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Problem mit Verteilung

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  1. Problem mit Verteilung

    Autor: kellemann 01.09.20 - 14:32

    Das Problem ist doch nicht, dass es aktuell 2-3 verschiedene Technologien gibt, sondern, dass es immer noch zuviele Regionen und Haushalte gibt, welche auf keine der 3 Zugriff haben. VDSL finde ich als Übergang übrigens super, es darf halt aber nicht die endgültig Lösung sein.

    Wenn ich das bei mir anschaue. Ich habe den Luxus, dass ich VDSL bis 250k, Kabel über Vodafone bis 1000k und Glasfaser über regionalen Anbieter bis 1000k buchen kann.
    Das bringt aber demjenigen nichts, das aktuell noch mit DSL2000 arbeiten muss.

    Wie kam es dazu? Als bekannt wurde, dass bei uns Glasfaser ausgebaut wird, kam plötzlich die Telekom 3 Monate später und hat auch ausgebaut. So konnte man auch bei der Telekom VDSL buchen. Die Telekom hätte halt Kunden verloren. Da wo es keine Alternativen gibt, lässt die Telekom die Leute verhungern. Da sollte mal ein Riegel vorgeschoben werden.

  2. Re: Problem mit Verteilung

    Autor: Freak126 01.09.20 - 15:39

    Man kann es aber auch anders sehen. Habe mal gehört das wir in einer Marktwirtschaft leben und Konkurrenz das Geschäft belebt. Also warum ist es so schlimm wenn ein anderer Netzbetreiber diese Kampf nicht scheut.
    Wenn es in anderen Regionen ein Marktversagen gibt und noch nicht mal die Telekom ausbauen will dann müssen halt Anreize her oder die Stadt macht es selber.

  3. Re: Problem mit Verteilung

    Autor: M.P. 01.09.20 - 15:42

    ... und sobald dann die Kabelgräben offen sind, klappt die Konkurrenz auch: Dann stehen die Kabeltrommenln der Konkurrenten parat und müssen nach TKG ("Mitverlegepflicht") mit hinein in den Graben....

  4. Und was ist der Bedarf?

    Autor: Pecker 01.09.20 - 15:49

    kellemann schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem ist doch nicht, dass es aktuell 2-3 verschiedene Technologien
    > gibt, sondern, dass es immer noch zuviele Regionen und Haushalte gibt,
    > welche auf keine der 3 Zugriff haben. VDSL finde ich als Übergang übrigens
    > super, es darf halt aber nicht die endgültig Lösung sein.
    >
    > Wenn ich das bei mir anschaue. Ich habe den Luxus, dass ich VDSL bis 250k,
    > Kabel über Vodafone bis 1000k und Glasfaser über regionalen Anbieter bis
    > 1000k buchen kann.
    > Das bringt aber demjenigen nichts, das aktuell noch mit DSL2000 arbeiten
    > muss.
    >
    > Wie kam es dazu? Als bekannt wurde, dass bei uns Glasfaser ausgebaut wird,
    > kam plötzlich die Telekom 3 Monate später und hat auch ausgebaut. So konnte
    > man auch bei der Telekom VDSL buchen. Die Telekom hätte halt Kunden
    > verloren. Da wo es keine Alternativen gibt, lässt die Telekom die Leute
    > verhungern. Da sollte mal ein Riegel vorgeschoben werden.

    Ich habe fast den gleichen Luxus. Habe die Möglichkeit 1 Gbit/s über Vodafone und 1 Gbit/s über Telekom Glasfaser zu bekommen. Gebucht habe ich 50 Mbit/s, weil die anderen Tarife einfach zu teuer sind und der Mehrwert überschaubar.

  5. Re: Problem mit Verteilung

    Autor: berritorre 01.09.20 - 16:30

    Ich glaube, dass gerade bei Infrastruktur der Markt einfach nicht funktioniert. Ich denke ein Land hat ein berechtigtes Interesse an einer weitläufig verfügbaren Infrastruktur. Ich bin mir sicher, dass das Verlegen von Stromkabeln oder von Wasser/Abwasser in Grosstädten auch lukrativer ist als in einem kleinen Dorf. Nichts desto trotz sollten wir alle ein Interesse daran haben, dass auch das Dorf an Strom, Telefon und Wasser angeschlossen ist. Heute gehört für mich vernünftiges Internet eben auch dazu. Sonst haben wir noch mehr Landflucht und das kann für das Land einfach nicht gut sein.

    Hier in Brasilien hatte man meiner Meinung nach eine recht gute Lösung beim Mobilfunk. Die Anbieter bekamen Bundesländer und die mussten sie bis zu einem bestimmten Level ausbauen, erst dann durften sie auch in anderen Regionen ausbauen. Klar, am Anfang hatte man eventuell nur einen Anbieter zur Verfügung, aber die hatten ein berechtigest Interesse daran so schnell wie möglich auszubauen, um dann expandieren zu können. Natürlich gibt es hier auf Grund der schieren Grösse des Landes noch viele weisse Flecken. War erst am WoE wieder nur 50km ausserhalb São Paulos. Kein Mobilfunkempfang weit und breit. 20km gelaufen, nicht ein einziges Mal überhaupt Telefonnetz gehabt, von Mobildaten ganz zu schweigen.

  6. Re: Problem mit Verteilung

    Autor: kellemann 01.09.20 - 17:32

    Marktwirtschaft, immer gerne, aber beim Internet?

    Ich würde das nach fließend Wasser und Strom mittlerweile als eines der wichtigsten Versorgungen für einen Haushalt ansehen. Daher auch der gewünschte Einfluss des Staates, der meiner Meinung nach lange fällig ist.

  7. Re: Problem mit Verteilung

    Autor: Faksimile 01.09.20 - 19:00

    Nur das dann genau das obige passiert!

    Siehe https://www.golem.de/news/landkreise-wo-die-telekom-den-glasfaserausbau-verzoegert-1809-136467.html

    Und das ist die größte Sauerei.

  8. Re: Und was ist der Bedarf?

    Autor: Faksimile 01.09.20 - 19:02

    Aber Du kannst es weinigstens buchen und bekommen ...

  9. Re: Problem mit Verteilung

    Autor: bytewarrior123 02.09.20 - 09:35

    M.P. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... und sobald dann die Kabelgräben offen sind, klappt die Konkurrenz auch:
    > Dann stehen die Kabeltrommenln der Konkurrenten parat und müssen nach TKG
    > ("Mitverlegepflicht") mit hinein in den Graben....

    Kann man, wenn man gewieft genug ist, als Erstverleger aber auch verhindern - indem die Ausschreibung für den Bau des GF-Netzes dieses mit dem Standard "Open Access" betitelt.

    Haben wir hier als kommunaler Energieversorger gemacht, da wir 10 Jahre auf die Provider gewartet haben, um mit diesen das Netz zu bauen -> und ABSOLUT GAR NICHTS passiert ist.
    Dann wurde, im Zuge des Fernwärme-Ausbaus bei uns auch gleich die Glasfaser-Leerrohre (Speedpipes) ab 2008 mit verlegt. Da war von "Mitverlegepflicht" noch weit und breit nichts zu sehen, jedoch schon die Möglichkeit von "Open Access".

    Dann wurde es mit der "Mitverlegepflicht" ernst, aber dank "Open Access" muss der ungeliebte Mitbewerber ja sich nur an dem POP (PointOfPresence) mit einem 19"-Schrank "in Position bringen" - was die aber gar nicht wollen, denn nur der Ausbau von Trassenmetern mit staatlichen Fördermitteln ist anscheinend lukrativ genug (wir haben das hier aus der eigenen kommunalen Tasche gezahlt, denn unser Bürgermeister hält nichts von "hoffen und ausharren", der will das Netz für seine Bürger JETZT und nicht erst in ein paar Jahren).

    Hier so erlebt mit Telekom, Vodafone Privatkunden, 1&1 Versatel etc. : Wir haben ca. 1.200 Häuser (ca. 3.200 Haushalte) am GF-Netz angebunden, aber nur der Hauptprovider liefert. Alle anderen sagen "Nein danke", und das, obwohl wir mit einer >DER< GF-&TK-Netzbaufirmen in D zusammenarbeiten, welche auch für 1&1 Versatel, Telekom, Vodafone etc. bauen und nach deren Standards hier gebaut wurde .....

    Wir haben den Mitbewerbern sogar im Falle einer für die notwendigen Netz-Umrüstung die Kostenübernahme unsererseits zugesichert - interessiert alles nicht : nur wenn der Staat die Millionen dafür locker macht, akzeptiert man anscheinend das notwendige Übel -> "den Kunden".

  10. Re: Und was ist der Bedarf?

    Autor: senf.dazu 02.09.20 - 11:39

    Und selbst die 50M sind dann wirklich 50M ..

  11. Re: Und was ist der Bedarf?

    Autor: senf.dazu 02.09.20 - 11:43

    Der Bedarf ist in einer Marktwirtschaft was sich die Leute leisten mögen, sprich was verkaufbar ist. Nicht womit sie vielleicht auch auskämen.

    Und da kehrt inzwischen schon fast die Mehrheit (Ende 2019 40%, -7%/a) von 0..inkl.50M den Rücken. Der Prozentsatz sinkt seit Jahren.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 02.09.20 11:51 durch senf.dazu.

  12. Re: Problem mit Verteilung

    Autor: M.P. 02.09.20 - 12:16

    Ist es wirklich so, dass "Open Access" vor der Pflicht zur Tolerierung von Mitverlegegung von Kabeln der Konkurrenz entbindet?

    In einem anderen kommunalen Projekt haben doch die Telekom und Unitymedia ihre Kabel gerichtlich in die kommunalen Kabelgräben hineingeklagt ...


    https://www.landkreis-karlsruhe.de/media/custom/1863_3921_1.PDF?1498204111

    > 2. Situation in Linkenheim-Hochstetten

    > In Linkenheim-Hochstetten wird seit 2015 das Neubaugebiet „Biegen/Durlacher Weg“ entwickelt und erschlossen. Die Erschließung erfolgt durch den Erschließungsträger ESB KommunalProjekt AG aus Bruchsal aufgrund eines Erschließungs-und städtebau-lichen Vertrages. Im Zuge der Erschließung wird zur Anbindung aller Grundstücke ein FTTH-Leerrohrnetz mit Glasfaserkabeln errichtet, das wiederum im Rahmen der inter-kommunalen Zusammenarbeit an das Backbone der Breitbandkabel Landkreis Karlsru-he GmbH (BLK) angebunden werden soll.

    > Der Betrieb dieses Netzes soll über einen Netzbetreiber erfolgen, der im Rahmen eines offenen, transparenten und wettbewerblichen europäischen Auswahlverfahrens nach zuvor durchgeführten Markterkundungen ausgewählt wurde. Der Netzbetreiber Inexio ist durch den Netzbetriebsvertrag zu einem offenen Zugang auf Vorleistungsebene ver-pflichtet worden. Der Entwurf des Netzbetriebsvertrages lag der Bundesnetzagentur im Rahmen der Konsultation hinsichtlich der Zugangsbedingungen vor.

    > Zwischenzeitlich bot Inexio den privaten Telekommunikationsanbietern über die entste-hende Netzinfrastruktur einen offenen Zugang auf Vorleistungsebene, einschließlich der physischen Entbündelung einer Glasfaser je erschlossenem Grundstück an. Dieses Angebot ist als Projektpreis gestaltet. Damit könnten sie zum Preis einer Kupferleitung (Layer 1) einen eigenen Zugang über das kommunale Netz erhalten. Dieses Angebot wurde auch im Neubaugebiet Oberweier in Ettlingen beiden Unter-nehmen unterbreitet. Hier hat sich die Deutsche Telekom aber bereits dafür entschie-den, neben dem Glasfasernetz der Stadtwerke Ettlingen ein vollständig paralleles Netz aufzubauen

    Bei Golem heißt es dann später ....

    https://www.golem.de/news/diginetz-gesetz-gemeinde-muss-unitymedia-und-telekom-hereinlassen-1707-129019.html


    >Umso anstößiger sei daher, dass die Gemeinde beziehungsweise der Zweckverband diese für eine Netzverlegung günstige Ausgangssituation für sich allein nutzen und andere vom gleichen Vorteil ausschließen wolle.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.09.20 12:23 durch M.P..

  13. Re: Und was ist der Bedarf?

    Autor: bombinho 03.09.20 - 15:33

    Pecker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe fast den gleichen Luxus. Habe die Möglichkeit 1 Gbit/s über
    > Vodafone und 1 Gbit/s über Telekom Glasfaser zu bekommen. Gebucht habe ich
    > 50 Mbit/s, weil die anderen Tarife einfach zu teuer sind und der Mehrwert
    > überschaubar.

    Damit liegst du etwa beim Bedarf meiner Mutter. Eine nicht zu vernachlaessigende Kundengruppe, die bis vor kurzem noch hauptsaechlich mit 16Mbps versorgt wurde. Wobei der Umschwung in dieser Zielgruppe sehr langsam erfolgt. Oft genug allerdings auch aufgrund der dir nicht fehlenden Wahlmoeglichkeit.

    Wie schon oft gesagt, die Fragestellung nach dem Bedarf muss unterteilt werden.
    Da ist der Bedarf des Kunden (also hier Du) und der Bedarf des Anbieters.

    Du hast nur einen Bedarf nach 50Mbps. Gut.
    Dein Anbieter hat aber weder die Moeglichkeit diesen Bedarf fuer jeden einzelnen Anschluss praezise fuer jeden Zeitpunkt vorauszusagen, noch gibst du deinem Anbieter die schriftliche Garantie, dass sich dein Bedarf nie aendern wird oder ein Nachnutzer einen voellig anderen Bedarf hat.

    Insofern hat dein Anbieter den Bedarf, moeglichst jeden Haushalt maximal abzudecken. Du koenntest nach deiner Geldboerse waehlen. Millionen von Kunden koennten allenthalben in ein Gebiet mit besserer Versorgung umziehen. Aber wo ziehen dann die Leute hin, die schon dort wohnen?

    Dein Anbieter kann die 1Gbps bereitstellen oder auch 50Mbps. Sogar 16 Mbps waeren noch moeglich. Wo er das nicht kann, entgeht ihm schlussendlich der Umsatz und die Konkurrenz kann an diesem Punkt empfindlich ansetzen. Schau dir doch die stetig sinkenden Anschlusszahlen (vermietete Anschluesse) der Telekom an. Die sinken nicht, weil die Telekom bieten kann, was die Kunden wollen sondern weil sie es eben nicht bieten koennen.

    Nahezu jeder Anbieter in Deutschland wuerde jubeln, wenn er soviele Kunden dazugewinnen koennte, wie die Telekom jaehrlich verliert. So verteilt es sich aber auf alle Alternativanbieter.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.09.20 15:34 durch bombinho.

  14. Re: Problem mit Verteilung

    Autor: Faksimile 05.09.20 - 22:03

    Was wohl verständlich ist, denn multiple Anschlüsse der gleichen Versorgungsart (Telekommunikation) im Gebäude sind nicht wirklich sinnvoll, da eine Signaleinspeisung anderweitig möglich ist (Bitstream).

    Es ist unsinnig, so etwas mehrfach zu verlegen. Wie eben bei Gas, Wasser, Abwasser, Strom. Die gibt es im Regelfall pro Gebäude nur jeweils ein mal.

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