-
Ich habe damals das erste iPhone nicht gekauft...
Autor: Slartie 04.12.18 - 11:15
...weil es kein 3G hatte, was nun mal ernsthaft notwendig war, um mit einem vollwertigen Browser im Internet zu surfen - die Edge-Wartezeiten waren nicht erträglich, und 3G machte einen Riesenunterschied. Und ich wollte ja gerade ein iPhone, weil das eines der wenigen Smartphones war, mit denen man "das Internet" im Zugriff hatte, nicht irgendeinen WAP-Scheiß oder totkomprimierter Opera-Proxy-Krempel, für den Edge meinetwegen noch gerade so ausreichend war.
Also hab ich beim ersten iPhone gewartet und beim iPhone 3G dann am Erscheinungstag zugegriffen.
Der Umstieg von 3G auf LTE war schon deutlich weniger kritisch. Ich kann mich nicht erinnern, dass das meine Smartphone-Update-Planung irgendwie beeinflusst hätte. Als ich LTE plus dazu passenden Tarif dann hatte und der Ausbau mal gut war, lernte ich es schätzen, aber wenn der Fallback auf 3G mal erfolgte, war das auch kein Beinbruch.
Mit 5G wird das noch viel weniger ausmachen. Die mit LTE praktisch erreichbaren Geschwindigkeiten genügen mir völlig für alles, was ich auf dem Smartphone mache. Darüber laufen keine fetten Multi-Gigabyte-Downloads - das größte, was ich über LTE ziehe, sind gelegentlich Podcast-Episoden von 30-120MByte, und selbst die hab ich in 1-2 Minuten geladen, was mir mehr als schnell genug ist.
Auch die Latenz über LTE ist schon so viel besser als damals über 3G, dass der praktische Unterschied bei 5G nur noch marginale Auswirkungen auf reale Ladezeiten von Websites haben wird. Mit der LTE-Latenz kann man sogar per Tethering schon recht gut Online-Shooter zocken - wo soll sich da noch allzu viel verbessern? 5G macht ja nicht auf magische Weise den Rest des kabelgebundenen Internets hinter den Funkmasten schneller.
Von daher: ich freu mich auf 5G, aber ich freue mich mehr auf die größere Gesamt-Netz-Kapazität, auf die sich die Nutzer alle verteilen werden, als dass ich mich auf irgendwelche höheren Maximal-Downloadraten oder sowas freue. Mehr Gesamtkapazität heißt weniger Einbrüche zu Spitzenzeiten und konstantere Performance. Dieser Effekt ist aber eher etwas, was längerfristig über viele Jahre hinweg eintritt, und er hängt genausosehr damit zusammen, dass andere Leute auf 5G wechseln, wie damit, dass ich das irgendwann tue. Ergo wird 5G-Verfügbarkeit ein Jahr früher oder später auch dieses Mal keine Rolle bei der Wahl meines iPhone-Upgrade-Zeitpunkts spielen. -
Re: Ich habe damals das erste iPhone nicht gekauft...
Autor: Peter Brülls 04.12.18 - 17:15
Slartie schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> ...weil es kein 3G hatte, was nun mal ernsthaft notwendig war, um mit einem
> vollwertigen Browser im Internet zu surfen - die Edge-Wartezeiten waren
> nicht erträglich, und 3G machte einen Riesenunterschied. Und ich wollte ja
> gerade ein iPhone, weil das eines der wenigen Smartphones war, mit denen
> man "das Internet" im Zugriff hatte, nicht irgendeinen WAP-Scheiß oder
> totkomprimierter Opera-Proxy-Krempel, für den Edge meinetwegen noch gerade
> so ausreichend war.
Das Argument kenne ich noch von damals, von Leuten die mir ungefragt erzählt haben, dass ich ja ohne UMTS nicht ausgekommen könne.
In der Praxis hatte ich dann einen voll funktionalen Browser, den ich überall benutzen konnte, nur halt langsam, wenn ich in keinem WLAN war. Was selbstverständlich vorkam, klar.
Für mich viel wichtiger zu dem Zeitpunkt: Richtiges E-Mail. Da meine E-Mails im wesentlich Text sind und ich auch heute noch immer alles auf text/plain runterprügel was nur geht, war das das Killerargument schlechthin.
Selbst die Karte war einsetzbar.
Aber ja, schneller ist schon besser. Aber wenn ich jetzt sehe, wo ich überall nur pro-forma LTE kriege, erwarte ich nicht, dass der 5G Ausbau das so schnell ausgleichen wird.



