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Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

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  1. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Kondratieff 24.01.19 - 19:30

    unbuntu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kondratieff schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Und trotzdem wäre es eine sogenannte Produktinnovation.
    >
    > Ja Sheldon.

    Oh pardon, ich dachte, es würde sich hier um ein technikbezogenes Forum handeln.

    Technik hat, nicht nur historisch betrachtet, eine sehr große Nähe zur Wissenschaft, die wiederum auf Formalisierung und Reproduzierbarkeit (vs. Willkür, "Schwammigkeit", Stammtisch- und Totschlagargumente und vollkommen subjektive und fahrlässige Verallgemeinerungen) setzt.

  2. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Kondratieff 24.01.19 - 19:36

    as112 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kondratieff schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ein solches Smartphone hätte ich zwar zunächst von Apple und erst im
    > > Anschluss von anderen Herstellern erwartet. Allerdings zeugt das hier
    > > gezeigte Design eines chinesischen Herstellers noch einmal davon, dass
    > > China mittlerweile nicht nur kopiert, was ab und an immer noch als
    > > Unterstellung umhergeistert, sondern auch zu eigenständigen technischen
    > > Innovationen fähig ist.
    >
    > Welche Innovation denn? Das ist doch Stand der Technik.

    Lies dir meine anderen Beiträge im Thread durch. Kurz: Eine neue Rekombination vorhandener Technik ist auch eine Innovation (vgl. z.B. so ziemlich alle Veröffentlichungen von Schumpeter).


    > Viele machen es nur
    > deshalb nicht, weil es sich vermutlich nicht besonders gut verkaufen wird.

    Der definitorische Unterschied zwischen Invention und Innovation: Die Innovation wird über den Markt in die Gesellschaft hineingetragen (vgl. jede bekanntere Veröffentlichung zum Innovationsbegriff, auch Schumpeter). Wenn es etwas nur theoretisch gibt, aber dieses Etwas nicht diffundieren kann (zum Diffusionsbegriff siehe etwa Rogers "Diffusion of Innovation"), dann handelt es sich "nur" um eine Invention und keine Innovation.

    > Die wenigsten sind bereit auf Kabelschnittstellen zu verzichten. Und sei es
    > auch nur zur Not. Und das ist auch gut so. Wie funktioniert auf dem Gerät
    > eigentlich ein Hardware-Reset? Wie mache ich debugging nach einem Reset,
    > wenn ich das WLAN-Passwort nicht eingeben kann, weil der Bildschirm spinnt.
    > Oder WLAN geht nicht. Oder WLAN ist gerade nicht vorhanden.

    Darum geht es nicht.

  3. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Anonymer Nutzer 25.01.19 - 01:35

    garnicht, du kaufst was "neues", oder baust es teurer auf und gehst an die hardware, wenn du wissen darfst wie das geht ... darfst du nicht, marktgründe ... so ist das mit abhängigkeit, die ist nicht darauf aus gelöst zu werden, oder steht auf flaschen wie du ohne deren inhalt auskommst?

  4. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Dave_Kalama 25.01.19 - 08:09

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein solches Smartphone hätte ich zwar zunächst von Apple und erst im
    > Anschluss von anderen Herstellern erwartet. Allerdings zeugt das hier
    > gezeigte Design eines chinesischen Herstellers noch einmal davon, dass
    > China mittlerweile nicht nur kopiert, was ab und an immer noch als
    > Unterstellung umhergeistert, sondern auch zu eigenständigen technischen
    > Innovationen fähig ist.
    >
    > Innovation ist hier wertneutral und als von positiv besetzten Begriffen wie
    > Fortschritt etc. entkoppelt zu verstehen. (Definitionen mit Belegen kann
    > ich bei Interesse als Innovationsforscher gerne anführen).
    >
    > Wie in der Überschrift angedeutet, halte ich diese Entwicklung persönlich
    > für bedauerlich. Denn so wird noch mehr als jetzt schon üblich darauf
    > gesetzt, dass technische Artefakte, die früher ohne eigener Energiequelle
    > auskamen mit einem Akku betrieben werden (z.B. eben Kopfhörer).
    >
    > Ökonomisch ist das durchaus sinnvoll, denn so bekommen immer mehr Produkte
    > eine Sollbruchstelle aufgezwungen, sodass in vielen Fällen nach einigen
    > Jahren - selbst ohne Nutzung dieser Produkte(!) - ein Neukauf notwendig
    > wird (Akkus verschleißen so oder so). Eine Reparatur bzw. ein Akkutausch
    > wird sich wohl nur bei Produkten monetär lohnen, die auf lange Sicht
    > hochpreisig bleiben und nicht etwa durch Nachfolger entwertet werden.
    >
    > Ökologisch ist das gerade Diskutierte mehr als zweifelhaft...

    Innovation? Forschung? Das erstere ist ein Sozialkonstrukt. Das zweite eine zivilisatorische Errungenschaft. Innovation ist was fuer Gammas und Deltas. Forschen tun Alphas und Betas. Erfinden tun nur Alphas.
    Innovationsforscher sind Gammas - So wie Psychologe, Wahrsager, Schamane, Psychoanalytiker.
    Die intellektuelle Wertschoepfungshoehe deiner Erkenntnisse sind nicht allzuhoch.

    Innovation ist ein Businessprozess der eben gerade das Gegenteil erreichen will. Erkennen, abmurksen um Investitionen zu schuetzen. Das klappt mittlerweile herrvorragend.

  5. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Michael Graetz2 25.01.19 - 08:14

    Hahahha YMMD! ;-)

  6. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Kondratieff 25.01.19 - 10:41

    Dave_Kalama schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kondratieff schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ein solches Smartphone hätte ich zwar zunächst von Apple und erst im
    > > Anschluss von anderen Herstellern erwartet. Allerdings zeugt das hier
    > > gezeigte Design eines chinesischen Herstellers noch einmal davon, dass
    > > China mittlerweile nicht nur kopiert, was ab und an immer noch als
    > > Unterstellung umhergeistert, sondern auch zu eigenständigen technischen
    > > Innovationen fähig ist.
    > >
    > > Innovation ist hier wertneutral und als von positiv besetzten Begriffen
    > wie
    > > Fortschritt etc. entkoppelt zu verstehen. (Definitionen mit Belegen kann
    > > ich bei Interesse als Innovationsforscher gerne anführen).
    > >
    > > Wie in der Überschrift angedeutet, halte ich diese Entwicklung
    > persönlich
    > > für bedauerlich. Denn so wird noch mehr als jetzt schon üblich darauf
    > > gesetzt, dass technische Artefakte, die früher ohne eigener
    > Energiequelle
    > > auskamen mit einem Akku betrieben werden (z.B. eben Kopfhörer).
    > >
    > > Ökonomisch ist das durchaus sinnvoll, denn so bekommen immer mehr
    > Produkte
    > > eine Sollbruchstelle aufgezwungen, sodass in vielen Fällen nach einigen
    > > Jahren - selbst ohne Nutzung dieser Produkte(!) - ein Neukauf notwendig
    > > wird (Akkus verschleißen so oder so). Eine Reparatur bzw. ein Akkutausch
    > > wird sich wohl nur bei Produkten monetär lohnen, die auf lange Sicht
    > > hochpreisig bleiben und nicht etwa durch Nachfolger entwertet werden.
    > >
    > > Ökologisch ist das gerade Diskutierte mehr als zweifelhaft...
    >
    > Innovation? Forschung? Das erstere ist ein Sozialkonstrukt.

    Da stimme ich dir zu.

    > Das zweite eine zivilisatorische Errungenschaft.

    Und zugleich eine soziale Innovation.

    > Innovation ist was fuer Gammas und Deltas.

    Und hier hört die eher faktenbasierte Diskussion auf... zugunsten von Beleidigungen. Wieso?

    > Forschen tun Alphas und Betas. Erfinden tun nur Alphas.

    Woher nimmst du diese steile Behauptung?

    > Innovationsforscher sind Gammas - So wie Psychologe, Wahrsager, Schamane,
    > Psychoanalytiker.

    Eben waren Forscher Alphas und Betas. Wieso sollte ein Forscher im Bereich der Innovationsforschung, die im übrigen noch nichts über den fachlichen Hintergrund der darin forschenden Menschen aussagt, eine Ausnahme darstellen? Wieso wird z.B. ein Physiker, der sich im Laufe seiner Karriere für die Innovationsforschung interessiert und dazu forscht, damit automatisch zum Gamma?


    > Die intellektuelle Wertschoepfungshoehe deiner Erkenntnisse sind nicht
    > allzuhoch.
    >
    Waren die Beleidigungen zunächst genereller Natur, werden sie nun konkret. Was habe ich dir eigentlich getan? Du kennst mich nicht. Du kennst meine Forschung nicht. So wie du dich gibst, gehe ich davon aus, dass du dich auch nicht mit der Innovationsforschung auskennst und selbst nie im Wissenschaftsbetrieb gearbeitet hast.

    Da finde ich es mehr als vermessen, solchen persönlich beleidigenden Blödsinn von sich zu geben.

    > Innovation ist ein Businessprozess der eben gerade das Gegenteil erreichen
    > will.

    Es gibt verschiedene Arten von Innovation, z.B. die oben angesprochenen sozialen Innovationen. Ich empfehle als Lektüre zur Horizonterweiterung (und als Antidot zu deiner Ignoranz) bspw. Rogers Diffusion of Innovations.

    > Erkennen, abmurksen um Investitionen zu schuetzen. Das klappt
    > mittlerweile herrvorragend.

    ?

  7. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Trollversteher 25.01.19 - 10:51

    >Smartphone geht seltener kaputt, weil wasserdicht.

    Wasserdicht nach IP68 sind doch mittlerweile fast alle aktuellen Smartphone-Modelle (zumindest die "Flagschiffe").

    >Keine mechanischen Verschleißteile wie USB Stecker oder Knöpfe. Das Akku Problem hast du heute auch schon. Ich sehe nicht, was da unökologisch ist

    Ich weiß ja nicht, was ihr so macht - aber das letzte Mobiltelefon, bei dem ich mechanische Probleme mit nicht mehr richtig funktionierenden Tasten hatte, war noch ein "Handy" aus der Prä-Smartphone-Zeit von Sony Ericsson, und Probleme mit ausgeleiherten/wackeligen Buchsen hatte ich bei meinen iPhones bisher noch nie...

    Und das "Akku-Problem" hast Du heute auch nicht zwingend - bei den iPhones lassen die sich zB noch sehr einfach selbst wechseln, und bei diversen Androiden ist das auch so. Bei diesem vollverschweißten Modell hier wäre ich mir da nicht so sicher...

  8. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Trollversteher 25.01.19 - 11:02

    >Apple war nie der erste Hersteller mit neuen Designs und Funktionen auf dem Markt, die warten ab bis eine neue Technologie ausgereift ist, da sie im Gegensatz zu anderen Herstellern keine Modellreihen zum rumspielen haben und sich beim iPhone keine extrem unausgereiften Sachen erlauben können. Fingerabdrucksensoren gab es Jahre zuvor bei allen möglichen Herstellern, aber erst seit Touch ID war das sinnvoll nutzbar und nicht nur eine blöde Spielerei.

    Das stimmt so nicht - Apple hat auch immer wieder Features vor allen anderen auf den Markt gebracht - zumindest in einem Smartphone. Selbst beim Fingerabdruck-Sensor waren sie zumindest *mit* die ersten, die einen solchen in ein Smartphone eingebaut haben - das einzige andere Smartphone mit Fingerabdruck-Sensor, das Pantech Vega LTE-A, kam nur einen Monat vor dem iPhone 5s auf den Markt, wurde also zeitgleich entwickelt.

    >Früher oder später wird Apple auch auf alle Knöpfe verzichten, aber zunächst muss drahtloses aufladen über größere Entfernungen und Taktiles Feedback weiter entwickelt werden und eSims müssen sich weltweit durchsetzen.

    Auch wenn sicher noch mehr geht, ist die "taptic engine" der iPhones, die mit dem "3D Touch" eingeführt wurde den meisten Konkurrenzmodellen mit "traditioneller" Vibration deutlich überlegen.

  9. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: FearTheDude 25.01.19 - 12:03

    Intro: Interessante Diskussion, ich teile auch einige Ansichten des Threaderstellers.
    Kurz profilieren: Ich repariere selbst Smartphones und kenne die heutigen Schwachstellen.
    Jetzt diskutieren:

    Drahtlos laden:
    Ich halte es für semi-sinnvoll. Beim drahtlosen Laden gehen ein paar Watt verloren, weswegen der Verbrauch tendenziell etwas höher ist. Wird aber auf der Stromrechnung nur 5-10¤ im Jahr ausmachen.
    "Drahtlos" ist auch nicht ganz korrekt, immerhin braucht die Ladeschale ja doch irgendwie ein Kabel.
    Dem gegenüber steht die mechanische Belastung eines konventionellen USB Anschlusses. USB Stecker und Buchsen haben eine Mindestanzahl an Steckzyklen, um die USB Spezifikation zu erfüllen. Dies gilt nicht für unzertifizierte Stecker aus z.B. Fernost. Allgemein hat man nach 2-3 Jahren "normaler" Nutzung diese Spezifikation ausgereizt und die Buchse durchgerammelt.

    Speichererweiterung:
    Aktuelle Smartphones werden mit 128-512 GB on-board Flash ausgeliefert. Das ist aktuell mehr als genug und sollte für die nächsten 10 Jahre reichen. Warum? Weil Spotify, Netflix, Prime Video etc... Medieninhalte auf dem internen Speicher vorzuhalten ist sowas von 2010.
    Für die eigenen Inhalte ist der Speicher großzügig dimensioniert. Und wer den Mut hat, seine ganze Medienbibliothek ungesichert herum zu tragen hatte noch nie einen schwerwiegenden Datenverlust.

    Akku:
    Kompakte Smartphones kann man wirtschaftlich nur mit eingebautem Akku produzieren. An dieser Stelle sollte man sich vorher informieren, wie wirtschaftlich ein späterer Akku-Tausch wird. Ersatzakkus sind nicht wirklich teuer, aber das öffnen des Geräts von einem Spezialisten wird es.

    Kopfhörerbuchse:
    Siehe Steckzyklen + Kompakte Smartphones + Wirschaftlichkeit. Ist natürlich ärgerlich für alle Leute, die sich in den letzten Jahren High-End Kopfhörer mit Klinke gekauft haben. Aber genauso wie Kassette und CD wird dieser Anschluss technisch obsolet.
    Man erkauft sich hier besseren Trage- und Nutzungskomfort mit Bluetooth durch technische Obszoleszenz, die sich aber durch Reparatur eventuell aufschieben lässt.

    Knöpfe:
    Ohne ist ein Wasserdichtes Gehäuse besser möglich. Nachteil davon ist eine evtl. umständlichere Bedienung über die UI. Mit entsprechendem Konzept aber durchaus zu verschmerzen.
    Problematisch: Soft + Hardreset, welchen man bei Problemen doch gelegentlich nutzen muss / möchte.

    Alles in allem: Mutiges Konzept, aber zu früh.

  10. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Kondratieff 25.01.19 - 12:39

    FearTheDude schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Speichererweiterung:
    > Aktuelle Smartphones werden mit 128-512 GB on-board Flash ausgeliefert. Das
    > ist aktuell mehr als genug und sollte für die nächsten 10 Jahre reichen.
    > Warum? Weil Spotify, Netflix, Prime Video etc... Medieninhalte auf dem
    > internen Speicher vorzuhalten ist sowas von 2010.

    Ich möchte an dieser Stelle nur anmerken, dass die Mobilfunk-Infrastruktur in einigen Teilen Deutschlands auch sowas von 2010 ist. Deshalb ist es für mich durchaus sinnvoll, Medieninhalte, z.B. via Spotify-App, auf dem internen Speicher vorzuhalten. Ich teile persönlich die Ansicht, dass der interne Speicher mit 128-512GB dafür großzügig genug dimensioniert ist.

    Allerdings habe ich - als iOS-User - es als eine große Stärke von Android-Geräten angesehen, dass der Speicher in vielen Fällen via Micro-SD-Karte erweiterbar ist.

    > Für die eigenen Inhalte ist der Speicher großzügig dimensioniert. Und wer
    > den Mut hat, seine ganze Medienbibliothek ungesichert herum zu tragen hatte
    > noch nie einen schwerwiegenden Datenverlust.
    >

    Das Smartphone muss ja nicht der einzige Speicherort sein.

    > Kopfhörerbuchse:
    > Siehe Steckzyklen + Kompakte Smartphones + Wirschaftlichkeit. Ist natürlich
    > ärgerlich für alle Leute, die sich in den letzten Jahren High-End Kopfhörer
    > mit Klinke gekauft haben. Aber genauso wie Kassette und CD wird dieser
    > Anschluss technisch obsolet.
    > Man erkauft sich hier besseren Trage- und Nutzungskomfort mit Bluetooth
    > durch technische Obszoleszenz, die sich aber durch Reparatur eventuell
    > aufschieben lässt.
    >

    Ich würde folgende Fragen in den Raum werfen:

    - Lohnt sich die Reparatur eines Kopfhörers nach ein paar Jahren der Nutzung überhaupt finanziell?
    - Würde ein Großteil der Nutzer die Kopfhörer reparieren lassen, selbst wenn sich die Reparatur nicht finanziell lohnt? (Anders gefragt: Würden die Käufer Ökologie über Ökonomie stellen?)

    Ich bezweifle beides.

    Zudem dürfte ein LCA ergeben, dass BT-Kopfhörer selbst bei regelmäßiger Reparatur und damit bei stetiger Verlängerung des Lebenszyklus ökologisch problematischer sind als "klassische" kabelgebunde Kopfhörer. Der neue Akku muss schließlich mit allen bekannten Nachhaltigkeitsproblemen produziert und eingebaut werden.

    Natürlich besteht das Akkuproblem auch beim Mobiltelefon selbst. Allerdings wäre ein Mobiltelefon, der Definition nach, nicht sinnvoll ohne Akku zu betreiben. Dasselbe kann man - historisch und im Alltag belegbar - nicht für Kopfhörer sagen.

  11. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: crazypsycho 25.01.19 - 18:47

    FearTheDude schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dem gegenüber steht die mechanische Belastung eines konventionellen USB
    > Anschlusses. USB Stecker und Buchsen haben eine Mindestanzahl an
    > Steckzyklen, um die USB Spezifikation zu erfüllen. Dies gilt nicht für
    > unzertifizierte Stecker aus z.B. Fernost. Allgemein hat man nach 2-3 Jahren
    > "normaler" Nutzung diese Spezifikation ausgereizt und die Buchse
    > durchgerammelt.

    Kann ich nicht bestätigen, trotz täglichem Laden (oft sogar öfter) waren die Buchsen bisher immer auch nach 5 Jahren noch in Ordnung. Und nach dieser Zeit ist dann meist was anders kaputt. Da sehe ich absolut kein Problem.

    > Speichererweiterung:
    > Aktuelle Smartphones werden mit 128-512 GB on-board Flash ausgeliefert. Das
    > ist aktuell mehr als genug und sollte für die nächsten 10 Jahre reichen.
    > Warum? Weil Spotify, Netflix, Prime Video etc... Medieninhalte auf dem
    > internen Speicher vorzuhalten ist sowas von 2010.

    Spotify und co hat nicht immer die Musik die man gerade hören will. Zudem verschwinden da auch gerne mal manche Interpreten. Und Internet hat man auch nicht flächendeckend zur Verfügung. Daher hab ich logischerweise meine Musik auf dem Speicher abgelegt.
    Aber ja, 128gb reichen bisher locker dafür. Wenn man dazu allerdings noch öfter mal Fotos aufnimmt, wird das schnell eng.

    > Für die eigenen Inhalte ist der Speicher großzügig dimensioniert. Und wer
    > den Mut hat, seine ganze Medienbibliothek ungesichert herum zu tragen hatte
    > noch nie einen schwerwiegenden Datenverlust.

    Wie kommst du auf ungesichert?

    > Akku:
    > Kompakte Smartphones kann man wirtschaftlich nur mit eingebautem Akku
    > produzieren.

    Das ist Blödsinn. Ob fest verbaut oder wechselbar, macht für die Größe des Smartphones so gut wie keinen Unterschied.

    > An dieser Stelle sollte man sich vorher informieren, wie
    > wirtschaftlich ein späterer Akku-Tausch wird. Ersatzakkus sind nicht
    > wirklich teuer, aber das öffnen des Geräts von einem Spezialisten wird es.

    Genau das ist der einzige Grund warum die Hersteller fest Akkus verbauen.
    Den meisten ist der Tausch zu aufwendig und es wird gleich ein neues Gerät gekauft, während man früher einfach für 15¤ nen neuen Akku bestellt hat.

    > Kopfhörerbuchse:
    > Siehe Steckzyklen + Kompakte Smartphones + Wirschaftlichkeit.

    Die Buchse nimmt kaum Platz weg, kompakte Smartphones sind auch damit problemlos möglich. Und die Buchse hält noch mehr Steckzyklen aus als USB.

    > Ist natürlich
    > ärgerlich für alle Leute, die sich in den letzten Jahren High-End Kopfhörer
    > mit Klinke gekauft haben. Aber genauso wie Kassette und CD wird dieser
    > Anschluss technisch obsolet.

    Was genau soll an Klinke technisch obsolet sein oder werden? Es macht keinen Sinn es durch eine digitale Schnittstelle zu ersetzen. Die Form und Größe ist auch ideal.

    > Man erkauft sich hier besseren Trage- und Nutzungskomfort mit Bluetooth
    > durch technische Obszoleszenz, die sich aber durch Reparatur eventuell
    > aufschieben lässt.

    Welchen besseren Trage- und Nutzungskomfort? Man hat durch fest verbaute Akkus und fehlende Schnittstellen nur Nachteile.

    > Knöpfe:
    > Ohne ist ein Wasserdichtes Gehäuse besser möglich. Nachteil davon ist eine
    > evtl. umständlichere Bedienung über die UI. Mit entsprechendem Konzept aber
    > durchaus zu verschmerzen.
    > Problematisch: Soft + Hardreset, welchen man bei Problemen doch
    > gelegentlich nutzen muss / möchte.
    >
    > Alles in allem: Mutiges Konzept, aber zu früh.

    Auch mit Knöpfen ist ein Wasserdichtes Gerät ohne weiteres möglich. Darum erschließt sich mir der Sinn dahinter nicht so wirklich.
    Welchen Vorteil hat man denn? Ich kann keinen erkennen.

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