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200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

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  1. 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: Flexy 02.09.21 - 21:19

    Mal abgesehen davon, dass man so eine Auflösung nie wirklich braucht, nicht mal für ein Wandfüllendes Bild fürs Wohnzimmer: Es ist "physikalischer Unsinn"!
    Das liegt auch mit daran, dass die Pixel hier nur noch 640nm groß sind - und das Licht selbst eine Wellenlänge von 380nm bis 780nm hat. Strukturen in roter Farbe kann man so gar nicht mehr "Pixelgenau" auflösen. Lediglich mit blauem Licht würde man so feine Strukturen überhaupt noch auf den Sensor abbilden können (Stichwort Diffraktion usw.) (Nur mit dem blauen Laser einer BluRay mit 405nm kann man z.B. die notwendige "Spotgröße" des Lasers von 480nm überhaupt erreichen - bei der DVD mit einem roten Laser (650nm) ist der so erreichbare Spot schon >1µm.)

    Dazu kommt dann noch die Optik vor dem Sensor - die ganz sicher auch nicht so feine Strukturen auflösen können wird. Das mag noch in der Fotolithografie gehen, wo man mit nur einer Wellenlänge und weit geschlossenen Blenden usw. arbeiten kann - aber nicht bei einem Smartphone mit Plastik-Presslinse und f/2.8 oder f/4.

    Aber selbst wenn ein Alien mit seiner Sci-Fi-Technik und mit Hilfe eines Zauberspruchs von Harry Potter zusammen so eine Optik ermöglichen und die "Pixelgenaue" Abbildung irgendwie ermöglichen würde - es wäre immer noch völlig sinnfrei! Denn bei einem horizontalen Bildwinkel von 75° (entspricht grob einem 26mm Objektiv am Kleinbildsensor... also schon starker Weitwinkel) und z.B. einem Foto mit 17000x12000px hätte man nur rund 16 Winkelsekunden pro Pixel, die man das Handy maximal verdrehen dürfte während der Aufnahme, also rund 1/220 ° - sonst überstreicht das abgebildete Objekt auf dem Sensor mehr als ein Pixel.
    Das lässt sich natürlich durch eine kurze Belichtungszeit kompensieren - aber hier müsste die Zeit dann schon sehr kurz sein. Zum Vergleich: mit einer Kleinbildkamera geht man meist davon aus, dass man "1/Brennweite in Sekunden" ungefähr stillhalten kann bei einer 24MP Kamera. Bei 26mm Brennweite könnte man also in etwa 1/30s grade noch "Pixelgenau" sauber halten, mit 1/60s ist man erst wirklich auf der sicheren Seite beim Pixelpeeping. Hat man eine höher auflösende KB-Kamera mit z.B. 48MP oder 50MP, dann kann man diese Zeit noch mal deutlich verkürzen, hier muss man schon auf mind. 1/60s bzw. 1/120s gehen. Und bei kleineren Sensoren (mit dann kleineren Pixeln) verkürzt sich das noch mal weiter. An einer 24MP APS-C Kamera hat man auch die notwendigen 1/120s wie an der 48MP KB-Format, die Pixel sind hier auch ähnlich groß (rund 4,5µm). Die Pixel hier sind aber nur 0,64µm groß - und folglich müsste man hier bei einem horizont. Bildwinkel von 75° (26mm KB-Äquivaltent) schon auf maximal 1/4000s gehen um das Bild nicht zu verwackeln.

    Was bei der niedrigen Empfindlichkeit des Sensors leider nur mit wahnsinnig viel Licht oder starkem Rauschen (eben wegen der nur 0,4µm² großen Fläche eines Pixels.. gegenüber den 24µm² einer KB-Kamera mit 24MP...mit enstprechend weniger Photonenrauschen) überhaupt möglich ist.


    ==> 200MP sind einfach nur völlig sinnbefreiter Marketing-Bullshit, der nicht ohne ziemlich viele Tricks in der internen Nachbearbeitung des Bildes überhaupt als Ausgabe machbar ist. Aber da kann man sich den Aufwand mit dem Sensor mit Pixelgröße < Lichtwellenlänge auch direkt mal sparen und einfach ein 24MP Bild her nehmen (das kriegt auch ein Smartphone-Sensor noch ohne viele Tricks abgebildet) und das dann mit ein bisschen mathematischer Zauberei und etwas Interpolation auf 200MP aufplustern.

  2. Re: 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: bernstein 02.09.21 - 21:54

    > ==> 200MP sind einfach nur völlig sinnbefreiter Marketing-Bullshit
    du sagst es.
    Das liegt aber primär an den Linsen. Viel mehr als 12-24MP geht da nicht. Jedenfalls nicht ohne ein paar hundert bis tausend euro dafür hinzublättern. Auch bei grossen Kamera's sind die Linsen meist der limitierende Faktor, jedefalls solange sie nicht im vierstelligen Bereich kosten.

    Ansonsten bin ich der Meinung, dass :
    - es reichen würde wenn man die 200MP nur bei prallem Sonnenschein ausnutzen könnte und bei weniger Licht mit der Auflösung runtergehen müsste. Mit pixel-binning geht das ja "problemlos". Prinzipiell wäre immer noch ein Mehrwert vorhanden, wenn man die maximale Auflösung auch bei besten Lichtverhältnissen nur mit Stativ nutzen könnte.
    - man durchaus im Bereich der physikalischen Grenzen operierieren kann. Ist jedoch klar dass noch kleinere Pixel nichts mehr bringen und man da das Potential voll ausgeschöpft hat.

  3. Re: 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: Poison Nuke 03.09.21 - 07:15

    bernstein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das liegt aber primär an den Linsen. Viel mehr als 12-24MP geht da nicht.
    > Jedenfalls nicht ohne ein paar hundert bis tausend euro dafür
    > hinzublättern. Auch bei grossen Kamera's sind die Linsen meist der
    > limitierende Faktor, jedefalls solange sie nicht im vierstelligen Bereich
    > kosten.

    falsch.

    long story short: schau Dir mal opische Vergleiche an zwischen Linsen mit vielen Elementen für einen Vollformat-Sensor und mit hoher Lichtstärke und dann vergleiche mal das gegen eine billige Linse für einen 3/4 Sensor oder kleiner mit wenigen Elementen.

    Ich hoffe ein Muster wird erkennbar.. Nämlich je kleiner eine Liste, desto exponentiell einfacher wird die Fertigung ohne optische Fehler. Und je weniger Elemente das Linsensystem hat, desto weiterhin einfacher wird es. Physikalisch ist es aufjedenfall möglich, bei derart kleinen Linsen die Auflösung zu erreichen (spätestens das BluRay Beispiel zeigt es ja, die verwenden ja auch keine zig-tausend Euro teuren Linsen für den Laser)

    Es ist schon seit einigen Jahren so, dass hochwertige Objektive für Vollformat-Kameras teilweise mit Abstand schlechter sind vom Auflösungs-Vermögen her als selbst einfache Handy-Kameras oder auch kleine Kompakt-Kameras.
    Einfach mal auf DXOMark ein paar extreme Vergleiche machen.


    Was natürlich stimmt, die Pixel können nicht kleiner werden, aber wir sind schon lange im Sub-1µm Bereich und bisher hatte sich noch keiner beschwert.
    Zumal die Software hinter den Sensoren immer besser wird. Ich hätte mir früher nie denken können, dass ich eine 10sek Belichtung aus der Hand machen könnte bei voller Bildschärfe.
    Und die gleiche Technologie kann verwendet werden, um virtuell die Schärfe zu erhöhen (wird ja schon in einigen Telefonen gemacht). Durch minimale Bewegung des Sensors und einer Mehrfachbelichtung können viele Probleme herausgerechnet werden.

  4. Re: 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: M.P. 03.09.21 - 07:41

    Hmm, vom Bauch her würde ich sagen, dass es da gewisse physikalische Gesetze gibt, die dem entgegenstehen. 640 nm Sensorgröße liegt z. B. schon im Bereich der Wellenlänge des sichtbaren Lichts..

    Wenn man mit stecknadelkopfgroßen Linsen und Sensoren die gleichen Abbildungsqualitäten hinbekäme, wie mit Vollformatsensoren, würden die Fotografen nicht mit so schwerem Equipment herumlaufen....

  5. Re: 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: Flexy 03.09.21 - 09:19

    Poison Nuke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >Und je
    > weniger Elemente das Linsensystem hat, desto weiterhin einfacher wird es.
    > Physikalisch ist es aufjedenfall möglich, bei derart kleinen Linsen die
    > Auflösung zu erreichen (spätestens das BluRay Beispiel zeigt es ja, die
    > verwenden ja auch keine zig-tausend Euro teuren Linsen für den Laser)

    BR Linsen sind auch keine Objektive, das sind nur ganz einfache Linsensysteme um den Laser zu fokussieren. Aberration und Verzeichnung ist da wurscht. Da muss nur 1 und 0 erkannt werden.

    > Es ist schon seit einigen Jahren so, dass hochwertige Objektive für
    > Vollformat-Kameras teilweise mit Abstand schlechter sind vom
    > Auflösungs-Vermögen her als selbst einfache Handy-Kameras oder auch kleine
    > Kompakt-Kameras.

    Sorry, da liegst du leider nicht richtig.
    Große Linsensysteme mit großen Sensoren sind leichter in hoher Auflösung fertigbar als die kleinen Handy- und Kompaktkamera-Systeme für die kleinen Sensoren. Hier spielt zum einen die Wellenlänge des Lichts rein (die bei kleinen Systemen schon limitiert), zum anderen muss man hier durch die größe der Pixel keine so engen Toleranzen in der Fertigung einhslten. Und die Geometrie kriegt man mit den Paketen aus vielen Linsen auch besser in den Griff. Auflösungen mit 3000lp/bh kriegt man am Vollformat und erst recht am 6x9 Mittelformat mit einem guten Objektiv noch hin, an der Kompaktjamera und erst recht am handy kriegt eher max. 1500lp/bh aufgelöst.

    > Zumal die Software hinter den Sensoren immer besser wird. Ich hätte mir
    > früher nie denken können, dass ich eine 10sek Belichtung aus der Hand
    > machen könnte bei voller Bildschärfe.
    > Und die gleiche Technologie kann verwendet werden, um virtuell die Schärfe
    > zu erhöhen (wird ja schon in einigen Telefonen gemacht). Durch minimale
    > Bewegung des Sensors und einer Mehrfachbelichtung können viele Probleme
    > herausgerechnet werden.

    das ist dann aber nur die Software, die das macht - und ein Bild mit 1/500s ist z. B. was anderes als ein Bild aus 10 Einzelbildern, da siehst du nämlich am Ende meist was in 1/50 oder eher in 1/30s so passiert ist..

  6. Und dann kommt die Software ins Spiel!

    Autor: Pecker 03.09.21 - 10:50

    Flexy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mal abgesehen davon, dass man so eine Auflösung nie wirklich braucht, nicht
    > mal für ein Wandfüllendes Bild fürs Wohnzimmer: Es ist "physikalischer
    > Unsinn"!
    > Das liegt auch mit daran, dass die Pixel hier nur noch 640nm groß sind -
    > und das Licht selbst eine Wellenlänge von 380nm bis 780nm hat. Strukturen
    > in roter Farbe kann man so gar nicht mehr "Pixelgenau" auflösen. Lediglich
    > mit blauem Licht würde man so feine Strukturen überhaupt noch auf den
    > Sensor abbilden können (Stichwort Diffraktion usw.) (Nur mit dem blauen
    > Laser einer BluRay mit 405nm kann man z.B. die notwendige "Spotgröße" des
    > Lasers von 480nm überhaupt erreichen - bei der DVD mit einem roten Laser
    > (650nm) ist der so erreichbare Spot schon >1µm.)

    Stellt sich die Frage, warum man überhaupt noch rote Elemente Abbilden kann. Geht scheinbar.

    > Dazu kommt dann noch die Optik vor dem Sensor - die ganz sicher auch nicht
    > so feine Strukturen auflösen können wird.

    Vermutung oder Wissen?

    >Das mag noch in der Fotolithografie gehen, wo man mit nur einer Wellenlänge und weit
    > geschlossenen Blenden usw. arbeiten kann - aber nicht bei einem Smartphone
    > mit Plastik-Presslinse und f/2.8 oder f/4.

    Warum nicht?

    > Aber selbst wenn ein Alien mit seiner Sci-Fi-Technik und mit Hilfe eines
    > Zauberspruchs von Harry Potter zusammen so eine Optik ermöglichen und die
    > "Pixelgenaue" Abbildung irgendwie ermöglichen würde - es wäre immer noch
    > völlig sinnfrei!

    Deiner Meinung nach.

    >Denn bei einem horizontalen Bildwinkel von 75° (entspricht
    > grob einem 26mm Objektiv am Kleinbildsensor... also schon starker
    > Weitwinkel) und z.B. einem Foto mit 17000x12000px hätte man nur rund 16
    > Winkelsekunden pro Pixel, die man das Handy maximal verdrehen dürfte
    > während der Aufnahme, also rund 1/220 ° - sonst überstreicht das
    > abgebildete Objekt auf dem Sensor mehr als ein Pixel.

    Und das ist weshalb ein Problem? Artikel auch gelesen, dass bei schlechtem Licht die Pixel zusammengefasst werden?

    > Das lässt sich natürlich durch eine kurze Belichtungszeit kompensieren -
    > aber hier müsste die Zeit dann schon sehr kurz sein.

    Dann ist die Zeit halt kurz, kein Problem.

    >Zum Vergleich: mit
    > einer Kleinbildkamera geht man meist davon aus, dass man "1/Brennweite in
    > Sekunden" ungefähr stillhalten kann bei einer 24MP Kamera. Bei 26mm
    > Brennweite könnte man also in etwa 1/30s grade noch "Pixelgenau" sauber
    > halten, mit 1/60s ist man erst wirklich auf der sicheren Seite beim
    > Pixelpeeping. Hat man eine höher auflösende KB-Kamera mit z.B. 48MP oder
    > 50MP, dann kann man diese Zeit noch mal deutlich verkürzen, hier muss man
    > schon auf mind. 1/60s bzw. 1/120s gehen.

    Dann macht man das halt.

    >Und bei kleineren Sensoren (mit
    > dann kleineren Pixeln) verkürzt sich das noch mal weiter. An einer 24MP
    > APS-C Kamera hat man auch die notwendigen 1/120s wie an der 48MP KB-Format,
    > die Pixel sind hier auch ähnlich groß (rund 4,5µm). Die Pixel hier sind
    > aber nur 0,64µm groß - und folglich müsste man hier bei einem horizont.
    > Bildwinkel von 75° (26mm KB-Äquivaltent) schon auf maximal 1/4000s gehen um
    > das Bild nicht zu verwackeln.

    Als gäbe es keine anderen Möglichkeiten, das in den Griff zu bekommen.

    > Was bei der niedrigen Empfindlichkeit des Sensors leider nur mit wahnsinnig
    > viel Licht oder starkem Rauschen (eben wegen der nur 0,4µm² großen Fläche
    > eines Pixels.. gegenüber den 24µm² einer KB-Kamera mit 24MP...mit
    > enstprechend weniger Photonenrauschen) überhaupt möglich ist.

    Oder man fast einfach 16 Pixel zu einem zusammen, wie im Artikel beschrieben und hat dann halt bei schlechtem Licht größere Pixel oder bei Tageslicht mehr. Wo ist da jetzt das Problem?

    > ==> 200MP sind einfach nur völlig sinnbefreiter Marketing-Bullshit, der
    > nicht ohne ziemlich viele Tricks in der internen Nachbearbeitung des Bildes
    > überhaupt als Ausgabe machbar ist. Aber da kann man sich den Aufwand mit
    > dem Sensor mit Pixelgröße < Lichtwellenlänge auch direkt mal sparen und
    > einfach ein 24MP Bild her nehmen (das kriegt auch ein Smartphone-Sensor
    > noch ohne viele Tricks abgebildet) und das dann mit ein bisschen
    > mathematischer Zauberei und etwas Interpolation auf 200MP aufplustern.

    Warum 24 MP? 12 wären doch besser und das kann der Sensor hier ja mit Pixelbinning.

    was du komplett übersiehst, dass ist die Software. Wer sich hier beschwert, dass die Software ja vom eigentlichen Bild nichts mehr übrig lässt, der hat sowieso kein Smartphone als Kamera. Alle anderen sind mit den Bildern, die dabei rauskommen hoch zufrieden.
    Wenn ich mir anschaue, was die Pixelgeräte im Nachtmodus für eine Schärfe und Details rausholen im Freihandmodus... Sorry das schaffe ich nicht mal mit meiner zugegeben alten Spiegelreflexkamera, aber die Bilder sind nicht verwackelt. Das regelt die Software.
    200 MP hat einfach mehr Informationen als 24 MP und im Zusammenspiel mit Software wird das Ergebnis mit einem 200 MP Chip besser sind, als mit einem 24 MP Chip. Und wer Bilder, die mit Software überarbeitet sind nicht mag, der fotografiert mit gar keinem Smartphone. hatten wir ja schon.

  7. Re: 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: Flexy 03.09.21 - 13:36

    Du hast nicht verstanden, dass ein 200MP Sensor im Handy eben nicht wesentlich mehr brauchbare Informationen liefern kann als ein 50MP Sensor im Handy. Das mit der Belichtungszeit hast du auch nicht verstanden, Stichwort Bewegungsunschärfe. Und daß 1/4000s bei normalem Licht selbst mit einem f/2.8 Objektekiv zu wenig Licht ist,
    ist die wohl auch nicht klar. Wenn man aber immer Pixel zusammen fassen muss, dann kann man auch gleich einen 50Mp Pixel sensor nehmen.

    Und man kann keine roten Strukturen mit 640nm exakt abbilden, auch wenn man rote Strukturen natürlich abbilden kann.. mach dich schlau, was Aberrationen sind. Dann verstehst du auch, warum Fotolitho mit einer Wellenlänge und f/8 was anderes ist als ein Bild mit einer Hand Kamera.. .

  8. Re: 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: Poison Nuke 03.09.21 - 20:53

    Flexy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > im Handy. Das mit der Belichtungszeit hast du auch nicht verstanden,
    > Stichwort Bewegungsunschärfe.
    das hast Du leider nicht verstanden. Sämtliche besseren Handies haben mittlerweile extrem gute optische Bewegungs-Stabilisierung. Gerade durch die kleinen Linsen funktioniert die sehr viel besser als bei Canon oder Sony und die waren schon echt gut.
    mal die Kamera nicht eine lange Belichtung macht, sondern extrem viele Bilder mit kurzer Belichtung und dann im Hintergrund die Bilder pixel-genau überlagert und zusammenrechnet und so eigentlich eine noch höhere Auflösung interpolieren könnte.

    Es gab zwischenzeitlich schon Sensoren, die eigentlich nur 12MP hatten und dennoch echte 50MP Bilder erzeugt hatten einfach nur weil mittlerweile extrem viel Nachbearbeitung automatisch passiert.

    Unter guten Lichtbedingungen spricht nichts dagegen, dass der Sensor tatsächlich echte 200MP liefert, bei denen auch noch benutzbare Bildinformationen enthalten sind, die deutlich über 50MP hinausgehen.

  9. Re: 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: Flexy 03.09.21 - 23:45

    Sorry, aber auch mit einem guten IBIS kriegst du ein frei Hand gehaltenes Handy nicht ausreichend stabilisiert um die Verwacklung < 0,005° zu halten. Das sind wirklich extreme Werte, die hier notwendig werden durch die extrem hohe Auflösung. Selbst mit einem Stativ und dem Handy darauf wirst du das kaum hin bekommen: Würdest du hier einen Stabilisator mit 10m langen Hebel an die Kamera montieren um sie möglichst präzise einzustellen, du müsstest hier in 10m Entfernung noch auf 0,75mm genau einstellen. Oder an einem 2mm langen Hebel wie am IBIS des Sensors in der Realität eben auf < 200nm genau.

    Und nochmal:
    Ja, natürlich kann man nicht nur ein Bild machen, man kann auch 10 Bilder machen und die dann verrechnen. Aber genau hier hast du eben das Problem, dass NICHT beliebig kurz belichtet werden kann. So ein paar Photonen müssen halt doch noch auf dem Sensor registriert werden - und bei nur 0,4µm² Sensorfläche in z.B. 1/1000s kommt da nicht mehr viel an.
    Bei hellem Tageslicht am Mittag hast du 3,6E21 Photonen pro m² und Sekunde. Davon schluckt die Optik vor dem Sensor noch ein bisschen was - und am Ende wirst du irgendwo um 2E6 Photonen haben pro Pixel für so eine Aufnahme mit 1/1000s. Und damit schon mal massives Quantenrauschen am Signal aus dem kleinen Pixelchen. Und je kürzer du hier belichtest, desto massiver wird das Quantenrauschen.

    Und: Selbst wenn du mit 1/1000s belichtest - bei 10 Bildern hintereinander kommst du hier mit "Verschlusszeiten" in denen der elektronische Verschluss ausgelesen wird, auch schon auf 1/100s + Auslesezeiten zwischen dem ersten und dem letzten Bild, also auf grob geschätzt gut 1/60s über die ganze Serie. Und damit hat sich z.B. ein Fußballspieler schon so weit bewegt, dass er eben z.B. 10 bis 20 dieser Winzpixel überstrichen hat. Während der Hintergrund sich nicht bewegt hat. Und:
    Klar könnte man das mit einer sehr aufwendigen Software auch raus rechnen.
    Aber da kann man dann einfach sein 50MP Bild nehmen und das dann per Software auf 200MP aufplustern... heute kein Problem mehr. Nur kann man das dann nicht so toll vermarkten.

    Aber wie gesagt spricht hier schon die Physik dagegen, dass das so wirklich funktioniert.
    Die Linsensysteme können diese hohe Auflösung des Sensors gar nicht "bedienen" - wie willst du denn hier auf Zerstreuungskreise kommen, die noch unter der Wellenlänge des Lichts liegen, das du hier verwendest... dahilft nur ein Alien und Harry Potter!

    Oder jemand, der offensichtlich gern an Marketing-Versprechen von vielen MPix glaubt...

  10. Danke für die super Erklärungen.

    Autor: format 04.09.21 - 09:20

    Wirklich gut geschrieben.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.09.21 09:33 durch format.

  11. Re: 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: Labbm 04.09.21 - 21:15

    Poison Nuke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Flexy schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > im Handy. Das mit der Belichtungszeit hast du auch nicht verstanden,
    > > Stichwort Bewegungsunschärfe.
    > das hast Du leider nicht verstanden. Sämtliche besseren Handies haben
    > mittlerweile extrem gute optische Bewegungs-Stabilisierung.

    Ergo - doch nicht verstanden. Flexy spricht von Bewegungsunschärfe, du von Bildstabilisierung. Das ist ein Himmelweiter Unterschied.

  12. Re: 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: Antischwurbler 05.09.21 - 23:11

    Flexy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mal abgesehen davon, dass man so eine Auflösung nie wirklich braucht, nicht [usw. usf.]

    Und jetzt schau dir mal die winzigen Sensoren hinter Smartphone-Teleobjektiven an! Von wegen Physik und so ;)

  13. Re: 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: Flexy 06.09.21 - 00:22

    Antischwurbler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Flexy schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Mal abgesehen davon, dass man so eine Auflösung nie wirklich braucht,
    > nicht
    >
    > Und jetzt schau dir mal die winzigen Sensoren hinter
    > Smartphone-Teleobjektiven an! Von wegen Physik und so ;)

    Und?
    Z.B. hat man am Samsung S21+ einen 64MPix 1/1,7" (Crop 4,5) Sensor, der hinter einem Teleobjektiv mit 29mm Brennweite und 14,5mm Öffnung sitzt und Pixel mit 0,8µm Größe hat.

    Und ja, man kann damit Fotos machen -aber hier bist du schon wirklich an der Grenze der Physik. Mit den 800nm großen Pixeln kannst du hier noch Strukturen mit sichtbarem Licht (380nm bis 780nm Wellenlänge) gerade so abbilden, auch wenn es im Rot schon an die Grenzen geht. Was mit einem nur 640nm großen Pixel schon gar nicht mehr geht.

    Und was die Auflösung der Optiken an geht: Je größer hier die Aperatur der Optik im Verhältnis zur Wellenlänge des Lichts, desto höher die Auflösung des Objektivs. Stichwort Raleigh-Kriterium. Ein Vollformat-Objektiv mit 65mm Öffnung hat eben eine etwa 4,5 mal so hohe physikalische Auflösung wie ein kleines Smartphone-Objektiv. Und entsprechend geringer wird hier z.B. die chromatische Aberration am einzelnen Pixel, welche durch die von der Wellenlänge abhängige Brechung des Lichts am Glas entsteht. Wobei bei großen Objektiven auch Pakete aus mehreren Linsen einsetzt werden können um diese Fehler zu korrigieren.

    Ist es das, was du mit "Physik" meinst?

  14. Re: 200MP am Smartphone sind leider völlig sinnfrei... und zwar komplett!

    Autor: Antischwurbler 06.09.21 - 01:42

    Flexy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Antischwurbler schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Flexy schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Mal abgesehen davon, dass man so eine Auflösung nie wirklich braucht,
    > > nicht
    > >
    > > Und jetzt schau dir mal die winzigen Sensoren hinter
    > > Smartphone-Teleobjektiven an! Von wegen Physik und so ;)
    >
    > Und?
    > Z.B. hat man am Samsung S21+ einen 64MPix 1/1,7" (Crop 4,5) Sensor, der
    > hinter einem Teleobjektiv mit 29mm Brennweite und 14,5mm Öffnung sitzt und
    > Pixel mit 0,8µm Größe hat.
    >
    > Und ja, man kann damit Fotos machen -aber hier bist du schon wirklich an
    > der Grenze der Physik. Mit den 800nm großen Pixeln kannst du hier noch
    > Strukturen mit sichtbarem Licht (380nm bis 780nm Wellenlänge) gerade so
    > abbilden, auch wenn es im Rot schon an die Grenzen geht. Was mit einem nur
    > 640nm großen Pixel schon gar nicht mehr geht.
    >
    > Und was die Auflösung der Optiken an geht: Je größer hier die Aperatur der
    > Optik im Verhältnis zur Wellenlänge des Lichts, desto höher die Auflösung
    > des Objektivs. Stichwort Raleigh-Kriterium. Ein Vollformat-Objektiv mit
    > 65mm Öffnung hat eben eine etwa 4,5 mal so hohe physikalische Auflösung wie
    > ein kleines Smartphone-Objektiv. Und entsprechend geringer wird hier z.B.
    > die chromatische Aberration am einzelnen Pixel, welche durch die von der
    > Wellenlänge abhängige Brechung des Lichts am Glas entsteht. Wobei bei
    > großen Objektiven auch Pakete aus mehreren Linsen einsetzt werden können um
    > diese Fehler zu korrigieren.
    >
    > Ist es das, was du mit "Physik" meinst?

    Je größer die Brennweite, desto kleiner muss bei selber Bautiefe der Sensor ausfallen, ganz einfach. Ich persönlich halte den redundanten Dual/Triple/Quad Sensor Hype für Quatsch, mal ganz davon abgesehen, dass man damit in Videos nicht vernünftig stufenlos zoomen kann. Meiner Meinung nach hatte Nokia damals mit PureView genau den richtigen Ansatz und finde, diesen sollte man weiterführen: EIN möglichst großer Sensor mit hoher Auflösung, der in den allermeisten Situationen ganz oder zu einem großen Teil genutzt werden kann. Und wenn doch mal mehr Zoom benötigt wird, dann cropt die Software einfach aus der Sensor-bzw. Linsenmitte, wo ohnehin die beste, am wenigsten verzerrte Bildqualität herrscht. Obendrein spart das gegenüber zig Linsen Platz im Gehäuse, zum Beispiel für den Akku.

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