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interessante wendung
Autor: hardtech 26.07.19 - 00:02
... die ich so net kommen sah.
verfolge das thema per nachrichten.
wie geht es nun weiter?
scheinbar will apple mehr unabhängigkeit. nur haben sie einen langjährigen vertrag mit qualcomm. bin auf die reaktion gespannt.
es schien so, als ob die intelsparte schliessen kann. was hat apple nur vor?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.07.19 00:04 durch hardtech. -
Re: interessante wendung
Autor: ms (Golem.de) 26.07.19 - 00:05
Na eigene (5G-)Modems bauen ...
Marc Sauter, Sr Editor
Golem.de -
Re: interessante wendung
Autor: Sharra 26.07.19 - 00:39
Ja, ist schon interessant. Erst wechselt man zu Qualcomm. Daraufhin stampft Intel die dann unrentable Sparte ein, und Apple kauft sie. Jetzt baut Apple eigene Chips basierend auf Intel-Tech.
An Intels stelle hätte ich ehrlich gesagt nicht an Apple verkauft, nachdem sie mich quasi mutwillig abgesägt haben. -
Re: interessante wendung
Autor: SaidderERSTE 26.07.19 - 00:46
Naja, was hätten die aber sonst machen sollen? Apple war quasi der einzige Hersteller, der Intels Modems in seinen Mobilgeräten verbaut hatte. Jetzt, wo sie als Kunden abgesprungen sind, rentiert es sich halt mehr die Sparte zu verkaufen.
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Re: interessante wendung
Autor: HeroFeat 26.07.19 - 00:58
Also Apple hat mit Qualcomm wohl jetzt noch einen 6 jährigen Vertrag. Aber den brauchen sie halt vermutlich auch, da Intel ja scheinbar nicht so wie von Apple gewollt liefern konnte. Da muss dann erstmal die 5G Sparte erstmal auf Vordermann gebracht werden. Und Apple hat so viel Geld, wenn die dann doch schon früher mit ihren eigenen 5G Modems fertig sind kaufen sie sich halt aus dem Qualcomm Vertrag raus und sehen es als Kosten um die Intel 5G Sparte zu kaufen und eigene Modems zu produzieren.
Das wird bei Apple sicherlich jemand durchgerechnet haben was die geschickteste Strategie ist. -
Re: interessante wendung
Autor: Pornstar 26.07.19 - 01:45
Viel zu günstig. Intel hat mindestens 2 Milliarden investiert, Mitarbeiterkosten nicht mal vollends mit einbezogen. 1Milliarde ist für Apple ein Schnäppchen gewesen.
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Re: interessante wendung
Autor: Smartcom5 26.07.19 - 03:23
@Pornstar 2 Milliarden?! Ach Gott, das ja süß!
Die Intel Mobile Communications-Sparte (IMC) von Intel – welche Intel ja seinerzeit auch bloß als Infineon's Wireless devices-Sparte eingekauft hat – hat, obwohl profitabel bei Infineon, unter Intel niemals auch nur einen müden Pfennig Gewinn abgeworfen – stattdessen aber sind von Tag 1 horrende Verluste in Höhe von offiziell +17 Milliarden generiert worden (und Analysten gehen davon aus, daß es tatsächlich sogar +23–25 Milliarden sind).
Kurios ist, daß Infineon tatsächlich entprechende Hardware unter Zuhilfenahme von Geldmitteln fertigte und trotzdem Gewinn erwirtschaftete, derweil Intel größtenteils nur Theoriearbeit betrieb und trotzdem der Bereich nach der Übernahme immer nur in den tiefroten Zahlen steckte (ihre 5G-Geschichte ist das, was es ist, eine Geschichte; ein tatsächliches Modem hat ja niemals auch nur eine Menschenseele zu Gesicht bekommen).
Da fragt man sich echt, wie Intel das kapitale Wissen und die Abteilung so dermaßen gegen die Wand fahren konnte – und was in aller Welt die bitte sieben lange Jahre da gemacht haben, um derartige Schuldenberge ohne das geringste Produkt zu fabrizieren. … wahrscheinlich waren's mal wieder Blackjack & Nutten, nur diesmal nicht nur für die gehobene Chefetage, sondern gleich für Alle.
Es wird jedenfalls immer mehr offensichtlich, daß bei Intel nicht erst seit dem Wiedererstarken von AMD etwas grundlegend falsch läuft. Der Fisch stinkt wie so oft vom Kopf her.
Ein Schnäppchen war‘s für Apple allemal, keine Frage. Ich denke es war ohnehin von langer Hand seitens Apples geplant gewesen, Intel's IMC zu übernehmen.
In diesem Sinne
Smartcom
"Ich weiß nicht ob es besser wird, wenn es sich ändert. Aber ich weiß das es sich ändern muß, wenn es besser werden soll."
Georg Christoph Lichtenberg *1742, †1799, deutscher Schriftsteller -
Re: interessante wendung
Autor: fanreisender 26.07.19 - 08:17
hardtech schrieb:
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> ... die ich so net kommen sah.
>
> verfolge das thema per nachrichten.
>
> wie geht es nun weiter?
> scheinbar will apple mehr unabhängigkeit. nur haben sie einen langjährigen
> vertrag mit qualcomm. bin auf die reaktion gespannt.
> es schien so, als ob die intelsparte schliessen kann. was hat apple nur
> vor?
Für meine Begriffe war das ein langfristiger Plan.
Und aus der Not geboren.
Qualcomms Geschäftspolitik aus einer quasi Monopolstellung heraus ist ja nicht unbedingt sauber zu nennen. Apple war/ist wegen seiner hohen Gewinnspanne besonders betroffen und offenbar sogar Qualcomms Haupteinnahmequelle.
Die Situation würde niemandem gefallen.
Aber die Alternative, solche Spezialbausteine angesichts des stetig sinkenden Marktanteils selbst zu entwickeln, erscheint mir auch riskant, zumal wegen der Patente eine - natürlich gegenseitig - Abhängigkeit bleibt. -
Re: interessante wendung
Autor: don.redhorse 26.07.19 - 09:00
Es gibt ja nicht nur Qualcomm. Aber Apple wird, sicherlich, wie auch z.b Samsung und Huawai die Baaebandchips direkt in ihren A Socks integrieren wollen. Das konnten sie bisher nicht. Wird halt nur Schade sein das Apple sicherlich keine Chips für den freien Markt fertigen wird, sondern nur für den eigenen Bedarf. Es fällt für Qualcomm zwar ein Kunde weg, aber ein Konkurrent wird nicht entstehen.
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Re: interessante wendung
Autor: wonoscho 26.07.19 - 09:13
Oder auch:
Erst zahlt man 5 Mrd. an Qualcomm,
um von dort Modem-Chips zu beziehen.
Dann zahlt man nochmal eine Mrd, an intel,
um eigene Modems zu bauen. -
Re: interessante wendung
Autor: Lumumba 26.07.19 - 10:18
Die Sparte bei Infineon war nur profitabel weil unter deren Dach so ziemlich alles gefertigt wurde außer Mobilfunkmodems. Ich hab damals bei der Übernahme für die Sparte in der Produktion gearbeitet und hatte in 5 Jahren alle möglichen Chips in der Hand aber nicht einen Waver mit Mobilfunkmodems.
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Re: interessante wendung
Autor: platoxG 26.07.19 - 11:48
@Sharra: An wen hätte Intel sonst verkaufen sollen? Größere Abnehmer gab es nicht mehr, da die anderen mit eigener Produktion ausgestattet sind oder bereits untereinander zukaufen. Mit dem Wegfall des Apple-Deals bestanden keine wirklichen Zukunftsaussichten mehr und man tut das, was man in solch einem Fall immer tun sollte, wenn keine sinnvolle Reorganisation/Neuausrichtung möglich ist: abschreiben und abstoßen.
@HeroFeat: Ob Intel nicht liefern konnte oder wollte, wird man am Ende als Außenstehender schlecht beurteilen können. Apple lässt sich nie vorzeitig vertragstechnisch festnageln; die sind aufgrund ihrer Größe ein unangenehmer Vertragspartner, wie hinreichend bekannt ist. Und den Patentstreit mit Qualcomm wird auch Intel sehr genau beobachtet haben, da es hier um Milliarden ging und absehbar war, dass Apple, sollten sie verlieren, entsprechend zahlen muss und daher ggf. umdisponieren würde. Es ist auch durchaus möglich, dass Intel ohne eindeutige Zusagen seitens Apple nicht weiter in "Vorkasse" treten wollte.
Schlussendlich hat Apple verloren und in den letzten Abschreibungen wurden um die 4,5 Mrd. US$ für Qualcomm ausgewiesen und hinzu kommt noch die vertragliche Sechsjahresbindung zum Einkauf von Chips bei Qualcomm, die als (inoffizieller) Bestandteil der Patentstreitbeilegung zu sehen ist. Apple hatte also keine Lust, seine Portokasse (200+ Mrd. US$) zu sehr zu schröpfen und sichert stattdessen einen Teil des Deals in Form von Einkäufen zu und in Form von regelmäßigen Lizenzzahlungen. Und das ist dann genau das Szenario, mit dem für Intel der Zug abgefahren war. Dass man diese Entwicklung seitens Intel nicht sehr genau beobachtet hat, erscheint eher unwahrscheinlich.
@don.redhorse: Warum sollte eine Apple-selbstbeschränke Produktion "schade" sein? Die anderen Hersteller haben was sie brauchen und Apple wird sicherlich nicht mal eben von 0 auf 100 aufschließen können, also insgesamt nichts dem Mark hinzufügen können, was es bisher noch nicht gibt. Apple geht es im wesetnlichen darum seine Marge zu erhöhen, indem man a) günstig zukauft oder aber b) günstig selbst produziert; Apple ist kein Auftragsfertiger.
Und warum fällt für Quacomm ein Kunde weg? Im Zuge des Deals hat Apple sich für weitere sechs Jahre an Qualcomm gebunden und ordert hier Chips und zahlt Lizenzgebühren. -
Re: interessante wendung
Autor: don.redhorse 26.07.19 - 12:17
platoxG schrieb:
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> @don.redhorse: Warum sollte eine Apple-selbstbeschränke Produktion "schade"
> sein? Die anderen Hersteller haben was sie brauchen und Apple wird
> sicherlich nicht mal eben von 0 auf 100 aufschließen können, also insgesamt
> nichts dem Mark hinzufügen können, was es bisher noch nicht gibt.
Wie wichtig Konkurrenz ist sieht man doch jetzt bei Intel/AMD. 10 Jahre lang hat Intel alles abgeschöpft was geht (würde jedes andere Unternehmen genau so machen. Es geht um Gewinn und nicht um den sozialen Weltfrieden, also deswegen kein Vorwurf an Intel). Nun gibt es endlich etwas Gegenwind und schon bewegt sind Intel.
Qualcomm ist defakto der Alleinherrscher bei den Basebandchips. Der Rest am Markt läuft unter Kleinkram. Damit kann Qualcomm den Markt bestimmen, was sie auch machen. Apple hat gepokert und verloren, da Partner Intel nicht aus den Puschen gekommen ist. Eine der Ursachen werden sicherlich auch Patente sein die Intel und nun Apple wird umschiffen müssen, also auch mit eigenen Produkten wird Qualcomm von Apple Lizenzzahlungen bekommen (was per se ja nicht falsch ist). Nur durch die Marktbeherschende Stellung kann und wird Qualcomm sich das ganz gut bezahlen lassen. Ein echter Konkurrent wäre auf jeden Fall besser gewesen, nicht wegen Apple, sondern auch wegen Lizenzkosten die bei Chips für IoT etc. anfallen. Der Markt besteht ja nicht nur aus Smartphone Chips, sondern durch viele, viele andere Geräte.
> geht es im wesetnlichen darum seine Marge zu erhöhen, indem man a) günstig
> zukauft oder aber b) günstig selbst produziert; Apple ist kein
> Auftragsfertiger.
Eben
> Und warum fällt für Qualcomm ein Kunde weg? Im Zuge des Deals hat Apple sich
> für weitere sechs Jahre an Qualcomm gebunden und ordert hier Chips und
> zahlt Lizenzgebühren.
Sechs Jahre, frage ist welche Exit Strategie es gibt, ist ja nicht zwingend so das sie keine eigenen verbauen dürfen. Ich tippe darauf das es eine gewisse abnahme Menge gibt die Garantiert ist, aber sie werden, sobald sie es hin bekommen, auch Geräte mit eigenen Basebandchips ausstatten. Z.b. zu Anfang nur eine Serie der Cellular iPads, da kann man dann gucken wie es in der wirklichen Welt funktioniert, ohne das es ein Riesenbatzen an genutzten Geräten gibt.
Auch wenn ich gerne Apple Geräte verwende, wäre es mir lieber würde ein Konkurrent zu Qualcomm entstehen, statt dass das ganze nur für eigene Produkte genutzt wird. -
Re: interessante wendung
Autor: platoxG 26.07.19 - 13:44
don.redhorse schrieb:
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> Wie wichtig Konkurrenz ist sieht man doch jetzt bei ...
Konkurrenz ist für den Markt zweifelsfrei immer wichtig. Jedoch da auf Apple zu hoffen, ist vergebliche Liebesmüh. Und selbst für Intel war der Markt wohl anscheinend zu unattraktiv aufgrund der aktuellen Strukturierung und mit dem Wegfall des potentiellen großen Kunden hat man ihn nun komplett aufgegeben.
Wer weiß, vielleicht hat sich Qualcomm auch patenttechnisch dermaßen eingeigelt, dass da derzeit kein sinnvolles/wirtschaftliches Herankommen möglich ist; aber dafür stecke ich zu wenig in dieser Materie drin. ;-)
Eine wie auch immer genannte Exit-Strategie ist irrelevant. Im Zuge der Beilegung der Patentstreitigkeiten hat man sich auf ein Transfer von Gütern und in monetärer Form geeinigt, der, sagen wir mal bspw. im Summe 10 Mrd. US$ umfasst, und damit ist das besiegelt. Qualcomm hätte sicherlich viel lieber gleich alles Cash erhalten, aber Apple hat hier wohl das Übel mit dem Notwendigen verknüpft um seine freien Ressourcen zu schonen (auch wenn sie es nicht nötig gehabt hätten, kommen damit aber wahrscheinlich in ihrer Gesamtrechnung immer noch günstiger Weg). Wenn sie die vertraglichen Verbindlichkeiten in einem Jahr auflösen wollen würden, müssten sie dennoch für die restlichen 5 Jahre zahlen, denn warum sollte Qualcomm auf das Geld verzichten? ;-)



