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Verständnis

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  1. Verständnis

    Autor: Airblader 11.12.13 - 07:54

    ... Habe ich dafür schon.

    Was erwarten die Kunden denn? Dass ein Hersteller eine Generation entwickelt, die 20 Jahre hält? Und dann? Pleite gehen? Oder will mir jemand ernsthaft erzählen, dass die Öffentlichkeit plötzlich 10.000¤ für ein smartphone zahlen würde, weil es nun länger hält?

    Laptops halten auch nur ein paar Jahre und selbst dort wartet kaum einer darauf, dass die Mühle endlich den Geist aufgibt bevor man sich was Neues kauft. Und die Leute behandeln ihre Laptops immer noch besser als ihre Handys, die zudem den ganzen Tag benutzt werden und viel höheren Risiken ausgesetzt sind.

    Wenn ich mich so umschaue geht ein Großteil der Geräte kaputt, weil man an den Tisch aneckt etc. Dagegen hilft auch "keine geplante Obsoleszenz" nicht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.12.13 08:00 durch Airblader.

  2. Re: Verständnis

    Autor: borg 11.12.13 - 08:21

    Absolut richtig. Mein altes Handy Sony k850i nutzte ich tatsächlich bis vergangenes Jahr mit 2maligem Akkuaustausch. Gute Fotoqualität und ein echter Blitz (mit dem man auch mal ein Slave auslösen konnte). Parallel dazu hatte ich auch ein Tablet im Einsatz. Die Smartphones brachten mir bis dahin nicht den erhoften Nutzen und Mehrwert.
    Mittlerweile, vergangenes Jahr war es dann soweit. Die Funktionen des Smartphones neben Telefonieren und Fotografieren sind mittlerweile praktisch für mich nutzbar. Aber während LTE für mich noch kein Grund für einen Wechsel wäre, ein Smartphone mit einem echten Xenonblitz würde ich sofort nehmen (oder das externe Sony-Modul, aber auch nur mit "echtem" Blitz). Aber so lange werde ich jetzt mein GIImini verwenden, das alte k850i funktionsfähig als Ersatz in der Schublade, neben weiteren funktionsfähigen Vorgängermodellen (einem 1.Generation Nokia-Fotohandy- weiss gerade den Namen nicht, dem Siemens S6 und einem Henkelmann des C-Netzes). Kaputt ist mir bisher ausser Garantiefällen weder eines der Notebooks (W95, W98, Vista), Netbooks (W7) noch eines der Tablets (Android).
    Bei Neuanschaffung wurde das alte Notebook von meiner besseren Hälfte übernommen, das noch ältere liegt ungenutzt auf dem Speicher. Bei Tablet und Smartphon hat jeder eines der aktuelleren Generation, einfacher bei Systemeinstellungen und Wartung. Ein Welchsel liegt, für uns, nicht an, Neue Features sind nur, wenn tatsächlich für uns zweckmässig, ein Kaufgrund.
    Aber mit dieser Einstellung ist man heute ja "retro". Mal sehen, wieviele meine teilweise Ironischen Beiträge an anderen Kommentaren für bare Münze nehmen.

  3. Re: Verständnis

    Autor: Airblader 11.12.13 - 08:50

    Man kann ja mal eine Milchmädchenrechnung machen: Kostet ein Produkt x ¤ und hält n Jahre, dann muss es, um k*n Jahre zu leben, eben k*x ¤ kosten – wenn man den Umsatz konstant halten möchte (was aus Unternehmenssicht schon eher "naja" wäre). Ja, die Rechnung ist nicht gerade super finanzwissenschaftlich, aber eben Pi mal Daumen.

    Sagen wir mal, ein durchschnittliches, vernünftiges Smartphone kostet etwa 500¤ und hält zwei Jahre. Wenn es 10 Jahre halten soll, muss es also 2.500¤ kosten, damit es für das Unternehmen finanziell in Ordnung ist.

    Was sind nun die Vorteile?
    - Man kann das Ding ggf. weiterverkaufen
    - Man kann es sich als Ersatzhandy rumliegen lassen

    Und die Nachteile?
    - Man hat 8 Jahre lang veraltete Hardware, obwohl man für den selben Preis neuere hätte haben können.
    - 2.500¤ macht man deutlich schwieriger "mal eben locker" als 500¤; und in der Regel fängt man beim Handykauf nicht schon wieder damit an, auf das nächste zu sparen.
    - Geht das Handy nach Garantieablauf oder aus Eigenverschulden heraus in diesen zehn Jahren kaputt – was *deutlich* wahrscheinlicher ist –, so muss man viel früher wieder 2.500¤ blechen; bei günstigeren Handys mit kürzeren Lebenszyklen ist dieses Risiko deutlich kleiner.

    Ja, mir ist schon klar: Geplante Obsoleszenz ist eine Ecke was anderes als nur schlecht entwickelte Hardware. "Toll" finde ich sowas auch nicht. Ich möchte nur sagen, dass ich es aus Unternehmenssicht irgendwo schon verständlich finde.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.12.13 08:50 durch Airblader.

  4. Re: Verständnis

    Autor: borg 11.12.13 - 09:17

    Danke Airblader, absolut zutreffend, nachvollziehbar und dem Titel des OT entsprechend erklärt.

    Airblader schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wenn man den Umsatz konstant halten möchte (was aus
    > Unternehmenssicht schon eher "naja" wäre).

    Genau da liegt heute die Krux. Es gibt kein Unternehmen mehr, welches bei konstantem Umsatz und einem gleimässigen Gewinn existieren kann bzw. will.
    Früher war es für die meisten Unternehmen wichtig, eine feste, kalkulierbare Finanz zu haben. Gleichmässiger Gewinn, ein stabiler Aktienkurs und eine regelmässige Dividente bei der die Anleger ihre Anlage gut verwaltet sahen. Mein BWL-Lehrer nannte es Omapapier, man legt es in den Tresor, nimmt jährlich die Dividente und vererbt es mal als festen Wert an die Enkel. Heute muss der Kurs vierteljährlich steigen und die Dividente muss jedes Jahr höher werden, ansonsten wird sofort verkauft und damit der Kurs noch weiter in die Knie gezwungen. Entweder man bringt also neue Innovationen die keiner braucht aber jeder will oder man nach ein paar Investorenwechsel die jeder noch aus dem Kapital raussaugen was geht, der Geschichte an.
    Niemand investiert mehr in etwas um sich ein Auskommen zu sichern, jeder will nur noch einen Profit der kaum noch sinnvoll nutzbar ist bzw. einen tatsächlichen Wert beinhaltet. Dies gilt für die Shareholder, die Unternehmen und die Käufer des Endproduktes. Aber letztendlich sind wir alle die Verlierer, als Arbeitnehmer (immer niedrigeres Einkommen), als Aktionär (wertlos gewordener Papiere), als Verbraucher (von kaum noch haltbaren aber letztendlich überteuerten Billigprodukten) und als Mitglied einer Ökologischen Gemeinschaft (Recoursenverbrauch, Umwelt- und Gesundheitsschäden), aber wir sind gezwungen das Spiel mitzumachen. Ohne Handyerreichbarkeit keine Arbeit, ohne Arbeit kein Auskommen, ohne Auskommen keine adäquate Existenz (und dazu gehört heute wieder ein Internettaugliches Smartphone, mit der neuesten Verbindungstechnologie).

  5. Re: Verständnis

    Autor: Tamashii 11.12.13 - 09:26

    Anstatt Verständnis für die Armen Unternehmen aufzubringen sollten wir uns als Bewohner dieses Planeten lieber mal klar werden, dass wir mit diesem System nicht ewig weiterfahren können und zudem keiner etwas davon hat.

    Irgendwann MÜSSEN wir aus dem stetigen Wachstumskurs raus, aber wenn wir damit warten, bis es keine Rohstoffe mehr gibt, hat die Menschheit nicht nur ihre eigene Chance verwirgt, sondern auch noch den Planeten komplett geschrottet.

    Ich hoffe eher, dass die Mehrheit das irgendwan mal begreift...

  6. Re: Verständnis

    Autor: borg 11.12.13 - 09:50

    Tamashii schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > als Bewohner dieses Planeten lieber mal klar werden, dass wir mit diesem
    > System nicht ewig weiterfahren können und zudem keiner etwas davon hat.
    >
    > Irgendwann MÜSSEN wir aus dem stetigen Wachstumskurs raus

    Auch richtig. Aber solange sich immer ein neuer Weg auftut, wird sich kaum was Endern. In den 70ern, als die Araber den Ölhahnen zudrehten, wurde plötzlich auf sparsamere Verbraucher (Autos wie auch Heizungen etc. ) geachtet. Dann wurden das Öl billiger (die Araber konnten ohne Einkünfte auch nicht auskommen). Mittlerweile brauchen SUVs oft genausoviel wie damals Benz&Co.
    In den 80ern war das Waldsterben ein Thema, es gab viel (nützlichen) Aktionismus die Bäume erholten sich (nicht unbedingt des Umweltschutzes wegen, sondern auch weil es einen natürlichen Zyklus gibt). Die Erdölreserven sollten, lt. Wissenschaftsstand der 70er) nur bis zur Jahrtausendwende halten. Neue Rohstoffquellen lassen sie bis heute und in der nächsten Zukunft reichlich sprudeln. Mit neuen Techniken wie Fracking finden sich noch weitere Möglichkeiten das Öl/Gas weiter sprudeln zu lassen (Umwelt spielt in der Wirtschaft kaum eine Rolle).
    Die Energiewende führt auch mehr zu paradoxen Verhältnissen, Strom wird kostenlos verschenkt, wir müssen mehr denn je dafür bezahlen, trotz Sparen legen wir jährlich drauf und bezahlen für Energiesparprodukte mehr denn je.
    Die Umwelt dient aber auch wiederum nur als Alibi-Argument (egal ob bei Atomrückbau, Fossiler Energien, Umweltschutz, Regenerative Energiegewinnung).
    Was hat das Flaschenpfandsystem eingebracht? Es wird mehr Einweg denn je verkauft, man steht an den Pfandautomaten Schlange, hat die Wohnung voller Tüten und Kästen für die verschiedenen Typen von Leergut, wäscht Becher aus, damit sie nicht stinken bis zur Rückgabe, fährt Leergut spazieren, bis man es irgendwo abgenommen bekommt, das ganze wird dann in der Dritten Welt unter nicht umweltschonenden und Menschenschädigenden Methoden receycled.
    Die Probleme werden nur verlagert, nichts wird tatsächlich besser. Schwere Glasflaschen, die Milchkanne die man selbst keimfrei sauber halten muss sind auch keine Alternative. Kaum einer will so leben wie mitte der 30er oder 50er Jahre (umweltverträglicher und gesünder war die Existenz damals auch nicht, aber deutlich weniger komfortabel, mit deutlich weniger Lebensqualität und viel grösserem persönlichen Arbeitsaufwand).

  7. Re: Verständnis

    Autor: Peter Brülls 11.12.13 - 11:15

    Tamashii schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Anstatt Verständnis für die Armen Unternehmen aufzubringen sollten wir uns
    > als Bewohner dieses Planeten lieber mal klar werden, dass wir mit diesem
    > System nicht ewig weiterfahren können und zudem keiner etwas davon hat.

    Das relevante Problem sind hier die Rohstoffe. Die kann man aber einpreisen und die Recycling-Rate durch merkliches Pfand erhöhen.

  8. Re: Verständnis

    Autor: borg 11.12.13 - 12:32

    Peter Brülls schrieb:
    -------------------------------------------------------------------------
    > Das relevante Problem sind hier die Rohstoffe. Die kann man aber
    > einpreisen und die Recycling-Rate durch merkliches Pfand erhöhen.

    Niedrigere Lohnkosten tuns auch. Für den Neuerwerb bietet MM uns Niedriglohnjobbern den super günstigen "heute kaufen, nach Ostern bezahlen"-Kredit an. Dass das Gerät bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum von MM bleibt sieht man ihm nicht an. Sollte es an Ostern "geklaut" werden, hat man ja die 5Jahre-Erweiterungsgarantie ....



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.12.13 12:32 durch borg.

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