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Anbieter im Dilemma

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  1. Anbieter im Dilemma

    Autor: AllDayPiano 08.04.20 - 20:53

    Einerseits müssen sie falsche Angaben machen, um im massiven Konkurrenzdruck mithalten zu können, andererseits müssen sie Unsummen investieren, um überhaupt liefern zu können.

    Auf der Strecke bleiben vor allem kleine Anbieter, denen schlichtweg das Geld dazu fehlt, aber ohne die (wie z.B. Mnet oder Pyur) hätten wir ein Oligopol (Telekom und Vodafone sowie O2).

    Wie hoch der Druck im Rennen ist, zeigt Vodafone, die durch ihre Giga-Offensive der Telekom so viele Kunden streitig gemacht haben, dass die gierige Magenta sogar mit den Preisen runter musste. O2 ist zwar im Vergleich sehr günstig, können aber die Leistung nicht im Ansatz liefern.

    Schuld daran hat eindeutig die Politik, die seit bald zwei Jahrzehnten untätig ist, und wegsieht. Hätte man damals schon eingegriffen und klar geregelt, unter welchen Bedingungen ein Abschluss bemessen werden muss, wäre es wohl nie zu diesem Gigabit-Krieg gekommen, sondern die Datenraten wären auf einem vernünftigen Niveau, das auch haltbar wäre.

  2. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: LinuxMcBook 08.04.20 - 21:08

    AllDayPiano schrieb:
    > Wie hoch der Druck im Rennen ist, zeigt Vodafone, die durch ihre
    > Giga-Offensive der Telekom so viele Kunden streitig gemacht haben, dass die
    > gierige Magenta sogar mit den Preisen runter musste. O2 ist zwar im
    > Vergleich sehr günstig, können aber die Leistung nicht im Ansatz liefern.

    Die Telekom ist der einzige Anbieter in Deutschland, der überhaupt in relevantem Umfang ausbaut und dennoch ist er der einzige, für den du das Attribut "gierig" verwendest?

  3. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: Sandeeh 08.04.20 - 21:20

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Einerseits müssen sie falsche Angaben machen, um im massiven
    > Konkurrenzdruck mithalten zu können, andererseits müssen sie Unsummen
    > investieren, um überhaupt liefern zu können.

    Du hälst es also für "richtig", wenn wir Verbraucher aus reinem privaten Profitinteresse vorsätzlich mit Fantasiezahlen belogen werden? Ich sehe das nicht so.

    Sandeeh

  4. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: AllDayPiano 08.04.20 - 21:48

    Natürlich halte ich das nicht für richtig. Ich weiß auch nicht, wie du zu dieser Auffassung gelangt bist

  5. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: AllDayPiano 08.04.20 - 21:52

    Vodafone bietet mir stabil 50 Mbit für 20 Euro. Die bezahle ich, und die bekomme ich auch. Die Telekom will 34 Euro und bietet mir 1/5 des Upload.

    Sag du mir: ist das nicht gierig?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.04.20 21:53 durch AllDayPiano.

  6. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: Trockenobst 09.04.20 - 02:24

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auf der Strecke bleiben vor allem kleine Anbieter, denen schlichtweg das
    > Geld dazu fehlt, aber ohne die (wie z.B. Mnet oder Pyur) hätten wir ein
    > Oligopol (Telekom und Vodafone sowie O2).

    Seit über 10 f***ing Jahren haben wir Nullzinsen für Unternehmen. Kunden die schnelle Leitungen wollen finden sie sofort. Das ist Goldschürfen direkt in der Goldmine.

    Es ist die Unwilligkeit der Firmen ins Risiko zu gehen. Hier der lokale Stadtversorger hat nur ein paar Bauteams. Die schaffen halt nicht viele Wohnblöcke im Jahr. Gleichzeitig sterben jedes Jahr 1000 Baufirmen weil es angeblich "nicht genug Aufträge gibt". Will man wirklich erklären, das man denen nicht zeigen kann wie ein Bagger ein Kabel zieht?

    Ein Kumpel ist vor 5 Jahren nach Spanien ausgewandert. Ist aus der Stadtmitte in den Rand gezogen. Das schnellste was er haben konnte war 100mbit per Kabel. Schon ein Jahr später waren es 200mbit und jetzt gibt es 1Gigabit Glasfaser. Da kamen sie vor einem Jahr mit dem dicken Truck und zig Bauarbeitern und haben jedem Keller aufgebohrt. Bis das gesamte Viertel durchwar oder der Besitzer juristisch Einspruch eingelegt hat. In dem Fall haben sie einen Zugangspunkt versenkt und dann geht das ggf. über den Balkon rein, was fast niemand macht.

    Hier haben sie die lange Strecke in die Siedlung gefühlt 3x aufgebaggert die letzten drei Jahre.
    Mit Straßensperrung, Beton aufgefräßt, irgendwelche Kabel gelegt und dann wieder verschlossen. Sechs Monate später das selbe Spiel. Glasfaser haben wir nie gekriegt, wir leben alle von Vectoring hier. Jetzt hat wohl nach vier Jahren irgendwer Leerrohre gelegt, drei verschiedene Prospekte für Glasfaser gleichzeitig im Briefkasten.

    Irgendwas läuft hier Absolut schief, wenn die Basics nicht mehr funktionieren.

  7. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: Sharra 09.04.20 - 03:14

    Dann frag mal die lieben Brüder bei der Netzagentur, warum die Telekom diese Preise hat. Kleiner Tipp: Die Telekom ist daran nicht schuld.

  8. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: AllDayPiano 09.04.20 - 07:21

    Sind das die mit dem exklusiven Vectoring?

    Ehrlichgesagt sind mir die Gründe herzlich egal. Was ich am Ende zahlen muss, ist der ausschlaggebende Faktor.

    Wenn die Telekom auf Grund irgendwelcher Restriktionen keine niedrigeren Preise machen darf, dann kann der Zustand für ...T. gar nicht so schlimm sein, sonst wäre eine Horde Lobbyisten seit Jahren am Wettern und der...T. Chef würde nonstop Galle spucken, wie schlecht es ihnen doch geht.

    Mag sein, dass sie nicht so können, wie sie wollen, aber dagegen aktiv werden sie auch nicht.

  9. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: AllDayPiano 09.04.20 - 07:26

    Aber das hat doch schlussendlich auch viel damit zu tun, dass man Kunden vollkommen überbuchte Anschlüsse verkauft. Denkst du nicht, dass das anders wäre, wenn eine Stoßzeitenregel definieren würde, dass der Download im Schnitt zwischen 18 und 22 Uhr zu 2/3 in die Geschwindigkeitsangabe mit einfließen muss?

    Da würde in machen Gegenden von Gigabit vielleicht noch 100 Mbit übrig bleiben.

    Und dass es in Spanien so viel besser zu gehen scheint (was ich nicht verifizieren kann), liegt vermutlich auch an der Definition von Breitband.

  10. Deswegen ist Privatisierung der Infrastruktur auch schlecht

    Autor: ubuntu_user 09.04.20 - 08:42

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Einerseits müssen sie falsche Angaben machen, um im massiven
    > Konkurrenzdruck mithalten zu können, andererseits müssen sie Unsummen
    > investieren, um überhaupt liefern zu können.

    Das ist das Ergebnis, das man hat, wenn man versucht Wettbewerb zu schaffen wo es keinen Wettbewerb geben kann:
    - Die Telcos müssen prinzipiell auch überall ausbauen (bzw. sollen). D.h. die haben da keinen Spielraum.

    - Die gelieferte Qualität ist mehr oder weniger auch vorgeben. Die Bytes, die übertragen werden sind ja bei der Telekom nicht magentafarbig, genausowenig wie Strom gelb ist.

    - Der Preis hängt wiederrum an der Geschwindigkeit. (natürlich steht das nicht wirklich im Zusammenhang, nur wieviel die Telcos ausbauen)

    Der Preis/bzw. Leistung wiederrum ist ja eher eine gesellschaftliche Aufgabe. Nicht umsonst wird ja das Ziel 50Mbit/s vorgegeben. Völlig egal wie sinnig die Zahl jetzt ist. Aber warum dann den Umweg gehen mit private Gewinne abschöpfen, parallele Infrastruktur und staatlicher Förderung?
    Jetzt komm auch keiner mit "aber die Post damals", das war erstens eine andere Zeit und zweitens muss man sich nur die Preise in Mexiko nach der Privatisierung angucken.
    Man darf aus sowas wie einem Infrastrukturunternehmen aber auch als Staat keine Gewinne herausziehen.

  11. Re: Deswegen ist Privatisierung der Infrastruktur auch schlecht

    Autor: AllDayPiano 09.04.20 - 08:56

    Faktisch weiß halt niemand von uns, wie Gewinnbringen ein Unternehmen noch wäre, würde es einen realen Preis für die real gelieferte Leistung verlangen.

    Und hätten wir die Infrastruktur von Staatswegen, würde man immernoch Zweidraht in Neubauten legen, denn der Staat investiert nur, wo es unbedingt sein muss (oder wo die meisten Lobbyisten sind - z.B. Rüstung).

    Die Privatisierung war insofern gut, dass sie dem Staat die Zugriffsmöglichkeit genommen hat. Man sieht ja an Dingen wie Lebensmittelkontrollen, die pro Unternehmen statistisch nur einmal alle 50 Jahre stattfinden, wie der Staat kaputtspart, wenn Dinge vermeintlich nebensächlich sind.

    Aber der Gesetzgeber hätte solide Bedingungen schaffen müssen, was man wiederrum nicht machte, weil keiner ein staatliches Unternehmen übernimmt, das in massiven Regularien festhängt.

  12. Re: Deswegen ist Privatisierung der Infrastruktur auch schlecht

    Autor: ubuntu_user 09.04.20 - 09:01

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und hätten wir die Infrastruktur von Staatswegen, würde man immernoch
    > Zweidraht in Neubauten legen, denn der Staat investiert nur, wo es
    > unbedingt sein muss (oder wo die meisten Lobbyisten sind - z.B. Rüstung).

    sagt wer?
    Rentenversicherung, Straßenbau, Steuern klappt doch ziemlich gut vom Staat

  13. Re: Deswegen ist Privatisierung der Infrastruktur auch schlecht

    Autor: AllDayPiano 09.04.20 - 09:16

    > sagt wer?

    Ich :-)

    > Rentenversicherung,

    Ist kurz vom Kollaps, da man sie teilprivatisiert hat, und damit das Solidarsystem gesprengt hat.

    > Straßenbau,

    Klappt bei weitem nicht überall. Und sähe sicherlich nochmal ganz anders aus, wären wir keine "Automobil-nation"

    > Steuern klappt doch ziemlich gut vom Staat

    Ich weiß zwar nicht, was du meinst, aber wenn ich mir den Spitzensteuersatz so ansehe, bin ich mir nicht sicher, ob das alles so gut läuft.

  14. Re: Deswegen ist Privatisierung der Infrastruktur auch schlecht

    Autor: ubuntu_user 09.04.20 - 11:32

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist kurz vom Kollaps, da man sie teilprivatisiert hat, und damit das
    > Solidarsystem gesprengt hat.

    das hat absolut nichts mit der Durchführung durch den Staat zu tun. Die Verwaltungskosten sind gering und man bekommt regelmäßig von denen ohne was zu tun Berechnungen. Schau dir mal private Kapitalgedeckte Lebensversicherung an.


    > Klappt bei weitem nicht überall. Und sähe sicherlich nochmal ganz anders
    > aus, wären wir keine "Automobil-nation"

    und was glaubst du wie das nach einer Privatisierung und mit Konkurrenzkampf aussehen würde?


    > Ich weiß zwar nicht, was du meinst, aber wenn ich mir den Spitzensteuersatz
    > so ansehe, bin ich mir nicht sicher, ob das alles so gut läuft.

    Steuererhebung klappt doch weitesgehend gut. Schau dir doch mal Toll-Collect zum Vergleich an. Was hat der Spitzensteuersatz damit zu tun?

  15. Re: Deswegen ist Privatisierung der Infrastruktur auch schlecht

    Autor: HowlingMadMurdock 09.04.20 - 16:51

    Der Staat wird kaputtspart, allerdings nicht durch den Staat selbst, sondern durch Lobbybuden der Wirtschaft (INSM, Bertelsmann Stiftung, etc.) und Beratungsbetrüger (McKinsey, PricewaterhouseCoopers, KPMG) .

  16. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: LinuxMcBook 12.04.20 - 04:46

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sind das die mit dem exklusiven Vectoring?

    So sehr wie die Telekom da durch die Bundesnetzagentur reglementiert und restriktiert wurde, würde ich nicht mehr von "exklusiv" sprechen...

  17. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: LinuxMcBook 12.04.20 - 04:47

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vodafone bietet mir stabil 50 Mbit für 20 Euro. Die bezahle ich, und die
    > bekomme ich auch. Die Telekom will 34 Euro und bietet mir 1/5 des Upload.

    Da hast du aber schlecht verhandelt. Mir bietet Vodafone einen 200 MBit Anschluss für 25¤ im Monat.

    Dennoch hätte ich eigentlich lieber Vectoring DSL...

  18. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: AllDayPiano 12.04.20 - 08:26

    In 24 Monaten. Nicht im Sinne von dir ersten 12 oder gar 6.

  19. Re: Anbieter im Dilemma

    Autor: LinuxMcBook 12.04.20 - 08:54

    Bei mir ebenfalls. Ich rechne immer nur über die komplette Vertragslaufzeit!

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