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Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: lemgold 25.06.15 - 12:31
Der Kunde will billig. Also kriegt er billig. Wenn der Kunde langlebige Geräte nachfragt, dann bekommt er sie auch: Es gibt in fast jedem Bereich ein Profisegment, da kann der Kunde hochwertige Ware erwerben, die beim Heimgebrauch nie und nimmer kaputt geht. Es gibt Akkuschrauber von Aldi, es gibt Akkuschrauber von Festool, die kauft der Handwerker, die kauft die Industrie. Natrürlich kostet so ein Akkuschraub 400¤. Dafür taugt der aber auch was und wird im Privathaushalt nie kaputtgehen.
Und so ist das überall. Wem seine Küchengeräte zu schnell verschleißen, der halte sich an den Gastrobedarf, kauf das, was der gelernte Koch kauft. Es gibt halt einen Unterschied zwischen einem Messerset aus der Grabbelkiste und einem Profimesser für 80¤.
Elektronik? Gar kein Thema. Du willst eine gute Kamera, einen guten Monitor?
Dann kauf das, was Rundfunkanstalten, Kameramänner und Fotografen kaufen.
Miele stellt auch Waschmaschinen für Waschsalons her. Diese Maschinen sind für hohe Belastungen ausgelegt, die im Privathaushalt nicht erreicht werden. Kauf Dir sowas, das hält 100 Jahre.
Und das ist Dir alles zu teuer?
Ich glaube Dir KEIN Wort.
Die Leute geben so viel Geld für Autos, Klamotten, Urlaubsreisen, Drogen, Alkohol und Zigaretten aus. Sie kaufen häßlichsten modischen Tand, von LED-Gartenzwergen bis hin zu heillos überteuerter Kosmetik. Diätpillen, was Leute nur für Diatpillen oder diese scheußlichen Smartwatches ausgeben.
Die Leute HABEN genug Geld, um sich vernünftige Gerätschaften zu kaufen, wenn sie das WIRKLICH wollen. Einfach mal Konsumpräferenzen ein bißchen umbauen. Wenn eine Frau zum Friseur geht, dann kostet das 100¤. Dann geht sie halt mal nicht zum Friseur oder zu einem billigen Friseur und kauft sich ein gutes Küchenmesser dafür. Da hat sie dann auch lange Freude dran.
Aber wie ich bereits sagte: Der Kunde will das gar nicht. Der Kunde will billig.
Also kriegt er das. Die Nachfrage steuert hier das Angebot, das sieht man überdeutlich.
Geplante Obsoleszenz ist nur wars für Verschwörungstheoretiker, profilneurotische Grünenpolitiker und diese nichtswürdigen sog. "Verbraucherschützer".
Es gibt gute Ware zu kaufen. Der Kunde fragt sie aber nicht nach, er will lieber billig. Damit ist das Kapitel in der freien Marktwirtschaft erledigt.
Und das ist auch der Grund, warum die ganzen Profihersteller ihre Waren gar nicht offensiv an den Privatkunden vermarkten. Wer nachfragt, der kriegt auch eine Profi-Miele, die ewig hält. Aber Miele bewirbt damit nicht die waschende Hausfrau: Nachfrage einfach viel zu gering.
lemgold -
Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: Trollversteher 25.06.15 - 12:47
Was Du über billigheimer-Kunden sagst ist schon richtig, ABER:
Geplante Obsoleszenz als "Verschwörungstheorie" abzutun ist totaler Unsinn. Obsoleszenz ist ein fester Begriff in der Wirtschaftstheorie, dem Ingenieurswesen, und wird zT an der Uni gelehrt. Ob nun wirklich alle Fälle, in denen ein Kunde "geplante Obsolezenz" ruft wirklich darauf zurückzuführen sind, ist natürlich fraglich - andererseits hat es in der Vergangeheit auch immer wieder Fälle gegeben, in denen eine beabsichtigte Obsoleszenz eindeutig nachgewisen werden konnte (s. Phoebuskartell).
Das Problem an der ganzen Sache ist nämlich, bei den moderen Produktionsmethoden und -Materialien muss "billig" nämlich nicht zwangsläufig "kurze Lebensdauer/miese Qualität" bedeuten. Die hier zB. schon oft erwähnten unterdimensionierten Kondensatoren in Elektrogeräten oder Plastikzahnräder anstelle von Metall machen im Einkauf nämlich zT nur Unterschiede im Centbereich aus, und ganz bestimmt keine mehrere hundert Euro, die ein qualitativ hochwertiges Markenprodukt im Endpreis vom billigen Noname-Gerät aus China voneinander unterscheiden.
Bei billigprodukten wird natürlich zuallererst an der Qualitätssicherung gespart - das alleine reicht aber bei den heutigen Produktionsprozessen nicht mehr aus, um eine kürzere Lebensdauer - und damit höhere Kauffrequenz zu rechtfertigen. Und da ist es nur logisch, dass man schon beim Design alles auf eine möglichst kurze Lebensdauer, die nur knapp über der Garantie/Gewährleistungszeit liegt optimiert. -
Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: wasabi 25.06.15 - 13:04
Dass der Kunde billig will stimmt durchaus, aber zumindest bei Elektronik liegt es glaube ich auch daran, dass die Technik eben immer weiter vorschreitet. Würdest du dir ein Notebook kaufen, dass 10.000,- kostet und dafür garantiert 30 Jahre hält? Ich hab mein altes Handy fünf Jahre genutzt, und kaputt war es danach immer noch nicht. Aber ich wollte dann doch gerne ein Smartphone.
Also man spart nicht unbedingt, wenn man öfters kaufen muss, aber oft will man öfters kaufen. Manche wollen dann bewusst eher (mal nur als vereinfachtes, abstraktes Beispiel) alle fünf Jahre einen ¤ 500,- Fernseher kaufen als alle 10 Jahre einen ¤ 1000,- Fernseher. Weil in den 10 Jahren eine Menge passiert, UltraHD und was weiß ich alles. -
Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen. >>> Apple?
Autor: Der Rechthaber 25.06.15 - 13:08
Apple ist teuer aber nicht besser.
Noch fragen? -
Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: Trollversteher 25.06.15 - 13:08
>Dass der Kunde billig will stimmt durchaus, aber zumindest bei Elektronik liegt es glaube ich auch daran, dass die Technik eben immer weiter vorschreitet. Würdest du dir ein Notebook kaufen, dass 10.000,- kostet und dafür garantiert 30 Jahre hält? Ich hab mein altes Handy fünf Jahre genutzt, und kaputt war es danach immer noch nicht. Aber ich wollte dann doch gerne ein Smartphone.
Richtig. Das geht übrigens in den Bereich "psychologische Obsoleszenz", einer Strategie der sich Apple besonders gerne bedient: Sorge dafür, dass der Kunde das Gefühl bekommt in festen Abständen das neuste Modell kaufen zu "müssen", weil er mit dem alten nicht mehr all die tollen Dinge machen kann, die das neue Modell beherrscht. Designmoden spielen dabei natürlich auch eine Rolle - je enger das Design eines Produktes sich an aktuellen Moden orientiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass modebewusste Kunden zum neusten Modell greifen um "hip" zu bleiben. -
Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: ploedman 25.06.15 - 15:08
Klar Teuer ist gleich Gut. Passt scho...
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Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: Kein Kostverächter 25.06.15 - 15:11
Das ist natürlich falsch. Aber gut ist in den allermeisten Fällen teuer und billig ist nur sehr selten wirklich gut.
Bis die Tage,
KK
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Mach dir deine eigenen Götter, und unterlasse es, dich mit einer schnöden Religion zu beflecken.
(Epikur, griech. Phil., 341-270 v.Chr.)
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Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: Lasse Bierstrom 25.06.15 - 15:14
Wo fängt "geplante Obsoleszenz" an und wo hört knapp und wirtschaftlich berechnete Wirtschaft auf?
Ende des Lieds wird ein teures und nichtssagendes Label sein, mit zurecht gebogener Info. Wer gibt was auf die Verbrauchsangaben am Auto? Am Ende schätzt man sowieso und muss sein Hirn einschalten...
Und diejenigen die das nicht einschätzen können, sollten eben einen Fachmarkt besuchen, und nicht bei Media Markt nen Regaleinräumer fragen, der mit Fragen über den Klappentext hinaus schon ins wanken Gerät -
Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: lemgold 25.06.15 - 17:32
Trollversteher schrieb:
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> Was Du über billigheimer-Kunden sagst ist schon richtig, ABER:
>
> Geplante Obsoleszenz als "Verschwörungstheorie" abzutun ist totaler Unsinn.
> Obsoleszenz ist ein fester Begriff in der Wirtschaftstheorie, dem
> Ingenieurswesen, und wird zT an der Uni gelehrt.
Wußte gar nicht, daß an Universitäten kriminelle Machenschaften unterrichtet werden.
Werden sie natürlich auch nicht. Wie ich bereits sagte: Kauf Dir einen Akkuschrrauber von Festool, dieses Produkt ist im Handel für Dich erhältlich. Das ist automotive grade, damit schrauben die in de Fabrik. Dieses Gerät ist im Privatbereich völlig unkaputtbar, weil Du mit Deinen drei IKEA-Schrauben pro Jahr im ganzen Leben nicht soviel verschraubst, wie ein Profi in EINER Woche.
Hier wird nichts obsolet, wenn der Kunde den EWIGEN Akkuschrauber haben will, so kann er ihn erwerben (und vererben).
Ob nun wirklich alle
> Fälle, in denen ein Kunde "geplante Obsolezenz" ruft
Der Kunde ruft gar nix. Der ist mit Media- und Baumarktware hochzufrieden. Erkennst Du daran, daß es genau das ist, was er kauft.
Rufen tun eben Verschwörungstheoretiker, Verbraucherschützer und grüne Weltverbesserer.
> Vergangeheit auch immer wieder Fälle gegeben, in denen eine beabsichtigte
> Obsoleszenz eindeutig nachgewisen werden konnte (s. Phoebuskartell).
Wer eine ewige Glühbirne wollte, der hätte seine Lampe schon zu Zeiten des Phoebus"kartells" einfach um 10% dimmen können, dann hätte sie schon 300h länger gehalten. Und wenn er sie noch etwas stärker gedimmt hätte, dann quasi ewig.
Und wenn er sie weniger oft ein- und ausgeschaltet hätte, dann hätte sie noch länger gehalten.
Experten können übrigens heute Lampen per Phasenschnittdimmer verlustfrei unter die Wahrnehmungsgrenze dimmen, d.h. die Lampe wird nicht ausgeschaltet, sie leuchtet nur sehr dunkel. Macht man das, so vermeidet man Überspannung/Funken beim Einschalten (Lampenkiller I) UND man vermeidet viel thermischen Stress in der Birne selbst (Lampenkiller II) : LAAANGE Lebensdauer. Wer das WILL, der kann es machen. Den Meisten ist es einfach EGAL und deswegen machen sie es NICHT. Mir ist es auch egal, deswegen mache ich es auch nicht.
Übrigens waren bereits zu Phoebuszeiten und sind auch heute sog. "Panzerglühlampen" erhältlich, gedacht für Industrie und Bergbau. Die sind robust und halten sehr lange.
Und Du errätst es vielleicht schon: Ja, die sind etwas teurer. Ja, der private Haushaltsmarkt hat sie einfach nicht nachgefragt. Die Leute waren glücklich mit ihrer 1000h-Birne, sie wollten es BILLIG.
> Das Problem an der ganzen Sache ist nämlich, bei den moderen
> Produktionsmethoden und -Materialien muss "billig" nämlich nicht
> zwangsläufig "kurze Lebensdauer/miese Qualität" bedeuten.
Um so besser.
Die hier zB.
> schon oft erwähnten unterdimensionierten Kondensatoren in Elektrogeräten
> oder Plastikzahnräder anstelle von Metall machen im Einkauf nämlich zT nur
> Unterschiede im Centbereich aus, und ganz bestimmt keine mehrere hundert
> Euro, die ein qualitativ hochwertiges Markenprodukt im Endpreis vom
> billigen Noname-Gerät aus China voneinander unterscheiden.
Die Kunden wollen BILLIG. Und deswegen wird eben auch schon am Kondensator gespart. Ein paar Pennies Preisdifferenz pro Bauteil ist bei VIELEN Kondensatoren und bei Millionen von Geräten nämlich auch Geld. Und ein Wettbewerber kriegts vielleicht billiger hin...
> Bei billigprodukten wird natürlich zuallererst an der Qualitätssicherung
> gespart - das alleine reicht aber bei den heutigen Produktionsprozessen
> nicht mehr aus, um eine kürzere Lebensdauer - und damit höhere Kauffrequenz
> zu rechtfertigen. Und da ist es nur logisch, dass man schon beim Design
> alles auf eine möglichst kurze Lebensdauer, die nur knapp über der
> Garantie/Gewährleistungszeit liegt optimiert.
Du bist ein Verschwörungstheoretiker. Die übergroße Mehrheit aller Produkte hält weitaus länger, als der Gewährleistungszeitraum. Es gibt keinerlei Anzeichen, daß speziell auf diese Zeitgrenze hin bei der Produktion maximiert würde. Zumal die Gewährleistungsgesetzgebung in den verschiedenen Ländern höchst unterschiedlich ist, die Produktion aber oftmals global stattfindet: Samsung verkauft GLOBAL die gleichen Smartphones. Aber die Gewährleistungsgesetze (wenn überhaupt vorhanden) sind in Kasachstan nun anders, als in Kalifornien.
Die Innovationszyklen bei Konsumelektronik werden technisch durch Moore's Vermutung über die Zunahme der Transistorendichte/qmm bestimmt und betriebswirtschaftlich durch die vielfach üblichen Ratenzahlungsverträge über 24 Monate, bei Smartphones v.a.
Wenn nach 2 Jahren sowieso was neues kommt (und der Markt fragt Langlebigkeit eben nicht nach), so ist es schlicht rational, billige Bauteile zu verwenden.
Tatsächlich funktionieren die allermeisten Geräte noch weit über 2-3 Jahre hinaus. Der Kunde will aber was neues. Also produziert man es ihm. Für billig. Denn der Kunde mag eben immer neu und immer billig.
Nochmal: Der Kunde hat Wahlmöglichkeiten für langlebige Güter. Er will sie nicht. Er will was anderes. Dann kriegt er das eben. Denn der Kunde, der ist König.
lemgold -
Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: lemgold 25.06.15 - 18:07
Trollversteher schrieb:
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> >Dass der Kunde billig will stimmt durchaus, aber zumindest bei Elektronik
> liegt es glaube ich auch daran, dass die Technik eben immer weiter
> vorschreitet. Würdest du dir ein Notebook kaufen, dass 10.000,- kostet und
> dafür garantiert 30 Jahre hält? Ich hab mein altes Handy fünf Jahre
> genutzt, und kaputt war es danach immer noch nicht. Aber ich wollte dann
> doch gerne ein Smartphone.
>
> Richtig. Das geht übrigens in den Bereich "psychologische Obsoleszenz",
> einer Strategie der sich Apple besonders gerne bedient: Sorge dafür, dass
> der Kunde das Gefühl bekommt in festen Abständen das neuste Modell kaufen
> zu "müssen", weil er mit dem alten nicht mehr all die tollen Dinge machen
> kann, die das neue Modell beherrscht.
Du möchtest mir also sagen, daß Applekunden doof sind, zum ständigen NeukKauf verführt von der phösen-evil-übermächtigen Apple-Marketingabteilung?
Interessant.
Ich verrate Dir mal was: Apple-Kunden haben weit überdurchschnittlich oft ein Abitur, weit überdurchschnittlich oft einen Universitätsabschluß. Sehr häufig sogar in einem Bereich, der mit IT zu tun hat. Applekunden erzielen weit überdurchschnittliche Einkommen, haben übrigens auch eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung.
Diese Leute sind nicht doof. Oder wir müssen doof neu definieren.
Designmoden spielen dabei natürlich
> auch eine Rolle - je enger das Design eines Produktes sich an aktuellen
> Moden orientiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass
> modebewusste Kunden zum neusten Modell greifen um "hip" zu bleiben.
Modebewußtsein ist doof? Das wäre mir sehr neu. Tatsächlich kann Modebwußtsein meinen sozialen Status in meiner peer group deutlich erhöhen, was mir dann viele (geld)werte Vorteile verschafft. Es gibt sehr viele Leute, die beliebt sein wollen, die beneidet werden wollen. ingroup, outgroup, Facebook: Der Thomas hat das neue Iphone, der Thomas ist der Gott. In seiner peergroup ist er das dann vielleicht sogar.
Das Iphone hat 650¤ gekostet? Na und! Wenn sich diese Investition neben dem eigentlichen Iphone-Nutzen auch noch anderweitig auszahlt, wars gut angelegtes Geld. Wenn der Thomas mit dem neuen Iphone auch nur EINE Schnecke inne Disse abschleppen kann, so mußte er keine 100¤ bei einer Prostituieren ausgeben. Können wir schon mal 100¤ vom Iphone-VKP abziehen...
Nicht alle benefits (modischer Natur) sind monetär, aber viele kann man monetär modellieren und quantifizieren.
Wenn man davon ausgeht, daß Menschen teleologisch (also zielorientiert) handeln, was die moderne Handlungstheorie empirisch gut abgesichert auch macht, so denken sich die Leute schon was bei ihren Handlungen: Handlung X soll mir Nutzen Y verschaffen, das ist das Ziel.
Ob sich der Iphone-Kauf für Thomas bei seinen persönlichen Zielen (die niemand außer Thomas wirklich kennt) konkret auszahlt: Das weiß man nicht. Der Iphone-Kauf kann auch eine Fehlinvestition für Thomas gewesen sein, dann geht er mit Verlust raus. Unstrittig ist aber, daß Thomas Ziele vor Augen hatte, als er das Smartphone kaufte.
lemgold -
Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: petergriffin 25.06.15 - 18:10
Zweiteres nennt man Ästhetische obsoleszenz, wurde v.a. in den 60ern in Amerika eingesetzt (streamlining). Funktioniert zwar eine weile ganz gut wird aber zunehmend schwieriger und ist sehr teuer. Technische oder "psychische"(aka Marketing) Obszoleszenz kommt da billiger,
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Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: Trollversteher 26.06.15 - 08:37
>Du möchtest mir also sagen, daß Applekunden doof sind, zum ständigen NeukKauf verführt von der phösen-evil-übermächtigen Apple-Marketingabteilung?
>Interessant.
So polemisch habe ich das sicher nicht ausgedrückt. Und dass Apple diese Strategie fährt ist weder neu, noch ein Staatsgeheimnis. Steve Jobs himself hat sich des öfteren ganz offen dazu geäussert - zB. hier.
>Ich verrate Dir mal was: Apple-Kunden haben weit überdurchschnittlich oft ein Abitur, weit überdurchschnittlich oft einen Universitätsabschluß. Sehr häufig sogar in einem Bereich, der mit IT zu tun hat. Applekunden erzielen weit überdurchschnittliche Einkommen, haben übrigens auch eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung.
Du musst mir sicher nichts über Apple Kunden erzählen, ich bin nämlich selber einer. Aber im Gegensatz zu Dir bin ich mir über Apples Marketingstrategien und deren Wirkung sehr bewusst - gegen die übrigens auch, nein sogar ganz im besonderen, auch gebildete Menschen nicht immun sind. Übrigens: Wer immer wieder gerne ungefragt herauskehrt, dass er zur Gruppe der gebildeten, studierten, überdurchschnittliche verdienenden Menschen gehört offenbahrt damit eine gewisse Eitelkeit, die ihn besonders anfällig für bestimmt Marketingstrategien macht.
>Diese Leute sind nicht doof. Oder wir müssen doof neu definieren.
Habe ich nie behauptet. Sie sind aber auch nicht immun gegenüber intelligenten Marketingstrategien.
>Modebewußtsein ist doof? Das wäre mir sehr neu. Tatsächlich kann Modebwußtsein meinen sozialen Status in meiner peer group deutlich erhöhen, was mir dann viele (geld)werte Vorteile verschafft. Es gibt sehr viele Leute, die beliebt sein wollen, die beneidet werden wollen. ingroup, outgroup, Facebook: Der Thomas hat das neue Iphone, der Thomas ist der Gott. In seiner peergroup ist er das dann vielleicht sogar.
Da habe ich aber offensichtlich einen wunden Punkt getroffen...
Zunächst mal habe ich nicht gesagt "Modebewusstsein ist doof", sondern lediglich festgestellt, dass es so etwas wie Modebewusstsein gibt, und dass man dieses im Marketing gezielt ausnutzen kann. Ansonsten gibst Du ja hier exakt meine Aussage wieder - es funktioniert. Warum also diese heftige Gegenreaktion?
>Das Iphone hat 650¤ gekostet? Na und! Wenn sich diese Investition neben dem eigentlichen Iphone-Nutzen auch noch anderweitig auszahlt, wars gut angelegtes Geld. Wenn der Thomas mit dem neuen Iphone auch nur EINE Schnecke inne Disse abschleppen kann, so mußte er keine 100¤ bei einer Prostituieren ausgeben. Können wir schon mal 100¤ vom Iphone-VKP abziehen...
Ich glaube die Zeiten, in denen man mit einem iPhone "Schnecken in der Disse abschleppen" kann, sind längst vorbei, wenn es sie denn je gab... Das mag vielleicht bei Schülern auf dem Schulhof noch eine Rolle spielen, aber keine erwachsene Frau lässt sich von einem iPhone derart beeindrucken.
>Ob sich der Iphone-Kauf für Thomas bei seinen persönlichen Zielen (die niemand außer Thomas wirklich kennt) konkret auszahlt: Das weiß man nicht. Der Iphone-Kauf kann auch eine Fehlinvestition für Thomas gewesen sein, dann geht er mit Verlust raus. Unstrittig ist aber, daß Thomas Ziele vor Augen hatte, als er das Smartphone kaufte.
OK. Fassen wir mal zusammen - im Kern (nämlich der Aussage, dass man Kunden zum Neukauf animieren kann, indem man mit immer neuen Modellen deren Mode- und Imagebewusstsein bedient) stimmst Du mir zu - hälst aber eine ellenlange Verteidungsrede dafür, dass dies alles bewusst und in voller Absicht der Kunden passiert? Darüber hatte ich aber in meinem Beitrag kein einziges Wort verloren - ich habe lediglich Apples erfolgreiche Strategien angesprochen... -
Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: Trollversteher 26.06.15 - 09:08
>Wußte gar nicht, daß an Universitäten kriminelle Machenschaften unterrichtet werden.
Wenn ein Ingenieur eine Schaltung, eine Mechanik etc. entwirft, ist die zu erwartende Lebensdauer natürlich eine bestimmende Variable. Und dass das kriminell wäre, ist mir neu.
>Werden sie natürlich auch nicht. Wie ich bereits sagte: Kauf Dir einen Akkuschrrauber von Festool, dieses Produkt ist im Handel für Dich erhältlich. Das ist automotive grade, damit schrauben die in de Fabrik. Dieses Gerät ist im Privatbereich völlig unkaputtbar, weil Du mit Deinen drei IKEA-Schrauben pro Jahr im ganzen Leben nicht soviel verschraubst, wie ein Profi in EINER Woche.
Ich denke, Du hast absolut keine Ahnung, wieviele Schrauben ich in einer Woche verschraube, aber das ist off topic - nur bitte lass doch solche persönlichen Unterstellungen, wir kennen uns nicht.
Aber btt: Was möchtest Du mir mit dieser Aussage denn nun sagen? Festool gehört eindeutig zu den teureren Marken, die leben davon, dass man mit ihren Produkten Qualität verbindet - natürlich setzen die ganz sicher nicht auf irgendwelche Obsoleszens Strategien.
>Hier wird nichts obsolet, wenn der Kunde den EWIGEN Akkuschrauber haben will, so kann er ihn erwerben (und vererben).
Es gibt, grob gesagt, zwei Preisstrategien:
a) Ich verkaufe hochpreisig und verbinde dies mit einem gewissen Qualitätsversprechen. Dazu gehören Unternehmen wie Festool. Den niedrigeren Absatz mache ich durch eine höhere Gewinnspanne pro Stück wett.
b) Ich produziere billig und verkaufe billig. Die Gewinnspanne pro Stück ist deutlich niedriger, was dadurch ausgeglichen wird, dass ich mit dem niedrigeren Preis mehr (und andere) Kunden anlocke - das funktioniert aber auf Dauer nur, wenn die Lebensdauer begrenzt ist, ansonsten habe ich den Markt schnell so sehr gesättigt, dass meine niedrige Gewinnspanne nicht mehr ausreicht um den nächsten Zyklus zu erreichen.
Festool bedient sich ersterer Strategie, eigent sich also so ganz und gar nicht als "Gegenbeispiel" um die Existenz der zweiten Strategie zu widerlegen.
>Wer eine ewige Glühbirne wollte, der hätte seine Lampe schon zu Zeiten des Phoebus"kartells" einfach um 10% dimmen können, dann hätte sie schon 300h länger gehalten. Und wenn er sie noch etwas stärker gedimmt hätte, dann quasi ewig.
Und wenn er sie weniger oft ein- und ausgeschaltet hätte, dann hätte sie noch länger gehalten.
Ja und? Du redest irgendwie komplett am Thema vorbei. Was "man" alles hätte tun können ist doch völlig wurscht - es ging eintig und alleine darum, dass eine Reihe von Herstellern beschlossen haben, die Lebensdauer eines Produktes künstlich zu verkürzen. Und das ist geplante Obsoleszenz. Punkt.
>Du bist ein Verschwörungstheoretiker. Die übergroße Mehrheit aller Produkte hält weitaus länger, als der Gewährleistungszeitraum. Es gibt keinerlei Anzeichen, daß speziell auf diese Zeitgrenze hin bei der Produktion maximiert würde.
Du bist hier derjenige, der an Märchen glaubt. Ich kenne mich zB gut genug mit dem Design von elektronischen Schaltungen aus, um zu wissen, wann ein Ingenieur bewusst eine gewisse Entscheidung für ein unterdimensioniertes Bauteil getroffen hat und wann nicht. Und es gibt unzählige Anzeichen dafür, dass es so ist. Wie naiv kann man denn sein, dass man glaubt, einem studierten E-Techniker wäre nicht genau bewusst, was er beim Design einer Schaltung tut. Natürlich weiss der ganz genau, wie sich jede einzelne Entscheidung darüber welches Bauteil welcher Spezifikation er verwendet auf die Lebensdauer auswirkt.
Übrigens - hier kannst Du Dich im Wirtschaftslexikon (ja, üble "Verschwörungsseite", ich weiss...^^) über die verschiednene Obsoleszenz-Strategien informieren.
>Zumal die Gewährleistungsgesetzgebung in den verschiedenen Ländern höchst unterschiedlich ist, die Produktion aber oftmals global stattfindet: Samsung verkauft GLOBAL die gleichen Smartphones. Aber die Gewährleistungsgesetze (wenn überhaupt vorhanden) sind in Kasachstan nun anders, als in Kalifornien.
Ja und? Dann nimmt man für global vertrieben Produkte halt den größten gemeinsamen Nenner. Und mehr als ein, maximal zwei Jahre bekommst Du afaik nirgendwo auf der Welt vorgeschrieben.
>Die Innovationszyklen bei Konsumelektronik werden technisch durch Moore's Vermutung über die Zunahme der Transistorendichte/qmm bestimmt und betriebswirtschaftlich durch die vielfach üblichen Ratenzahlungsverträge über 24 Monate, bei Smartphones v.a. Wenn nach 2 Jahren sowieso was neues kommt (und der Markt fragt Langlebigkeit eben nicht nach), so ist es schlicht rational, billige Bauteile zu verwenden.
Und wer hat behauptet, dass geplante Obsoleszenz eine irrationale Strategie wäre?!?
Du streitest Obsoleszenz also nicht ab, sondern möchtest nur die Motivation dahinter rechtfertigen - d'accord, darüber habe ich aber nichts geschrieben.
>Tatsächlich funktionieren die allermeisten Geräte noch weit über 2-3 Jahre hinaus. Der Kunde will aber was neues. Also produziert man es ihm. Für billig. Denn der Kunde mag eben immer neu und immer billig.
Und auch das basiert auf einer Obsoleszenz-Strategie. Lies Dir mal den verlinkten Artikel oben durch.
>Nochmal: Der Kunde hat Wahlmöglichkeiten für langlebige Güter. Er will sie nicht. Er will was anderes. Dann kriegt er das eben. Denn der Kunde, der ist König.
Nochmal: Du argumentierst die ganze Zeit völlig an meinen Aussagen vorbei. Es geht nicht darum, die verschiedenen Begründungen und Motivationen hinter Obsoleszenz zu diskutieren, sondern darum, ob diese Strategien zum Einsatz kommen oder nicht. Und darin hast Du mich mit Deinen Aussagen ja nur bestätigt. -
Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: Anonymer Nutzer 26.06.15 - 11:53
Mensch Trollversteher, Du bist wirklich ein Verschwörungstheoretiker und Ahnungsloser!
Deine vielen Spamposts hier zeigen auch, dass Du echt zu viel Zeit hast...
Keine Arbeit oder was? -
Re: Es gibt keine geplante Obsoleszens: Der Kunde kann Profizeug kaufen.
Autor: Trollversteher 26.06.15 - 12:15
>Mensch Trollversteher, Du bist wirklich ein Verschwörungstheoretiker und Ahnungsloser!
Ja wirklich schlimm, diese Verschwörungstheorien, die in beinahe jedem Studium mit Wirtschaftsbezug gelehrt werden...
Du kannst Dich gerne mal zB hier informieren.
>Deine vielen Spamposts hier zeigen auch, dass Du echt zu viel Zeit hast...
Mmm... mal überlegen: Meine Posts sind in der Regel mit Argumenten und z.T. auch verlinkten Quellen unterlegt. Dein beleidigender post hier hingegen ist was? Eine blöde Anmache? Freitags-Trollversuch? Argumente und Quellenangaben sucht man zumindest vergeblich...
>Keine Arbeit oder was?
Falsch, Arbeit mit derzeit zwischendurch viel Leerlauf und Wartezeiten.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.06.15 12:18 durch Trollversteher.



