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Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

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  1. Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: lincoln33T 19.06.20 - 14:35

    Aber nur wenn der Ausbau wirtschaftlich ist !

    Dann wohl doch nicht jeder Haushalt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.06.20 14:40 durch lincoln33T.

  2. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: solary 19.06.20 - 15:16

    lincoln33T schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber nur wenn der Ausbau wirtschaftlich ist !
    >
    > Dann wohl doch nicht jeder Haushalt.

    Naja die <16 mb/s oder noch wenige Gebiete werden dann wohl damit leben müssen.
    Denn wenn sich jetzt kein Ausbau lohnt wird sich auch in 6 Jahren keinen Ausbau lohnen.
    Das sind wohl die 25 Seelendörfer, wo die Häuserweit aus einander sind.
    Aber die Glasfaser muss auch erst mal über >25km ins Dorf geholt werden, womöglich müssen Straßen/Gleise überquert werden, das haut jede Investition weg.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.06.20 15:17 durch solary.

  3. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: Landorin 19.06.20 - 20:33

    Dann muss da eben die Kommune einspringen und das entsprechend fördern. Hatte man bei uns gemacht und ALLE Käffer im Umkreis ausgebaut. Selbst die, wo gefühlt nur ein paar Leute und Kühe wohnen. Innerhalb von einem Jahr gab's dann 100 Mbit für fast alle, während in der nächst größeren Stadt teilweise nur 2 Mbit drin waren (und das noch ziemlich nah am Stadtzentrum). Mittlerweile teilweise bis zu 250 Mbit per verfügbar. Eines der wenigen Beispiele, wo man sieht, wie gut es laufen könnte, wenn man politisch es mal richtig anpackt.

  4. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: bombinho 19.06.20 - 21:33

    solary schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ..., das haut jede Investition
    > weg.

    Ach, in Doerfern gilt dann keine Mischinvestition mehr? Hoffentlich weiss das die Firma, die vollmundig "Diskriminierungsfreiheit" toent, noch nicht.

    Wenn es aber darum geht, Dienste in die Doerfer zu verkaufen oder Bio-Sonstwas zu bestellen, dann soll es doch noch irgendwie funktionieren, Hauptsache man muss diese vermaledeiten nichtsnutzigen Doerfler nicht mitschleppen. /s



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 19.06.20 21:36 durch bombinho.

  5. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: ssj3rd 19.06.20 - 21:45

    lincoln33T schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber nur wenn der Ausbau wirtschaftlich ist !

    Vollkommen richtig so, oder funktionieren Aktiengesellschaften plötzlich anders?
    Habe ich was verpasst?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.06.20 21:46 durch ssj3rd.

  6. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: bombinho 19.06.20 - 22:43

    ssj3rd schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Habe ich was verpasst?

    Jupp, den Teil, wo die Telekom ein landesweites Telekommunikationsnetz uebereignet bekam, mit der Verpflichtung, dieses nicht zum Nachteil der Gesellschaft verrotten zu lassen.
    Ansonsten bestuende naemlich keine Notwendigkeit mehr, den Markt zum Vorteil der Platzhirsche komplett abzuschotten. Echtem Wettbewerb ausgesetzt, saehe es ziemlich uebel aus fuer solche Firmen.

    Es gibt da so gewisse graduelle Unterschiede bei Unternehmen, vom Betreiber der Eisdiele um die Ecke bis hin zu Firmen wie der Deutschen Bahn. Auch und vor allem, was Verantwortung der Gesellschaft gegenueber angeht.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 19.06.20 22:47 durch bombinho.

  7. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: ssj3rd 19.06.20 - 22:46

    bombinho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ssj3rd schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Habe ich was verpasst?
    >
    > Jupp, den Teil, wo die Telekom ein landesweites Telekommunikationsnetz
    > uebereignet bekam, mit der Verpflichtung, dieses nicht zum Nachteil der
    > Gesellschaft verrotten zu lassen.
    > Ansonsten bestuende naemlich keine Notwendigkeit mehr, den Markt zum
    > Vorteil der Platzhirsche komplett abzuschotten. Echtem Wettbewerb
    > ausgesetzt, saehe es ziemlich uebel aus fuer solche Firmen.

    Eine seltsame Sichtweise. Klar hat der Staat damals das Telefonnetz über die Gebühren finanziert. Die Deutsche Bundespost war zumindest bis 1990 hochprofitabel, was mangels Konkurrenz natürlich auch nicht so schwierig war. Die jetzigen Besitzer der Telekom haben allerdings für das Telefonnetz bezahlt, als sie die Aktien gekauft haben. Die Ansicht, die Telekom hätte etwas umsonst bekommen ist seltsam. Die Telekom hat nichts bekommen, sie ist der Name, unter dem der Staat sein Telefonnetz (zu grossen Teilen) verkauft hat.

    Mit verkauft hat der Staat übrigens dabei die 100 Mrd DM Schulden, die die Telekom unter anderem zwischen 1990 und 1996 angehäuft hat, um das Telefonnetz in den neuen Bundesländern aufzubauen. Das wurde nämlich nicht mit Steuern bezahlt, und liess sich in der kurzen Zeit auch nicht durch Gebühren finanzieren.

    Ansonsten ist es auch ziemlich normal, dass ein Unternehmen seine Investition letztendlich durch seine Kunden bezahlen lassen will. Wenn das nicht klappt geht ein Unternehmen früher oder später pleite.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.06.20 22:50 durch ssj3rd.

  8. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: bombinho 19.06.20 - 22:52

    ssj3rd schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hast du da einen Link, der das beweist? Habe da was mit massiver
    > Überschuldung etc im Kopf, du musst das anders erlebt haben.

    Ueberschuldung? Wie kommst du denn auf den hohlen Zahn? Schon mal einen Quartalsbericht oder Jahresabschluss der Telekom gesehen, die kannst du von deren Webseite voellig kostenlos abrufen. Versuch es mal hier:

    https://www.telekom.com/resource/blob/313240/9cd5561cc933e087f6cced7deb05b2bb/dl-1995-gb-ei-data.pdf

    Das Kerlchen ist schon mit magentafarbenen Apfelbaeckchen zur Welt gekommen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 19.06.20 23:00 durch bombinho.

  9. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: nightmar17 19.06.20 - 22:54

    solary schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > lincoln33T schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Aber nur wenn der Ausbau wirtschaftlich ist !
    > >
    > > Dann wohl doch nicht jeder Haushalt.
    >
    > Naja die <16 mb/s oder noch wenige Gebiete werden dann wohl damit leben
    > müssen.
    > Denn wenn sich jetzt kein Ausbau lohnt wird sich auch in 6 Jahren keinen
    > Ausbau lohnen.
    > Das sind wohl die 25 Seelendörfer, wo die Häuserweit aus einander sind.
    > Aber die Glasfaser muss auch erst mal über >25km ins Dorf geholt werden,
    > womöglich müssen Straßen/Gleise überquert werden, das haut jede Investition
    > weg.

    Und was spricht dagegen, dass eben genau diese Gegenden stärker gefördert werden? Einfach mal 20-30% mehr Förderung als in der Großstadt, dann könnte sich das wieder lohnen.

  10. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: spezi 20.06.20 - 00:00

    nightmar17 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Und was spricht dagegen, dass eben genau diese Gegenden stärker gefördert
    > werden? Einfach mal 20-30% mehr Förderung als in der Großstadt, dann könnte
    > sich das wieder lohnen.

    Und wie kommst Du darauf, dass das nicht gemacht wird?

    Da wird mal 160 Millionen Euro für 15.000 Haushalte/Unternehmen gezahlt (mehr als 10.000 Euro pro HH/U):
    https://presse.deutsche-glasfaser.de/pressreleases/groesstes-foerderprojekt-zum-glasfaserausbau-in-deutschland-160-millionen-euro-fuer-digitalisierung-im-kreis-warendorf-2930524

    Oder 19 Mio für ~7000 Haushalte/Unternehmen (~2.700 Euro pro HH/U):
    https://remscheid.de/arbeiten-und-wirtschaft/standort-remscheid/infrastruktur/146380100000131022.php

    Das ist nicht nur 20-30% Unterschied, sondern fast ein Faktor 4.

    Beim meist verwendeten Wirtschaftlichkeitslückenmodell werden die Gebiete ausgeschrieben. Bei aufwendigerem Ausbau in besonders ländlichen Regionen sind die Angebote pro Haushalt eben teurer als in weniger ländlichen Gebieten.

  11. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: spezi 20.06.20 - 12:36

    bombinho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ueberschuldung? Wie kommst du denn auf den hohlen Zahn? Schon mal einen
    > Quartalsbericht oder Jahresabschluss der Telekom gesehen, die kannst du von
    > deren Webseite voellig kostenlos abrufen. Versuch es mal hier:
    >
    > www.telekom.com

    Dann schau Dir doch die Zahlen an, die darin stehen.

    1995 machte die Telekom einen Umsatz von 66 Mrd DM.
    Dem standen Ende 1995 Verbindlichkeiten von 110 Mrd DM gegeünber (=166% des Umsatzes) (Seite 72).
    Bei damals laut Geschäftsbericht durchschnittlichen Zinssätzen von über 7% (Seite 73).
    So daß die Telekom 1995 netto 8 Mrd DM Zinsen gezahlt hat (Seite 60). Also ziemlich genau 1/8 des Umsatzes ging für Zinszahlungen drauf.

    Deswegen waren ja auch die ersten beiden Börsengänge der Telekom Kapitalerhöhungen. D.h. nicht der Bund (als zunächst alleiniger Eigentümer) hat Aktien verkauft. Sondern die Telekom hat neue Aktien ausgegeben. Die ersten privaten Miteigentümer der Telekom (und ihres Netzes) haben also die Schuldenlast der Telekom verringert. Und damit in gewisser weise nachträglich zumindest zum Teil den Netzausbau in den neuen Bundesländern bezahlt.

  12. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: bombinho 21.06.20 - 02:22

    spezi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann schau Dir doch die Zahlen an, die darin stehen.
    >
    > 1995 machte die Telekom einen Umsatz von 66 Mrd DM.

    Gutes Argument, uebrigens waren diese 66Mrd. DM bereits Anfang 1994 vertraglich zugesichert (24 Monatsvertraege, damit 12 Monate Durchschnittslaufzeit, keine Konkurrenz).
    Und politisch auch. Wieviel waere eine solche Kundenbeziehung wohl ueblicherweise in Goodwill wert?

    > Dem standen Ende 1995 Verbindlichkeiten von 110 Mrd DM gegeünber (=166% des
    > Umsatzes) (Seite 72).

    Sehr gut erkannt, allerdings haben langfristige Verbindlichkeiten mit dem Umsatz relativ wenig zu tun. Schauen wir doch erstmal auf die Current Ratio mit 2,5:1 und die Quick Ratio mit 2,2:1 am 1.1.1995. Mehr als eindrucksvolle Werte, ein propperes Kerlchen, mit gluehend magendafarbenen Apfelbaeckchen. Liquiditaet, wie sie sich viele Unternehmen wuenschen wuerden, nicht nur zu Coronazeiten.

    Aber gut, schauen wir mal auf die uebergebenen Verbindlichkeiten, mit 125 Mrd.DM eine scheinbar recht hohe Summe. Aber ueberlegen wir mal, wir hatten demgegenueber 135 Mrd.DM an Immobilien und Ausruestung, 18Mrd.DM Bargeld, 60Mrd.DM+ vertraglich garantierte Einkuenfte fuer das laufende Jahr usw.
    Wie diese Summe zustande gekommen ist, das ist schwer zu erklaeren, alleine Telekom2000 hatte ~70Mrd.DM gekostet, eventuell auch mehr. Also alleine das Telefonnetz, ohne Immobilien, zu erstellen, haette damit ca. 200Mrd.DM Erstellungskosten erfordert, Jahre (Jahrzehnte) gedauert und die Einnahmen waeren sehr niedrig gewesen und langsam gewachsen. Um auf 36 Mrd.DM fuer die Immobilien zu kommen, muss ohnehin so manche Immobile mit 1DM bewertet worden sein.
    (Aber so ist man damals damit auch umgegangen, da ist Vieles ungepflegt verscherbelt worden, Hauptsache weg, was nicht aktiv genutzt wurde)
    Aber die 90Mrd. fuer das gesamte Netz inklusive Hardware, Fahrzeugflotte etc. bedeutet quasi, dass das westdeutsche Telefonnetz und das TV-Netz fuer ~1 DM den Besitzer gewechselt hatten.

    Nehmen wir jetzt also die 135Mrd.DM und nehmen uebliche Finanzierungszeiten von 20 Jahren an, dann haette man <7Mrd. pro Jahr abzahlen muessen, plus Zinsen. In dem ersten Jahr hatte man aber schon satte 15Mrd.DM abzahlen koennen, dank des enormen Umsatzes. D.h. bei dieser Betriebsweise waere man komplett schuldenfrei nach 9 Jahren gewesen. Das macht aber gar keinen Sinn, Finanzierung ist wichtig und solange man ueber ausreichend Werte verfuegt, wird man eine entsprechende Verschuldung anstreben, um mit Investitionen den Unternehmenswert steigern (oder wenigstens halten) zu koennen. Die Finanzkosten mit 8Mrd.DM klingen viel, aber fallen in den 70Mrd.DM Umsatz nicht auf und sind der kleinste angegebene Kostenpunkt.
    Rund 20 Jahre spaeter ist die Telekom AG tatsaechlich quasi schuldenfrei und nimmt statt dessen 7Mrd.¤ Zinsen ein (2017), sie ist von einem Telko zu einer Finanzgesellschaft transformiert worden, deren Hauptgeschaeft Investitionen sind. Ein direkter Vergleich zur Telekom AG aus dem Ende der 90er ist quasi unmoeglich. Die Operationen dieser AG sind komplett undurchsichtig geworden.

    Am Ende des Jahres wurden mit 160Mrd.DM Assets satte 70Mrd.DM Einkuenfte erzielt.
    Traumhaft, von solchen Werten duerfen ca. 100% der neugegruendeten Firmen noch nicht einmal traeumen, weder absolut noch relativ.

    > Bei damals laut Geschäftsbericht durchschnittlichen Zinssätzen von über 7%
    > (Seite 73).
    > So daß die Telekom 1995 netto 8 Mrd DM Zinsen gezahlt hat (Seite 60). Also
    > ziemlich genau 1/8 des Umsatzes ging für Zinszahlungen drauf.
    Wie bereits gesagt, es handelt sich dabei um den kleinsten Kostenpunkt der Telekom AG.

    > Deswegen waren ja auch die ersten beiden Börsengänge der Telekom
    > Kapitalerhöhungen. D.h. nicht der Bund (als zunächst alleiniger Eigentümer)
    > hat Aktien verkauft. Sondern die Telekom hat neue Aktien ausgegeben. Die
    > ersten privaten Miteigentümer der Telekom (und ihres Netzes) haben also die
    > Schuldenlast der Telekom verringert.

    Das ist natuerlich weitgehend unrichtig, die Aktienausgabe hat zwar zu einer Kapitalerhoehung gefuehrt, aber der Abbau der Verbindlichkeiten hat sich im gleichen Zeitraum eher verlangsamt.
    Waehrend im Jahr vor dem Boersengang 15Mrd.DM abgebaut wurden, wurden im Jahr des Boersengangs nur noch 10Mrd.DM abgebaut. Und im Jahr darauf 12Mrd.DM.
    Hier wurden die Vermoegenswerte nur auf mehr Eigentuemer verteilt.

    Weitere Erklaerung:
    Dazu muss man wiederum betrachten, dass der Nennwert einer T-Aktie 5DM betrug und der Verkaufspreis 28,50DM. D.h., dass die Aktienkaeufer mehr als 5x soviel bezahlt haben, als sie anschliessend tatsaechlich anteilig an der Firma beteiligt waren.
    Beispiel:
    Ich koennte z.B. 100 Aktien zu 1¤ an mich ausgeben, blase dann den Wert der Aktie auf 1000¤ (Anschaulichkeit wegen) auf und gebe 50 Aktien aus. Damit existieren 150 Aktien, meine Anteile haben mich 100¤ gekostet, die anderen Aktionaere haben 50.000¤ investiert und halten gerade mal 1/3 der Firma (und bekommen natuerlich auch nur 1/3 der Dividende, aber tragen 99,8% des Risikos).


    > Und damit in gewisser weise
    > nachträglich zumindest zum Teil den Netzausbau in den neuen Bundesländern
    > bezahlt.

    Der Netzausbau in den neuen Bundeslaendern ist durch das Programm Telekom2000 erfolgt und war weitestgehend abgeschlossen zur Gruendung der Telekom AG. Bereits in der Literatur von 1993 ist auf entsprechenden Karten der Vollausbau gezeigt. 1994 waren die Wartelisten weitgehend abgearbeitet. 1995 ist die Telekom AG gegruendet worden. Ende 1996 war der Boersengang, die Gelder waren damit erst 1997 tatsaechlich verfuegbar. Ab 1995 galt ISDN als flaechendeckend verfuegbar, 1997 war der Umbau auf ISDN abgeschlossen. 1999 wurde bereits T-DSL eingefuehrt. Die eingenommenen Gelder der Boersengaenge sind ganz sicher nicht fuer den Aufbau des Netzes in den neuen Bundeslaendern verwendet worden. Die T-Zeitmaschine ist wohl noch in der Entwicklung.

    Auffaellig in den damaligen Buechern ist eine deutlich steigende Abschreibung/Abwertung (~27% vom Umsatz), ohne dass gleichzeitig die Vermoegenswerte steigen. D.H. Viel (neues langlebiges) Equipment wird abgeschrieben, was auf steigende Investitionen hinweist, aber die investierten Werte tauchen nirgendwo auf. Also muessten im gleichen Atemzug Immobilien massiv abgewertet oder abgestossen werden.
    Darauf finden sich aber keine direkten Hinweise, ganz im Gegenteil, die Immobilienwerte steigen.
    Spaeter verschwinden sie nach und nach in Tochtergesellschaften und Beteiligungen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.06.20 02:26 durch bombinho.

  13. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: spezi 21.06.20 - 11:21

    Oh je, da hast Du ja viel Arbeit in einen langen Text investiert.

    Leider umsonst, denn es ist ja nicht nur meine Meinung, dass die Telekom damals mit ihrer Finanzstruktur überschuldet war und nur begrenzten Spielraum für die weitere Entwicklung und weitere Investitionen hatte. Die kannst Du auch in den Berichten von damals nachlesen. Und sie zeigt sich auch in der Tatsache, dass nun mal die ersten beiden Börsengänge Kapitalerhöhungen waren. Nichts was Du geschrieben hast änder etwas an dieser Einschätzung.

  14. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: bombinho 23.06.20 - 17:02

    spezi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oh je, da hast Du ja viel Arbeit in einen langen Text investiert.
    >
    > Leider umsonst, denn es ist ja nicht nur meine Meinung, dass die Telekom
    > damals mit ihrer Finanzstruktur überschuldet war und nur begrenzten
    > Spielraum für die weitere Entwicklung und weitere Investitionen hatte. Die
    > kannst Du auch in den Berichten von damals nachlesen. Und sie zeigt sich
    > auch in der Tatsache, dass nun mal die ersten beiden Börsengänge
    > Kapitalerhöhungen waren. Nichts was Du geschrieben hast änder etwas an
    > dieser Einschätzung.

    Wie kann die Telekom ueberschuldet sein, wenn saemtliche Ratios genau das Gegenteil aufzeigen? Das ist (waere) Grundwissen! Wenn die Vermoegenswerte die Verbindlichkeiten weit uebersteigen?
    Wenn die Kurzzeitverbindlichkeiten weit unter den Kurzzeitassets liegen, wenn die Langzeitverbindlichkeiten unter den Langzeitassets liegen. Wenn Vermoegenswerte nicht oder extrem niedrig bewertet worden sind und damit Hoeherbewertung nahezu unvermeidlich?

    Die Kapitalerhoehungen sind ebenfalls ein ganz klares Zeichen, dass es keine Ueberschuldung ga, denn bei einer Ueberschuldung waere eine Kapitalerhoehung am Aktienmakrt gar keine realistische Option gewesen. Aktien bekommt man nur los, wenn die zu erwartenden Einnahmen (hier vertraglich auf ~12Monate garantiert und weit gefaechert) die Verbindlichkeiten deutlich uebertreffen. Ansonten ist absehbar, dass es keine Dividenten geben wird und der Aktienwert/-preis ins Bodenlose fallen wird.
    Niemand investiert in ein Unternehmen, welches sich selbst nicht tragen kann.

    Um dir das mal aufzuzeigen:
    Uternehmen X ist tasaechlich ueberschuldet, die Verbindlichkeiten liegen unter den Vermoegenswerten. Jetzt will dieses Unternehmen Aktien ausgeben. Der Firmenwert liegt bei Assets-Verbindlichkeiten =-100¤. Es sind 100 Aktien (zu 2¤) ausgeben, damit ist der Vermoegenswert der Aktie bei -1¤, der Aktienpreis reflektiert das noch nicht, da zwar abgestossen wird, aber nicht schnell genug. Aktienpreis liegt bei 1¤. Jetzt werden 50 Aktien zu 2¤ Wert ausgegeben.

    Wenn der Ausgabepreis sich am Aktienwert orientiert, dann wuerden diese ohne Discount abgegen. Also 100¤ rein. Der Vermoegewert liegt jetzt bei 0¤ und pro Aktie bei, ahja, 0¤. Ein Wahnsinnsdeal, kein Investor ist so daemlich.

    Wenn der Vermoegenswert hingegen, wie in solchen Faellen ueblich, mt einem Discount abgegeben wird, dann waere der Ausgabepreis z.B. 1¤. Damit haben wir 150 Aktien, die sich einen Vermoegenswert von -50¤ teilen. Also pro Aktie ein Vermoegenswert von -0,33¤. Reiner Irrsinn, es gaebe nur Verlierer.

    Ergo, die Ueberschuldung ist ein reines Geruecht, eventuell wohl platziert, aber voelliger Quatsch nichtsdestotrotz. Bei einer Ueberschuldung waeren z.B. Bankkredite usw. und/oder aber schlussendlich eine Insolvenz die Folgen gewesen, nichts davon ist je passiert, ganz im Gegenteil, die Telekom AG hat international gigantische Summen investiert. Etwas, was "ueberschuldete" Unternehmen ganz gewiss nicht tun (koennten, selbst wenn sie es wollten).

    Es spielt keine Rolle, was du dir da aus den Fingern saugst, es bleibt falsch. Die Zahlen zeigen es klar auf, egal aus welchem Blickwinkel man schaut. Die Entwicklungen ebenfalls.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.06.20 17:03 durch bombinho.

  15. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: spezi 23.06.20 - 18:43

    Ja, "Überschuldung" ist falsch ausgedrückt. "Hohe Verschuldung" ist das was ich meinte. Natürlich hatte die Telekom (bzw. die Vorgängerin) das Geld nicht verschenkt, sondern investiert, und damit entsprechende Gegenwerte in der Bilanz.

    Der Punkt ist: diese Werte waren eben auf Pump finanziert, die Eigenkapitalquote lag bei 15%. Die Zinsen waren damals hoch. Der Markt stand vor der Liberalisierung. Deswegen eben die beiden ersten Börsengänge als Kapitalerhöhung. Man hat sich neue, private Investoren ins Boot geholt. Ohne den damit einhergehenden Zufluss an Kapital wäre auf der anderen Seite der Spielraum für weitere Investitionen deutlich enger und die von Dir genannte internationale Expansion vermutlich kaum möglich gewesen.

  16. Re: Jeder Haushalt bekommt einen Anschluss!

    Autor: bombinho 24.06.20 - 03:37

    spezi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Punkt ist: diese Werte waren eben auf Pump finanziert, die
    > Eigenkapitalquote lag bei 15%.

    Ein neu gestartetes Unternehmen kann noch nicht ueber Jahre Retained Earnings (Gewinnruecklagen) angehaeuft haben. Das ist, wie von einem 18 Jaehrigen 30 Jahre Berufserfahrung zu fordern.
    Das gesamte "Eigenkapital" konnten demzufolge lediglich die (Aktien)Anteile sein, welche bei der Gruendung ausgegeben wurden. Dieser Wert musste notwendigerweise verhaeltnismaessig niedrig sein (10 Mrd.DM), da die eingebrachten Vermoegenswerte (Assets, 150 Mrd.DM) riesig waren.

    Die Eigenkapitalquote waere nur dann hoch gewesen, wenn die Telekom ueber ausgegebene Aktien mit Kapital versehen worden waere und dann das Telefonnetz, die Immobilien, Arbeitsgeraete etc. eingekauft haette (Eine hoch interessante Sache, aber das haette ziemlich sicher international zu erheblichen Spannungen gefuehrt).

    Der Wert, den du suchst, nennt sich Gearing und lag zur Gruendung bei 92%, also waren nur 8% nicht extern finanziert. Am Jahresende bei 88,5%. Also 11,5%, das lag zum einen an den gesunkenen Verbindlichkeiten und zum Anderen an den gestiegenen Gewinnruecklagen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 24.06.20 03:40 durch bombinho.

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