getan haben. War schon ziemlich großkotzig die ganze Präsentation aber er hatte auch allen Grund dazu.

  4. Re: Ich wische, also bin ich

    Autor: Dyanarka 10.01.17 - 13:28

    Mag sein, aber war das wirklich seine Überzeugung? Oder nur doch nur Wunsch und Marketing? Aber vielleicht war er auch allen Technik-Zögerern tatsächlich einen Schritt voraus, wusste, dass sie dem Prinzip "Ein Gerät für alles" schlussendlich verfallen werden.

  5. Re: Ich wische, also bin ich

    Autor: opodeldox 10.01.17 - 13:59

    Dyanarka schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wer ist nun intelligenter?
    > Der, der mehr hat? Oder der, der weniger braucht?

    Derjenige der erkennt, dass das Leben mehr als eine Lösung bereit hält es zu leben, die valide ist.

  6. Re: Ich wische, also bin ich

    Autor: Dyanarka 11.01.17 - 13:00

    Nun, die beste Lösung wäre jene, die am wenigsten Reccourcen beansprucht. Somit hat der Mensch bei allem, was er tut, in dem Moment das Nachsehen, wo die Natur in einem Vergleich mit weniger Reccourcen/Energie auskommt. Und das ist eigentlich immer der Fall (z.B. Recyclingsysteme der Natur, rohes statt gekochtes Essen, oder das Fehlen von Bekleidung bei Tieren etc.).
    Wir haben die intelligenteste Lösung für uns verlassen, indem wir versuchen, die Natur nachahmend zu verbessern/zu überwinden. Wir waren und sind erfinderisch um Nöte zu beseitigen und haben dafür langfristig neue Nöte erzeugt. Intelligenz ohne Weitsicht ist nur schlichtes Erfindertum des Moments.

  7. Re: Ich wische, also bin ich

    Autor: Trollversteher 11.01.17 - 13:31

    >Mag sein, aber war das wirklich seine Überzeugung? Oder nur doch nur Wunsch und Marketing? Aber vielleicht war er auch allen Technik-Zögerern tatsächlich einen Schritt voraus, wusste, dass sie dem Prinzip "Ein Gerät für alles" schlussendlich verfallen werden.

    Es war seine feste Überzeugung, tatsächlich war das sein Lebenswerk, eine Vision, die er schon viele Jahre vor der Vorstellung des iPhones (so um das Jahr 2000 herum) verfolgt hatte und eigentlich nur darauf gewartet hat, bis die Technik zur Verfügung steht um es umzusetzen.

    Jobs waren seine Visionen schon immer wichtiger als schnöde Umsätze und schwarze Zahlen (kann man ganz gut an "Next" sehen) .
    Ihm ging es darum, der Welt seinen Stempel aufzudrücken und sie zu revolutionieren. Das meine ich keineswegs beschönigend oder verherrlichend (er war menschlich schließlich auch keine Mutter Theresa, sondern eine Mischung aus cholerischem Egomanen und visionären Sektenführer), sondern das entspricht ganz einfach seiner Persönlichkeit.

  8. Re: Ich wische, also bin ich

    Autor: opodeldox 11.01.17 - 13:45

    Dyanarka schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nun, die beste Lösung wäre jene, die am wenigsten Reccourcen beansprucht.

    Nicht korrekt. Eine Lösung die mehr Ressourcen benötigt, aber im Verhältnis zum Verbraucht mehr erreicht, ist klar besser. Klar ein Besen braucht weniger Resources, aber ein Staubsauger kann eine wesentlich grössere und verschiedenartige Flächen reinigen, in kürzerer Zeit.

    Trotzdem können beide Wege eine valide Lösung sein.

    > Somit hat der Mensch bei allem, was er tut, in dem Moment das Nachsehen, wo
    > die Natur in einem Vergleich mit weniger Reccourcen/Energie auskommt. Und
    > das ist eigentlich immer der Fall (z.B. Recyclingsysteme der Natur, rohes
    > statt gekochtes Essen, oder das Fehlen von Bekleidung bei Tieren etc.).

    Das ist auch nicht korrekt. Gekochtes Essen hat z. B. wichtige Vorteile gegenüber ungekochtem Essen. Ersteinmal ist es sicherer, weil man mit dem Kochen Bakterien, Vieren und ähnliches abtötet. Genauso wichtig ist, dass man aus gekochtem Essen mehr Kalorien und Nähstoffe ziehen kann, da es vorverdaut ist und man kann mehr essen, was noch mehr Kalorien bedeutet. Dieses mehr an Kalorien hat es uns erlaubt unsere Gehirne zu entwickeln, die jede Menge Energie brauchen. Ausserdem macht Kochen mehr Lebensmittel essbar, was es uns ermöglicht hat uns weiter auszubreiten.

    Kochen ist eine der wichtigsten Erfinden die es gab und die uns zum Menschen gemacht hat.

    > Wir haben die intelligenteste Lösung für uns verlassen, indem wir
    > versuchen, die Natur nachahmend zu verbessern/zu überwinden. Wir waren und
    > sind erfinderisch um Nöte zu beseitigen und haben dafür langfristig neue
    > Nöte erzeugt. Intelligenz ohne Weitsicht ist nur schlichtes Erfindertum des
    > Moments.


    Ja unsere neuen Nöte sind, wie ich das nächste iPhone bezahlen kann unsere alten waren ob man beim nächsten Husten stirbt. Das was du erzählst klingt einfach so, als wärst du ein Misanthrop.

  9. Re: Ich wische, also bin ich

    Autor: Garius 11.01.17 - 20:07

    Dyanarka schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [...] Von wegen. Was habe ich mich geirrt. Niemand ahnte damals, dass man vom
    > "Wischen" abhängig werden kann, weil es an streicheln errinnert, und an
    > streicheln sind wir instinktiv gewöhnt. Was wir streicheln, lieben wir. Was
    > wir lieben, wollen wir in unserer Nähe. Was nahe ist, wollen wir anfassen.
    > So tragen wir heut also die Welt in Händen. Und streicheln sie. [...]
    Hast du dazu was Weiterführendes oder eine Quelle? Ist ja nicht so, dass es nicht schon zuvor dutzende Tätigkeiten/Berufe gab, die wischähnliche Gesten erforderten.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.01.17 20:22 durch Garius.

  10. Re: Ich wische, also bin ich

    Autor: Dyanarka 16.01.17 - 05:49

    Wozu braucht man da eine Quelle? Sieh Dich um! Sieh, wie Teenies ihr Smartphone nicht mehr loslassen können, af der Strasse auch bei Minusgarden ihr Teil in der Hand halten, als wäre es schon ein Stück von ihnen selbst! Es gab an einigen Schulen Entzugs-Experimente (Eine Woche Handy-Verzicht), die zu Besuche bei Psychologen führten und zu vorzeitigem Abbruch de Versuchs (Weinkrämpfe, Schlafstörungen).
    Streicheln ist reziprok. Etwas sanft berühren müssen schafft ein tiefe Verbindung, genau wie die Tatsache der Gewöhnung durch Handhabung. Zudem gelingt es mit dem Smartphone, einen andauernden Reflexreiz zu erzeugen: Alles was sich bewegt, erweckt unsere Aufmerksamkeit, also schauen wir hin. Das Smartphone hält uns in einem Dauerreizautomatismus gefangen (Das ist offiziell, kann Dir eine Quelle nennen).
    Kannst Du übrigens in vielen Bereichen selbst erleben: Ein Auto fährt vorbei, Du schaust automatisch hin, ein TV läuft, Du schaust hin. Achte drauf, wie Kinder es machen, die sind noch weniger abgewehrt.

  11. Re: Ich wische, also bin ich

    Autor: Dyanarka 16.01.17 - 06:02

    Ok, bin ich mal ein bisschen Misanthrop, aber mehr als das, bin ich eigentlich fasziniert von der Tierwelt im Vergleich zur Menschenwelt.
    Ich hinterfrage sehr viel von dem, was angeblich "normal" ist. Ach ja, gekochtes Essen hat übrigens NUR Nachteile, aber das würde zu weit führen, sie alle aufzulisten, aber wenn's Dich interessiert, nenne ich Dir ein Haufen Bücher dazu, die man aber vielleicht besser nicht liest, da sie unter Umständen misanthropisch machen.
    Du hast auf jeden Fall recht: Kochen erzeugte unser Sapiens-Gehirn, erzeugte den holozänen Menschen aufgrund übersteigerter Nährstoffzufuhr. Der Mensch ist somit ein biologisches Ausweichprodukt kalorischer Überversorgung und eines immunologischen Notzustandes.
    Ach ja: Bücher gibt's von Bruno Comby, G.C.Burger, Arthur Janov, Michael Holden, Lukas M.Möller, Franz Konz (zu krass zum lesen), Jens Hafner. Um nur einige zu nennen.
    Aber wie gesagt, es ist nicht gut, alles infrage zu stellen (stellen zu wollen). Mitunter verliert man seine Überzeugungen. Das ist ungemein stressig.

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