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Layer3 vs. Layer2 vs. physischer Zugriff
Autor: Apollo13 02.06.15 - 20:06
"Der Entscheidungsentwurf entlässt die Telekom aus der Regulierung für den Layer-3-Bitstromzugang, indem die Zugangsverpflichtung für dieses Vorleistungsprodukt dann entfallen soll, wenn ein Layer-2-Bitstromprodukt verfügbar ist."
Das heißt, bisher musste die Telekom den Verkehr auf IP-Basis transportieren, jetzt reicht es, wenn sie Ethernet oder ähnliches liefert, sodass sich ein Wettbewerber selbst drum kümmern muss, wie er die Daten weiter transporiert?
"der Layer-2-Bitstrom während der nächsten Jahre in erheblichem Maße die entbündelte Teilnehmeranschlussleitung als Vorleistungsprodukt für die Bereitstellung von Breitbandanschlüssen ablösen, hatte die Behörde zuvor erklärt."
"Für die Betreiber gebe es auch weiterhin keine gleichwertige Alternative zum physikalischen Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) der letzten Meile"
Heißt das, dass es der Telekom bisher zu aufwändig war, den Verkehr auf Layer3 zu transportieren und sie deshalb den Zugriff auf die TAL ermöglicht haben, das jetzt aber, da sie auch Layer2 anbieten dürfen, nicht mehr der Fall sein wird?
Offen gestanden ist mir gerade nicht ganz klar, wie die Argumentationen zusammenhängen... -
Re: Layer3 vs. Layer2 vs. physischer Zugriff
Autor: LinuxMcBook 03.06.15 - 05:46
Das Problem am Zugriff auf die TAL ist, dass Vectoring nur dann funktioniert, wenn die Telekom (oder jeder andere Anbieter) darauf den alleinigen Zugriff hat.
Sonst passiert das, was ich zur Zeit für ein Problem habe:
Alle um mich herum haben 100/40 MBit nur ich kann kein Vectoring bekommen, weil andere Anbieter ( unter anderem der, bei dem ich bin) auf die TAL Zugriff haben.
Was das mit Layer 2 vs. Layer 3 zu tun hat, weiß ich auch nicht so genau.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Telekom keine Lust mehr hat den ganzen Traffic quer durch Land den kleineren Anbietern direkt ins Rechenzentrum zu liefern.
Bei Layer 2 erfolgt ja soweit ich weiß eine recht lokale Übergabe. -
Re: Layer3 vs. Layer2 vs. physischer Zugriff
Autor: BoykaXG 16.06.15 - 11:57
Apollo13 schrieb:
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> Das heißt, bisher musste die Telekom den Verkehr auf IP-Basis
> transportieren, jetzt reicht es, wenn sie Ethernet oder ähnliches liefert,
> sodass sich ein Wettbewerber selbst drum kümmern muss, wie er die Daten
> weiter transporiert?
Genau das. Du hängst als "BSA-Reseller" direkt am DSLAM und ab da musst du eine eigene Infrastruktur aufbauen. Bisher hat die DTAG den Datenstrom bis vor die "Provider-Haustür" geliefert. L2 bietet viele Vorteile aus technischer Sicht (z.B. QoS, usw.), man hat jedoch als Reseller die HW Beschaffung zu leisten.
> Heißt das, dass es der Telekom bisher zu aufwändig war, den Verkehr auf
> Layer3 zu transportieren und sie deshalb den Zugriff auf die TAL ermöglicht
> haben, das jetzt aber, da sie auch Layer2 anbieten dürfen, nicht mehr der
> Fall sein wird?
Naja, die DTAG musste eigene Switche usw. bereitstellen und administrieren. zukünftig müssen sie nur noch die Ports auf den DSLAMs schalten, danach ist alles in der Verantwortung des Resellers.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 16.06.15 11:58 durch BoykaXG. -
Re: Layer3 vs. Layer2 vs. physischer Zugriff
Autor: LinuxMcBook 16.06.15 - 15:14
BoykaXG schrieb:
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> Apollo13 schrieb:
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> > Das heißt, bisher musste die Telekom den Verkehr auf IP-Basis
> > transportieren, jetzt reicht es, wenn sie Ethernet oder ähnliches
> liefert,
> > sodass sich ein Wettbewerber selbst drum kümmern muss, wie er die Daten
> > weiter transporiert?
>
> Genau das. Du hängst als "BSA-Reseller" direkt am DSLAM und ab da musst du
> eine eigene Infrastruktur aufbauen. Bisher hat die DTAG den Datenstrom bis
> vor die "Provider-Haustür" geliefert. L2 bietet viele Vorteile aus
> technischer Sicht (z.B. QoS, usw.), man hat jedoch als Reseller die HW
> Beschaffung zu leisten.
Ist der Übergabepunkt wirklich dann direkt der DSLAM? Das dürfte für die meisten Provider dann nicht zu schaffen sein, müssten die dann doch zu jedem der mehreren 10.000 DSLAMs der Telekom Glasfaserleitungen legen.



