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Platin Vergleich taugt imho nicht

Am 17. Juli erscheint Ghost of Tsushima; Assassin's Creed Valhalla und Watch Dogs Legions konnten wir auch gerade länger anspielen - Anlass genug, um über Actionspiele, neue Games und die Next-Gen-Konsolen zu sprechen! Unser Chef-Abenteurer Peter Steinlechner stellt sich einer neuen Challenge: euren Fragen.
Er wird sie am 16. Juli von 14 Uhr bis 16 Uhr beantworten.
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  1. Platin Vergleich taugt imho nicht

    Autor: most 12.02.19 - 12:57

    Für die Produktion einer Tonne Platin benötigt man lt. Artikel 69.000 kWh

    Wie viel Platin bzw. Edelmetalle sind in einem Handy verarbeitet? Man findet auf die Schnelle keine verlässlichen Quellen, aber es sind wohl unter 1g.
    Für 1g Platin benötigt man also 0,069 kWh, das kostet z.B. in Form von Haushaltsstrom 0,02 Cent.

    Ein anderer Vergleich scheint mir da offensichtlicher:

    Ein Auto benötigt 5 Liter Benzin pro 100km, also 0,05l/km oder bei 8,5kWh pro Liter Benzin ca. 0,4 kWh pro km

    Wenn man also mehr als ca. 100m (200m hin- und zurück) zum Geschäft fährt, um das nächste Handy zu kaufen, hat man mehr Energie alleine an Benzin verbraten, als für die Gewinnung der Edelmetalle. (die Produktionsenergie für das Auto lassen wir mal außen vor)


    Das soll jetzt kein Grund sein, gedankenlos Handys zu kaufen und in den Müll zu werfen. Leicht tauschbare (gerne auch fest verbaut) Akkus, langer Softwaresupport sind sehr lobenswert.

    Aber die Optimierungspotenziale sehe ich an ganz anderer Stelle. Der Wechsel des Statussymbols vom Auto zu Handy scheint mir sogar eher ein Vorteil zu sein. Ok, das bedeutet gleichzeitig den Niedergang der deutschen Wirtschaft, aber das ist ein anderes Thema

    PS: Gerne ggf. Rechenfehler aufdecken :)

  2. Re: Platin Vergleich taugt imho nicht

    Autor: AllDayPiano 12.02.19 - 13:07

    Ich habe Deine Rechnung nicht geprüft denn ich finde den Vergleich für sich genommen eher inadäquat.

    Man muss sich gar nicht auf's Platin beschränken. In einem Handy stecken unzählige seltene Erden. Aber auch genug anderer Stoffe, die zwar nicht selten, aber nicht weniger aufwändig abgebaut werden müssen.

    CO2 ist dabei nur ein kleiner Teil der Umweltverseuchung. Vor allem die Produktion mit abgekippten und ausgeleiteten Produktionsnebenprodukten und Abwässer macht die Fertigung richtig dreckig. CO2 ist da fast schon ein Wohlfülgas dagegen.

  3. Re: Platin Vergleich taugt imho nicht

    Autor: Kay_Ahnung 12.02.19 - 13:10

    Hier mal mein Beitrag aus einem anderen Thread:

    Smartphones sind da denke ich wirklich ein schlechtes Beispiel, ich denke mal nicht das bei der Smartphone Produktion viel CO2 anfällt. Viel interessanter ist da der Ressourcen aufwand bezüglich Recycling, also wieviel man wiedergewinnen kann und ob das gemacht wird.

    Auch das mit dem Platin ist ein schlechtes Beispiel, hier ist eine ganz gute übersicht über die verwendeten Materialien im Smartphone und ihren Prozentualen Anteil:

    http://www.informationszentrum-mobilfunk.de/umwelt/mobilfunkendgeraete/herstellung

    Demnach enthält ein Smartphone 25% Metalle davon 15% Kupfer 3% Eisen, 3% Aluminium, 2% Nickel, 1% Zinn und 1% andere. Unter die Kategorie andere fallen z.B. auch Platin, Silber, Palladium und Gold. In einem 110 gramm schweren Smartphone sind "ca. 305 Milligramm Silber, 30 Milligramm Gold und 11 Milligramm Palladium " enthalten. Das heißt der Platinanteil im Smartphone bewegt sich im Milligramm bereich und auch alle anderen Edelmetalle gibt es nur im Milligramm bereich.

    Der Anteil der anderen seltenen Erden ist also auch minimal und über den Anteil von Kupfer/Eisen/Aluminium braucht man auch nicht zu reden da enthält so ziemlich jedes andere Gerät wahrscheinlich mehr von.

  4. Re: Platin Vergleich taugt imho nicht

    Autor: Gokux 12.02.19 - 13:21

    Für den Stromverbrauch meines Arbeitgebers bekommt man also Platin für 1,5 Milliarden USD, nett. Wir generieren daraus nur 5% der Summe als Umsatz.

  5. Re: Platin Vergleich taugt imho nicht

    Autor: most 12.02.19 - 13:31

    Da stimme ich zu, daher sollte man C02 auch nicht als Maßstab nennen.

    Der durchschnittliche CO2 Abdruck in Deutschland liegt bei ca. 10-12 Tonnen pro Jahr, auf einer Klimaschutz/Spendenseite werden mir 180¤ Kompensationszahlung (für Baumpflanzungen) für diese 12 Tonnen ausgerechnet. Das wäre pro Handy mit ca. 50 Kg CO2 75 Cent.

    Selbst wenn diese Kompensationszahlung Baumpflanzaktion um den Faktor 10 daneben liegt, es also 7,5¤ benötigen würde, wäre das für ein Smartphone alle drei Jahre ein Witz.

    Viel wichtiger ist definitiv die Umweltzerstörung durch die Gewinnung und Verarbeitung der Materialien.

  6. Re: Platin Vergleich taugt imho nicht

    Autor: AllDayPiano 12.02.19 - 13:32

    Ja den hab ich gelesen.

    Rechnet man alles zusammen, was an der Produktion eines Handys mit dran ist, kommt man bestimmt auf exorbitante Zahlen wie 12t CO2, 5000 Liter Wasser, 180 m² für 1000 Jahre verseuchten Boden, 4262 gestorbene Menschen durch Vergiftung, unmenschliche Bedingungen u.s.w...

  7. Re: Platin Vergleich taugt imho nicht

    Autor: Kay_Ahnung 12.02.19 - 13:42

    most schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da stimme ich zu, daher sollte man C02 auch nicht als Maßstab nennen.
    >
    > Der durchschnittliche CO2 Abdruck in Deutschland liegt bei ca. 10-12 Tonnen
    > pro Jahr, auf einer Klimaschutz/Spendenseite werden mir 180¤
    > Kompensationszahlung (für Baumpflanzungen) für diese 12 Tonnen
    > ausgerechnet. Das wäre pro Handy mit ca. 50 Kg CO2 75 Cent.
    >
    > Selbst wenn diese Kompensationszahlung Baumpflanzaktion um den Faktor 10
    > daneben liegt, es also 7,5¤ benötigen würde, wäre das für ein Smartphone
    > alle drei Jahre ein Witz.
    >
    > Viel wichtiger ist definitiv die Umweltzerstörung durch die Gewinnung und
    > Verarbeitung der Materialien.

    Der Umweltschaden durch die Gewinnung und Verarbeitung der Materialien für ein Smartphone ist aber ähnlich gering.

    Nur mal so grundsätzlich, die seltenen Erden und Metalle im Smartphone sind eigentlich alle in der Elektronik verbaut und diese Elektronik steckt heutzutage in fast allem drin. Bevor man also übers Smartphone spricht welches hauptsächlich Mikroelektronik enthält (= kleinste Mengen an seltenen Erden/Edelmetallen) sollte man erstmal über all die anderen Sachen reden.
    z.B. Elektronik im Auto/Kühlschrank/Bildschirmen/Fernsehern/Servern/Laptops/Tablets/Radios/Desktop-PCs/Steuerungen/Navis usw. usw. usw. (von größeren Anlagen z.B. im Industriebereich will ich jetzt gar nicht reden z.B. Serverfarmen oder Leasingrechner welche teilweise noch viel häufiger getauscht werden als Smartphones)
    Ich will gar nicht sagen das man darüber nicht reden sollte aber es gibt wohl sehr viele bessere Beispiele als ausgerechnet Smartphones und das man diese ein Jahr länger nutzen soll.

  8. Re: Platin Vergleich taugt imho nicht

    Autor: most 12.02.19 - 13:57

    Kay_Ahnung schrieb:

    > Ich will gar nicht sagen das man darüber nicht reden sollte aber es gibt
    > wohl sehr viele bessere Beispiele als ausgerechnet Smartphones und das man
    > diese ein Jahr länger nutzen soll.

    Interessant wäre die Betrachtung, wie viele andere Statussymbole durch Smartphones langsam verdrängt oder reduziert werden. Wenn Kids gar nicht mehr so autogeil sind und sich eher später eher ein kleineres Auto, ggf. sogar gebraucht kaufen.

    So ganz kann ich die Kritik an den Smartphones auch nicht verstehen. Selbst die (für mich persönlich vollkommen unnötigen) Luxusmodelle von Apple und Samsung für 1000¤ alle zwei Jahre sind doch ein Witz im Vergleich zu anderen ebenfalls eher verzichtbaren Konsumgüterausgaben und der damit verbundenen Ressourcenverschwendung.

    Wie viel Ressourcen und Geld gammeln im Kleiderschrank, kaum getragen? Wie viel wird in Kosmetik gesteckt?

    Man muss das ganzheitlich angehen und akzeptieren, dass wir Menschen in dieser Menge und in diesem Zivilisationsgrad Ressourcen verbrauchen ohne Ende.

  9. Re: Platin Vergleich taugt imho nicht

    Autor: Kay_Ahnung 12.02.19 - 14:10

    most schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kay_Ahnung schrieb:
    >
    > > Ich will gar nicht sagen das man darüber nicht reden sollte aber es gibt
    > > wohl sehr viele bessere Beispiele als ausgerechnet Smartphones und das
    > man
    > > diese ein Jahr länger nutzen soll.
    >
    > Interessant wäre die Betrachtung, wie viele andere Statussymbole durch
    > Smartphones langsam verdrängt oder reduziert werden. Wenn Kids gar nicht
    > mehr so autogeil sind und sich eher später eher ein kleineres Auto, ggf.
    > sogar gebraucht kaufen.
    >
    > So ganz kann ich die Kritik an den Smartphones auch nicht verstehen. Selbst
    > die (für mich persönlich vollkommen unnötigen) Luxusmodelle von Apple und
    > Samsung für 1000¤ alle zwei Jahre sind doch ein Witz im Vergleich zu
    > anderen ebenfalls eher verzichtbaren Konsumgüterausgaben und der damit
    > verbundenen Ressourcenverschwendung.
    >
    > Wie viel Ressourcen und Geld gammeln im Kleiderschrank, kaum getragen? Wie
    > viel wird in Kosmetik gesteckt?
    >
    > Man muss das ganzheitlich angehen und akzeptieren, dass wir Menschen in
    > dieser Menge und in diesem Zivilisationsgrad Ressourcen verbrauchen ohne
    > Ende.

    Richtig das mit dem Verdrängt bringt mich auch auf die Idee das die Betrachtung interessant wäre wie viele andere Dinge man sich durch ein Smartphone evtl. spart. z.B. Kalender/Uhr/Wecker/MP3 Player/Navi/Zeitschriften/Bücher (Ebooks Kindle/Thalia usw. App)/ Taschenrechner/Notizbuch/Telefon usw.

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